Persönliches Logbuch - Kaaran Xukathal'yre'Rakos

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      Persönliches Computerlogbuch
      Lieutenant Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 61756,10

      Der Krieg ist nun bereits einige Zeit vorbei, etwas weniger als zwei Monate, und nun finde ich die Zeit und auch die Muse dies in mein Logbuch einzutragen und so für die Nachwelt in persönlicher Form zu erhalten. Ich hatte am Ende meines letzten Eintrages gesagt, dass sich das Gesicht der Galaxie womöglich ändern würde. Das tat es, wenn auch bei weitem nicht so einschneidend wie ich erwartet hatte.
      Was ich allerdings nicht mit großem Stolz verkünden kann, ist unseren zweifelhaften Sieg. All die Opfer und Kämpfe führten uns am Ende nur in eine Pattsituation, woraufhin beide Seiten, Alliierte und Raghdor, einen Waffenstillstand beschlossen, der bis heute anhält und sich auch zu etablieren scheint. Viele kämpften wagmutig bis zur völligen Erschöpfung und oftmals bis zum eigenen Ende. Die Verluste sind verheerend auf beiden Seiten. Die Verne selbst muss beinahe die Hälfte ihres Personals ersetzen. Und dies alles für ein Stück Papier, das ein offenes Ende ohne Gewinn verkündet.
      Der Raghdor-Krieg war hart. Vielleicht eine der härtesten und weitreichendsten Auseinandersetzungen an der ich je teilnahm, wenn man von meinem zweifelhaften Posten als Wachsoldat auf Andor während des Dominionkrieges absieht. Einge Schlachten erfüllen mich mit Stolz, nicht zuletzt Veritar IV. Bis zur letzten Energiezelle hielten die Männer und Frauen der Sternenflotte ihre Stellungen, um in einem finalen Akt das Ende des Krieges herauf zu beschwören. Veritar wird mir lange, sehr lange im Gedächtnis haften bleiben und meine Nachfahren werden den Namen dieser Schlacht noch kennen. Die Luft war von Schrappnellen, Phasern und Disruptoren zersiebt, der Himmel brannte in einem Sturm aus Feuer und Trümmer regneten herab, mischten sich mit fallenden Granaten und Bomben, welche die inzwischen von Narben übersäte Natur in einen blutenden Krater verwandelten. Viele meiner Kameraden bezeichnen Veritar als die existerende Hölle. Hölle ist ein terranischer Ausdruck und steht für die Manifestation allen schlechten und vernichtenden an einem Ort. Sie mögen damit recht haben, doch es ist wohl eine Frage der Perspektive. Viele ließen auf diesem Feld der Ehre ihr Leben für eine Sache, an welche sie glaubten und jene wo überlebten, können - theoretisch - mit stolzer Brust verkünden: "Ich kämpfte dort und ich siegte."
      Vermutlich werden viele Terraner und Vertreter anderer Spezies ewig leidende Trauma mit sich tragen und den Beistand von Counselors suchen, aber bei einigen, bei Mitglieder meines Volkes oder bei den Klingonen, so z.B. bei meinem Stellvertreter Lieutenant Tse'Kor, sah ich dieses Leuchten in den Augen. Keinesfalls war es Freude über das Geschehene, nein, es war Stolz, der Inbegriff dessen, was man als persönliche Ehre bezeichnen könnte. Vermutlich werden viele das nicht verstehen, aber auf Veritar siegten wir, was den zweifelhaften Ausgang des Raghdor-Krieges doch ein wenig zu unserem Sieg machte. Die Raghdor wurden geschlagen, aber sie können nicht weichen. Sie siedeln sich derzeit in einem freien Korridor zwischen der Cardassianischen Union und dem Föderationsgebiet an. Nur die Götter wissen, welchen Ausgang diese Etablierung einer neuen Großmacht im Alpha-Quadranten haben wird.
      Nachdem dies alles vorbei war und die angeschlagene Verne bei Sternenbasis 911 repariert werden konnte, wie auch neues Personal und neues Material an Bord aufgenommen worden war, setzten wir Kurs auf Deep Space 4 um unseren alten Auftrag wieder aufzunehmen. Patrouille nahe des Territoriums der Breen-Konföderation und der T'Pau-Passage. Es ist selbst jetzt noch ungewöhnlich still an Bord. Man erholt sich, wird sich langsam darüber klar, dass das Rad der Zeit sich gedreht hat, neue Bedingungen geschaffen wurden und der Frieden wieder Einzug gehalten hat.
      Die nahe Zukunft wird ruhig, geprägt von Arbeiten der Kartographierung, der Forschung und Erfassung neuer Daten. Dennoch ist einigen etwas klar geworden: Das Weltall in seiner Unendlichkeit ist nicht nur unbegreiflich groß, sondern auch dunkel und kalt. Man muss stets gewappnet sein gegen das, was einen dort draußen erwarten könnte. Es wird, das zeigte die Geschichte oftmals mehr als deutlich, nicht der letzte Konflikt gewesen sein und mich erwarten noch fast 100 Jahre des natürlichen Lebens.
      Wo ich vom Leben spreche - denn vom Tod dürfte man nun genug gehört haben - teile ich dies nach wie vor mit Saori. Auch sie überlebte den Krieg und in der Zeit nach dem Waffenstillstand war uns die Möglichkeit gegeben, viel Zeit miteinander zu verbringen. Was anfangs noch eine fixe Idee und Schwärmerei war, beginnt Bild für Bild die Vorstellung einer Zukunft anzunehmen. Natürlich gilt meine erste Pflicht der Uniform und was meine persönliche Karriere betrifft schaue ich positiv nach vorne, aber dennoch existiert gefühlt neben Andor und meiner Uniform eine weitere Bindung. Mir war nicht bewusst gewesen, dass Emotionen so stark sein könnten. Ich mache mir über die räumliche Trennung inzwischen kaum mehr Gedanken. Nicht, dass ich mir zuvor deswegen Sorgen gemacht hätte, aber was ich einst wohl nur glaubte, ist nun Gewissheit. Raum ist zu überwinden und die Zeit arbeitet diesmal nicht gegen einen.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Persönliches Computerlogbuch
      Lieutenant Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 61871,04

      Eine entscheidende Änderung hat Einzug in meine Karriere und damit mein Leben gehalten. Nach den Wirren des Raghdor-Krieges, wurde eine Vielzahl von Kommandoposten in der Sternenflotte frei und bedurfte einer neuen Besetzung. Auch mir wurde ein Kommandoposten angeboten. Und diesem Angebot zu widerstehen sah ich mich nicht imstande. Die Verne und einige Besatzungsmitglieder werde ich in angenehmer Erinnerung behalten und auch missen, allen voran Lieutenant Avarres, Commander Vouk und natürlich Commander McAllister. Ich glaube, Saskia nimmt mir die Versetzung etwas übel, aber die Verne war für mich eine Sackgasse, der Schritt musste kommen und er ging definitiv den Eisberg hinauf.
      Ich habe meine neue Einheit bereits erreicht: Die USS Pandora NCC-60582-A, ein Raumschiff der Prometheus-Klasse. Sie ist groß, verfügt aber mit lediglich 175 Mann Besatzung über eine verhältnismäßig kleine Crew. Ihr taktisches Potential ist überwältigend, allein der Multi-Vektor-Angriffsmodus ist faszinierend und ich kann den Moment kaum erwarten, diese technische Raffinesse in Aktion zu erleben. Mit der Mannschaft selbst habe ich bisher nur wenig Kontakt gehabt, aber es eilt auch nicht. Eine Hochzeit ist nunmal kein Ambiente um Kontakte zu knüpfen. Überhaupt sind terranische Hochzeiten sehr..., mir fällt kein Adjektiv ein um diesen Kitsch zu beschreiben.
      Zurück zum Schiff: Commander Tamalane - die Kommandantin - muss ich erst noch einzuschätzen lernen, um herauszufinden, was ich mir gestatten darf in Bezug auf die Disziplinierung und Trainingseinheiten der Crew, aber ich bin zuversichtlich. Meine vordringlichste Aufgabe wird es nun sein, das Schiff und seine Eigenheiten kennen zu lernen. Diese werden sich allerdings voraussichtlich schon bald wieder ändern, da das aktuelle Ziel die Antarres-Flottenwerften bei Bajor sind, wo das Schiff einer Generalüberholung und Aufrüstung unterzogen wird.
      Aktuell steht auf dem Plan das Check-Up auf der Krankenstation und der Termin bei der Counselor zur Untersuchung der Psyche. Hier wäre noch etwas, dass ich erwähnen sollte: Ein Counselor in der Sternenflotte, der zu salutieren weiß. Ich bin beeindruckt. Es wird sich zeigen, ob mich weitere Mitglieder dieser Crew beeindrucken können.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 62001,01

      Die für mich wichtigste Nachricht zuerst: Ich wurde zum Commander befördert. Meine Karriere scheint einen vorläufigen Zenit erreicht zu haben, denn ich kann mir nicht vorstellen, das in naher Zukunft schon ein weiterer Schritt folgen sollte.
      Nun zum Eigentlichen: Die Pandora ist in der Werft eingetroffen. Nun beginnt eine längere Wartezeit, bis die Reparaturen und Umrüstungen an Bord umgesetzt sein werden. Ich bin zuversichtlich, schon bald erste Ergebnisse sehen zu können. Nicht lediglich die Standardüberholung steht an, vielmehr wird der Hangar des Schiffes erweitert, um eine Rotte von Jagdmaschinen an Bord aufnehmen zu können. Ebenso wird die Sicherheit Verstärkung durch ein Sonderkommando erhalten. Diesbezüglich werden noch einige Gespräche mit der Sternenflottensicherheit zu führen sein, doch ich bin zuversichtlich, dass die letzten Formalia zügig geklärt sein werden.
      Lieutenant Commander Tesh, der Chefingenieur des Schiffes, hat sich schnell mit den Umrüstungsplänen arrangiert. Wie ich hörte, verbleiben einige Mitglieder seiner Abteilung an Bord und verzichten auf ihren Urlaub, um die Arbeiten in Zusammenarbeit mit den Werfttechnikern zügiger voran zu treiben. Ich nehme das sehr wohlwollend zur Kenntnis.
      Ich selbst werde ebenfalls für den Moment an Bord bleiben. Zum Einen, da ich den Fortschritt der Arbeiten direkt miterleben möchte, zum anderen, da mein letzter Urlaub noch nicht sehr lange her ist. Ich werde die Zeit nutzen, um persönlich ein wenig zu trainieren und auch, um anstehende Aufgaben wie die Begrüßung neuer Crewmitglieder anzugehen. In diesem Zusammenhang kann ich eine interessante Neuigkeit verkünden. Lieutenant Junior Grade Sybil Tregaron ist in die Sternenflotten zurück gekehrt und wird fortan auf der Pandora als MO ihren Dienst tun. Ich komme nicht umhin, überrascht zu sein; - positiv, wie ich anmerken sollte. Dem Plan nach sollen die Mannschaftsdienstgrade um 0600, die neuen Offiziere um 0900 an Bord kommen. Ich werde sie in Empfang nehmen. Doch zuvor steht noch ein weiterer Punkt auf dem Pflichtplan, diesmal privater Natur. In diesem Sinne:

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 62171,32

      Die Arbeiten im Raumdock sind abgeschlossen. Vor wenigen Augenblicken sendete ich die entsprechende Nachricht an das Sternenflottenkonstruktionskommando. Ein neuer Auftrag liegt noch nicht direkt vor, doch vom Oberkommando hat sich bereits ein Flaggoffizier der Admiralität angekündigt. Offenbar wird es sich diesmal um mehr als reine Routine handeln. Das kann man aus mehreren Perspektiven betrachten, was die Vorteile betrifft. Zum einen würde den vielen neuen Systemen und Einrichtungen eine Erprobung im Routinedienst sicher zum Vorteil gereichen, jedoch ist eine Feuerprobe oftmals die bessere Variante - so betrachtet man es zumindest auf Andor - man weiß gleich, woran man ist.
      Die Crew ist wieder vollzählig an Bord. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Die Moral ist noch auf keinem Höhepunkt, doch ausgehend davon, das unser Auftrag uns wahrscheinlich über die Grenzen des Föderationsraumes hinausbringt, erwarte ich während der kommenden Reise ein Maximum an psychologischer Effektivität. Offenbar hat die Arbeit von Ms. van den Eynden Früchte getragen.
      Lediglich, dass Commander Tamalane aufgrund eines inzwischen geklärten Entführungsfalles vielleicht das Abdockmanöver nicht von der Brücke aus wird verfolgen können, mag betrüblich erscheinen..., einigen jedenfalls.
      Was die Folgezeit bringen wird, ist mir noch nicht klar, aber jedem Umstand zum Trotz ist das Ziel stets das gleiche: Schutz der Heimat.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 62192,03

      Der neue Auftrag ist gegeben worden und wurde inzwischen auch vom Oberkommando bestätigt. Das Ziel ist ein interstellarer Nebel in der Nähe der T'Pau-Passage, wo eine Spezies namens Yuzang ihr Hoheitsgebiet hat. Nach einem fast ein Jahr zurückliegenden Kontaktabbruch, soll die Pandora die Ursache hierfür ergünden. Wahrscheinlich wird es ein technischer Fehler sein, den die Yuzang nicht selbstständig beheben können. Einige Möglichkeiten weisen auch auf eine Naturkatastrophe hin, aber selbst auf der Erde sagt man, das die einfachste Erklärung oftmals die Beste ist.
      Das einzige Problem könnten navigatorische Schwierigkeiten sein, da der Nebel eine hohe energetische Aufladung gravimetrischen Usprungs hat. In diesem Zusammenhang bin ich voller Erwartungen, welche Leistung unser CONN/OPS-Offizier Ensign Freeman präsentieren wird. Doch bis zur eingehenden Beschäftigung damit, wird noch einige Zeit vergehen. Es liegen noch viele Lichtjahre vor uns.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 62256,43

      Die Pandora hat Deep Space 4 erreicht, um dort eine letzte Zwischenstation vor Verlassen des Raumgebiets der Föderation einzulegen. Viele Erinnerungen verbinde ich mit diesem Ort. Am prägendsten dürfte der Raghdorkrieg sein, doch auch persönliche Erlebnisse. Hier tat ich meinen Dienst mit einer Crew, die laut den letzten Meldungen des Flottenoperationszentrums erst als vermisst und dann - nach ergebnisloser Suche - für aufgegeben erklärt wurde.
      Natürlich war mir bekannt, dass alte Kameraden jederzeit fallen könnten, doch dass die Verne so kurz nach meinem Abschied dort verloren gehen würde, hatte ich nicht erwartet. Commander Vouk, Commander McAllister..., Avalarion. Ich werde ihr Andenken in Ehren halten, wenn ich auch noch nicht völlig überzeugt bin, dass sie in die Halle der Helden übergegangen sind. Dafür habe ich selbst zu viele bemerkenswerte Dinge im Weltraum gesehen. Ich nenne es nicht Hoffnung. Das ist eine schwache Eigenschaft. Lediglich ausbleibende Gewissheit.
      Diese habe ich indess in einem anderen Punkt gewonnen. Zu beginn glaubte ich noch, diese Mission und die damit einhergehende, enorme räumliche Trennung zu Saori wäre nur ein zeitliches Problem. Je eingehender ich mich mit den Operationsdaten beschäftige, desto gewahrer wird mir, dass diese Zeit sich länger hinziehen könnte, als es mir persönlich recht ist. Nicht, dass dies eine Rolle spielen würde, aber ich ahne, dass mich ein noch weitaus größeres Gefühl der Sehnsucht ergreifen wird, als ich es geahnt hätte. Ein Grund mehr, die Mannschaft zu Höchstleistungen anzutreiben, dass wir in absehbarer Zeit wieder heimatliche Gefilde betreten können. Ich habe den Drang nach Deep Space Missionen anderer nie verstanden.
      Zuletzt, bevor ich mich dem Genuss der Formalität widme, noch eine kurze Bemerkung über eine Trainingseinheit mit Lieutenant Junior Grade Tregaron. Auch wenn ich ihr eine Rippe - oder auch zwei - gebrochen habe, musste ich feststellen, dass Sie über eine bewundernswerte Technik verfügt. Man merkt, dass sie klingonischer Natur ist. Zu sehr auf den Nahkampf gezielt, auf den Moment, da man den Atmen des Gegners auf der eigenen Haut spüren kann. Es scheint nicht in jedem Fall effektiv, aber gepaart mit Ms. Tregarons Willenkraft überaus brauchbar. Ich erwarte weitere, gute Kämpfe.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 62477,25

      Der Föderationsraum liegt nun hinter der Pandora. Die Grenze passierten wir vor einigen Tagen und übergaben uns damit der völligen Selbstverantwortung. Natürlich dies nicht im wörtlichen Sinn, aber zu wissen, dass man nun auf sich allein gestellt ist, das Hilfe in Notlagen Tage oder Wochen benötigen würde das Schiff zu erreichen, ist in zweierlei Hinsicht ein bemerkenswertes Gefühl. Der Druck auf die Führungsoffiziere wächst, jeder Zug will noch besser überlegt werden als zuvor. Hier draußen kann uns Dinge erwarten, auf die wir dahingehend nicht vorbereitet sind, dass uns keine Vorstellung davon zugänglich ist. Dies mag nun wirken, als würde ich mir Sorgen machen, doch ich kann versichern, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil, den Auftrag noch immer klar vor Augen bin ich weiterhin überzeugt, dass die Crew ihre Arbeit im Rahmen ihrer vollen Möglichen erfüllen wird..., und darüber hinaus.
      Das Zweite ist die Gewissheit, dass man nicht nur eine tatsächliche, sondern auch eine gefühlte, persönliche Grenze überschritten hat. Solange man sich im heimatlichen Gefilde befand, war man noch mit jenen verbunden, die man hatte zurücklassen müssen für eine lange Zeit. Vielen aus der Crew, die erstmalig in unbekanntes Terrain vorstoßen, wird dies zunehmend bewusst. Unruhe kann man es nicht nennen, nur ein leichtes Gefühl der Beklemmung in den Korridoren, das aber bereits der Aufregung auf Neues weicht. Neues kann man in Bezug auf den Tarantula-Nebel zwar nur bedingt sagen, doch auf dem Weg dorthin durchfliegen wir unbekanntes Territorium und es ist weiterhin unbekannt, was uns im Nebel erwarten wird. Je näher wir dem Ziel kommen, desto mehr ergreift mich eine Vorahnung. Nichts konkretes, aber ein.. Gefühl drohenden Unheils. Sicher ist dies irrational, aber bereits meine Vorfahren schrieben in ihren Texten, dass man eine bevorstehende Schlacht in der Luft riechen kann, selbst wenn der Feind noch Lichtjahre entfernt lag. Vielleicht ein andorianischer Instinkt... oder auch nur Wunschdenken.
      Welche persönliche Grenze ich überschritten habe, dürfte bekannt sein. Einige mögen an Andor denken - und sie mögen auch zum Teil Recht haben - aber die blaue Eiskugel werde ich wiedersehen. Bei der DSM im Gebiet des Imperiums einst war die Entfernung größer. Mit Erleichterung habe ich vernommen, dass Saori nach einem Ausflug in die Vergangenheit wohlbehalten zurückkehrte. Es bestand scheints die Aussicht, dass sie in jener gefangen bleiben könnte. Die Götter treibt seltsames an, wenn sie neben dem Raum noch die Zeit zwischen uns schieben. Ich glaube für sich nicht an Schicksal..., und an die Götter auch nicht. Andererseits erhoffe ich mir einen Platz in der großen Streitmacht, daher weise ich es nicht grundsätzlich von mir. Ein Priester würde es vermutlich als Prüfung bezeichnen. Zu meinem Vorteil bin ich Soldat.
      Genug der esoterischen Philosophie. Zweifel ziemen sich nicht, schon gar nicht bei Saori. Ich werde ihr noch eine Subraumnachricht schreiben, denn es besteht die Möglichkeit, dass nach Eindringen in den Tarantula-Nebel die Kommunikation abreißen kann. Und wie mir Dir CONN mitteilte, kann es nicht mehr lange dauern.
      Eine letzte Anmerkung in dienstlicher Angelegenheit sei mir noch gestattet: Mr. Conrad wurde zum Lieutenant befördert und zum Zweiten Offizier des Schiffes ernannt. Damit ist die Umstrukturierung des Schiffes und der Besatzung abgeschlossen. Die Effizienz hat nun - in meinen Augen - fast einen maximalen Wert erreicht. Ich sage bewusst 'fast', denn es gibt immer Lücken im System. Auch das Special Hazard and Recon Commando hat sich bewährt. Nun gilt es herauszufinden, wie sich die Silent Falcons schlagen werden..., und die Pandora im Ganzen in Zukunft, nun, da es keiner weiteren richtungsweisenden Veränderungen mehr bedarf, sondern nur noch der Nutznießung.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Persönliches Computerlogbuch
      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 62769,08

      Ich erwähnte in meinem letzten Eintrag das Gefühl der bevorstehenden Bedrohung. Inzwischen kann ich dieses fast schon als Faktum bezeichnen. Nach einigen Wochen des Fluges ohne Unterbrechung erreichten wir schließlich den Tarantula-Nebels. Ein bemerkenswertes Naturschauspiel. Die intensiven Farben, durchzogen von Energieentladungen, deren kleinste Dimension jede mir bekannte, konventionelle Waffenstärke weit übersteigt, beeindruckt mich stets erneut, wenn ich es durch die Bullaugen meines Quartiers betrachte. Der Nebel wirkt wie eine künstlerische Schöpfung höherer Natur inmitten des Alls. Und doch muss ich zugleich Negatives damit verbinden.
      Als wir die ersten Ausläufer des Nebels erreichten, fanden wir die dort verzeichnete Yuzang-Kolonie verlassen vor. Es schien, als habe eine Panik die Bewohner in die Flucht getrieben. Ein Umstand, den sich Plünderer zunutze machten. Vielleicht ist der Begriff 'Leichenfledderer' noch besser geeignet, zu beschreiben, was dieser Verbund aus Orionern, Menschen, Ferengi und einzelnen Angehörigen anderer Spezies trieb. Allerdings hinterließen die Yuzang nur wenige Opfer. Trotz der scheinbaren Hast der Flucht, muss es relativ geordnet vonstatten gegangen sein.
      Nun war es natürlich die vordringliche Aufgabe, herauszufinden, was geschehen war. Diese Informationen sollten wir nie erhalten, stattdessen gerieten wir in einen Konflikt mit den Plünderern, in dessen Verlauf ein Außenteam, das ich anführte, in Gefangenschaft geriet. Ich stellte mir mehrmals die Frage, ob dies eine Folge einer Fehlentscheidung meinerseits war. Es ist nicht in Gänze auszuschließen, jedoch ist die Entscheidung getroffen worden und damit gültig. Es spricht für die Crew, dass sie Gegenvorschläge unterbreitete, diese aber nach klarer Befehlsäußerung einstellte.
      Im Laufe der Geiselnahme wurde Lieutenant Junior Grade Tregaron verletzt. Später sollte sie hingerichtet werden als Zeichen an Commander Tamalane, dass sie sich kooperationsbereit zeigen sollte. In einem Reflex verhinderte ich ihre Exekutierung und stellte mich dem für die MO tödlichen Geschoss in den Weg. Mein Metabolismus bewahrte mich vor schwersten Verletzungen, sodass ich dies heute festhalten kann. Natürlich stellt sich unwillkürlich die Frage: Warum tat ich dies? Ein Kenner meiner Spezies und meiner selbst, würde augenblicklich daran denken, dass für einen Andorianer der reine Wert des ranghöheren und positionell wichtigeren Offiziers in der Hierarchie primär zu schützen ist. Er hat sicher Recht und ich verneine als Antwort zugleich, dass es eine Übernahme menschlicher Ideale ist. Es war ein Reflex, eine Bezeugung von Respekt und womöglich auch etwas ähnliches wie Freundschaft gegenüber Ms. Tregaron persönlich. Nicht jeder möge den Versuch wagen, ob ich für ihn gleichermaßen handeln würde.
      Der Zwischenfall endete letztendlich ohne Verluste seitens der Sternenflotte. Die Jagdrotte 'Silent Falcons' erwies ihren Wert bei der Beendigung der Bedrohung durch die Plünderer. Somit hat jeder Bereich des Schiffes seine Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt und ich denke, wir werden diese auch brauchen.
      Ein Grund für diese Annahme ist, dass wir bei Einflug in den Tarantula-Nebel für einen kurzen Moment Reste einer Transwarpsignatur entdeckten. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich um eine Fehlinterpretation der Sensoren handelt, wie auch, dass es andere Spezies gibt, die über eine solche Technologie verfügen, jedoch ist der Gedanke naheliegend, dass es sich um das Borg-Kollektiv handelt. Sie wären eine mögliche Erklärung für das Verschwinden der Yuzang und den offensichtlich totalen Kontrollverlust über die Infrastruktur ihres Reiches. Wir sind nun schon eine ganze Weile hinter ihren Grenzen unterwegs mit Ziel auf Yu, ihren Heimatplaneten, haben aber weder eine intakte Kolonie, noch Subraumkommunikation oder andere Lebenszeichen gefunden.
      Die Borg sind jedoch nicht die einzige mögliche Erklärung. Da wären noch diese... Nephariten. Wir begegneten mehreren ihrer Vertreter bei einer aufgegeben Mineneinrichtung. Primitive Kreaturen, wie mir scheint. Ihr Agressionspotential und ihre Widerstandsfähigkeit, der wir nur durch ein orbitales Bombardement erfolgreich begegnen konnten, legen den Verdacht nahe, dass die Yuzang vor ihnen die Flucht ergriffen haben. In einem Briefing für die Offiziere berichtete uns Lieutenant Commander Cradol von diesen Wesen, sowie den Umständen ihrer Entdeckung und weiteren Zusammenhängen ihrer Organisation. Der LWO betonte mehrmals, dass die Informationen nicht aus erster Hand sind. In der Tat und daher bin ich nicht geneigt, dem sonderlich Glauben zu schenken. Zweifellos handelt es sich bei den Nephariten und ihren Portalen um eine akute Bedrohung, das drumherum dürfte religiöser Wahnsinn sein. Das Oberkommando wird die richtige Entscheidung treffen - wie es das immer tut.
      Eine richtige Entscheidung zu treffen hatte auch Commander Tamalane. Sie entschied sich, eine Kriegsverbrecherin auszuliefern, deren Wissen geholfen hätte, Millionen Leben in der Föderation zu retten. Ich zweifle die Richtigkeit ihrer Entscheidung nicht an, sie ist die Kommandantin. Ich spekuliere nur, was ich an ihrer Stelle getan hätte. Und die Antwort lautet: Ohne ein sehr viel umfassenderes Bild und Rückversicherung an höherer Stelle, hätte ich gar keine Entscheidung getroffen, weder in Bezug auf ein Asylrecht noch hin zu einer Auslieferung. Nun, der Befehl wurde gegeben und ausgeführt.
      Am Schluss dieses Eintrags möchte ich noch Folgendes erwähnen: Die USS Verne existiert vielleicht noch. Eine entsprechende Nachricht erreichte die Pandora vom Flottenoperationszentrum kurz vor Abriss der Kommunikation durch den Nebel. Zumindest aber Commander McAllister lebt, eine für mich sehr erfreuliche Nachricht. Ich werde sie aufsuchen, wenn der Auftrag beendet ist.
      Enden wird er in jedem Fall, so oder so. Gleich welche Ursache das Verschwinden der Yuzang hat - und inzwischen ist es beinahe erwiesen, dass es sich nicht um eine Naturkatastrophe handelte - sie bedeutet wahrscheinlich Kampf. Und kein Kampf endet ohne Opfer. Ich bin bereits, dieses zu erbringen ... und nein, das bedeutet nicht, dass ich mein eigenes Leben hingeben muss, aber es schließt es auch nicht aus. Aus diesem Grund hinterlasse ich nun zwei Nachrichten im Anschluss an diesen Eintrag, welche bei Rückkehr des Schiffes oder bei Fund der Logbuchaufzeichnungen übergeben werden mögen.

      Verehrte Eltern, verehrte Mitglieder des Clans Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor,

      wenn euch diese Nachricht erreicht, bin ich gefallen. Sorgt euch nicht, es war ein ehrvoller Abschluss. Ich hoffe, ihr befindet mich für würdig, sodass mein Name an der Mauer der Helden verewigt werden möge für kommende Generationen. Ich werde warten in der Halle der großen Streitmacht auf jenen Tag, da wir wieder Seite an Seite stehen. Ich verneige mich ehrfürchtig vor der Tradition und danke euch.

      Hochachtungsvoll,

      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor


      Geliebte Saori,

      wenn Dich diese Nachricht erreicht, werde ich sie Dir zu meinem großen Bedauern nie persönlich überstellen können. Ich bin gefallen, ein würdiges Ende eines Lebens, dass ich mir nicht anders gewünscht hätte. Du warst Teil dieses Lebens und dafür danke ich Dir.
      Ich hoffe, Du wirst Dein Glück finden und eine erfüllte Zukunft. Tue mir noch einen letzten Gefallen: Traure nicht. Wenn Du es vermagst, besuche mich eines Tages an der Mauer der Helden. Ich werde es wissen, wenn Du da bist. Lebe wohl.

      At il kii'iir,

      Kaaran


      Ich erwarte und hoffe nicht, dass diese Nachrichten ihre Adressaten je erreichen.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commander Kaaran Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor

      Sternzeit: 63146,33

      Viel ist in der vergangenen Zeit geschehen. Würde ich nun beginnen, jedes der Ereignisse akribisch darzustellen, würde dieser Eintrag wohl mehr Zeit in Anspruch nehmen als ich einerseits zu investieren bereit bin, wie auch andererseits zur Verfügung habe. Es soll daher bei einer groben Zusammenfassung bleiben. Nachdem die Pandora in den Tarantula-Nebel eingedrungen war, gelang es der Besatzung auch weiterhin nicht, Kontakt mit den Yuzang aufzunehmen. Die Ursache dafür sollte uns bald begegnen: Das Borgkollektiv. Bis heute liegt uns keine Bestätigung dazu vor, aber es ist davon auszugehen, dass das Volk der Yuzang vollständig von den Borg assimiliert wurde. Es mag einem Außenstehenden fast merkwürdig erscheinen, doch auch die Andorianer fürchten die Aussicht, eine Drohne zu werden. Der Verlust der Individualität bedeutet nicht nur Verlust der völligen Selbstbestimmung, was absolut illusorisch ist, sondern auch Verlust der Gedanken und Gefühle. Und diese machen uns erst zu dem, was wir sind. Ein Vulkanier wird mir an dieser Stelle womöglich widersprechen, doch auch er unterdrückt seine Emotionen nur. Der Andorianer unterdrückt seine Gefühle indes nicht, er kanalisiert sie, nutzt sie durch gestählte Disziplin.., aber ich schweife ab.
      Ich erlebte das Ende der Mission der USS Pandora nicht persönlich. Gemeinsam mit Lieutenant Junior Grade Tregaron und Petty Officer 3rd Class Nelson wurde ich an Bord des Shuttles Athene von einer Raum-Zeit-Anomalie erfasst und in den Föderationsraum zurück versetzt, auf einen Planeten im System Denobula Triaxa, wo wir nach Absetzen eines Notrufs kurz darauf abgeholt wurden.
      Natürlich ist der damit einhergehende Verlust der Kommandoposition bedauerlich, doch zugleich kann ich mich glücklich schätzen, dass diese Reise nicht auf der anderen Seite der Galaxie endete. So sehr die Ferne auch verlocken mag, die potentielle Möglichkeit der Heimkehr ist eine stete Quelle der Kraft. In gewisser Weise bin ich nun auch zuhause. Derzeit lautet meine Stationierung Sternenbasis 3, im Orbit von Andor. Da ich dies verfasse, kann ich seinen Anblick durch das Fenster meines Quartiers genießen.
      Mir wurde die Aufgabe übertragen, aus Kadetten eine einsatzfähige Staffel zu formen. Ein Angebot, das mir von der Sternenflottenakademie gemacht worden war, nachdem ich mehrere Wochen im Hauptquartier bei der Sternenflotteneinsatzplanung verbrachte. Soweit die Ereignisse aus der Vergangenheit.
      Aktuell beschäftigen mich zweierlei Dinge. Zunächst erfolgte kürzlich ein Anschlag auf Princeps Tyriden Xukathal'yre'Rakos, ein angesehenes Mitglied eines der ältesten Adelshäuser Andors und Mitglied des Ältestenrates. Der Attentäter war ein Samune, Vertreter eines Volkes, welches in einem Konflikt mit Andor schon vor über fünf Jahrhunderten sein Ende gefunden hatte. Offensichtlich hat man sich geirrt. Welche Folgen dieser Anschlag hat und ob es weitere geben wird, ist ungewiss. Mit letzterem rechne ich persönlich, sofern es kein Einzelkämpfer war. Noch so langer Zeit dürfte das aber so gut wie ausgeschlossen sein.
      Die andere Sache ist rein privater Natur. Ich habe mich von Saori Harada getrennt. Dieser Schritt mag überraschen im Kontext meiner vorigen Worte. Als ich die Entscheidung fällte, die mir mehr als schwer gefallen ist, kam ich nicht umhin, mich selbst in Frage zu stellen. Zwei Werte lagen in der Luft: Treue zu beenden, solange mir dies noch möglich war, ohne die eigene Würde zu verlieren, oder die Loyalität wahren, aber mit dem Gewissen leben, niemals die Erwartungen erfüllen zu können? Letztendlich, so denke ich, habe ich die richtige Entscheidung getroffen. Mehrmals habe ich mir die Frage gestellt, ob ich sie wohl wieder sehen werde, aber ich glaube es nicht. Und ihr dies zu verdenken steht mir nicht zu. Einmal mehr werde ich mich ganz dem widmen, was mir als Andorianer in die Wiege gelegt worden ist: Der Pflicht und der Uniform. Ich wünsche ihr ein erfülltes Leben und das Erreichen ihrer gesteckten Ziele. Meine Person wäre darin ein Hindernis gewesen. Ich bin Andorianer. Schicksal ist unausweichlich.
      Schicksal ist indes ein gutes Stichwort. Neben Master Chief Petty Officer Jolpolis von der inzwischen in den Föderationsraum zurückgekehrten USS Pandora, habe ich Lieutenant Junior Grade Sybil Tregaron für meinen persönlichen Stab angefordert. Dies wurde sowohl von Seiten der Personalabteilung bestätigt, als auch wurden meine Angebote angenommen. Es erscheint seltsam, dass ich in diesem Zusammenhang von Schicksal spreche, wo ich dies doch bewusst gesteuert habe, doch Ms. Tregarons gesamte Karriere in der Sternenflotte fand im gemeinsamen Dienst mit mir statt. Anfänglich sehr kritisch ihr gegenüber, habe ich sie zu respektieren, schätzen, vielleicht sogar bewundern gelernt für ihren Mut, mir - wenn auch nur unter vier Augen - so offen und direkt zu widersprechen. Zu meinem eigenen Erstaunen ist meine Toleranz diesem Verhalten gegenüber sehr weit gesteckt, wenn es auch Momente gab, da Ms. Tregaron meine Geduld und meine Zurückhaltung mehr als strapazierte. Eigentlich verhalte ich mich nicht korrekt, ich merke, wie ich ihr eine bevorzugte Behandlung zukommen lasse. Nicht auf dienstlicher, aber auf persönlicher Ebene. Natürlich kann ich ihr dies nicht mitteilen und ich bezweifle, dass sie es versteht. Ich möchte - vielleicht noch - nicht so weit gehen, es eine Freundschaft zu nennen, aber eine ungewöhnliche Kameradschaft dürfte zutreffen.
      Am morgigen Tag wird Ms. Tregaron mich nach Andor begleiten zu einer Feierlichkeit meines Clans. Diese Einladung habe ich ihr aus einem Grund gegeben: Ich möchte, dass sie lernt, Andor zu verstehen. Was ich allerdings nicht weiß, ist, wieso ich dies Bestreben habe. Das muss ich mich wohl erst selbst lehren.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commander Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos

      Sternzeit: 64046,98

      Unablässige Veränderung ist eine Konstante im Universum. Ich bin sicher, in diesem Punkt wiederspricht mir kein denkendes Wesen. Indes mögen mir viele darin widersprechen, dass das Kommen und Gehen von Leben, gleich durch welche Umstände, ebenso ein natürlicher Bestandteil all dieses Seins ist. Gepresst in Moralkodizes und Ethiken trachtet man beständig danach, den Ist-Zustand zu erhalten, als vermeintlich absoluten Wert. Ist dies ein lohnenswertes Ziel? Mit Sicherheit, ja. Ich wäre ein Narr, würde ich von mir eine Ausnahme machen. Mein Volk folgt einem weitaus komplexeren System an Wertmaßstäben, als es den meisten Beobachtern auf den ersten Blick erscheint.
      Dennoch; ist es sinnvoll, sich mit aller Gewalt der Veränderung widersetzen zu wollen? Fordert nicht im Gegenteil dies den Widerstand geradezu heraus? Ich kann diese Frage nicht absolut beantworten, denn zweierlei Dinge muss ich beachten: Wie kaum ein anderes Volk sind wir Andorianer in den Traditionen behaftet, die uns unsere Ahnen mitgaben. Und ich kann nicht sagen, ob dieser Wahrung des Vergangenen irgendeine Form der Ablehnung zu empfinden. Es ist Identität und Wegweiser für die Zukunft zugleich. Doch auch Andor verändert sich in vielerlei Hinsicht. Das will ich an dieser Stelle aber nicht ausbreiten, es geht um etwas anderes. Es geht um die Veränderung der Umstände und die Auswirkung dessen auf einen selbst.
      So viele Dinge haben sich verändert, dass ich nicht genau weiß, wo ich ansetzen soll. Mein Name verrät bereits einen Teil davon. Mein Clan ist vergangen. Sie alle sind im Kampf gefallen für etwas, woran sie glaubten. Die Medien nannten es Mord - und auch die Politiker tun es. Das mein gewählter Senator diesen Begriff nutzt, bin ich in der Lage zu verstehen, angesichts der Notwendigkeit, in der Gemeinschaft zu überzeugen, die andere Deutungen zugrunde legt. Aber richtig ist es dennoch nicht. Sie fielen in einem Krieg - würdevoll - den man schon lange vergessen wähnte, der ausgefochten schien. Nun werden sie an der Mauer der Helden verewigt sein, sie alle. Meine Eltern, Jarde, meine Verwandten, all jene, die einstmal das ausmachten was ich war. Was ich zum Teil heute noch bin, aber nur an einem Ort in meiner Seele, die niemand mehr einzusieht. Eine Zeit lang war ich nichts. Ohne Clan, ohne Geschichte, die es fortzusetzen galt. Wofür lebt man, wenn nicht um seiner Glorie willen, die es den Kindern zu vermitteln gilt, auf dass sie einem folgen - und so die Ehre und den Stolz Andors weiter tragen bis zum Tage der finalen Niederlage.
      Ich definierte mich über diese Tage und Wochen nur über meine Uniform, mehr denn je ein Konstrukt aus biologischer Masse, Stoff und Rangpins. Vermutlich wären einige angewidert ob dieser Vorstellung. Individualismus bedeutet nicht, sich abzuheben, aufzufallen, sich demonstrativ solcherart zu gestalten, dass man sich abgrenzt. Dies Verhalten fußt vor allem auf einer Sache: Angst. Man wird nicht jemand, indem man sich als etwas gibt, man wird jemand, indem man etwas tut, was des Berichtens wert ist.
      Was ich berichten kann, ist, dass diese Augenblicke im Dienst zu akzeptieren waren, anzunehmen in Momenten der Ruhe indes beinahe unmöglich. Wenn man niemand ist, keine gemeinsame Identität hat, dann ist man nur eine leere Hülle. Doch sie wurde wieder gefüllt. Zunächst von Lieutenant Sybil Tregaron. Ich weiß nicht, ob sie verstanden hat, was es bedeutet, den Clan zu verlieren, aber sie hat es geschafft, mich glauben zu lassen, dass es immer neue Wege gibt. Und es gab ihn. Ich stehe dafür tief in ihrer Schuld. Vielleicht kann ich diese abtragen, aber ich weiß nicht, ob ich dies überhaupt möchte.
      Magnus Princeps Tyriden aus dem Clan der Xukathal'yre'Rakos schließlich war es, der mir die Möglichkeit gab, zurück zu kehren. Er nahm mich und die wenigen überlebenden Mitglieder der Kor'Thoane-Kaetheaaz'eeri'An'dor bei sich auf. Ein Privileg, dass er gewährte, da es sein Leben war, dass genommen werden sollte bei dem Bombenattentat auf Andor - doch er überlebte, anders als meine Familie.
      Traure ich um sie? Ja, jedoch nicht um der Tatsache willen, dass ich sie nicht wiedersehen würde. Ich tat es, weil eine Geschichte endete, die so lange währte und nun kein Teil der Gegenwart mehr sein wird. Man fragte mich, was ich ob dieser Auussicht empfinde. Einem Counselor von Sternenbasis 3 habe ich berichtet, was er hören wollte. Verlust, Furcht um die Zukunft, Rückkehr in das Leben, das übliche Prozedere einer Routinekontrolle nach etwas, das man "Gefahr für die Persönlichkeit" nennt. Ich nenne es nicht lächerlich, es ist sicher etwas daran. Aber ich werde mir die Wut und den Hass nicht nehmen lassen. Wofür sind sie Teil des Seins, wenn man sie nicht einsetzt? Einsetzen bedeutet nicht, dass ich auf Rache aus bin oder jene verfolge, die verantwortlich sind. Ich habe Pflichten, welche weitaus wichtiger sind als persönliche Ambitionen. Doch mögen sie mir niemals begegnen.
      Die Begegnung mit Magnus Princeps Tyriden eröffnete mir eine neue Identität. Weit mehr als ein Name ist ist Xukathal'yre'Rakos. Er entstammt den Äonen und mit ihm erhielt ich meine Aufnahme in den Adelsstand. Eine Ehre, die mich mit Stolz und Würde gleichermaßen krönt, denn nun weiß ich wieder, was mein Handeln bestimmt.
      Und auch hier hat die Veränderung gegriffen und sich auf Pfade begeben, die ich vorher nicht vermutet hätte. Ich diene nun auf der USS Aurora NCC-81337. Ein Schiff der Sovereign-Klasse, ein Schlachtschiff, wie man sagen könnte, wenn die offizielle Bezeichnung auch natürlich Explorer lautet - oder Schwerer Kreuzer. Immerhin ...
      Kommandantin ist Captain Dr. Marie-Louise Davion. Natürlich habe ich kein Recht, darüber Klage zu erheben, wer mir die Befehle erteilt. Auch würde ich dies nie tun, ich hatte lediglich angenommen, dass es zwischen meiner Person und der Kommandantin häufiger zu Meinungsverschiedenheiten kommen würde. Inwiefern diese auffällig geworden wären, das möchte ich nicht spekulieren. Die Arbeit auf dem Schiff funktioniert bisher besser als erwartet, die Crew ist zuverlässig, wenn auch noch Mängel auftreten. Kameradschaftlich besteht die beste Bindung meines Empfindens nach derzeit mit der Zweiten Offizierin, Commander Dr. Keller. Es fällt auf, dass Akademiker einen gewichtigen Anteil der Mannschaft ausmachen. Womöglich stelle ich bewusst den Gegenpol, wobei ich dies bezweifle. Auch zur Crew gehört Sybil, welche ich hier fortan nur noch beim Vornamen nennen werde. Wir sind Freunde geworden, was sich selbstverständlich in keiner bevorzugten Handlung im Dienst ausdrückt, aber privat, wo wir einige Zeit im Training oder auch zum Essen miteinander teilen. Es ist eine äußerst willkommene Abwechslung .., in vielerlei Hinsicht.
      Der erste Auftrag der Aurora lautete Patrouille und Modernisierung der Sensoranlagen zur Grenze des Klingonischen Reiches hin. Eine Entscheidung der Götter, das Schiff in diesen Tagen in das Dreieck zwischem der Föderation, dem Reich und dem Romulanischen Sternenimperium zu entsenden. Denn Veränderungen halten auch hier Einzug, in einer Form, die weit mehr als nur mich oder mein Umfeld betreffen. Das Reich destabilisiert sich, was nun seinen Höhepunkt im Tod von Kanzler Martok fand. Gerichtet von seinem Untergebenen, General Q'naH, der nun seinen Platz an der Spitze des Hohen Rats eingenommen hat. Ich bin weder Diplomat noch Admiral, doch sicher erscheint mir auch dies: Die Zeiten der Kooperation und der Ruhe, für welche Kanzler Martok ein Garant gewesen war, sind vorbei. Martok war ein Held, nicht nur des Reiches, in seinem Kampf gegen das Dominion und er möge in der Ehre seiner Kultur seine letzte Heimstätte finden. Für uns, die wir lebend zurückblieben, wird sich nun noch erweisen müssen, ob wir das Ist halten können oder ihm bald folgen werden.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 64198,97

      An dieser Stelle möchte ich nicht mehr Worte verlieren als zwingend notwendig, doch ich denke, was geschehen ist, muss festgehalten werden für die Nachwelt. Und je breiter das Spektrum an Perspektiven ist, desto besser wird man es verstehen können.
      Romulus ist vergangen. Soweit ich die Meldungen aus dem Taktischen Informationszentrum und der Presse verfolgen konnte, ist die Sonne des Zentralssystems des Romulanischen Imperiums in einer Nova detoniert. Die Explosion muss gewaltig gewesen sein, die Druckwelle hat auch Planeten in umliegenden Systemen verwüstet und ihre Ausläufer bis über die Grenzen in den Föderationsraum geschickt. Grund zur Besorgnis wurde von Seiten des Oberkommandos nicht gemeldet. Ich bin geneigt dem zu glauben, doch richten sich viele Augen derzeit in Richtung des Klingonischen Reiches, wo ein neuer Kanzler residiert. Erst der Tod Martoks und die Akklamation eines Hardliners und kurz darauf wird der Kopf des Todfeindes der Klingonen abgeschlagen. Nicht, dass ich annehme, die Klingonen trügen dafür Verantwortung, vielmehr bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht auf den Körper stürzen. An der Stelle des Kanzlers würde ich es tun. Umso erstaunlicher war es, dass der Kanzler persönlich wenig später dementierte, dass es aggressive Maßnahmen seitens der Klingonen geben würde. Tatsächlich deutet nichts auf Truppenbewegungen hin. Es scheint, als würden wir einem Krieg ausweichen können.
      Im Vordergrund stehen nun auch Stabilisierungsmaßnahmen und humanitäre Hilfe. Einige Einheiten, so habe ich vom Sektorkommando erfahren, sind bereits mit Genehmigung romulanischer Behörden jenseits der RNZ im Einsatz. Ich bezweifle, dass man die Aurora zu einer solchen Operation abkommandieren wird. Sie wirkt zu sehr wie eine Bedrohung. In jedem Fall werden die kommenden Tage, Wochen und auch Monate verstärkten Einsatz aller Kräfte entlang des Grenzsektors erfordern. Und wie ich aus dem Föderationsrat vernahm, stehen die Chancen gut auf eine Allianz mit dem Imperium. Das käme mir durchaus gelegen, ich bevorzuge die Eleganz einer Warbirdformation in meinem Rücken gegenüber einem ungestümen Haufen Bird of Preys.
      Genug der Worte, eine Pflicht erwartet mich. Manchmal ist es doch sehr bedauerlich, dass Disziplinarmaßnahmen sich auf Arrestierung beschränken und einem die Hände darin gebunden sind, einem Mann, der nicht nur Befehle missachtete, sondern zur Waffe griff und widerrechtlich Gefangene erschoss, die angemessene Strafe zukommen zu lassen.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 64671,92

      Ich verfasse diesen Eintrag als amtierender kommandierender Offizier der USS Aurora NCC-81337. Commodore Davion, seit der Feldbeförderung während der Gefechte auf Banaus Flaggoffizier, ist während der Auseinandersetzungen mit den klingonischen Streitkräften in Kriegsgefangenschaft geraten. Den letzten Informationen zur Folge wurde sie während eines Angriffs schwer verletzt, ihr Zustand ist daher unbekannt zu nennen. Maßnahmen, die zur Befreiung der Commodore führen könnten, wurden eingeleitet, bis sich aber eine definitive Spur ergibt und eine Möglichkeit, wird voraussichtlich noch einige Zeit vergehen.
      Zeit, die ich an dieser Stelle nutzen möchte. Die Lage stellt sich recht einfach da, auch wenn viele Politiker und Intellektuelle wie stets äußerst diffizile gesellschaftliche und soziokulturelle Wirkungen zu sehen glauben. Die Sternenflotte ist auf DefCon 3, unsere Einheiten stehen den klingonischen Truppen direkt gegenüber und der Föderationsrat hat ein Ultimatum an den Hohen Rat gerichtet, eine entführte, föderale Diplomatin wieder auf freien Fuß zu setzen, andernfalls erfolgt die Kriegserklärung. Was man in der Heimat indes wohl nicht weiß - oder auch nicht wissen möchte - wir haben den Zenit, der eine Umkehr noch möglich gemacht hätte, schon lange überschritten. Es ist Blut geflossen, auf beiden Seiten und alle Zeichen stehen auf Krieg. So ist der Kooperationsvertrag mit den Klingonen nur noch ein Stück Papier, aber existent ist er nicht mehr. Zwar habe ich den Klingonen auf dem Schlachtfeld nicht in die Augen gesehen, doch man konnte die Aggression, ihren Wunsch nach Kampf auch gegen die Sternenflotte förmlich spüren. Die Beschädigungen am Rumpf des Schiffes tun ihr übriges, meine Sicht der Dinge zu bestätigen. Es wurde aufeinander geschossen mit der definierten Absicht, den anderen zu töten. Dies war kein Missverständnis, sondern eine für jeden offensichtliche Tatsache.
      Ich persönlich bin wenig in Sorge um das Kommende. Vielmehr beruhigt mich die Klarheit und das Wissen über das schier Unvermeidliche. In der Messe habe ich Offiziere sagen hören, dass sie die Ungewissheit zermürbend fänden. Diese Tage, da alle Weichen sich auf darauf einstellen, die Zukunft zu verändern, sind leichter zu verstehen als die Ebene des Friedens, da man auf Jahrzehnte hinaus planen muss. Jetzt reduziert sich allmählich alles auf das Wesentliche: Überleben und siegen. Unsicher ist nur das Ende, doch planen kann man dies nicht.
      Was mir indes Sorge bereitet, ist die Frage, ob die Crew sich darüber im Klaren ist, was womöglich auf sie zukommt. Die Veteranen aus dem Dominionkrieg sind dünn gesät und auch äußert sich die ganze Situation anders. Dies wird mehr als eine Verteidigung der Heimat und auch anders als der Raghdorkrieg. Was uns erwartet, kann Jahre dauern, womöglich gar Jahrzehnte und je mehr Zeit vergeht, desto mehr versinken die Regeln im Sumpf der Gewalt. Das können wir verhindern, dazu braucht es aber Entschlossenheit, die bei vielen erst noch reifen muss.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 65053,05

      Ich habe mich geirrt. Der Krieg dauerte nicht lange, er umfasste nicht einmal ein ganzes Quartal. Aber er war einschneidend, das steht außer Frage. Romulaner kämpften gegen Klingonen, Klingonen kämpften gegen die Föderation, Cardassianer kämpften gegen Tholianer und Tholianer kämpften gegen Romulaner. Fast jede nennenswerte Großmacht war an diesem Konflikt beteiligt, den die Geschichte Krieg von 2387 taufte, der im Volksmund jedoch Geierkrieg genannt wird. In Anlehnung eines auf Terra beheimateten Aasfressers. Eine passende Analogie.
      Der Krieg war nicht nur kurz, sondern auch im Verhältnis relativ kampflos für die Föderation. Im Grunde genommen gab es neben den zahlreichen Aufklärungsgefechten nur eine größere Auseinandersetzung: Die Schlacht um Sternenbasis 492. Die Klingonen versuchten, der militärischen Infrastruktur im Grenzbereich zum Reich einen vernichtenden Schlag zuzufügen, doch letztendlich scheiterten sie, selbst als die Tholianer ihnen zur Hilfe kamen. Das heißt nicht, dass sie verloren haben. Tatsächlich dürften sie ihr eigentliches Ziel, die Vergrößerung des Reichs, erreicht haben. Die Besatzungszone im Romulanischen Sternenimperium ist die größte Kriegsbeute, nachdem nun auf allen Seiten die Waffen schweigen. Hinter den Kulissen beginnen die Diplomaten derweil, die Karten neu zu zeichnen. Bündnisse werden fallen gelassen, andere neu geschmiedet. Politisch ist es sicher eine hochbrisante Zeit, für einen Soldaten wie mich beginnt die Erholung. Die Krise und der Krieg waren zehrend, sodass eine Pause willkommen ist, um sich zu stärken für den nächsten Kampf. Wann er kommen wird, das allerdings steht offen. Zwei Seiten haben sich gebildet und wenn niemand einen nervösen Zeigefinger oder Tentakel oder anderweitiges besitzt, wird Ruhe herrschen. Ich sage bewusst nicht Frieden. Man wird rüsten, den anderen beobachten, misstrauisch sein und mit den Säbeln rasseln. Frieden ist anders, aber es werden ruhige Zeiten, durchtränkt von Geheimnissen. Eine aufregende Zeit, deren Ende den Alpha- und Betaquadranten näher zusammenrücken lassen könnte in Jahrzehnten. Oder ihn alternativ in eine Wüste verwandelt. Ich hoffe, aus Eis und Schnee.

      Nach der Schlacht von Sternenbasis 492, da die Aurora an vorderster Front eingesetzt worden war, habe ich das Schiff verlassen. Mir wurde ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen konnte. Commodore Davion empfahl meine Person beim Oberkommando der Sternenflotte für ein eigenes Kommando. Der Empfehlung wurde entsprochen. Zum Abschied überreichte mir die Commodore noch ein Stück aus jener föderalen Flagge, die bereits auf Banaus und Veritar IV gegen den Sturm standhielt. Ich werde es einrahmen und in meinem Bereitschaftsraum aufhängen, auf der USS Esquiline NCC-83716.
      Die Aurora werde ich in Ehren halten, doch nun beginnt eine neue Geschichte. Die Esquiline ist ein Schiff der Luna-Klasse, zweite Generation; ein Forschungsschiff. Für mich eine ungewöhnliche Wahl, wie mir auch bestätigt wurde. Der Stolz auf die Uniform und die Ehre eines Offiziers hängt jedoch nicht zwingend mit der Feuerkraft seines Schiffes zusammen. Vielmehr ist es die Einsicht, dass man Verantwortung, Würde und Pflicht in sich trägt. Auf diese Dinge werde ich achten auf der Esquiline, wenn wir zu unserer ersten Mission aufbrechen.
      Zur Besatzung kann ich bisher folgendes sagen: Die Leiterin der medizinischen Abteilung ist Lieutenant Sybil Tregaron. Es war mein Wunsch gewesen, dass Sie diese Position erhält und auch annimmt. Nicht nur aus professionellen Gründen - ihre Fähigkeiten stehen außer Frage - sondern auch aus persönlichen Motiven. Sie ist mindestens eine Freundin, mehr eine Vertraute. Ich bedaure es, dass sie nicht auf Andor aufwuchs, um die Werte meines Volkes zu teilen. Zumindest... einige davon. Umso erfreulicher ist es, dass sie nun zu meinem Führungskader gehört. Es wird sich die Möglichkeit bieten, weiterhin den Kontakt zu pflegen und die gemeinsame Vergangenheit auch in die Zukunft zu tragen.
      Erwähnenswert ist desweiteren die Besetzung der Position des Ersten Offiziers. Die Sternenflotte ist groß, umfasst Millionen an Personal und tausende an Schiffen, Sternenbasen und anderen Einrichtungen. Und doch erfahre ich, das mir Lieutenant Marcus Salem als rechte Hand zugewiesen wurde. Ehemals Sicherheitschef der USS Aurora und ein Offizier mit einer Akte, die vor mahnenden Einträgen zu schmelzen scheint. Dennoch - der Lieutenant ist ein Mann von Prinzipien, das schätze ich, der Differenzen zum Trotz. Und mir ist auch bewusst, dass er eine Verbindung zur Besatzung wird aufbauen können, die mir immer verschlossen bleiben wird. Ich stimmte dem Vorschlag der Personalabteilung daher zu. Dass er meinen Erwartungen gerecht wird, bezweifle ich nicht, vielmehr ist die Frage das Wie? Das endgültige Vertrauen wird erst noch entstehen müssen.
      Ensign Barnes, Ensign Keenan, Ensign Cole, Ensign McNally .. viele unerfahrene Offiziere besetzten Positionen auf der Esquiline. Sie würden dies indes nicht tun, sprächen nicht ihre Fähigkeiten für sie. Lieutenant Salem trug bei einigen maßgeblich dazu bei, dass sie in den Führungskader berufen wurden. Andere wie Sybil waren allein meine Entscheidung.

      Der Stapellauf der Esquiline steht unmittelbar bevor. Zwar erlebte ich nur die Endphase der Konstruktion persönlich, doch es hat etwas befriedigendes an sich, die Entstehung des Schiffes direkt zu beobachten. Inzwischen sind auch die ersten Befehle aus dem Flottenoperationszentrum eingetroffen. Unser Ziel wird der Tarantula-Nebel sein. Es gibt doch immer wieder Konstanten.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Sternzeit: 65412,65

      Die Karten sind neu gezeichnet worden und die Ruhe, von der ich gesprochen hatte vor einigen Monaten, hat ihren Einzug gehalten. Zwei Bündnisse stehen sich gegenüber, sie bezeichnen sich als Triple Entente und als Klingonenpakt. Das Schachern um weitere Partner im Reigen um die Vorherrschaft hat bereits begonnen, läuft aber bisher nur über stille Kanäle. Es ähnelt ein wenig der Ruhe vor einem Blizzard und ist doch anders, denn es gibt keinesfalls eine Sicherheit, dass dem aktuellen Zustand das Chaos folgen muss. Vielmehr ist es so, das jede Entscheidung das Gleichgewicht der Kräfte kippen kann, mit den richtigen Worten an richtiger Stelle indes besteht auch die Möglichkeit, dass die Waage, die Frieden und Krieg auf je einer Seite trägt, irgendwann zur Stabilität findet. Es ist fast eine Kunstform, die wahren Vorgänge im Spiel der Politik zu erkennen, wenn man ausschließlich auf die Medien angewiesen ist, doch glücklicherweise stehen mir noch weitere Quellen zur Verfügung. Geheimdienstberichte, Dossiers des Oberkommandos, persönliche Kontakte.
      Zu dieser Stunde ist der Wegfall des Vertrags von Algeron ein beherrschendes Thema. Eine Technologie, die über die Jahrhunderte hinweg verboten war und durch diesen Fakt die Sicherheit der Föderationsbürger - und Andors - garantiert hat, könnte nun über Nacht ein Teil der Gesellschaft werden. Ich habe mich bereits mit Strategien und Taktiken im Zusammenhang mit dem Einsatz einer Tarnung auseinandergesetzt, rein vorbeugend. Meine eigene Meinung, ob diese Technologie ihren Weg in die Sternenflotte finden sollte, ist irrelevant, es ist eine politische Entscheidung.

      Vorerst bin ich aber, wie auch die USS Esquiline und ihre Begleitschiffe, von weiteren Informationen abgeschnitten. Theoretisch könnten die Kernwelten einer Katastrophe anheim fallen und wir würden es nicht mitbekommen. Der Grund dafür ist dieser Nebel. Eine wabernde Masse aus interstellarem Gas, geladen mit Energie wie ein sich selbst versorgender Reaktor. Wenn man aus dem Fenster sieht, hat man mehr den Eindruck, man bewege sich durch ein flüssiges Element wie Wasser denn durch das Vakuum des Weltraums. Vielleicht erkennt der Eine oder Andere die Beschreibung wieder: Der Tarantula-Nebel. Ein weiteres Mal führen mich die Befehle hierher, wieder auf Anordnung Vice Admiral von Tirpz'. Diesmal jedoch führe ich nicht nur Befehle aus, vielmehr liegt das ganze Gewicht der Verantwortung auf meinen Schultern. Ich kann nicht sagen, dass die Last bisher sehr groß wäre. Beim Einflug in das Operationsgebiet sind wir einer unbekannten Spezies begegnet. Sie besaß ein beeindruckendes Schiff, aber die Konfrontation endete trotz kurzem Feuergefecht ohne Verluste auf unserer Seite. Seither keine weiteren Kontakte. Weder Borg, noch Orioner oder Breen. Am meisten Sorgen machen mir natürlich Erstere, ein Instinkt aus den bisherigen Begegnungen, doch die letzte Sichtung fand vor drei Jahren durch die USS Pandora statt. Ich war dabei gewesen.
      Die Breen sind dagegen die akuteste Bedrohung. Ihre Anwesenheit im Nebel gilt als so gut wie gesichert, Commander Tavrik und die Verity haben bisher aber noch keine Spur gefunden. Wir werden warten und in dieser Zeit unserer Aufgabe nachgehen: Erforschung und Kartographierung des Hoheitsgebiets des Kaiserreichs. Kaiser Echtons Stab ließ uns Karten zukommen, diese mit unseren Anforderungen gleich zu setzen erwies sich aber als unzureichend. Koordinatensätze lassen sich extrahieren, jedoch fehlt uns ein Überblick über Dichte und Zusammensetzung des Tarantula-Nebels selbst.
      Als Operationsbasis dient während der Arbeiten die Raumstation Sel-Emna. Ein beeindruckendes Gebilde, insbesondere, wenn man sich ihrer Dimension beim Betreten gewahr wird. Wer sie gebaut hat, ist leider nicht bekannt. Die Wissenschaftler, allen voran die Archäologen, haben bereits mit Erkundungen auf der weitesgehendst unbewohnten Station begonnen, doch wage ich zu bezweifeln, dass sie die Lösung für all die offenen Fragen binnen weniger Wochen finden werden, wo unsere Gastgeber nach Jahrzehnten noch keine gefunden haben. Zu den Yuzang kann ich nur sagen, sie verhalten sich angesichts ihrer Lage äußerst diszipliniert. Ich bezweifle, dass mein Volk diese Gelassenheit in sich tragen würde, wenn ihr Reich so widerstandslos vernichtet worden wäre. Was Andorianer wahrscheinlich gedemütigt hätte bis zur Selbstzerstörung, scheint für die Yuzang vielmehr eine Möglichkeit zum Neuanfang. Ich weiß noch nicht, ob ich das bewundern oder bedauern soll.

      Auf der Esquiline selbst verlaufen alle Prozesse innerhalb normaler Parameter. Die Mannschaft erfüllt ihre Aufgaben zu meiner Zufriedenheit, auch wenn die mangelnde Erfahrung, die ich vor dem Stapellauf erwähnte, gelegentlich zum Tragen kommt. Der Besatzung scheint es stellenweise auch an Ehrfurcht vor den Elementen und den natürlichen Wirkungen der Geschichte zu fehlen. Zu jung und noch zu ungestüm, um sich darüber im Klaren zu sein, was wirklich von Bedeutung ist und was nur der Kurzweil dient. Diese Punkte werden noch ausgemerzt werden müssen. Hier im Nebel haben wir dafür die Zeit.
      Es hat Beförderungen gegeben. Lieutenant Commander Salem und Lieutenant Commander Tregaron gehören nun nach langer Dienstzeit zum Korps der Senioroffiziere, außerdem habe ich Sybil zum Zweiten Offizier der Esquiline ernannt. Es erschien mir Rechtens in Anbetracht ihrer Leistungen und der Umstände. Mehr als alles andere benötige ich hier draußen eine verlässliche Kommandokette, eine Hierarchie, der Widerspruch ein Fremdwort ist. Zu meiner positiven Überraschung fand ich diesen in Lieutenant Commander Salem noch nicht. Ich glaube, die Besetzung eines Kommandopostens hat diesen Terraner stärker verändert, als er es selbst wahrnimmt.

      Zu mir selbst möchte ich sagen, dass es mir ausgenommen gut geht. Die Position eines Kommandeurs entspricht jenen Erwartungen, die ich an diese Aufgabe gestellt hatte. Mein Ziel habe ich natürlich nicht aus den Augen verloren und jene Tage, da ich noch hinter der Steuerkonsole eines Schiffes saß, bleiben mir in angenehmer Erinnerung, doch ich kann sagen, ich fühle mich wohl. Es scheint, ich habe persönlich einen Zustand erreicht, in Karriere, Gesellschaft wie auch privat, der jenen Vorstellungen entspricht, die man als junger Andorianer idealisiert.
      Nur eine Sache ist noch ungeklärt, aber nun eröffnen sich mir Perspektiven, die ich zuvor nicht in Betracht gezogen habe. Ich werde mich an dieser Stelle nicht in Spekulationen verlieren, die sich später als trügerisch erweisen könnten, doch einem seit langem gehegtem Wunsch Ausdruck verleihen zu können in seiner endgültigen Form, hat etwas zutiefst befriedigendes an sich.

      Ich schließe diesen Eintrag mit dem Verweis auf mein persönliches Interesse an einer Aufdeckung der Identität der Konstrukteure der Sel-Emna. Ein Gespräch mit Ensign Zarven, dem Leitenden Wissenschaftsoffizier steht an. Ein Aenar - von Zeit zu Zeit ist diese Galaxie zu klein für ihre Bewohner.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Captain Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos

      Sternzeit: 67087,25

      Ist Veränderung stets gleich zu setzen mit Fortschritt, wie manche sagen, oder ist Abkehr von bewährten Dingen zwangsläufig mehr ein Weg zurück in weniger glanzvolle Tage? Muss man gar der weit verbreiteten Meinung seine Zustimmung geben, dass nur Bestand hat, was sich verändert? Oder ist es nicht doch vielmehr so, dass nur der Veränderung bedarf, was zu schwach ist, sich wahrhaftig zu behaupten?

      Die vergangenen Monate haben Dinge verändert. Eine Schlacht wurde geschlagen und zahlreiche kleinere Siege wurden errungen. Ein Reich wurde verteidigt, ein Planet mit seiner Bevölkerung bewahrt und die Pflicht in jener Weise erfüllt, wie man es erwartet hat - und darüber hinaus. In der Folge dieser Ereignisse trage ich nunmehr meinen vierten goldenen Pin am Kragen der Uniform. Es ist mehr als eine Auszeichnung; es ist ein Privileg. Ich habe viel erreicht auf dem Weg, den ich für mich vorgesehen habe und dessen Ende noch in weiter Ferne liegt. Und doch bin ich nun an einem Punkt, der in keiner Weise vorhersehbar gewesen war. Über alle Erfolge und Niederlagen hinweg zählt das Volk, der Clan und ... die Familie. Welchen Nutzen haben sonst alle Entscheidungen, wenn sie nicht einer größeren Sache dienen, nämlich einer Zukunft, die nicht vergisst?
      Ich werde Sybil Tregaron zur Frau nehmen und John Nelson die Hand zur ewigen Kameradschaft reichen. Es ist der Beginn einer Familie, der Schwur zur Loyalität und die Besinnung auf das ursprünglich Wesentliche. Was erreicht wurde, erhält nun erst seinen Glanz und seine Bedeutung, da seine Geschichte gesichert und weiter getragen wird in mehr als nur einem Bewusstsein. Es ist möglich, dass manchem Außenstehenden der Umstand ungewöhnlich erscheinen mag, dass in diesem andorianischen Ehebund zwei Menschen ihren Platz finden. Doch empfinde ich dies nicht als von Belang. Wir nähern uns keinem Einschnitt, der leichtfertig entschieden worden wäre, sondern der vielmehr wohlüberlegt ist.

      Ist dies eine Veränderung? Nein, es ist eine Erweiterung hin zur Vollendung. In dieser Stunde befindet sich die USS Esquiline im Orbit von Andor. Einmal mehr, wie bereits schier unzählige Male, wird meine Heimat Zeuge der Befestigung von Geschichte. Geschichte, die noch viele Kapitel erfahren wird. Es ist nun an der Zeit für mich, die Uniform anzulegen mit einer Sorgfalt, wie ich es wohl nie zuvor tat.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Rear Admiral Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos
      » Niemand ist der Allmacht näher als ein General auf dem Schlachtfeld «

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      Persönliches Computerlogbuch
      Captain Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos

      Sternzeit: 68160,45

      Ich habe Schwierigkeiten damit, eine Entscheidung zu treffen, wo ich beginnen soll. Schon für dies allein finde ich keine passenden Worte. Es verunsichert mich, es lässt mich zweifeln. Die Dinge haben sich in so schneller Folge geändert, es ist kaum möglich, ihnen begreifend zu folgen. Und doch gibt es etwas, dass ich nun zu verstehen glaube. Wann immer ich die Memoiren großer Soldaten gelesen habe, Aufzeichnungen ihrer privaten Korrespondenz nach Hause, so hatte ich stets das Gefühl, etwas zwischen den Zeilen erkennen zu können, dass ich nicht verstand. Ich glaube, nun hat sich dies geändert. Sie waren alle allein. Nicht einsam, sodass dort niemand anderes gewesen wäre, doch die Zeit gab ihnen zu verstehen, dass sie einen Preis zu zahlen hatten für ihre Ideale. Wahrlich nichts ist umsonst, eine Lektion, die auch ich nun habe erfahren müssen.

      Mein Körper wurde schon oft verletzt, aber er kann verheilen. Kameraden kamen und gingen, einige für immer, doch ist dies nichts, worauf ich nicht vorbereitet gewesen wäre. Wie hoch der Preis sein würde, war mir hingegen nicht bewusst. Ich verlor meinen Clan, meine Herkunft, vielleicht hätte ich darin eine Warnung sehen sollen. Gesehen habe ich nur, was daraus folgte, die Erhebung in den Adel. Von Stolz erfüllt verfiel ich der Verblendung und verlor den Blick dafür, dass nicht auf jedes schneebedeckte Tal ein neuer Berg von schillerndem Eis folgt. Nun bin ich, was zu sein ich angestrebt habe. Ich kommandiere ein Raumschiff, eine Einheit voll Stärke und Macht, führe Männer und Frauen durch die reißenden Gefilde der Unendlichkeit und manchmal durch eine den Blutzoll fordernde Schlacht. Darin bin ich gut. Entscheidungen über Leben und Tod treffe ich im sicheren Instinkt.

      Ich habe entschieden, die Suche nach meiner Frau einzustellen. Die Erinnerungen an die Hochzeit sind noch so präsent, als sei es gestern gewesen. Kein Jahr ist seither vergangen. Es schien der Höhepunkt der Zeiten zu sein. Ich kehrte zurück als siegreicher Feldherr, die höchste Ehre der Kommandantenwürde als Captain tragend und heiratete Sybil, die meinen Namen fortan trug. Nun ist sie fort, vermisst, verschleppt von der Maschine eines fremden Volkes, dass zu finden mein Auftrag war. Vielleicht ist sie gefallen. Krieg zieht auf, ein Feind bricht über uns herein, gerufen von einem Verräter aus den eigenen Reihen mit einer Gewalt, die mich machtlos erscheinen lässt. Nur so wenige Monate haben solche Veränderung gebracht. Der glanzvolle Höhepunkt wurde zum dunkelsten Abgrund. Habe ich die Geschichte zu stark heraus gefordert?

      John versteht meine Entscheidung, aber er kann sie mir nicht vergeben. Ich respektiere dies. Die Pflicht verlangt von mir, zu tun, was die Situation erfordert, ungeachtet meines persönlichen Willens. Die Esquiline hat Kurs gesetzt in Richtung Heimat. Doch wie leer kommt mir diese mit einem Mal vor. Dort in der Ferne wartet Andor, zusammen mit einem Appartement, wo kein weiteres Wort mehr fallen wird. Ebenso wenig wie hier. Das Quartier wirkt so verlassen. Es war mir vorher nie aufgefallen, all die Jahre nicht. Viele glauben, ich hätte aufgegeben. Sie begreifen es nicht. Als Kommandant ist man mehr als die Summe seiner Empfindungen. In alter Zeit sagte man auf Terra, auf einem Schiff in weiter See sitzt der Kommandant zur Seite Gottes. Was so huldvoll klingt, bedeutet lediglich, wählen zu müssen, wer verweilen darf.

      Was werde ich nun tun? Ich werde kämpfen. Wenn nötig bis zum höchsten Preis, denn das ist es, was ich kann.

      Wie all die Kommandeure vor mir werde ich diese Nachricht verschlüsseln, vielleicht auch löschen. Niemand wird diese Zeilen jemals lesen, denn die Welt braucht sie nicht. Sie benötigt stattdessen Stärke, Entschlossenheit und Zuversicht. Das werde ich ihr geben, es sie sehen lassen, nicht nur kalte, pragmatische Funktion, die der Dinge wahrer Kern sind. Wir, die wir an dieser Stelle stehen, verstehen uns ohne Worte.

      Ich schließe diesen Eintrag nun in neuen Worten, nur für mich und für sie, so sie irgendwo dort draußen ist. Wisse, ich habe nicht kapituliert. Niemals.

      Ich liebe Dich, Sybil.

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      Captain Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos

      Sternzeit: 68807,49

      Ich habe bedauerlicherweise wenig Zeit, daher umrahme ich die Ereignisse so präzise und knapp wie möglich. Eine Invasion ist über uns herein gebrochen, geführt von den Khar-Sangh, einer Spezies, die nicht nach Macht zu gieren scheint, sondern nach Wirtskörpern für den Urtrieb allen Lebens: Der Fortpflanzung. Diese Wirte sind wir. Möglicherweise besteht auch eine Art religiöser Hintergrund, eine Form von Reinheits- und Überlegenheitsglauben, was das Motiv für den Verrat von Captain Fox sein könnte. Neben dem Wahnsinn.
      Die Föderation ist gefallen, aller konventionellen militärischen Bemühungen zum Trotz. Den anderen Großmächten des Alpha-Quadranten erging es gleichermaßen, soweit ich die letzten Nachrichten richtig zu deuten vermag, die mich erreichten. Ob sich die Invasion über die ganze Milchstraße erstreckt, ist unklar, sicher ist lediglich, dass der Feind den Vorteil der Überraschung mit einer Gewalt zu nutzen wusste, die unsere Schwäche in jeder nur erdenklichen Weise offenbarte. Es blieb nur ein Ausweg: Das Geschehen an der Wurzel zu vernichten, dort, wo alles begann. In der Vergangenheit. Was ich nun, gemeinsam mit den Überlebenden meiner Besatzung, zu tun gedenke, widerspricht den Vorschriften und auch wenn es mir befohlen worden ist, ist dies keine ausreichende Rechtfertigung. Ich - wir - tun es lediglich, weil es uns richtig erscheint. Die Geschichte möge uns verurteilen.

      Gegenwärtig befinde ich mich auf Terra und zeichne diese Nachricht mit dem Tricorder auf. Das Jahr ist unbekannt, der erste Zeitsprung wurde bereits vollzogen. Ich bin jedoch zuversichtlich, vor den Ereignissen zu existieren, die es nun zu verhindern gilt. Ich kann mich bei dem Folgenden darauf verlassen, loyale und sich der Notwendigkeit bewusste Offiziere und Unteroffiziere zur Seite zu haben, trotz der zahlreichen Verluste, darunter Lieutenant Barnes. Meine Frau, Commander Xukathal'yre'Rakos, habe ich im Wissen um Ihre Kompetenz mit der Orientierung und Lageanalyse betraut, ich selbst muss nun entscheiden, was getan werden kann.
      Womöglich kehrt niemand zurück, zumindest nicht bewusst. Mit dieser Nachricht versuche ich dem vorzubeugen, auf die bisherige Erfahrung vertrauend, dass nicht alles verloren geht, wenn man durch mehr als den Raum reist. Ich trage einen Anker bei mir, von dem ich glaube, mir eine Erinnerung zu sein, wenn der Moment dafür gekommen ist. Sollten unsere Mühen von Erfolg gekrönt sein, werde ich ausreichend Zeit haben, darüber zu berichten, was geschehen ist, doch im Spiel mit der Zeit ist die Zeit selbst ein Faktor, von dem man nicht genug zu haben scheint.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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      Commodore Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos

      Sternzeit: 69246,89

      Ich habe wenig zu berichten. Die Esquiline und die Vigilant Sentinels folgen 'Mission Hirte', um die Aktualität der astrographischen Daten betreffend Sektor Y-0615 zu überprüfen. Es gilt herauszufinden, ob das Raumgebiet sich zur Besiedlung durch die Elosan eignet. Eine dankbare und einfache Aufgabe, bedauerlicherweise stehen wir unter Zeitdruck, denn die Elosan beanspruchen einige Systeme im Umfeld von Rho-Tucanae, worüber weder der romulanische Senat noch Praetor Octavias sonderlich erfreut sind. Ich verdenke es ihnen nicht, denn auch wenn die Elosan sich als zu Verhandlungen bereit erweisen, würde ich gleichermaßen und mit Gewissheit eine sichere Pufferzone um das Herz meines Imperiums bevorzugen. Sollte unser Auftrag von Erfolg gekrönt sein - und davon gehe ich aus - werden die diplomatischen Schwierigkeiten obsolet und eine für alle tragbare Lösung garantiert. Zudem sind wir nicht der einzige Verband mit dieser Order. Zwei weitere Sektoren werden untersucht, sodass Alternativen zur Verfügung stehen, sollte es sich als notwendig erweisen.
      Gegenwärtig hat sich die Esquiline auf Befehl von Rear Admiral Davion, Sektorkommandantin auf Sternenbasis 613, jedoch aus dem Verband gelöst und Kurs nach Tisina II gesetzt. Ein eigentlich wenig bedeutsamer Planet, doch befindet sich dort eine Kolonie des Eden-Dreibundes, welche einem Angriff zum Opfer fiel. Die Schuldigen sind noch unbekannt und daher flüchtig, ich erwarte hingegen, dass dieser Zustand nur temporärer Natur ist.

      Schiff und Besatzung befinden sich in gutem Zustand. Der Ausbildungsstand ist hervorragend, was sicher auch dem Umstand zu verdanken ist, dass sich nur wenige Neulinge an Bord befinden und ich mich auf einen zuverlässigen Kader erfahrener Offiziere wie Unteroffiziere stützen kann. Einzig, dass nach der Überholung in der Werft die unvermeidlichen, kleinen technischen Fehler auftreten, wo modernisiertes Ersatzmaterial mit dem Altbewährten noch nicht optimal zusammen arbeitet, könnte Anlass zum Trübsinn bieten. Doch ich erfreue mich viel zu sehr dem Umstand, zu sehen, wie routiniert die Mannschaft ihre Aufgaben meistert, sodass ich selbst nur die nötigsten Befehle erteilen muss.

      Ein wichtiger, verantwortungsvoller Auftrag, von dessen Erfüllung jedoch keine Schicksale abhängen, dazu Einheiten, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die ihr Handwerk verstehen. Zeiten wie diese sind einem Kommandanten wahrlich willkommen, zumal einem Offizier der Flagge. Ich hoffe sehr, mich dieser mannigfaltigen Möglichkeiten noch eine Weile erfreuen zu dürfen, denn sie bieten Gewissheit und mir eine Aufgabe, der ich mich nur zu gerne widme. Auch persönlich zeigt sich diese Zufriedenheit. Ich hatte Zeit, an einigen Veröffentlichungen für die Föderal-Militärische Gesellschaft zu arbeiten. Und ich konnte es mir erlauben, die Kritiken derjenigen Medien zu studieren, die mich aufgrund meines Ansinnens, für taktische und strategische Bildung Sorge zu tragen, zu einer Art Monstrosität ausgestalten. Selten habe ich mich derart amüsiert.

      Womöglich merkt man, dass ich guter Dinge bin. Ich habe die Situation unter Kontrolle, was mir ausnehmend zusagt. Dieses Gefühl überträgt sich bis in mein Privatleben. Meine Gedanken hatten den nötigen Raum, um sich intensiv mit der Frage zu befassen, welche Wirkung die Ehe mit Sybil auf mich hat. Oder anders gesagt, welchen begrüßenswerten Veränderungen ist mein Charakter unterworfen worden seit unserem Schwur zu ewiger Treue? Noch habe ich keine endgültige Antwort gefunden, denn vielleicht ist es auch schwer zu fassen, doch was ich mit Sicherheit sagen kann, ist das Folgende: Ich bin erfüllt.

      Vielen Dank für's Zuhören.

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