Cardassia Prime

    • 25. Jhd.

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    • Südliche Hemisphäre

      Langsam hatte sich der Zentralstern hinter den Horizont geschoben und dabei zuerst gelblich und dann immer rötlicher gefärbt. Auch wenn er nun nicht mehr zu sehen war wurde es noch nicht dunkel. Der Himmel und die Wolken wurden noch immer beleuchtet und gaben ihr Licht an den Boden weiter. Dämmrig war es allerdings, im Westen mehr, als im Osten, aber dieser Zustand des Zwielichtes würde noch einige Zeit anhalten ehe es fast schlagartig Dunkel werden würde. Viele der Pflanzen würden nicht so lange warten wollen und legten sich bereits zur Nachtruhe, manche würden noch ein wenig warten, bis sie sich für die Nacht erst öffneten; und manche hatten den ganzen Tag auf diesen Moment gewartet um sich nun zu öffnen und ihre Blütenpracht zu zeigen. Genau auf diese Blumen hatte es Kila abgesehen. Flink lief sie durch das hohe Gras und suchte die Gegend systematisch ab. Schnell wurde sie fündig. Es war zwar nur eine Numablume, die recht häufig war und sobald sie sie pflückte würde sie sich langsam wieder schließen, aber sie hatte einen angenehmen Duft. Sie würde ein paar einsammeln und die Blütenblätter in ihrem Zimmer in eine Schale mit Wasser legen. Also brach sie den Stängel zwischen den beiden Ballen ab, wie es ihr ihre Großmutter beigebracht hatte – dadurch würde der Kopf nicht austrocknen. Als sie sich wieder aufrichtete hörte sie hinter sich ein leises Rascheln, welches nicht vom lauen Sommerwind stammte, der sanft durch die Gräser strich. Ehe sie dazu kam sich umzudrehen war es bereits geschehen.
      "Wroaarrr!!!"
      Sie zuckte zusammen und machte einen reflexartigen Satz nach vorne. Dies hatte allerdings zur Folge, dass sie beim landen das Gleichgewicht verlor, im hohen Gras aber weich fiel. Sie drehte sich um und stand verärgert auf.
      "Da hast du dich aber erschreckt!"
      Ihr Bruder Perth kam mit einem unwahrscheinlich breiten Grinsen aus den Gräsern hervor.
      "Du sollst mich nicht immer Erschrecken", antwortete sie sauer. Sie sah, dass die Blume, die eben gepflückt hatte nun in der Mitte übergebrochen war.
      "Du lässt dich aber Erschrecken... stell dir mal vor ich wär ein wildes Narg gewesen…"
      "Die gibt es hier gar nicht hat Oma gesagt."
      Perth grinste. "Bist du dir sicher?"
      "Ja, und jetzt lass mich in ruhe, ich will Blumen sammeln. Wegen dir ist jetzt schon eine kaputt."
      Sie drehte sich um und ging einige Meter weiter, ohne sich wirklich umzuschauen. Wenn es dunkel würde müssten sie wieder Daheim sein. Und vorher wollte sie unbedingt noch eine Tagsternklare finden. Sie waren wunderschön; und sie öffneten sich pro Tag nur für kurze Zeit – genau jetzt. Aber wenn man sie dann pflückte schlossen sie sich nicht wieder, sondern blieben tage lang über geöffnet.
      "Schau mal da oben!", hörte sie ihren Bruder rufen.
      Als sie dies tat waren am Himmel, weit weit oben, viele leuchtende Punkte zu sehen, wie sie wie ein Vogelschwarm durch den Himmel zogen.
      "Sind das … Sterne?", fragte sie vorsichtig.
      "Nein", lachte ihr Bruder herzlich. "Das müssen die Sternenschiffe sein, von denen Vater erzählt hat. 150 Zerstörer. Sie sollen dafür sorgen, dass Cardassia wieder sicher wird."
      Kila nickte nur und ließ ihren Blick zum Himmel gerichtet. Es war ein wunderschöner Anblick, wie die vielen leuchtenden Punkte ruhig, geradezu majestätisch durch den Himmel zogen. Sie waren die Schutzsterne für Cardassia und alle anderen Planeten.
    • Cardassia Prime | Samipor | verlassenes Industriegebiet nahe der Hauptstadt
      Sternzeit 80120,49

      Ein Speeder glitt durch die verregneten Straßen Samipors, einer Vorstadt des cardassianischen Regierungssitzes. An dessen Steuer ein Cardassianer mit ruhiger, stoischer Miene. Es war ein Blick wie die Ruhe vor dem Sturm.
      Ein kurzes Piepsen im Fahrzeug. Annäherungsalarm. Routiniert gelassen schaut er Mann zur Seite und steuert den Speeder in den Straßenrand nahe eines verlassenen Industriekomplexes. Kein Zug seines Gesichtes änderte sich. Sein einziger Gedanke galt dem Ort, an dem er sich befand. Abseits, vergessen, ohne Überwachung, kein Wohngebiet in der Nähe.
      Die Tür seines Speeders öffnete sich und glitt nach oben, während er bereits das Fahrzeug verließ und sich seinen Mantel glatt strich. Der Cardassianer war groß und gutaussehend. Seine Körpersprache und Präsenz war klar definiert und stark. Er führ sich mit den Händen durch sein mittellanges, schwarzes Haar, bevor er aus seiner linken Manteltasche Lederhandschuhe hervorzog über überzog. Der Mantel war schwer und trotz einer gewissen Eleganz war eine militärische Note hineingearbeitet. Eindeutig ein Designerstück.
      Die Tür des Speeder schloss sich hinter ihm und er setzte sich festen Schrittes in Bewegung durch die Ruinen dessen, was früher einst essentiell für Cardassia war. Seine Schritte hallten nicht, während er gewaltige Hallen durchquerte in denen keinerlei Geräte mehr standen. Reste, hier und da Müll, Zeichen von Belagerern und das eine oder andere Grafitti. Sein Blick blieb an einem dieser neuzeitlichen Gemälde hängen.
      Ein junges, cardassianisches Mädchen stand umringt von ihrer Familie - dem Vater in der Uniform eines Gul, die Mutter in einem weiten, schönen Kleid, das eine weitere Schwangerschaft verriet - und hielt eine Blume ausgestreckt vor sich mit einladendem Lächeln. In feiner Schrift darunter stand „Cardassia für mich, Cardassia für dich.“ Der Mann lächelte kurz und ehrlich und flüsterte leise: „Für Cardassia.“
      Sein Blick richtete sich allerdings schnell wieder aus, als er zwei Stimmen im Gespräch hörte und seine Augen verengten sich. Er wusste sehr genau, worum das Gespräch ging. Er musste es nicht näher verfolgen. Seine linke Hand fuhr zum Knopf hinauf der seinen Mantel geschlossen hielt und öffnete diesen. In einem Schulterholster über dem schwarzen Hemd, das er trug, ruhte ein Disruptor, doch er ließ diesen vorerst noch geholstert.
      „Wir sind uns doch einig. Ein Hardliner wie Traime muss weg, damit ein echter Politiker wie Lemec einer ist auch im Amt bleiben kann. Du musst, nein, du darfst ihn nicht weiter schützen. Wir können das nun tun. Gib uns etwas über Javi Traime und das Ganze hat heute Nacht ein Ende. Dein Vertrauen in uns wird zurückgezahlt. Ich habe es versprochen, Ruun.“
      Der Cardassianier war leise an die Ecke eines alten Containers herangeschlichen und lauschte noch einen Moment. Er wartete auf den richtigen Augenblick, an dem er in Erscheinung treten würde. Und weit würde dieser nicht mehr sein.
      „Traime besitzt Einfluss. Sein Name kommt auf, wenn es um Künstler, Ateliers, Protegés und Musik geht, aber es ist sehr eindeutig, dass er auch im Mittelpunkt alter Militärs, Waffenhändler und Eliten auftaucht. Nur ein Name, der einem Deal zugeordnet werden kann, kann die Lawine in Gang setzen, die dir ein unbeschwertes Leben verschafft.“
      Der Cardassianier schaut ernst auf den Boden und macht einen Schritt nach vorne. Er geht um den Container herum und schaut auf die Szene vor sich. Gerade als der Mann namens Ruun ansetzen wollte etwas zu sagen, fiel der Cardassianer auf. Ruun zog schnell eine Waffe und richtete sie auf sein Gegenüber.
      „Javi!“, entfuhr es Ruun, der in etwa das selbe Alter wie Javi Traime, der Cardassianer, der nun die Bühne betreten hatte, war.
      Javis Blick wanderte von Ruun hin zu dem Dritten im Bundeauf den Ruuns Waffe gerichtet war. Er schwieg, während dieser eine eigene Waffe zog und auf Javi richtete.
      Plötzlich ein Schuss. Der Mann, der seine Waffe auf Javi gerichtet hatte, sackte zu Boden und ein Loch klafft in dessen Brust. Javis Blick folgte dem entsetzten Blick, bis die regungslose Leiche vor ihm lag. Er kannte den Toten. Planetarer Polizeidienst. Commandant. Sein Kopf wandte sich nun in Ruuns Richtung.
      „Wir haben einen Polizisten erschossen.“
      Javis Stimme war leise, und wirkte irgendwie heißer und dennoch lag in seiner Stimme ein stechender, druchdringender Ton, der Ruun soeben das Blut in den Adern gefrieren lies, als dieser die Waffe wieder senkte.
      „Keine Kameras, keine Drohnen. Keine Satelliten, da dieses Gelände in den Diensten des Obsidianischen Ordens war. Keine weiteren Zuschauer oder Passanten. Abgelegen. Sehr gut.“
      Javi ging vor dem Toten in die Hocke.
      „Damit können wir arbeiten. Das ist sehr gut.“
      Ruun wusste nicht so recht, was gerade geschah, aber Javi war auf seiner Seite. Runn schob die Waffe wieder ins Holster und machte einen Schritt auf Javi zu.
      „Ja, ich habe das auch für dich getan. Donrak versucht in unsere Affären reinzukommen. Er versucht dich auszuschalten, da er dich nicht kontrollieren kann, wie er es bei Lemec geschafft hat.“, erklärte Ruun, sich dabei beinahe selbst überschlagend.
      „Du hast gesehen, wie die Situation eine gefährliche Wende genommen hat. Der schneidige Commandant hier hat versucht seine Argumente mit Waffengewalt zu unterstreichen und du hast die Waffe gezogen. Du hast geschossen.“, redet Javi weiter in seiner markenten Stimme ohne auf Ruuns Worte einzugehen und greift nach der Waffe des Toten am Boden und wiegt sie in der Hand.
      Ruun schaut verdutzt und spürt langsam, wie seine Eingeweide sich winden und eine kalte Angst in ihm aufsteigt. Die Situation entglitt ihm.
      „Javi, du kennst mich, ich würde nie…“
      Ein schwacher Schuss löst sich und wirft Ruun nach hinten auf den Boden. Ruun hält sich mit Schmerzen den Bauch, während Javi zu ihm rüber läuft und die Waffe auf ein höheres Setting stellt.
      „Der Schuss des Polizisten kam für dich so plötzlich, wie deiner für ihn. Eine Tragödie. Doch die wahre Tragödie ist doch tatsächlich, dass von allen, die mich umgeben, ich dir nicht vertrauen konnte. Warum musste es gerade du sein?“, und in Javis Stimme zeigten sich nun Emotionen. In seinen Augen sammelte sich etwas Wasser und er wirkte sichtlich ergriffen. Ruun war nicht in der Lage etwas zu sagen und kämpfte mit dem Feuer, das sich immer weiter in sein Innerstes fraß, bis Javi ein weiteres Mal die Waffe auf ihn richtete und feuerte.
      Der Cardassianer atmete durch und schluckte. Er legt Ruun die Waffe aus dessen eigenen Holster wieder in die Hand, bevor er dies auch mit der Waffe des Polizisten tat. Ein verabschiedender Blick galt Ruun, bevor Javi Traime wieder in die Nacht entschwand und sich auf den Weg in seinen Club machte.

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    • Cardassia Prime | Cardassia City | Club Contrarian
      Sternzeit 80120,75

      Ein langsam pulsierender Bassrhythmus bebt durch die Wände, während die glasklar sanfte Stimme einer bildschönen Cardassianerin mit langem lockigen Haar in einem metallic blauen eng anliegenden Kleid die knisternde Luft mit der Sehnsucht nach der Nacht erfüllte. Von ihren Füßen hinauf über die kreisenden Hüften, über ihre Kurven hinweg bis zu den Fingerspitzen, die sich über ihrem tanzenden Körper künstlerisch verschlungen in das Scheinwerferlicht reckten und wandten, lebte sie den Moment, während vor und unter ihr das Publikum gebannt, tanzend, trinken und redend, lauschend und fasziniert lag.
      Blicke von schwarz gekleideten Männern wurden ausgetauscht. Ein Nicken. Zwei entschwinden nach oben in die erste Etage des Clubs, der in mehreren Emporen unterteilt und einem bis zur hoch hängenden Decke offen war, von der ein schmaler aber beeindruckend langer Kronleuchter hinab hing.
      „Er ist da!“, ertönte es aus einem Kommunikator, während Javi Traime bereits die Treppe erklomm. Gemacht zog er sich die Handschuhe aus und steckte sie wieder in die Tasche des noch etwas nassen Mantels, den er sich nun vom schwarzen Anzug zog und einem bediensteten Mädchen in die Hand drückte.
      Mehrere miteinander verbundene Separees durchschritt Javi, bis er an einer Tür angekommen war, die in seinen eigenen, unabhängigen Staat innerhalb seines Clubs führte. Er öffnete das Büro und sah sich selbst darin sitzen. Einen Moment wartete er, bis sich sein Hologramm erhob und zur Bar ging und er ebenfalls diese ansteuerte. Als beide ineinander standen, verblich das Hologramm und Javi mischte sich einen cardassianischen Brandy.
      „Agouta Tour 2299. Eine Rarität. Vielleicht noch acht oder neun davon von hier bis in den Deltaquadrant.“, erklärte er ruhig, während er die bernsteinfarbene Flüssigkeit, die sirupartig und ölig an den Glasrändern der beiden Gläser hinab auf den Boden aus einer leicht staubigen Flasche mit antikem Etikett floss, einschenkte. „Perfektion von Design bis Genuss. Erinnern wir uns da nicht an etwas?“
      Javi drehte sich um und sah auf den Rücken des Stuhles, der seinem Schreibtisch zugewandt war. Langsam drehte sich dieser und einer Person in einem Anzug, der zusätzlich ein eine Art schwarze Toga mit goldenen Fäden durchsetzt gehüllt war.
      „Einfach nur Garak.“, lächelte Javi seinem Gegenüber zu und reichte diesem ein Glas des raren cardassianischen Brandy hin, das mit einem Kopfnicken dankend angenommen wurde. Javi lief daraufhin gemütlich um den Tisch herum, öffnete das Sakko und nahm an der gegenüberliegenden Seite Platz. Er prostet Garak zu und nimmt genüsslich einen Schluck. „Das soetwas heute und hier noch existiert macht mich ekstatisch.“
      „Ein interessantes System, dieses Hologramm.“, meinte Eilm Garak, der sichtlich etwas reserviert war.
      „Nimm es mir nicht übel. Manchmal muss man an zwei Orten zur selben Zeit sein, wenn man ein Imperium errichten will.“, antwortete Javi kurz und knapp, aber mit einem leichten Scherz in der Stimme, der suggerierte, ihn nicht so ernst zu nehmen.
      „Das bringt mich auch zu uns zwei, mein nur einfacher Garak. Wie verlebst du die Tage des Ruhestandes?“, fragte Javi interessiert und lehnte sich dabei die Beine verschränkend in seinen Sessel zurück. Der Blick seines Gegenübers war still, durchdringend und hätte jeden anderen durch das Stecken darin verrückt gemacht, doch Javi blieb ruhig.
      „Mode ist ein Handwerk, dass ich lange ausüben und perfektionieren durfte und es ist nie zu wenig Zeit nicht auf die Mode anderer zu achten, was der neue Trend wird, welche Farbe man eventuell diesen Sommer tragen wird.“, antwortete Garak nach einer kurzen Ruhephase in überspitzt freundlicher Art und mit einem breiten Lächeln.
      Javi Traime nickte und schmunzelte: „Und welchen Stil würdest du mir empfehlen?“
      „Etwas frisches. Etwas, was mit den momentanen Regeln bricht und dennoch den traditionellen Look nicht aus den Augen verliert.“
      Javi nahm noch einen Schluck Brandy und setzte das Glas nach Garaks Antwort schwunghaft ab. „Das ist es. Du verstehst mich einfach zu gut. Und deswegen bist du heute hier, Elim.“
      Der Clubbesitzer holte ein holographisches Bediensystem hoch und dunkelt die transparente Glasfront ab, während die Vibes auf der Tanzfläche ekstatischer wurden. Tanzende Körper schwitzten miteinander, schmiegten sich aneinander, tauschten sich aus und lebten die Nacht im Schatten der Musik, die den Ort erfüllte und der Sängerin, die alles und jeden in ihren Bann zu ziehen schien, wie es die Kunst von Sirenen war. Die Songs brachten, einer nach dem anderen, gemeinsam mit dem Licht und dem Ambiente des Orts immer wieder eine neue Welt zu Vorschein, die sich über die 5 Etagen des Clubs erstreckte.
      Elim Garak sah Javi Traime prüfend an und lehnte sich dann vor um diesem die Hand zu geben.
      „Der Umbruch beginnt hier und in diesen Augenblicken und am Ende steht das, was wird all zu lange vermisst haben, unsere Kunst und Musik, die alte Kultur und war wir einst waren. All das, was seit dem Dominionkrieg verschwunden ist, wird in dieser Renaissance wiedergeboren.“, erklärte Javi den Händedruck erwidernd. „Auf den 13. Orden.“
      „Auf den 13. Orden.“, antwortete Elim zufrieden und erhebt sich auf dem Stuhl. „Vielen Dank für die Einladung und die Zeit, Javi. Ich bin gespannt auf die Zeit, die vor uns steht.“
      Auch javi erhob sich und folgte mit den Augen Elim Garak auf seinem Weg zur Tür, die sich bereits automatisch zu öffnen beginnt.
      "Elim. Um nicht auf dumme Gedanken zu kommen, soll man sich in die Arbeit stürzen. Denk immer daran."
      Garak unterband es bei den Worten eine Regung zu zeigen, doch spürte er gerade jetzt, dass nicht nur er einen Eindruck auf Javi hinterlassen hatte, sonder dieser auch auf ihn selber. Javi Traime, er würde ihn immer auch im Blick behalten...
      Vor der Tür stand ein neues Gesicht, ein hoher, bin gut gebauter Cardassianer in militärischer Uniform. Garak musterte den Mann, der ihm den Weg versperrt und seine Augen wurden erst groß, bevor er ihm freundlich zulächelnd den Weg zu eintreten freimachte.
      „Ah, Gul Varaqu, keine Minute zu früh oder zu spät, herrvorragend. Was spricht der 12. Orden dieser Tage.“, begrüßte Javi Traime den neuen Gast, während hinter Garak die Tür sich schloss und dieser zufrieden in sich hineinschmunzelte. Das erst Mal seit so vielen Jahren hat er auch wieder Hoffnung für Cardassia.
    • Cardassia Prime | Cardassia City | Club Contrarian
      Sternzeit 80120,89

      „Der 12. Orden spricht nichts, da er nicht existiert, Traime.“, blaffte Kem Varaqu Javi Traime direkt an. Der Cardassianer, der extrem groß und muskulös gebaut war und in seiner Uniform wie ein Schrank wirkte, lief durch Javis gläsernes Büro und analysierte jeden Quadratzentimeter genauestens, immer wieder prüfend zu Javi blickend, der ihn erst einmal gewähren ließ und sich in an seinen Schreibtisch setzte.
      „Kem, wir kennen uns schon seit dem ich denken kann. Hier bist du unter Gleichgesinnten und mal zur Abwechslung nicht auf der Flucht. Es gibt keinen Grund über die Schulter zu schauen.“
      Kem Varaqu deutete mit verengten Augen und dem Zeigefinger auf Javi. „Du bist auch einer von Ihnen. Das ich hier bin ist nur ein Zugeständnis, da wir einst Freunde waren. Aber ich sehe noch keinen Grund mich mit einem Mann erneut zu verbrüdern, der mit diesen ganzen Volksverrätern das Bett teilt!“
      Javi nahm gelassen einen letzten Schluck aus seinem Brandyglas und beobachtete Kem einfach weiter eine Weile. Den Schluck brauchte er, denn die Unterhaltung würde nicht die einfachste werden.
      „Ich habe meine eigenen Ziele. Lemec hat mich und seine Partei verraten. Das dem so ist, scheinen die anderen jedoch teils irgendwie hinzunehmen. Ich nicht! Ich habe keine Angst vor Donrak oder seinen Spitzeln. Ich habe meine eigenen und ich werde bis zum letzten Blut gehen um die alte Ordnung zu finden und wieder herzustellen.“
      „Pah, bis zum letzten Blut. Heiße Luft aus dem Mund eines Politikers!“, schnauzte Kem sein gegenüber an, schlug mit beiden flachen Händen auf Javis Schreibtisch und beugte sich drohend auf ihn zu. „Es war ein Fehler heute hier her zu kommen.“
      Kem drehte sich um und machte sich auf den Weg zum Ausgang während auch Javi sich erhob und seine charakteristisch heißere Stimme wurde zu einem eisigen Raunen. „12 Orden wieder vereint unter einem Oberbefehlshaber. Raus aus dem Schatten, den die Föderation über unser stolzes Volk geworfen hat zurück zu altem Stolz und cardassianischer Würde. Allianzen mit wahren Bündnisbrüdern, wie es die Breen für euch sind. Du wirst die Uniform wieder mit Stolz tragen und vor allem tragen dürfen, Legat…“
      Die Worte verhallen in dem Raum und Kem stand regungslos vor der Tür. Zwischen die Stille, die plötzlich herrschte, drangen die Sounds des Club Contrarian wieder, während die Party auf der Tanzfläche immer intensiver und exzessiver wurde. Der gewaltige Cardassianer drehte sich wieder zu Javi und musterte zum ersten Mal diesen genauer.
      „Und du sollst dieser Mann sein?“
      „Ja!“, antwortete Javi prompt und klar.
      „Aber das werde ich nicht alleine schaffen. Ich brauche Leute auf meiner Seite, die dem gleichen Traum nachjagen und diesen in Erfüllung bringen wollen. Leute wie dich. Und eine Hand wäscht die andere. Ich habe die Informationen und kann die Strippen ziehen um dich und deine Leute in Position zu bringen. Donrak wird ein böses Erwachen haben, wenn wir gemeinsam die Schlinge zuziehen und diesen falschen Heiland zu Fall bringen.“
      Kem lief langsam wieder auf Javi zu, während dieser Sprach und behielt ihn genau im Auge. „Eventuell ist doch noch Hoffnung für dich.“, meinte Kem Varaqu trocken, während er sich nun gegenüber von Javi hinsetzte. „Eventuell ist doch noch etwas von deinem alten Ich tief in dir geblieben. Was kannst du bieten? Was ist der Weg?“
      Lächelnd nahm Javi nun auch wieder Platz und legte die Hände ineinander. „Wir werden deine Leute in die verschiedenen Orden und Sicherheitsdiensten einschleusen. Wir werden mit meiner Hilfe Gefallen gewähren und diese dann wieder einfordern, wenn wir sie brauchen. Wir werden der Traditionalistengarde unser Bild von einem neuen, alten Cardassia aufzeichnen und sehen, wie einer nach dem anderen in unsere Reihen fällt. Und an dem Tag X, nicht mehr all zu weit in der Zukunft, schneiden wir die Fesseln durch, an die Donrak uns gebunden hat. Das Militär auf unserer Seite werden wir gemeinsam den Regierungsdistrik einnehmen und ein klares Zeichen an den Alphaquadrant schicken. Das hier ist Cardassia!“
      Javi pausierte kurz und ließ seine Worte wirken, bevor er nachsetzte: „Und dass ich es ernst meine wirst du schon sehr bald merken. Es würde mich wundern, wenn Donrak einen Quertreiber in Lemecs Partei dulden wird. Der Tag, an dem ich scheinbar alleine stehe in seinen Augen ist der Tag, an dem er den ersten Nagel tief in seinen eigenen Sarg treibt.“
      Während Javi zu Kem sprach, lockerte sich dessen Miene langsam unter dem Regen an Worten, die sich wie Balsam auf eine zu lang gequälte Seele legten.
      „Und am Ende unseres gemeinsamen Weges wird der 12. Orden wieder aus der Asche auferstehen, voll wiedereingesetzt werden. Wir werden mit diesem Orden ein Exempel für die anderen Mächte setzten. Das Signal, dass Cardassia wieder zu sich gekommen ist.“
      Anfangs war es Kem, der sicher war, die Situation genau zu überblicken, aber es war Javi hier auf seinem Terrain, der genau jede Nuance in Kems Stimme erkannte und jede Bewegung und Körperhaltung des früheren Offiziers las. Javi reichte seine Hand über den Tisch und sein Blick bohrte sich tief in Kems Augen.
      „Wir können hier und heute den Grundstein legen um Geschichte zu schreiben. Diese Gelegenheit werde ich dir nur ein einziges Mal geben mit dem Versprechen, dass dein Vertrauen nicht unerwidert bleiben wird. Und um den Status Quo zu halten, denn ich weiß, dass du es nicht anders willst: Verrate ich dich, weißt du, wo du mich findest. Verrätst du mich, so sei dir sicher, dass ich meinen Weg zu dir finden werde.“
      Letzteres mag für jeden anderen in diesem Moment wie eine Drohung geklungen haben, doch Kem Varaqu lachte auf. Er ergriff Javis Hand und schüttelte diese enthusiastisch. „Das bist du wieder. Wie damals, als wir Brüder an den Waffen waren.“
      Beide erhoben sich und gingen neben den Tisch um dich zu umarmen. Javi schenkte ihnen jeweils einen Drink ein und sie begannen zu reden, während niemand der Partygäste auf der Tanzfläche nur ansatzweise ahnen konnte, was in der verspiegelten Glasloge über ihnen gerade passierte. Drinks flossen, flirtende Körper schmiegten sich aneinander, angeregte Gespräche und ausgelassene Tänze erfüllten den Club Contrarian und die Vibes der Sängerin und des DJs brachten das Leben bis in die frühen Morgenstunden immer schneller zum Pulsieren.
    • Cardassia Prime | Cardassia City | Garaks Bekleidungsladen 'Sense for Style'
      Sternzeit 80182,40

      Die Straßen von Cardassia City waren gefüllt. Speeder und Passanten, Touristen, Beschäftige, Shopping-Wütige, alles war vertreten. Gegenüber eines Parks in dem viele Familien und Gut-Wetter-Genießer gerade ihre Freizeit bei hervorragendem Wetter und leicht frühlingshaften Temperaturen verbrachten, stand ein kleiner Laden in Mitten einer Reihe von Gebäuden. ‚Sense for Style‘ stand in großen, goldenen Lettern über der Eingangstür, während unweit davon eine Limousine zum Halten kam.
      Im Laden war es still und leer. Stoffe lagen aus, edle Kleider und Gewänder, Anzüge und Assesoires wurden stilvoll ausgestellt. Ankleideräume standen offen und leer und ein bisschen weiter hinten im Mitarbeiterbereich stand Garak, der selber wie immer nur in feinster Kleidung gehüllt war. Die Aufmerksamkeit inzwischen doch etwas gealterten Cardassianiers galt jedoch nicht den Aufträgen, sondern einem kleinen Bildschirm auf seinem Arbeitstisch, auf dem er mit emotionsloser Miene die Szene verfolgte, wie scheinbar ein Mann mit einer versteckten Kamera gegenüber einer uniformierten Person saß. Garak schmunzelte unvermittelt, als er die Szene weiterverfolgte und feststellte, dass das von Kem Varaqu vermittelte Personal scheinbar naturtalentiert darin war, Situationen an sich zu reißen und sich zu integrieren. Er würde sicherlich den einen oder anderen abwerben, soviel stand fest. Soviel Talent darf nicht nur auf einem Schiff stationiert untergehen.
      Sein Blick jedoch fuhr auf, als er plötzlich die Eingangstür hörte. Mit einer kurzen Handbewegung verschwand der Bildschirm im Tisch und stellte die natürliche Holzoptik wieder her. Er ging nach vorne mit einem Blick auf die Sicherheitskameras und blieb plötzlich stehen. Er fuhr sich mit beiden Händen vorsichtig über die Haare und atmete durch, ein letzter Blick, ob seine Gewandung auch saß und er trat nach vorne in den plötzlich sehr voll gewordenen Showroom.
      „Eine Ehre, Vorsitzender Lemec.“, begrüßte er den Politiker in seinem Laden, der mit weiteren drei Sicherheitsleuten erschienen war.
      „Garak.“, antwortete dieser knapp und begutachtete einen Stoff, den er aber scheinbar eher zufällig in die Hand genommen hatte.
      „Darf ich Sie für meine Arbeit interessieren?“
      „Kommt ganz darauf an auf welche Sie anspielen.“, erwiderte Lemec ebenso trocken wie seine Begrüßung. „Heutzutage muss man, so habe ich festgestellt, immer wieder seine Untergebenen an ihren Platz erinnern.“
      Mit einem Fingerschnippen ließ sich Lemec ein Tablet geben und hielt es Garak hin, der darauf sich selber beobachten konnte, wie er den Club Contrarian betrat und später wieder verließ. Garaks Miene wirkte bei dem Anblick des offensichtlichen Spionagematerials vollkommen ruhig, aber er spürte, wie in ihm der Ekel aufstieg. Was denken die wer er ist. Meint Lemec etwa allen Ernstes, dass Garak nicht wohl wissend beobachtet zu werden den Vordereingang von Javi Traimes Club betreten hat?
      „Wenn ich fragen darf,“, beginnt Garak mit seinem charakteristischen Lächeln „was genau möchten Sie mir mit dieser Aufnahme unterstellen?“
      „Ich unterstelle erstmal noch nichts. Ich will wissen, warum Sie dort waren?“
      „Natürlich um meine Arbeit zu tun. Um an Informationen zu gelangen, ist man gezwungen auch in gewisse Art und Weise selbst in die Gefilde des nominellen Zieles einzutauchen.“ Mit dieser knappen Erklärung hielt Garak seinem Gegenüber das Tablet wieder hin.
      „Mit allem Respekt, stellen Sie meine Arbeitsweise in Frage? Habe ich mich nicht in den vergangenen Jahren als sehr zuverlässige Informationsquelle erwiesen?“
      Lemec betrachtete Garak und nahm in einem einladenden Sessel Platz, bevor er die dabei entstandene Stille nickend brach. „Dann wird es sicherlich nichts ausmachen, wenn ich nicht auf den nächsten Bericht warte, sondern mir heute den Service gönne direkt von Cardassias Spion Nummer Eins diesen abzuholen. Nehmen Sie Platz, Garak. Berichten Sie.“
      Es war eine Kunst, die Gefühle tief verborgen zu halten und eine schwere obendrein. Garak blickte in die Runde der restlichen Anwesenden und dann zu Lemec.
      „Ich habe meine Regeln. Von Angesicht zu Angesicht. Die abzuggeile Schwarzbarakbande hier wartet vor der Tür.“, meinte Garak mit absolutem Ernst in seiner Stimme. Lemec schmunzelte und schickte seine Leute mit einer knappen Handbewegung raus. So dann nahm auch Garak Platz.
      Von außen beobachtet durch die Augen des Sicherheitsdienstes, wirkte es wie ein angeregtes Verkaufsgespräch. Garak führte dieses auch bis zur Perfektion, schien Stoffe und Muster vorzustellen, bis sein Kunde scheinbar zufrieden mit dem Angebot wirkte.
      „Vergiss niemals, für wen du arbeitest. Ich weiß, wie ihr Spitzel gestrickt seid. Man muss euch immer und immer wieder an euren Platz erinnern. Nadu Donrak hat dich in der Hand, du weißt, was er tun wird, wenn du nicht in Spur läufst. Keine Seele würde es überleben. Es wäre, als hätte es euch nie in der Geschichte gegeben. Ausradiert bis nicht mal mehr eine Erwähnung in der verstaubtesten Akte übrig ist.“
      Garak saß mittlerweile wieder und schien ruhig, auch wenn in ihm ein Feuer lichterloh und brutalst loderte.
      „Ich würde mich niemals auf die Seite der Verlierer stellen, Lemec.“
      Lemec lachte und verließ mit der Hand abwinkend den Laden. „Auf bald, fleißiges Schneiderlein.“
      Eine Weile lang stand Garak wie angewurzelt in seinem Laden, nachdem sich Lemec verabschiedet hatte, bis er langsam wieder sein Blut ruhiger fließen spürte. Er ging wieder nach hinten, aktivierte die Konsole und beobachtete die Szene von vorhin weiter. Das Gespräch zwischen dem Sicherheitsdienstleiter und seinem potentiellen Neuzuwachs war ein voller Erfolg und er beobachtete, wie man durch die Diensträume geht. Uniformen wie die der Sicherheitsleute Lemecs. Garaks Augen verengten sich und ein finsteres Grinsen lag auf seinen Lippen.
    • Cardassia Prime | Cardassia City | Mintchuan Tower | Etage -13
      Sternzeit 80495,60

      „Sie machen sich auf den Weg.“
      Elim Garak stand in einem kalten, modernen Raum. Die Wände waren aus rau gehauenem Stein unterbrochen von Glas und Metallstreben. Der Ausblick aus der Fensterfront war beeindruckend und wunderschön – Cardassia City lag ihm in der Nacht zu Füßen. Flimmernde Lichter, Schemen der Gebäude, pulsierendes Leben.
      Elim sprach zum Fenster hinaus und wusste, dass niemand ihn sehen konnte. Die Etage dieses Gebäudes existierte nicht, weder auf den Bauplänen, noch in der Stadtverwaltung. Kein Versorger hatte diesen Bereich jemals gesehen oder davon gehört. Es war Elims neues Refugium, sein Herrschaftsbereich. Seit den Ereignissen rund um Javi Traime nahm alles mehr und mehr Form an und jeder, der mit Javi Traime in Verhandlungen stand, spürte nun, dass es keine heiße Luft war. Veränderung lag in der Luft.
      An einer Wand im Büro waren Überwachungsaufnahmen aus verschiedenen Winkeln zu sehen. Daneben Flottenbewegungen, Militärdaten, Finanzkurse, mehrere Nachrichtenfeeds. Elim wandte sich in den Raum wieder hinein und sein Blick ging an einer holographischen Abbildung Javi Traimes vorbei zu den Überwachungsaufnahmen. Er deutete drauf.
      „Die Einsatzkräfte werden in knapp zehn Minuten am Club eintreffen.“, fügte er trocken hinzu.
      „Es ist alles vorbereitet. Wir haben das geplant. Wir haben das erwartet. Lemec schlägt heute Nacht den letzten Nagel in seinen eigenen Sarg.“
      „Ich werde den Kollateralschaden so gering wie möglich halten.“
      „Wenn alles nach Plan läuft, wird niemand hier zu Schaden kommen. Unsere Leute in den Trupps werden wissen, wann der Club Contrarian zu verlassen ist. Die Sprengsätze sind scharf. Es liegt in deiner Hand Elim. Unser aller Schicksal liegt in deiner Hand. Nicht zu früh… nicht zu spät.“, meinte Javi eindringlich und beendete die Übertragung.
      Javi hatte Recht. Elim hatte alles in der Hand. Mit einem entschiedenen Schlag könnte er jetzt und gleich die Konkurrenz für Lemec aus der Welt schaffen, Javi töten, alle Spitzel in den Reihen des Militärs, des Sicherheitsdienstes und der Regierung entlarven und zu einer Legende werden. Aber für das was Cardassia heute ist, ist er seiner Zeit aus dem Exil auf Deep Space 9 nicht zurückgekehrt. Cardassia ist nur noch ein Schatten seiner selbst und die Regierung ein Krebsgeschwür, das sein Gift immer weiter in die Bevölkerung führt. Heute Nacht wird ein Märtyrer geboren, der das Volk hinter sich vereinen wird um Donrak und Lemec die Stirn zu bieten.
      „Cardassia für dich! Cardassia für mich!“, spracht Garak leise und klar vor sich hin, während er sich die Überwachungsaufnahmen auf den Holoträger zog und die Fensterfront deaktivierte. Die Monitore schlossen die Videoübertragung aus der 113 Etage des Gebäudes und wurden schwarz – keine Ablenkung mehr. Eine Konsole kam am Holoträger zum Vorschein.
      Er tippte Kommandos ein um die Sprengsätze fernzuschalten. Ein Knopfdruck noch und die Lawine würde ins Rollen kommen.


      Cardassia Prime | Cardassia City | Regierungsviertel | Residenz des Premiers
      Sternzeit 80495,60

      Nadu Donrak verfolgte angespannt die Übertragung des Sicherheitsdienstes. Die Razzia war in vollem Gange und Gäste, das persönliche Personal von Javi Traime, als auch eben dieser wurden relativ ruppig aus dem Club geführt.
      Nadu griff ein Glas und nahm einen Schluck. Er verzog das Gesicht kurz – ihm war nach etwas Stärkerem gewesen - und sah dann gebannt weiter. War das wirklich seine Art? Wo ist er inzwischen hingekommen? War das sein Traum für Cardassia?
      Auch wenn er weiter auf den Bildschirm sah, verlor er sich in Gedanken. Damals, als alles begonnen hatte. Die Zeit des glorreichen Aufbruchs in die Demokratie. Es war wie ein Rausch und heute fühlte er sich krank. Übelkeit, Schwäche, das schwindende Nervenkostüm, es war alles das Resultat der letzten Monate. Zu spüren wie einem die Zügel entgleiten, Beistand bei denen Suchen, die er eigentlich hinter sich lassen wollte; Er wurde immer mehr zu dem, was er damals bekämpft hatte.
      War Cardassias Weg denn wirklich so eingefahren? Musste er den Demokraten abstreifen und den Autokraten geben um wieder auf eine Linie zu kommen?
      Er atmete schwer ein und beobachtete die Durchsuchung des Gebäudes. Ein Bürobereich unter den Club. Natürlich schaltete Javi Traime seine Geschäfte von hier aus, aber es war nichts zu finden. Belanglose Papiere, Protokolle von Tagungen, nichts, was sich Lemec von der Durchsuchung erhofft hatte. War Lemec auf eine falsche Fährte gelockt worden? War sein Informant nicht vielleicht doch auf der Seite Javi Traimes? Die vergangenen Tage hatten Nadu Donrak viel in Frage stellen lassen. Die raschen Parteiaustritte, der unzubändigende Aufstieg der CFC. Was für Kräfte waren hier am wirken?
      Einige Zeit verging und mehrfach hatte Lemec versucht ihn zu erreichen, doch Nadu hatte kein Bedürfnis mit diesem zu reden. Was er hier auf dem Bildschirm beobachtete hatte einen unvorstellbar faulen Beigeschmack. Der Club war geräumt und durchsucht. Die Sicherheitsleute verließen das Etablissement und natürlich würde Javi Traime das als Plattform für seine PR nutzen. Wer würde das nicht?
      Nadu Donrak verengte die Augen, als Javi auf das Gebäude zuging und sich den Gästen, Sicherheitsleuten, den Schaulustigen zuwandte. Den ersten Worten lauschend nahm Nadu einen weiteren, kräftigen Schluck und verzog abermals das Gesicht dabei, doch plötzlich wurde es hell vor ihm und die Übertragung riss mit einem Mal ab.
      Irritiert stand er auf und ging hastig zu einem Fenster, dass in die richtige Richtung ausgerichtet war. Er riss die Vorhänge beiseite und starrte in die Nacht; Und sein Blut gefror ihm in den Adern.
      „Das ist der Anfang vom Ende.“, flüsterte er vor sich hin und wieder ertönte das Geräusch einer eingehenden Nachricht von Lemec und Nadu Donraks Gesicht verfinsterte sich während Rauchschwaden über Cardassia City aufstiegen.
    • Cardassia Prime | Kebrimm | Finanzdistrikt | Tobekk-Tower
      Sternzeit 80501,99

      Die junge Cardassianerin rannte und sprang durch das Treppenhaus eines modernen Gebäudes. An ihr zogen die Etagennummern in schneller Abfolge vorbei umso tiefer sie kam. 54, 53, 52, 51, … Unter sich hörte sie eine Tür gehen. Ihr Blick schoss den Abgang hinab und sah bewaffnete Sicherheitskräfte. Der Blick wanderte nach oben und sie sah ihre Verfolger immer noch mithalten.
      Sie verdrehte die Augen, rammte einen Adhäsionskarabiner an das Geländer und sprang in die Aussparung zwischen den Treppen. Ihre kurzen, blonden Haare waren eine taktische Wahl. Natürlich hätte sie sich gerne ihrer weiblichen Seite mehr hingegeben, wenn sie ein einfacheres Leben gewählt hätte, aber sie war gut in dem was sie tat und sie liebte es.
      Von ihrem Gürtel zog sie eine Granate ab und machte diese scharf. 1, 2, 3 Etagen und sie ließ die Granate los, die in die Richtung der irritiert schauenden Cardassianer flog. 4, 5, 6 und es tat einen Schlag. Das Seil spannte sich und schnell stieß sich die Frau ab, löste den Karabiner an sich und warf sich ins Eck des Treppenhauses. Schutt, Staub und Trümmer erfüllten ihre direkte Umgebung und alles rieselte den Treppenschacht hinunter.
      Sie zog eine Waffe von ihrem Oberschenkelholster und hielt diese nach oben in das Treppenhaus hinein. Ein Schuss! Schnell sprang die auf die andere Seite des Treppenhauses eine halbe Etage hinab. Zwei weitere Schüsse. Eine Person segelte knapp an ihr vorbei das Treppenhaus hinab, stieß mit Gliedmaßen an den Treppen und Geländern an und kam unkontrolliert ins Taumeln. Es wurde kurzzeitig still im Treppenhaus, allerdings ging nun der Alarm los.
      Schnell schnallte sie den Rucksack von ihrem Rücken, entkleidete sich und zog sich ein edles, silbernes Kleid über. Die Waffe spannte sie wieder um den Oberschenkel, ließ diese unter dem Kleid verschwinden, knüllte die Einsatzkleidung zusammen, versenkte diese im Rucksack, stülpte diesen um und plötzlich war dieser passend zu ihrem Kleid eine Tasche. Einen Datenstick schob sie sich ins Dekolleté.
      Kurz durchatmen, etwas Staub ins Gesicht und die Haare durchwühlen. Die Striemen und Kratzer untermalten ihre Show und die ging auf die Tür der 45. Etage zu. Als die Kommandostimmen dahinter hörte, stieß sie die Tür auf und rannte dem Einsatztrupp heulend und aufgelöst entgegen.
      „HILFE! WAS IST … HILFE!!!“, schrie und schluchzte die gerade noch verständlich und deutete auf das Treppenhaus. Der Trupp nickte sich zu und nahm sie behutsam beiseite, bevor die Cardassianer par Force in das Treppenhaus stürmten. Als die Männer weg waren, verschwanden wieder sämtliche Emotion der Show von ihrem Gesicht. Sie hörte ein Piepsen in ihrem Ohr und eine Stimme funkte kurz darauf durch.
      „Wir müssen den Einsatz abbrechen. Guter Job, aber das Gebäude ist inzwischen komplett gestürmt. Schaut, dass ihr ungesehen da rauskommt.“
      Die Cardassianerin raunte leise ein Lachen über den Funk. „Evac in 4 am Vorplatz. Ziel gesichert.“
      „Verstanden. Hervorragende Arbeit.“
      Nach einem kurzen Stopp auf einer Toilette der 45. Etage kam sie wieder komplett sauber und gestylt heraus und lief zu dem Lift. Schnell überschrieb sie die Konsole und fuhr ins Foyer hinab, wo das totale Chaos ausgebrochen war. Nur wenige bahnten sich kontrolliert den Weg nach außen und sie erkannte ihr Team. Perfekt.
      „Evac in 1. Sehen euch kommen.“, meinte die Stimme in ihrem Ohr, als sie auf den Vorplatz hinaustraten und zu einem weißen Luxusgleiter gingen. Sie und drei weitere, adrett gekleidete Cardassianer bestiegen dieses und fuhren davon.
      „Leg den Stick in den Koffer, Mayra.“, wies sie nun eine andere Stimme freundlich an. Eine alt bekannte Stimme.
      „Verstanden Garak.“, antwortete sie und legte den Stick auf eine glatte Oberfläche im Koffer. Plötzlich leuchtete diese auf und Daten wurden schnell decodiert und ausgelesen. Sternenflottensymbol, Aktenzeichen, Befehle, zugewiesene Schiffe, soviel konnte sie in der schnelle erkennen.
      „Ich habe einen weiteren Job für dich und dein Team. Javi Traime genauer hat einen Job für euch. Unsere Quelle wurde durch den Stick bestätigt. Einige Sternenflottenschiffe befinden sich auf dem Weg nach Cardassia auf Einladung von Nadu Donrak. Wir brauchen Intel. Wer, wie viele, Schiffsspezifikationen.“
      Garak erklärte alles mit ruhiger, aber eindringlich anweisender Stimme und wartete auf Mayras Bestätigung.
      „Alles klar. Wo?“
      „Deep Space 9. Die USS Swansea wird dort halt machen. Sie ist bislang das einzige, bestätigte Schiff auf unserem Schirm. Schau, dass du einen Zugang zur Crew findest um an die Schiffsinfos zu kommen. Wir können es nicht einfach scannen. Das fällt auf. Spätestens, wenn die Escortflotte von Donrak angekommen ist.“


      Föderaler Raum nahe der Cardassianischen Union | Deep Space 9 | Promenadendeck
      Sternzeit 80541,75

      Mayra lief in ihrem roten Abendkleid die Treppen hinauf zur Empore des Promenadendecks. Immernoch war sie der Blickfang der Gäste mit ihren hervorgehobenen Rundungen, den blutroten Lippen und ihrem stylischem, kurzen, blonden Haar, das für Cadassianer so ungewöhnlich auffiel. Sie spürte den Blick von Lieutenant Commander Shras schwer auf ihr liegen, bevor dieser zu seinem Schiff zurückbeordert wurde, und genoss diesen mit einem ihm abgewandten, süffisanten Lächeln. Sie trank noch einen Schluck und stellte das Champagnerglas auf das Tablett einer Bedienung, die gerade an ihr vorbeilief, bevor sie in das Separee verschwand, in das kurz zuvor einer ihrer Agenten gegangen war.
      Dieser saß entspannt auf einem runden Sofa und vor ihm auf dem kleinen Tisch ein Tablet. Er sah Mayra zufrieden an.
      „Ankunftsmanifest. Die ersten Daten der USS Swansea sind angekommen. Weitere Daten der Flotte stehen noch aus. Aber was ich hier bereits aus den Requisitionen ersehen kann, ist, dass Kinder an Bord sind. Altersspektrum zwischen 1-17. Keine Rassenzuordnung, aber durchaus ein Zugang.“
      Mayra nahm grazil neben ihrem Kollegen Platz, überschlug die Beine und sah sich die Daten selbst durch. Die Infos waren dürftig. Sie brauchten sicher mehr bis die Schiffe auf Cardassia angekommen sind, vor allem vor dem Hintergrund der Pläne Javi Traimes, die ihr Garak in einer ruhigen Minute offengelegt hatte.
      „Nimm Zon mit. Ihr zwei schaut, dass ihr hier in die Logistik reinkommt. Ich denke, wir werden eine Ladung Tribbles auf die Sternenflotte loslassen, oder?“
      Mayra kicherte schelmisch, beugte sich zu dem Agenten und gab ihm einen Kuss auf die Wange, nachdem Schritte näherkommen gehört hatte, gerade in dem Moment, als eine Bedienung kam und die Bestellungen abfragte.
      „Ich will aber nooooooch…“, schnullte Mayra ihn gespielt betrunken schmollend an und lachte dann laut auf. Der Cardassianer sah zu der Bedienung und schüttelte dezent den Kopf um das Spiel zu spielen und die Bedienung verstand scheinbar die Situation. Mit dem Tablett auf dem Weg nach draußen zwinkerte der Kellner dem Cardassianer noch zu und ging dann selbst belustigt kopfschüttelnd in Richtung des nächsten Separees. Betrunkene Bimbos und ihre Pimps. Quarks wie es leibt und lebt.
      „… nur HIER, auf DS9!“, sprach das Werbehologramm von Benjamin Sisko, an dem er vorbeilief, bevor dieser von Quarks gewaltigen Kopf verdrängt wurde, der gewinnend grinste.
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