Sie sind noch nicht Abonnent der "Incoming Message", möchten das monatliche TZN-Magazin aber in Zukunft immer am Monatsanfang kostenlos in Ihre Mailbox geliefert bekommen? − Hier haben Sie die Möglichkeit, die "Incoming Message" zu abonnieren. |
|
|
Inhalt Die ganze Ausgabe auf einen Blick "Die Menschheit wird die Kurve wohl nicht mehr kriegen" Im Gespräch mit Kolja Steinrötter, dem Autor des neuen deutschen Trek-Sachbuches "Science and a Sense of Hope". Majel Barrett Roddenberry: "Star Treks" First Lady Das Leben der Frau des "Großen Vogels" und ihr Einfluss auf "Star Trek". "Enterprise" startet in den Vereinigten Staaten wieder voll durch. Tara aus "Buffy" war zu Gast in Augsburg und sprach über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Warum "Sin Eater − Die Seele des Bösen" und "Scary Movie 3" nur halbwegs zu empfehlen sind. Von "Best of" keine Spur, deshalb muss Disney mit Fantasy-Streifen herhalten. Auch hier hält sich das Angebot im neuen Jahr in Grenzen. Mars − Eine neue Mission für die NASA George W. Bush verkündet große Ziele − wir verraten, was es damit auf sich hat. Redaktion, Abonnement und Copyrights. |
|
|
|
"Die Menschheit wird die Kurve wohl nicht mehr kriegen" Im Gespräch mit dem deutschen Trek-Buchautor Kolja Steinrötter Ende Januar ist das "Star Trek"-Sachbuch "Science and a Sense of Hope − Zum Verhältnis von Wissenschaft und Religion in der Fernsehserie 'Star Trek: Deep Space Nine'" erschienen. Für einmal stammt eine Trek-Neuerscheinung dieser Art nicht aus der Feder eines amerikanischen Autors, sondern aus deutschen Autorenkreisen: Kolja Steinrötter, der als freier Schriftsteller in Münster lebt, versucht mit seiner Arbeit zu belegen, ob "Deep Space Nine" ein Produkt der Massenkultur ist, welches tatsächlich in der Lage ist, eine neue Weltansicht zu erzeugen, oder ob die Serie durch Konfrontationen mit Menschen, Aliens und kosmologischen Fragen das Bewusstsein der Menschheit für zukünftige Probleme schärfen kann. Für die Erläuterung dieser Grundgedanken klärt Steinrötter, wie der allgemeine Zustand von Wissenschaft und Religion, Bildung und Glaube sowie der Werte der Menschen heute aussieht. TZN: Die offizielle Inhaltsangabe zu Ihrem Buch ist ziemlich vielschichtig − können Sie in eigenen Worten kurz erklären, worum es Ihnen gesamthaft geht und was Sie mit dem Buch erreichen möchten?
Ich bin der Meinung, dass in "Star Trek" eine Menschheit dargestellt wird, deren Bewusstsein genau diesen Prozess, den ich heute für nötig halte, hinter sich hat. "Deep Space Nine" ist da als geschlossene Erzählung besonders interessant. Die Entwicklung Siskos von "Emissary" bis "What you leave behind...", aber auch die der anderen Charaktere ist vor allem aufgrund des Widerstreits zwischen Religion/Spiritualität und der Wissenschaft interessant. Sisko vereinigt ja am Ende beides nahezu symbolisch in seiner Person. Die Auflösung wäre so etwas wie "Spiritualität ohne Zweifel und Wissenschaft ohne sinngebende, hoffnungsvolle Erzählung funktioniert auf Dauer nicht". TZN: Werden mit dem Buch speziell auch Nicht-Trek-Fans angesprochen, die mit der Philosophie von "Star Trek" noch nicht vertraut sind? Steinrötter: Schwierig. Ich denke, dass das Buch sehr wohl für Nicht-Trek-Fans interessant ist und auch zu verstehen − allerdings habe ich es ganz bewusst auch als "Star Trek"-Fan geschrieben. Ich hätte zu den einzelnen Episoden und zu DS9 sicher noch mehr schreiben können, aber so habe ich mich auf einige ausgewählte Folgen beschränkt und an ihnen bestimmte Dinge zu illustrieren versucht. Die Reaktion der Menschen, die "Star Trek" auch so schätzen wie ich, ist mir jedoch besonders wichtig. Ich habe mich schon häufiger über schriftliche Auseinandersetzungen mit dem "Star Trek"-Phänomen geärgert, weil die Autoren offensichtlich nicht genug Ahnung von der Materie hatten. Ich hoffe, dass sich über mein Buch zumindest in dieser Richtung niemand ärgert, aber wie gesagt ... ich bin sehr gespannt auf eventuelles Feedback.
Steinrötter: Ich habe da Glück gehabt. Als ich Professor Krysmanski, bei dem ich die Arbeit letztlich geschrieben habe, zum ersten Mal sah, hatte er eine Mappe mit Spock-Aufklebern in der Hand... Mit ihm und Dr. Julia Kölsch zusammen haben wir dann 1998 an der Universität Münster ein Seminar gehalten mit dem Titel "Massenkultur: 'Deep Space Nine'", in dem wir versuchen wollten, die Studenten zur mehr oder weniger wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Serie zu bewegen. Das war jedoch etwas schwierig... Auf meiner Website sind die Arbeiten aus diesem Seminar einzusehen. Immerhin haben rund 200 Studenten das Seminar besucht, aus allen Fachbereichen. Einige interessante Essays sind schon dabei herausgekommen, aber am Ende war es für die meisten vor allem schwer, die eigene Begeisterung für "Star Trek" mit in den Hörsaal zu nehmen − es herrschte wohl viel Angst davor, "unwissenschaftlich" zu wirken. Dass ich meine Arbeit über "Deep Space Nine" schreiben würde, war damals eigentlich schon klar, allerdings hat mein Studium dann noch ein bisschen länger gedauert... Das Buch ist übrigens sicherlich nicht besonders "wissenschaftlich", falls jemand Sorge haben sollte, es würde zu viel Insider-Talk betrieben. Den beherrsche ich, fürchte ich, gar nicht...
Steinrötter: Das hört sich vielleicht seltsam an − ich habe als Kind immer davon geträumt, allein durch den Weltraum zu fliegen und irgendwelche Dinge zu entdecken. In einem kleinen, feinen Raumschiff. Später, so mit 20, ist mir dann aufgefallen, dass ich bei "Star Trek" einfach mitfliegen konnte, und so hat es angefangen. Erst waren es die Kinofilme, dann "The Next Generation" und "Voyager" und lustigerweise dann erst DS9. TZN: Wie fühlt man sich, wenn aus einer Magisterarbeit plötzlich ein Buch geworden ist? Das ist doch sehr aufregend, oder sehen Sie es gelassen? Steinrötter: Nun, ich schreibe schon lange und versuche auch sicher schon seit zehn Jahren, irgendwelche Dinge zu verlegen − dass mein erstes Buch ausgerechnet meine Magisterarbeit sein würde, hätte ich nicht unbedingt gedacht. Dieses Buch ist schon irgendwie etwas anderes − ich bin einfach sehr gespannt, wie sich alles entwickelt, wie es ankommt und ob es überhaupt jemand liest. Bis jetzt bin ich noch relativ gelassen... TZN: Sind noch weitere Gedankengänge für eine Veröffentlichung geplant? Welche Themen bearbeiten Sie als freier Autor außerdem noch? Steinrötter: Ich schreibe eigentlich Fabeln und Märchen für kluge Kinder − ob es weiteres in der Art dieses Buches gibt, hängt sicher auch davon ab, was in den nächsten Monaten so passiert. In Arbeit ist ein etwas absurdes Tierlexikon, welches ich geschrieben habe und das eine Freundin von mir fotografisch illustriert hat. Da muss ich mal sehen, ob ich das verlegt kriege. Es ist ein hartes Brot... TZN: Ist DS9 Ihrer Meinung nach die Trek- oder Fernsehserie überhaupt mit dem größten ideologischen Hintergrund, oder weshalb fiel Ihre Wahl bei der Suche nach einer Vergleichsmöglichkeit gerade auf die dritte Trek-Serie? Steinrötter: Der "ideologische" Hintergrund, wenn man das so sagen möchte, ist für mich "Star Trek". Alle Serien entspringen dieser Idee. Vielleicht gefällt dem einen diese Erzählung besser, dem anderen jene − die Basis, "Star Trek", bleibt dieselbe. "Deep Space Nine" ist für mich aber nicht nur wegen des religiösen Aspekts das "Arbeitsobjekt" geworden, sondern einfach auch deshalb, weil es meine Lieblingsserie ist und ich mich am intensivsten damit beschäftigt habe. Dazu kommt entscheidend, wie ich schon erwähnt habe, dass DS9 eine große Erzählung bildet, die hinter den vielen Einzelfolgen spielt und die der Serie eine bestimmte Tiefe gibt, was den anderen "Star Trek"-Serien vielleicht fehlt (das meine ich nicht abwertend, im Zweifelsfall haben die anderen Serien diese Art der Erzählweise auch nicht nötig − "The Next Generation", "Voyager" und "Enterprise" erzählen insgesamt anders als DS9). TZN: Was halten Sie von dem jetzigen Kurs, den "Star Trek" mit "Enterprise" und "Nemesis" eingeschlagen hat? Steinrötter: Zu "Enterprise" kann ich mir noch keine rechte Meinung bilden. Ich habe zwar alle Folgen bis "Carpenter Street" gesehen, aber ein Bild kann ich mir noch nicht machen. Ein wenig stört mich diese "Terrorgeschichte" um die Xindi, das scheint mir etwas zu sehr der amerikanischen Gegenwart entlehnt zu sein. Mal sehen, ob sich dieser Eindruck verstärkt, oder ob sich da noch was ändert. Zu Beginn stellte sich mir bei "Enterprise" aber wieder dieser schöne "The Next Generation"-Entdeckergeist ein − das war sehr angenehm. "Nemesis" hat mir gar nicht gefallen. Ich fand nicht, dass dieser Film "The Next Generation" als Serie irgendwie gerecht wurde. Aber es war für die TOS-Crew sicher auch einfacher, die Serie, aus der sie kamen, zu toppen. Bei "The Next Generation" fiel das einfach schwerer, die Erwartungen waren und sind einfach höher, auch bei mir. DS9 im Kino wäre wohl problematisch geworden, obwohl ich finde, dass die "Star Trek"-Filme etwas weniger Rücksicht auf die Nicht-Trek-Zuschauer nehmen könnten. Das würde der Erzählung sicher gut tun. Bei DS9 wäre hingegen eine achte Season eigentlich nur logisch gewesen. TZN: Lesen Sie "Star Trek"-Romane, und wenn ja, wer ist Ihr Lieblingsautor beziehungsweise welches ist Ihr Lieblingsbuch? Sind Sie darüber hinaus in bestimmten "Star Trek"-Vereinen oder bei Trek-Dinners tätig? Steinrötter: Ich lese sehr gerne "Star Trek"-Romane − und natürlich gerade die achte Season von DS9... Ich bin aber erst bei "Twilight" angekommen. Mein Lieblingsbuch ist die "Deep Space Nine: Millenium"-Trilogie von Judith und Garfield Reeves-Stevens − die fand ich ganz großartig. Andere Highlights waren für mich "Station Rage" von Diane L. Carey und natürlich "Fallen Heroes" von Dafydd ab Hugh. Die "Invasion"-Serie hat mir auch sehr gut gefallen − sehr unheimlich...
TZN: Noch eine abschließende Frage: Wo sehen Sie die Menschheit in hundert Jahren? Steinrötter: Eine große Frage, lässig ausgesprochen... Sagen wirs mal so: Es spricht nicht sehr viel dafür, dass die Menschheit noch die Kurve kriegt. Obwohl ich es ihr gönnen würde. Machen wir so weiter wie bisher, würde ich in hundert Jahren hier nicht mehr leben wollen. Bevor wir den Planeten und seine Fauna wie auch Flora weiter zerstören, würde ich noch eher dafür plädieren, den Menschen als gescheitertes Experiment abzuschaffen und wenigstens dem Rest der Erde nicht weiter auf die Nerven zu gehen. Hoffnung indes habe ich noch, mal mehr, mal weniger. Zum Abschluss vielleicht noch das Zitat von Carl Sagan, was meinem Buch den Titel gegeben hat − ich finde, das passt schön hierher: "An extraterrestrial being, newly arrived on Earth − scrutinizing what we mainly present to our children in television, radio, movies, newspapers, magazines, the comics and many books − might easily conclude that we are intent on teaching them murder, rape, cruelty, superstition credulity and consumerism. We keep at it, and through constant repetition many of them finally get it. What kind of society could we create if, instead, we drummed into them science and a sense of hope?" TZN: Vielen Dank, Herr Steinrötter, für das Interview. Wir wünschen Ihnen mit Ihrem Buch viel Erfolg und weiterhin alles Gute für die Zukunft. Related Links Atlantera.de: Website von Kolja Steinrötter Amazon.de: "Science and a Sense of Hope" |
|
|||||||||||||||||||||
|
|
|
Majel Barrett Roddenberry: "Star Treks" First Lady Ihr Leben und ihr Einfluss auf Trek Majel Barrett Roddenberry gilt als die "Star Trek"-Frau schlechthin. Nicht nur, weil sie mit dem Schöpfer des Phänomens Trek verheiratet war, sondern auch, weil sie durch ihre Rollen als Schwester Chapel und Lwaxana Troi direkt an der Ausgestaltung von "Star Trek" beteiligt war. Das dürfte vielen bekannt sein. Etwas weniger bekannt ist wahrscheinlich, dass ihr Engagement für das Franchise weit darüber hinaus geht: Als Computerstimme war sie Teil fast aller Trek-Serien, und sie hat auch die Story zu einer "Deep Space Nine"-Folge geliefert. Wer steckt hinter der Frau, die als Gaststar an mehr Trek-Serien beteiligt war als irgendjemand sonst?
Zuerst einmal hieß Majel Barrett bei ihrer Geburt gar nicht Majel Barrett: Sie wurde am 23. Februar 1939 in Columbus im US-Bundesstaat Ohio als Majel Lee Hudec geboren und nach der besten Freundin ihrer Mutter benannt. Der Name Majel stammt aus der Sprache amerikanischer Ureinwohner und bedeutet "Holztaube". Kurz nach ihrer Geburt zog die Familie um nach Cleveland.
Majel Lee Hudec zog nach New York und bekam Rollen in verschiedenen Theaterstücken. Aber Majel fand die Konkurrenz in New York zu stark und entschloss sich daher, ein weiteres Mal umzuziehen, diesmal nach Kalifornien. Dort bekam sie sofort eine Rolle in "All for Mary", an der Seite von Edward Thornton, und wurde auch für Rollen in Fernsehfilmen gecastet. Die Arbeit beim Fernsehen sagte ihr mehr zu als die Theaterbühne, und sie konzentrierte sich fortan auf das Film- und Fernsehbusiness. 1964 nahm Majel eine Rolle in der MGM-Serie "The Lieutenant" an, und während der Dreharbeiten machte sie die Bekanntschaft eines interessanten jungen Mannes, Gene Roddenberry, dem Produzenten der Serie. Die beiden freundeten sich an, und damit war der Grundstein für Majels Eintritt ins "Star Trek"-Universum gelegt, noch bevor es überhaupt geschaffen worden war. Produzent Gene Roddenberry trug im Jahr 1964 den Gedanken mit sich, eine Art Western im Weltraum zu produzieren, und als ersten Charakter dieser Serie arbeitete er eine Frau, die nur Number One genannt wurde, aus. Majel Barrett sagte später in einem Interview, dass Gene Roddenberry diesen Part von Anfang an für sie vorgesehen hatte. Der Rest der Geschichte lief bekanntlich weniger romantisch ab: Das Filmstudio NBC fand den gedrehten Pilotfilm "The Cage" erstens zu anspruchsvoll und zweitens eine Frau als Stellvertreterin des Captains völlig inakzeptabel. Roddenberry musste die Serienprämisse auf Druck des Studios entschärfen und konnte so seine Ideen von der Gleichberechtigung der Geschlechter nicht auf den Bildschirm bringen. Vor die Wahl gestellt, sich zwischen Spock und Number One zu entscheiden, traf Roddenberry die Entscheidung für Spock. Somit endete Majels Trek-Zeit zunächst einmal, bevor sie richtig beginnen konnte. Vorbei war ihr Einfluss auf "Star Trek" aber damit noch lange nicht, denn Roddenberry kommentierte seine Entscheidung später mit den Worten: "Ich entschloss mich, Spock zu behalten und die Frau zu heiraten, da Leonard [Nimoy] der umgekehrte Weg wohl kaum gefallen hätte." Bis es aber zur Hochzeit der beiden kommen sollte, gingen noch einige Jahre ins Land.
Majel Barrett bekam die Rolle. Allerdings musste sie auch hier wieder Einschnitte der Zensur hinnehmen: Die Ärztin Chapel wurde zur Krankenschwester und Assistentin des Doktors degradiert. Nichtsdestotrotz war sie nun ein fester Teil von "Star Trek", und ihr Part wurde zur wiederkehrenden Rolle. Als der Zeitgeist endlich Roddenberrys egalitäre Ideen in Bezug auf Mann und Frau akzeptiert hatte, durfte auch Chapel ihre Karriere voranbringen: In "Star Trek: Der Film" spielte Barrett bereits eine Chapel, die zur Ärztin aufgestiegen war, und in "Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart" hatte Chapel selbst den Rang eines Commanders inne. Neben "Star Trek" trat Barrett während dieser Zeit unter anderem in "Leitfaden für Seitensprünge" an der Seite von Walter Matthau und in der Serie "Der Mann von gestern" auf. Aus der Freundschaft zu Gene Roddenberry war inzwischen Liebe geworden, und 1968 zogen die beiden zusammen. Am 6. August 1969 schließlich heirateten die beiden in Japan in einer inoffiziellen buddhistischen Shinto-Zeremonie. Die offizielle Trauung wurde am 29. Dezember desselben Jahres in den USA vollzogen, und beide zogen nach Beverly Hills. Im Jahr 1974 brachte Majel einen Sohn, Eugene Roddenberry jr., zur Welt. "Star Trek" war inzwischen abgesetzt worden, doch Majel Barrett Roddenberry setzte sich weiterhin für die Vermarktung des Produkts ein und gründete die Firma Lincoln Enterprises, die sie bis heute leitet. So kümmerte sie sich während der 70er- und 80er-Jahre vorwiegend darum, dass die Fans mit dem begehrten Trek-Merchandise versorgt wurden. Ihr Ehemann erzählte in einem Interview, dass praktisch alles, für das Majel sich im Bereich Merchandise einsetzte, damals harsch kritisiert worden sei. Sie sei eine echte Pionierin auf dem Gebiet der Produktvermarktung gewesen. Barrett setzte sich gegen alle Widerstände durch, und heute gehört diese Art der Vermarktung zu den normalsten Dingen der Welt.
Nach 22 Ehejahren starb Gene Roddenberry im Jahre 1991. Doch auch nach dem Tod ihres Gatten blieb Barrett seinem "Baby" "Star Trek" treu, nicht nur durch die oben erwähnten Rollen, sie schrieb auch die Story zur "Deep Space Nine"-Folge "Die Muse". Außerdem versuchte sie sich abseits von Trek als Regisseurin. Majel Barrett Roddenberry setzt sich über "Star Trek" hinaus noch weiter für das Werk ihres Gatten ein: Sie produzierte die Serie "Earth: Final Conflict", die nach seiner Idee entstand, und spielte auch die Rolle der Dr. Julianne Belman in der Serie. Auch setzt sie sich für die Raumfahrt und den Tierschutz ein, beides Herzensangelegenheiten von Gene Roddenberry. Eines ihrer Projekte ist die Errichtung des Gene-Roddenberry-Tierasyls, einem Tierheim für Hunde und Katzen, die dort Zuflucht vor der Tötung finden können. Zu Barretts Hobbys gehören Kochen, Edelsteinschleifen, Goldarbeiten und Gartenarbeit. Hier widmet sie sich vornehmlich dem Züchten von Orchideen. Auch das Golfspielen gehört zu ihren Interessen. Gene brachte es ihr im Rancho Santa Fe Country Club bei. Wenn man Majel Barrett heute auf ihren Einfluss auf "Star Trek" anspricht, dann bezieht sie diesen vor allem auf die Rolle als Lwaxana Troi und ist stolz darauf, eine so unabhängige Frau verkörpert haben zu dürfen: "Mir riefen Frauen auf dem Parkplatz zu, ich hätte mehr für die Frauenbewegung in den USA getan als in den 40 Jahren zuvor erreicht wurde. Sie ist da draußen im All, Botschafterin, einsam, aber sie hat überlebt. Sie war so voller Leben und Leidenschaft. Wir wussten, dass wir Frauen einen Platz in der Zukunft haben würden." Related Links Roddenberry.com:
Offizielle Website der "Star Trek"-Gründerfamilie |
|
||||||||||||||||
|
Die Ereignisse des Monats Februar 2004 Die Trek-Highlights der nächsten vier Wochen im Überblick. |
Trek-Kalender |
|
Montag |
Dienstag |
Mittwoch |
Donnerstag |
Freitag |
Samstag |
Sonntag |
||||||||
| 01.Februar | ||||||||||||||
|
|
|
|
||||||||||||
| 02.Februar | 03.Februar | 04.Februar | 05.Februar | 06.Februar | 07.Februar | 08.Februar | ||||||||
|
Geburtstag |
TV |
Convention |
|
Geburtstag |
||||||||||
| 09.Februar | 10.Februar | 11.Februar | 12.Februar | 13.Februar | 14.Februar | 15.Februar | ||||||||
|
TV |
Convention |
Convention |
||||||||||||
| 16.Februar | 17.Februar | 18.Februar | 19.Februar | 20.Februar | 21.Februar | 22.Februar | ||||||||
|
Geburtstag |
TV |
Convention |
Convention |
Convention |
||||||||||
| 23.Februar | 24.Februar | 25.Februar | 26.Februar | 27.Februar | 28.Februar | 29.Februar | ||||||||
|
Geburtstag |
TV |
TV |
||||||||||||
|
|
|
|
Simply Amber Interview mit Tara aus "Buffy" Am 6. Dezember letzten Jahres wurde Augsburg gut besucht: "Buffy"-Fans aus aller Herren Umländer strömten in die kleine Stadt, um Amber Benson zu erleben, die in jenen Tagen durch Europa tourte. Amber Benson wirkt sehr lebendig. Sie springt aus dem Aufzug, begrüßt die herumstehenden Menschen mit Handschlag und ist sofort bereit, sich mit jedem zu unterhalten. Und das, obwohl sie gerade erst eine Odyssee durch Augsburg hinter sich gebracht hat: Sie hatte die Stadtkinos verwechselt und war beim falschen gelandet. Da sie außerdem Angst vorm Fliegen hat, musste sie per Auto von London nach Augsburg reisen. Amber bedauert besonders, dass ihre 22 Jahre alte Schwester nicht mit in Europa dabei sein kann: "Sie ist eine Künstlerin. Sie malt und fotografiert. Du solltest ihre Bilder sehen, fantastisch", schwärmt die 26-jährige Schauspielerin, deren Karriere bereits in sehr jungen Jahren begann. Wann genau weiß sie gar nicht mehr. "Ich war neun oder zehn, als ich mich zum ersten Mal hinsetzte und ein Gedicht schrieb. Ich schrieb damals viel. Nicht immer Gedichte, aber damit hat es angefangen."
"Mit 14 habe ich dann in einer Fernsehserie mitgewirkt. Später spielte ich in dem Film 'King of the Hill' mit." Für diese Rolle wurde Amber für einen Filmpreis nominiert. Durch ein wenig Glück und mit der Hilfe ihres Managers ergatterte sie schließlich den Part der Tara in "Buffy". Doch die Verbindung zu "Buffy" besteht nicht nur aus dieser Rolle − Amber war außerdem an der Entstehung einiger "Buffy"-Comics beteiligt. Und ihre Leidenschaft zum Schreiben geht noch weiter. "Zusammen mit meinem Schreibpartner Christopher Golden habe ich von BBC die Möglichkeit bekommen, für eine Serie mit dem Titel 'Ghosts of Albion' zu schreiben. Zuerst wurde sie als Hörspiel von BBC produziert und online gestellt. Mittlerweile gibt es aber sogar alle sieben Episoden zum Download." Bei diesem Projekt war Amber als Sounddirektorin verantwortlich, führte sozusagen Regie bei einer reinen Tonaufnahme. "Wir haben sogar das Angebot erhalten, einen zweiten Teil zu schreiben. Er wird im Sommer erscheinen, wieder bei BBC", verrät die aufgedrehte Schauspielerin. Natürlich reden wir auch über "Chance", ein Filmprojekt, in dem Amber maßgebend mitwirkte. "'Chance' ist ja nun auch schon zwei Jahre alt. Aber leider kennen ihn noch nicht viele Leute, da er außerhalb der USA nicht sehr verbreitet ist."
Für "Chance" schrieb Amber Benson das Drehbuch, produzierte den Film und führte Regie. Und da sich keine Schauspielerin auftat, spielte sie auch noch die Hauptrolle. Viel Arbeit also für eine damals 23 Jahre junge Frau. "Viel Arbeit, in der Tat. Aber ich denke mir immer, dass mein Leben viel zu kurz ist, als dass ich auf etwas verzichten sollte. Man sollte so lange mit allem, was man geben kann, leben, da man sich sonst im Alter eventuell wünscht, etwas anders gemacht zu haben." "Chance" wurde von der SAG (Screen Actors Guild) abgesegnet. Das bedeutet, dass die Schauspieler, die mitwirkten, auf viel von Ihrem Lohn verzichtet haben, um den Film möglich zu machen. Daher ist es Amber Benson auch verboten, DVDs oder Videos von dem Film zu verkaufen. "Aus diesem Grund müssen wir dabei immer einen Trick anwenden. Da wir den Film nicht verkaufen dürfen, weil wir sonst eine sehr hohe Strafe zahlen müssten, verschenken wir ihn einfach an all diejenigen Leute, die ein Poster auf der Website des Films bestellen." Fans von "Buffy" sei hierbei noch verraten, dass sie auch ihren Kollegen James Marsters (Spike) davon überzeugen konnte, mitzuspielen. Auf der Website von "Chance" findet man außerdem das komplette Skript des Films zum Nachlesen. "Da wir es uns leider nicht leisten können, auch noch Synchronfassungen des Films herstellen zu lassen und sehr viele Leute geschrieben haben, dass sie den Film gut finden, aber nicht immer alles verstehen würden, haben wir beschlossen, das Skript online zu stellen." Jetzt ist es heutzutage aber leider nicht der Regelfall, dass "Künstler" ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung stellen. "Nein, das ist mir auch bewusst. Aber ich sehe das Internet als etwas Besonderes. Dort habe ich die Möglichkeit, sehr viele Menschen auf einmal zu erreichen. Man muss sich ja auch dessen bewusst sein, dass eventuell Leute den Film ansehen möchten, die der englischen Sprache nicht so mächtig sind. Und diesen hilft das Skript schon ungemein weiter." Seitdem "Chance" fertiggestellt wurde, war Amber allerdings nicht gerade faul. "Ich habe mittlerweile einen weiteren Film gedreht. Er heißt 'Latter Days' und ich spiele darin eine Kellnerin, die eine Wette provoziert." Jene Kellnerin versucht, zwei Jungs zusammenzubringen, deren Welten eigentlich weit auseinander liegen. Einer von ihnen ist Mormone, der andere ein Party-Boy. Das Thema Homosexualität zieht sich so durch viele ihrer Werke. "Ich hatte keine Ahnung, dass sie meine Rolle in 'Buffy' in diese Richtung lenken würden. Es kam niemand auf mich zu und sagte: 'Amber, pass auf, bald werden wir Tara lesbisch werden lassen.' Die ganze Sache passte einfach so am besten in die Story. Und so kam es auch, dass mein Charakter in der Serie eben diese Neigung annahm." Mit diesen Worten endete das Interview schließlich. Ambers Mutter gesellte sich zu uns und begann einen privaten Plausch. Kurz darauf rief die Pflicht nach Amber, denn die offizielle Fragestunde für Fans begann − also begab sie sich zurück in den Saal, wo das Publikum gerade einen Blick auf ihren Film "Chance" warf. Related Links "Ghosts of Albion": Download des BBC-Hörspiels "Chance": Offizielle Website StargateNews.de: Infos rund um Jack O'Neill und Co. |
|
|||||||||||
|
Kino-Guide Februar 2004 "Sin Eater − Die Seele des Bösen" (USA 2003)
Inhalt
Erwartung Passabel. Verwirrung um den Kinostart: Da "The Order", wie er im Original heißt, an den US-Kinokassen derbst floppte, wurde der deutsche Kinostart auf Februar verschoben. Vor wenigen Tagen hat 20th Century Fox Deutschland die DVD-Veröffentlichung des Films auf den 20. März angekündigt. Ist der Kinostart also gestrichen worden? Anscheinend nicht, denn weder auf der offiziellen Website noch bei anderen Quellen war bei Redaktionsschluss davon die Rede. Ganz auszuschließen bleibt aber nicht, dass sich Kino- oder DVD-Start noch ändern, denn ein sechswöchiger Zeitrahmen zwischen Kino- und DVD-Start ist doch sehr ungewöhnlich. Zum Film selber lässt sich nicht viel Positives sagen. Brian Helgeland schrieb ein ziemlich träges und uninspiriertes Skript, kaum zu vergleichen mit seinen tollen Drehbüchern zu "Blood Work" und "Mystic River". Ledger, Sossamon und Addy waren schon bei Helgelands letztem Film, "Ritter aus Leidenschaft", dabei, passten dort aber wesentlich besser zu ihren Rollen. Trotz der gruseligen Okkult-Atmosphäre letztlich ein recht spannungsloser Film, der zu langsam vor sich hinplätschert. "Scary Movie 3" (USA 2003)
Inhalt
Erwartung Passabel. Und auch hier kein Film-Hit im Februar. David Zucker ("Die nackte Kanone") und sein Team heben immerhin das Niveau im Vergleich zum üblen zweiten Teil wieder an. Der unter dem Arbeitstitel "Scary Movie 3: Episode I − Lord of the Brooms" entstandene Streifen zieht diesmal nicht mehr über "Scream" und Konsorten her, sondern bedient sich gleich bei mehreren Genres. So gibt es gute und schlechte Gags zu "Signs", "The Ring", "Matrix", "8 Mile", "Herr der Ringe" und weiteren Filmen. Anna Faris als Cindy ist wieder dabei − interessanter sind da allerdings schon bekannte Gesichter wie Leslie Nielsen, Charlie Sheen sowie Pamela Anderson und Jenny McCarthy. Wer gern die Qualität eines Films mit seinem Erfolg gleichsetzt, dem sei gesagt, dass "Scary Movie 3" in den USA 110 Millionen Dollar eingespielt hat. Genre-Fans sollten sich den Film anschauen, und wenn auch nur, um herauszufinden, wie viele der Anspielungen man erkennt. Alternative für Kids und "Scary Movie"-Verachter: "Spy Kids 3-D: Game Over" mit Antonio Banderas, Carla Gugino und Ricardo "Khan" Montalban ab dem 5. Februar. |
|
|||||||||||
|
Best of DVD Hits des Monats: Disney-Fantasy-Klassiker Keine DVD-Top-3 im Februar Nach all den Top-Titeln im November und Dezember folgt jetzt das Tief: In Sachen Science-Fiction und Fantasy hat der Februar keine Titel im Angebot, die der DVD-Top-3-Rubrik der "Incoming Message" gerecht werden würden. Disney veröffentlicht am 12. Februar allerdings eine Reihe interessanter Fantasy-DVDs, die hier kurz vorgestellt werden sollen. Zwar sind diese Titel nicht wirklich wahre Klassiker, gehören aber dennoch zu den interessantesten Erscheinungen dieses Monats. |
|
|
|
Mars − Eine neue Mission für die NASA George W. Bush verkündet große Ziele US-Präsident Bush hat am 14. Januar die Pläne seiner Regierung für die Zukunft des amerikanischen Raumfahrtprogramms vorgestellt. In einer Grundsatzrede im NASA-Hauptquartier in Washington, vor zahlreichen NASA-Mitarbeitern, derzeitigen und ehemaligen Astronauten sowie einigen Kongressabgeordneten, umriss er das Vorhaben. NASA-Chef Sean O'Keefe gab im Anschluss eine Pressekonferenz und erörterte Detailfragen. Im Kern geht es bei der neuen Initiative um eine Rückkehr amerikanischer Astronauten zum Mond, als Vorbereitung für Missionen zu noch weiter entfernten Zielen wie dem Mars. Spätestens im Jahr 2020 soll es so weit sein, möglicherweise könnte die Wiederaufnahme bemannter Mondflüge aber bereits 2015 erfolgen. Eine Mars-Mission wäre frühestens 2030 möglich. Bereits im Jahr 2008 soll die erste einer Reihe von unbemannten Missionen den Mond näher erforschen − diese sollen gewissermaßen als Wegbereiter für die Astronauten dienen. Ein neues Raumschiff Als wichtigsten Schritt zur Verwirklichung dieser Pläne will man ein neues, vielfältig einsetzbares Raumfahrzeug entwickeln, das Crew Exploration Vehicle (CEV). Es würde die Aufgaben des bislang geplanten Orbital Spaceplane (OSP) übernehmen, also Astronauten zur International Space Station (ISS) und von dort zurück zur Erde transportieren sowie als Rettungsboot für die Raumstation fungieren. Darüber hinaus würde es aber auch für Missionen jenseits des erdnahen Weltraums, beispielsweise zum Mond, ausgelegt sein. Noch ist nicht klar, wie das CEV aussehen wird, doch wird man bei dessen Entwicklung nicht bei null anfangen, sondern vielmehr auf die bereits geleistete Arbeit für das OSP zurückgreifen − zwei größere Studien von Lockheed Martin und Boeing. Diese beiden Firmen wurden auch bereits angewiesen, bis zum Auslaufen ihrer Verträge im Rahmen des nun eingestellten OSP-Programms zu untersuchen, inwieweit sich die bisher erarbeiteten Entwürfe für das OSP als Basis für das ehrgeizigere CEV-Programm eignen. Sehr wahrscheinlich wird das CEV Kapselform haben und an der Spitze einer Atlas-V- oder Delta-IV-Trägerrakte starten, wie ursprünglich für das OSP geplant. Aus für das Spaceshuttle
Wie hoch sind die Kosten? Die Finanzierung der neuen Initiative sieht bislang folgendermaßen aus: In den ersten fünf Jahren (2005 bis 2009) sollen 12 Milliarden US-Dollar für entsprechende Aktivitäten ausgegeben werden, das gesamte NASA-Budget für diesen Zeitraum beträgt 86 Milliarden US-Dollar. Eine Milliarde des 12-Milliarden-Budgets soll zusätzlich bewilligt werden, der Rest kommt durch Kürzungen oder Einstellung anderer NASA-Programme zusammen, die nicht viel oder gar nichts zur Verwirklichung der neuen Ziele beitragen. Wo genau der Rotstift angesetzt wird, steht anscheinend noch nicht fest, jedenfalls wollte sich O'Keefe dazu noch nicht äußern. Geschont werden sollen unbemannte Missionen zur Erforschung von Mond, Mars und Jupiter sowie Weltraumteleskope für die Suche nach Exoplaneten (Planeten außerhalb unseres eigenen Sonnensystems). Auch Project Prometheus, ein groß angelegtes Forschungsprogramm zur Nutzbarmachung der Kernenergie im Weltraum, soll weiterlaufen. Die NASA neu erfinden Um das neue Programm effizient umsetzen zu können, findet derzeit eine große Umstrukturierung innerhalb der NASA statt. Zahlreiche Bereiche werden neu geordnet. Die wichtigste Neuerung ist wohl die Einrichtung einer Art zentraler Verwaltungsstelle im NASA-Hauptquartier, genannt Office of Exploration Systems, die alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der neuen Initiative koordinieren soll. Dazu zählen unter anderem CEV und Next Generation Launch Technology (NGLT − hier sollen fortgeschrittene Technologien für neue Trägersysteme entwickelt werden) und Project Prometheus. Das unbemannte Forschungsprogramm wird hier jedoch nicht eingegliedert werden, wenn auch in Zukunft dafür gesorgt werden soll, dass sich Roboter und bemannte Missionen besser ergänzen. Craig Steidle, ein ehemaliger Navy-Admiral, soll das Office of Exploration Systems führen. Nur ein Wahlkampftrick? Alles in allem kann man die Pläne der Bush-Regierung als die wichtigste Neuausrichtung der NASA seit mehr als 30 Jahren ansehen. Sollten sie umgesetzt werden, so wären die Tage des Shuttles gezählt und der Weg frei für bemannte Missionen jenseits des erdnahen Weltraums, zum ersten Mal seit Ende des Apollo-Programms.
Beide Behauptungen, ein solches Raumfahrtprogramm ruiniere die Staatsfinanzen beziehungsweise sei nur eine Inszenierung für Bushs Wahlkampf, lassen sich nicht belegen. Das NASA-Budget macht weniger als 1 Prozent des Gesamthaushalts der USA aus, und das wird auch in Zukunft so bleiben. Außerdem fördert ein Raumfahrtprogramm die Schaffung von Arbeitsplätzen und erhöht die Absolventenzahlen für technische und naturwissenschaftliche Berufe deutlich, Apollo ist dafür der beste Beweis. Insgesamt würde das Defizit durch ein solches Programm also eher schrumpfen als wachsen, zumal der Großteil der Ausgaben durch das bereits bestehende NASA-Budget gedeckt werden kann. Was die Lösung der Menschheitsprobleme allgemein angeht, so könnten die relativ bescheidenen Mittel für die Raumfahrt hier auch keine große Veränderung bewirken und es ist fraglich, ob es nicht Bereiche gibt, die zu kürzen sinnvoller wäre, beispielsweise die Agrarsubventionen (zirka 300 Milliarden US-Dollar pro Jahr weltweit) oder die Militärausgaben (zirka 800 Milliarden pro Jahr weltweit). In Bezug auf die zweite Behauptung lässt sich sagen, dass es sicherlich richtig ist, dass Bush seine Ankündigung einer neuen großen Weltrauminitiative im Wahlkampf verwerten wird. Die Frage ist aber, ob das Projekt hauptsächlich zu diesem Zweck ins Leben gerufen wurde. Wenn man bedenkt, dass bereits im Februar 2003, als direkte Reaktion auf das Columbia-Unglück, eine interne Expertengruppe des Weißen Hauses unter Leitung von Vizepräsident Cheney mit der Erörterung möglicher Optionen für das zukünftige Raumfahrtprogramm begann, scheint dies schwer vorstellbar. Wichtiger als etwaige strategische Erwägungen hinsichtlich des Präsidentschaftswahlkampfs erscheint auch der erste bemannte Raumflug der Chinesen im Oktober vergangenen Jahres. Auf den ersten Blick scheint auch die erfolgreiche Landung des Mars-Rovers Spirit ein wichtiger Faktor gewesen zu sein, doch berichtet die Website NASAWatch.com, die als erste überhaupt konkrete Informationen zu den Plänen der Bush-Regierung vorweisen konnte, dass die Entscheidung für eine Bekanntgabe der Pläne am 14. Januar bereits vor der Spirit-Landung getroffen worden sei und auch stattgefunden hätte, wenn Spirit gescheitert wäre. Ein Neuanfang Man hat die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt. Die NASA war diesmal aktiv an der Ausarbeitung der neuen Initiative beteiligt und die Finanzierung scheint realistisch − vor allem hat man endlich begriffen, dass ein Auftrag vom Präsidenten keinen Blankoscheck bedeutet. Hilfreich dürfte auch das gute persönliche Verhältnis zwischen NASA-Chef O'Keefe und Präsident Bush sowie Vizepräsident Cheney sein. Außerdem war O'Keefe, bevor er zur NASA kam, stellvertretender Direktor des Office of Management and Budget (OMB), also einer jener Bürokraten, über deren Knauserigkeit sich Raumfahrtbefürworter immer gerne aufregen. So kennt er sicherlich die Spielregeln. Related Links TZN Raumfahrer.net: Die Mondlandung TZN Raumfahrer.net: Mars
Exploration Rover |
|
|||||||||||
|
Impressum Die Macher und die rechtlichen Dinge im Überblick Ausgabe 70 erscheint am 1. März 2004. TrekZone Network & "Daily Trek" Die meistgelesenen täglichen "Star Trek"-News im deutschsprachigen
Raum. Copyrights Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und
Autoren. Die Übernahme von Artikeln oder Meldungen − sowohl in deren ganzer
Form wie auch sinngemäß − ist nur für gedruckte Publikationen (wie zum Beispiel
"TV-Highlights", "Star Trek Communicator" oder "Infotrek") erlaubt. Wir bitten
dabei ausdrücklich um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "TrekZone
Network", und einen Verweis auf unsere Webseiten unter
www.trekzone.de.
Links Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 12. Juni
1998 − Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" − distanzieren sich die
Redaktion des TrekZone Networks sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte
hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen und
gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht bekannt.
Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich beziehungsweise haftbar für Probleme
oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis, Besuch oder Nutzung
gelinkter Seiten entstehen. |
|
||