Angepinnt Presseschau

    • 25. Jhd.

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    • Eden-Dreibund bald mit vereinigter Flotte?

      Eden-Dreibund bald mit vereinigter Flotte?
      PX-312, 23.03.2392 (SZ 69167,94), STR

      Nachdem im Rat des Eden-Dreibundes in den letzten Wochen und Monaten die engere Bindung des Dreibundes an die Föderation und eine engere Kooperation mit der Sternenflotte die Debatten dominierten, widmeten sich die Delegierten in dieser Woche einem anderen Thema: der gemeinsamen Verteidigungspolitik des Dreibundes.

      Nachdem während der Tholianischen Annexionskrise alle Mitglieder des Dreibundes ihre Flotten zur Verteidigung der eigenen Kerngebiete konzentrierten und die Verteidigung von PX-312 völlig den verbündeten Sternenflotteneinheiten zu überlassen, ist nun als erster Schritt angedacht eine gemeinsame Verteidigungsflotte für die Hauptwelt des Dreibundes aufzustellen. Ob dies nur ein erster Schritt zu einer Integration aller Flotten der Mitglieder des Dreibundes sein soll oder lediglich die Verteidigung des keiner der drei Mitglieder zugehörigen Ratssitzes gemeinsam organisiert werden soll, ließen die Delegierten dabei offen.

      Die Reaktionen der Militärs zu den aktuellen Plänen fielen durchwachsen aus:

      Besondere Unterstützung fand die Initiative bei den Delegierten der Tribat. Für diese stellt PX-312 nicht nur das politische Zentrum des Dreibundes und einen wichtigen Wirtschaftsstandort sondern auch eine heilige Stätte der Urahnen dar. Eine selbstständige Sicherung des Planeten schien jedoch bisher aufgrund der geringen Stärke der Tribatflotte unmöglich. Dennoch würden die Tribat zumindest über genügend ausgebildete Offiziere und die zur Konstruktion und Unterhaltung einer Flotte nötigen Werfteinrichtungen verfügen.

      Gemischt fiel die Reaktion der Delegierten der Grinori-Allianz aus. Zwar ist diese traditionell militaristisch ausgerichtet, doch gaben die Delegierten die zu erwartenden Probleme bei der Integration der Teilflotten zu bedenken. Gerade innerhalb der Streitkräfte der Grinori-Allianz gibt es zahlreiche Vorurteile gegen die Kampffähigkeit von Tribat und Ketgor. Ein weiteres Problem könnte die Kommandostruktur sein. Den meisten Grinorioffizieren dürfte es schwerfallen von einem Tribat oder gar Ketgor Befehle entgegen zu nehmen. Ein weiteres Problem innerhalb der Grinori-Allianz stellt die nach der Gründung des Eden-Dreibundes vollzogene drastische Verkleinerung der Streitkräfte dar. Ungefähr ein Drittel der Raumflotte der Allianz wurde verschrottet, ein weiteres Drittel den Sicherheitsbehörden der Grinori-Allianz überstellt. Daher müsste die Grinori-Allianz entweder ihre zivilen Sicherheitskräfte schwächen oder ein langwieriges Aufrüstungsprogramm starten, was jedoch die Gefahr einer Wiederherstellung der Machtbasis des Militärs birgt, vor denen zahlreiche Experten warnen. Bisher wurde die Abnahme des Einflusses des Militärs in der Gesellschaft der Grinori sowie die stark reduzierten Streitkräfte sowohl von den anderen Mitgliedern des Dreibundes als auch von der Föderation mit Wohlwollen betrachtet.

      Vor besonderen Herausforderungen stünden die Ketgor. Das Hauptproblem bei ihnen stellt das Fehlen eines zentralisierten Militärkommandos dar. Jedes Stadtschiff der Ketgor ist einem einzelnen Stamm zugehörig, der für die eigene Sicherheit sorgt. Im Falle einer äußeren Bedrohung werden ad hoc Einsatzgruppen zusammengestellt. Es ist fraglich, ob die Ketgor eines ihrer von zahllosen Zivilisten bewohnten Stadtschiffe zur Verteidigung von PX-312 zur Verfügung stellen würden. Stattdessen ist wahrscheinlich, dass die Ketgor, die selbst über keine dezidierten Werftanlagen verfügen, ein eigenes Kontingent erst bauen oder kaufen müssten. Die Problematik der fehlenden Erfahrung der Ketgor mit etablierten Kommandostrukturen bleibt bei diesen Überlegungen noch unangetastet.

      Abhilfe bei einigen dieser Probleme könnte wiederum die Sternenflotte schaffen. Durch die in letzter Zeit wieder intensivierten Aufrüstungsbestrebungen der Föderation wäre es denkbar einige eigentlich zur Stillegung vorgesehene Raumschiffe alter Typen zur Aufrüstung und Übernahme an die Mitglieder des Eden-Dreibundes zu überstellen. Zudem verfügt die Sternenflotte nach dem Dominion-, dem Raghdor- und dem Geierkrieg über hinreichende Erfahrungen zum Aufbau einer übergreifenden Kommandostruktur, welche dem Dreibund zu Hilfe gereichen könnten. Die grundsätzliche Möglichkeit einer Unterstützung dieses Vorhabens durch die Sternenflotte deutete auch bereits Rear Admiral Marie-Louise Davion in einer gemeinsamen Stellungnahme mit der Föderationsbotschafterin Tel Namra an. Allerdings verwies Davion darauf, dass in diesem frühen Stadium noch keine festen Zusagen seitens der Föderation möglich seien.

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    • FMG: Eine Bestandsaufnahme der Personalsituation in der Sternenflotte

      Unteroffiziere - Das Rückgrat der Sternenflotte
      Eine Bestandsaufnahme der Personalsituation in der Sternenflotte - Ein Öffentlichkeitsbeitrag der Föderal-militärischen Gesellschaft
      von Chief Petty Officer Henry Hawkins
      Mürwik, 09.03.2392 (69186,01)

      "2013 Kadetten. Das ist eine neue Höchstzahl", stellte Captain Shield bei seiner Rede an der Sternenflottenakademie in San Francisco im Rahmen der Graduierungsfeier des Akademiejahrgang 2392 fest. Bei dieser Aussage kann man fast den Eindruck gewinnen, die Sternenflotte bestünde zum größten Teil nur aus Offizieren. Dieser Eindruck täuscht. Nicht die Offiziere stellen den größten Teil des Sternenflottenpersonals dar. Vielmehr sind es die einfachen Crewmitglieder und Unteroffiziere, die Leib und Seele der Sternenflotte bilden.

      Die Tatsache, dass die Anzahl der Offiziere immer mehr zunimmt, wird von der amtlichen Statistik der Sternenflotte unterstützt. In den letzten Jahren ist die Anzahl neu ausgebildeter Offiziere stetig angewachsen. Dies ist vor allem auf die vielen neuen Herausforderungen in den letzten Jahren zurückzuführen, der sich die Sternenflotte gegenübersieht. Es werden immer mehr neue Einheiten benötigt, die an allen Ecken und Enden der Föderation eingesetzt werden, die Anzahl der Planstellen wächst somit. Dementsprechend steigt natürlich auch der Bedarf an zusätzlichen Offizieren, aber auch an weiteren Crewman und Unteroffizieren. Hier liegt jedoch genau das Problem. Um den neuen Herausforderungen, die sich uns jeden Tag stellen, gerecht zu werden, müsste der proportionale Zuwachs in den Reihen der Mannschaftsdienstgrade dem der Offiziere entsprechen. In den letzten Jahren ist dies nicht der Fall gewesen. Es haben wesentlich mehr Offiziere den Dienst in der Sternenflotte angetreten, als Mannschaftsdienstgrade. Dies mag auf den ersten Blick nicht sonderlich schlimm erscheinen, da die Ausbildungszeit für Crewman, im Vergleich zu den Offizieren, nur einen Bruchteil der Zeit in Anspruch nimmt.

      Sieht man genauer hin, kann es hier jedoch auf den zweiten Blick zu einem Problem kommen. Wenngleich die Ausbildung zum Crewman relativ schnell vonstatten geht, nimmt die Ausbildung fähiger Unteroffiziere dagegen Zeit in Anspruch. Die Ausbildung erstreckt sich über Jahre und findet auf den Einheiten selbst und den Weiterbildungseinrichtungen der Sternenflotte statt. Eine einheitliche Dauer für diese Ausbildung gibt es in der Regel nicht und ist durchaus abhängig von der jeweiligen Person. Anders als Offiziere werden Unteroffiziere langsam an die Übernahme von verantwortungsvolleren Aufgaben herangeführt. Je nach Qualifikation und Eignung können einfache Unteroffiziere auf den Befehl eines Offiziers bereits mit kleineren Führungsaufgaben in ihrem Fachgebiet betraut werden. Um die gehobenen Unteroffiziersränge zu erreichen, benötigt man ein hohes Maß an Lebenserfahrung und Dienstjahren in der Sternenflotte. Diese Unteroffiziere übernehmen mehr Verantwortung als einfache Unteroffiziere und sind auch in der Lage, selbständig mehr Führungsaufgaben wahrzunehmen. Wie auch bei den Offizieren gilt selbstverständlich, selbst wenn jemand über die nötigen Dienstjahre und die Qualifikation verfügt, muss er nicht zwangsläufig auch mehr Verantwortung übernehmen wollen. So wird es immer Personen geben, die Crewman oder einfacher Unteroffizier bleiben wollen.

      All dies zusammengenommen führt dazu, dass die Anzahl von Unteroffizieren in der Sternenflotte weniger schnell steigt, als die Anzahl der Offiziere. Auch scheint die Offizierslaufbahn einen größeren Anreiz auf viele auszuüben bzw. mit mehr Prestige verbunden, als die Unteroffizierslaufbahn. Eine mögliche Lösung wäre es, die Unteroffiziersausbildung zu vereinfachen. Dies würde zwangsläufig mit einem Absenken der Standards in der Ausbildung einhergehen, wovon die Sternenflotte langfristig nicht profitieren würde, und stellt somit auch keine sinnvolle Lösung dar. Der Überhang an Offizieren könnte natürlich dazu genutzt werden, die unbesetzten Unteroffiziersstellen mit einem Offizier zu besetzen. Einen potentiell hochqualifizierten Offizier auf eine solche Stelle zu setzen, ist ebenfalls keine sinnvolle und wirklich langfristige Lösung. Die kommenden Jahre werden die Personalabteilung der Sternenflotte also zweifellos vor eine große Herausforderung stellen, die noch immer offenen und neuen Planstellen für Unteroffiziere adäquat zu besetzen. Abschließend, liebe Leser, stellen sie sich die Frage: Würden sie auf einem Schiff der Sternenflotte voller junger Akademiker dienen wollen? Ich wüsste, wie meine Antwort lautet.

      Rear Admiral Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos
      » Niemand ist der Allmacht näher als ein General auf dem Schlachtfeld «

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    • Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion - Teil 1

      "Wir sind bestens gewappnet, auch wenn wir eher an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert wären."
      Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion Teil 1
      PX-312, 10.03.2392 (Sternzeit 69189,9), TAJ
      Das Interview fand auf PX-312 statt. In diesem ersten Teil äußerst sich der Admiral vor allem über die zurückliegende Tholianische Annexionskrise

      Talibah al-Jilani: "Guten Tag Rear Admiral Davion. Zunächst möchte ich mich im Namen der Redaktion und unserer Leser bei Ihnen für die Gelegenheit bedanken, hier heute dieses Interview mit Ihnen führen zu können. Darf ich Sie bitten, sich zuerst einmal unseren Lesern kurz vorzustellen?"

      Marie-Louise Davion: "Mein Name ist Marie-Louise Davion. Ich bin der Kommandierende Offizier von Sternenbasis 613 und Sektorkommandantin der Sternenflotte."

      T a-J: "Erfreut, ihre Bekanntschaft zu machen, Rear Admiral. Wir möchten unseren Leser die Situation in diesem Teil der Galaxie etwas näher bringen. Darum bin ich hier. Sind sie bereit, ein paar Fragen über sich ergehen zu lassen?"

      MLD: "Ja, sehr gerne."

      T a-J.: "Okay, dann kommt auch schon meine erste Frage an Sie. Die Tholianer haben sich vorerst zurück gezogen, doch es bleibt zweifellos die Frage, für wie lange? Denn obschon sie verloren haben, sind sie nun genauestens im Bilde darüber, was die Möglichkeiten und Aufstellung der föderalen Verteidigung betrifft. Denken Sie, das Verteidigungsministerium und das Oberkommando werden die Präsenz der Sternenflotte vor Ort noch einmal verstärken?"

      MLD: "Unsere Verbündeten und wir sind auf etwaige weitere Aggressionen seitens der Tholianischen Versammlung bestens vorbereitet."

      T a-J: "Ich verstehe, Admiral. Im Moment ist es ruhig geworden um die Tholianer, es wird aber bestimmt nicht lange so bleiben. Für wie Wahrscheinlich halten sie ein erneutes Aufleben des Konfliktes mit den Tholianern? Glauben sie, dass die Sternenflotte und ihre Verbündeten für den Fall einer erneuten Annexion der Sektoren Y-1338 bis Y-1347 durch die Tholianer gewappnet sind? "

      MLD: "Wir sind bestens gewappnet, auch wenn wir eher an einer friedlichen Lösung des Konfliktes interessiert wären. Leider ist die tholianische Delegation den Friedensverhandlungen nach Beendigung der Kampfhandlungen ferngeblieben. Ich gehe allerdings davon aus, dass sich gerade die klingonische Führung bewusst ist, wie sehr die tholianischen Expansionsbestrebungen den Frieden bedrohen und gehe davon aus. Ähnliche Operationen seitens der Tholianer dürften nicht auf Zustimmung seitens des Hohen Rates des Klingonischen Reiches stoßen, ohne dessen Unterstützung die Tholianer sich außenpolitisch und militärisch zunehmend isolieren würden."

      T a-J: "Sie nehmen also an, dass die Annexion der Tholianer ohne Wissen bzw. ohne Abstimmung mit dem Hohen Rat erfolgte? Der Angriff der Tholianer wird von Seiten einiger Experten als Test angesehen, die Entschlossenheit der Triple Entente zu testen. Praetor Octavias, Premier Donrak, aber auch Kanzler Q'naH hielten sich mit Reaktionen auf den Zwischenfall bisher auffällig bedeckt. Was schließen Sie daraus für die weitere Entwicklung der Situation? Glauben Sie, man kann noch mit einer Stellungnahme, vor allem vom Hohen Rat, rechnen?"

      MLD: "Ich gehe davon aus, dass die Tholianer den Kanzler zumindest vorab über ihre Pläne informiert haben. Allerdings lässt sich dies nicht mit Sicherheit sagen, da uns die Tholianer aufgrund ihrer xenophoben Isolationspolitik noch weitgehend fremd sind.
      Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Invasion ein persönliches Projekt des mutmaßlichen tholianischen Thronfolgers Yntak'Un war. Immerhin erklärte er auch die Annexion der Sektoren Y-1338 bis Y-1347 und war zuvor für die tholianischen Operationen auf Xi-Vega II verantwortlich.
      Eine Stellungnahme Kanzler Q'naHs erwarte ich indes nicht mehr. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass er weitere tholianische Alleingänge nicht mehr dulden wird. "

      T a-J: Wie kommen sie zu dieser Einschätzung des klingonischen Kanzlers?
      Sie erwähnten den mutmaßlichen tholianischen Thronfolger und General Yntak'Un. Der General Yntak‘Un bezog sich in seiner Rede nach der Annexion der Sektoren Y-1338 bis Y-1347 auf Jahrhunderte alte Besitzansprüche der Tholianer, belegt durch Beweise aus ihren Archiven. Glauben sie, die Ansprüche der Tholianer sind gerechtfertigt? Hatten sie Einsicht in die tholianischen Archive bzw. Beweise und konnten diese selbst überprüfen?"



      MLD: Ich kenne den Kanzler persönlich aus dem Raghdorkrieg. Die Ankunft der klingonischen Schiffe unter Q'naHs Kommando hat uns damals bekanntlich das Halten Veritar IVs und damit das Schließen der Subraumanomalien ermöglicht. Ferner war ich auch Augenzeugin des Duelles zwischen Kanzler Martok und Q'naH. Seitdem habe ich die Politik des Kanzlers mit großem Interesse verfolgt.
      Was Ihre zweite Frage angeht: Die tholianischen Gebietsansprüche konnten widerlegt werden. Bei den beiden erwähnten mutmaßlichen Kolonisationsschiffen Harixa und Bobora handelte es sich in Wahrheit um Kriegsschiffe. Dies konnten wir durch die Bergung der USS Kumari NCC-154 aufdecken, welche von den genannten tholianischen Kriegsschiffen angegriffen und zerstört wurde, nachdem sie durch ein Wurmloch in diesen Bereich des Quadranten geraten war.
      Scheinbar war den Tholianern dieses Faktum klar, da die mit der Suche nach der Kumari beauftragte USS Jo'kala von tholianischen Kriegsschiffen angegriffen wurde, was auch den Beginn der Kampfhandlungen im Zuge der Annexionskrise darstellte."

      T a-J.: "Also können sie den Kanzler sehr gut einschätzen. Wie könnten mögliche Sanktionen des Kanzlers bei einer erneuten tholianischen Annexion oder deren Versuch aussehen?
      Weiterhin sprach der General in seiner Rede von Expansionsabsichten der Föderation in diesem Sektor. Hat die Föderation tatsächlich vor, Anspruch auf dieses Gebiet zu erheben? Oder ist die Präsenz der Sternenflotte, genauer gesagt ihrer Sternenbasis hier, nur auf das iconianische Portal auf PX-312 zurückzuführen?
      Die erwähnten tholianischen Beweise wurden also widerlegt, was zu den Kampfhandlungen führte. Wie lange dauerten die Kampfhandlungen an? Können Sie uns eine kurze Darstellung der Geschehnisse während der Annexionskrise aus der Sicht der Sternenflotte geben?"

      MLD: "Nun, der Kanzler könnte den Tholianern in Zukunft das Bündnis aufkündigen. Damit würden die Tholianer womöglich alleine gegen ein Bündnis aus Eden-Dreibund, Föderation, Cardassianischer Union und Romulanischen Sternenimperium stehen. Es ist offensichtlich, dass dise nicht im Interesse der Tholianer wäre.
      Die Sternenflottenpräsenz hier dient in der Tat dem Schutz des Planeten PX-312 sowie des gesamten Dreibundes. Dennoch sind wir hier weiterhin nur Gäste und möchten daran auch in Zukunft nichts ändern. Die Föderation plant in keiner Weise die Beanspruchung von Raum, Ressourcen oder Technologie. Vielmehr möchten wir unsere Freunde aus dem Dreibund auf dem Weg zu einer friedlichen Koexistenz mit ihren Nachbarn begleiten.
      Die Kampfhandlungen selbst dauerten insgesamt vom Angriff auf die Jo'Kala bis zum letzten Schuss lediglich 47 Stunden an.
      Was den Ablauf der Krise angeht: Zunächst annektierten die Tholianer den Planeten Xi-Vega II, auf dem kurz zuvor iconianische Technologie entdeckt wurde. Die vor Ort befindlichen Einheiten der Sternenflotte räumten daraufhin zur Deeskalation das System. Bei Sternzeit 68618,13 erreichten uns erste Berichte über die Zerstörung von Xi-Vega II. Wahrscheinlich kam es bei der Erforschung der iconianischen Technologie durch die Tholianer zu einem schweren Unfall. Zu Sternzeit 68618,21 erreichte uns die Verkündung der Annexionen der Sektoren Y-1338 bis Y-1347 durch General Yntak'Un.
      Den ersten Hinweis auf die Präsenz der Kumari erhielten wir ungefähr zur gleichen Zeit. Wir stießen in einem Pfandhaus in Tan Waksa auf Artefakte, die sich der Kumari zuordnen ließen. Da wir bereits auf Überreste eines tholianischen Schiffes aus dem späten 22. Jahrhunderts gestoßen waren, Yntak'Un sich in seiner Erklärung auf etwa denselben Zeitraum bezog und die Kumari seit 2186 als vermisst galt, ließ sich ein Zusammenhang nicht ausschließen, weswegen ich die USS Jo'kala mit der Suche nach der Kumari beauftragte. Selbst wenn es keinen Zusammenhang mit den Gebietsansprüchen der Tholianer gegeben hätte, könnten so immerhin endlich das Schicksal der Crew der Kumari klären.
      Die Jo'kala wurde nach dem Auffinden der Kumari und der Bergung ihres Logbuches von tholianischen Kriegsschiffen angegriffen, was dann die Kampfhandlungen auslöste."

      Im nächsten Teil des Interviews beanwortet Rear Admiral weitere Fragen zur Tholianischen Annexionskrise, unter anderem zu ihrer umstrittenen Entscheidung zur Verfolgung der sich zurückziehenden tholianischen Schiffe.

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marie-Louise Davion ()

    • Gorn Hegemonie tritt Klingonischem Pakt bei

      Gorn Hegemonie unterzeichnet Beitrittserklärung zum Klingonischen Pakt
      Terra, 13.03.2392 (69196,83), FK

      Vor etwas über einem Jahr unterzeichnete die Gorn Hegemonie einen Allianzvertrag mit dem Klingonischen Pakt (wir berichteten: 18.01.2391), eine Entwicklung, die nun in dem offiziellen Beitritt des Staates zum Bündnis von Kanzler Q'naH ihren Abschluss findet. Wie Minister Lakar Valin vom föderalen Außenministerium in einer Presseerklärung bekannt gab, unterzeichneten die Führer der Gorn Hegemonie die Beitrittserklärung bereits vor knapp über zwei Wochen, am 25.02.2932. Anfängliche Geheimhaltung seitens der Paktmächte sowie die Nachrichtenverzögerung wurden als Ursache genannt, dass man in der Föderation erst jetzt von diesem für die weitere politische Entwicklung vielleicht weitreichenden Ereignis erfuhr.

      Dass die Gorn langfristig offizielles Mitglied des Paktes würden, zeichnete sich bereits früh ab und wurde auch seitens Präsident Trimborns nur als eine Frage der Zeit erachtet. Einzig die plötzliche Geschwindigkeit mag überraschen, über deren Ursache jedoch nur wenige Informationen vorliegen. Als sicher gilt, dass die Beitrittserklärung auf Q'onoS unterzeichnet wurde, was als symbolischer Akt nicht zu unterschätzen ist, unterstreicht es doch den Führungsanspruch Kanzler Q'naHs über die Ziele des Paktes. Einzig aus dem Umfeld des tholianischen Seniormilitärverwalters Yntak'Bu war zu vernehmen, dass die Erweiterung des Paktes eine logische Konsequenz der anhaltend aggressiven Politik der Föderation sei. Zweifellos spielt der Seniormilitärverwalter damit auf die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Kräften der Sternenflotte und der Tholianischen Versammlung im Umfeld des Eden-Dreibundes an, doch auch Andeutungen in Richtung der Schlacht bei Iconia wurden ausgesprochen als Hinweis darauf, dass die Paktmächte bei dieser möglichen Bedrohung für den Alpha- und Betaquadranten außen vor gelassen wurden.

      Welche unmittelbaren Folgen der Beitritt der Gorn zum Klingonischen Pakt haben wird, ist noch unklar. Als wahrscheinlich dürfte zunächst angesehen werden, dass die Bemühungen der Triple Entente um einen Bündnisvertrag mit der Talarianischen Republik weiter intensiviert werden. Admiral von Tirpz aus dem Oberkommando der Sternenflotte signalisierte indes, dass man keine größeren Änderungen bei der bisherigen Verteidigungsstrategie und -planung vornehmen müsse. Einzig in Angel Island würden nun "Doppelschichten gefahren", um Informationen über mögliche klingonische Truppenverlegungen an die Grenze der Hegemonie zu überwachen.

      Von geringfügigen wirtschaftlichen Einbußen in den Grenzwelten abgesehen, dürften die tatsächlichen Folgen der Beitrittsunterzeichnung marginal sein. Viel wichtiger erscheint dagegen die emotionale Bedeutung dieser Entwicklung, zeichnet sich doch ab, dass die Diplomatie von einer Entspannung der Lage nicht weiter entfernt sein könnte und das politische Wettrüsten sich weiter zuspitzt.

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    • Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion - Teil 2

      "Die erfolgreiche Verteidigung von PX-312 wurde im Eden-Dreibund als gemeinsamer Erfolg der Föderation und des Dreibundes gefeiert."
      Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion Teil 2
      PX-312, 10.03.2392 (Sternzeit 69189,9), TAJ
      Das Interview fand auf PX-312 statt. In diesem zweiten Teil äußerst sich der Admiral über ihre Entscheidung zur Verfolgung der sich zurückziehenden tholianischen Schiffe und die Folgen der Annexionskrise auf die Beziehungen zwischen Föderation und Eden-Dreibund

      Talibah al-Jilani: " Vielen Dank Admiral, für diese Darstellung der Annexionskrise aus Ihrer Sicht. Bevor wir uns dem nächsten Themenkomplex zuwenden, habe ich abschließend noch die folgenden Fragen zu der Annexionskrise. Ihre Entscheidung, die sich auf dem Rückzug befindenden, tholianischen Kräfte verfolgen zu lassen, hat in den föderalen Kernwelten scharfe Kritik nach sich gezogen. Wie begründen Sie diese Entscheidung, insbesondere im Angesicht der ohnehin angespannten politischen Lage und wie rechtfertigen Sie dieses Verhalten gegenüber Ihren Offizierskolleginnen und -kollegen in der Sternenflotte? Befürchten Sie nicht, dass man dieses Vorgehen im Klingonischen Pakt propagandistisch ausschlachten wird als Grundlage für die nächsten Vorstöße?"

      Marie-Louise Davion: " Es handelte sich dabei um eine operative Entscheidung. Schon zahlreiche Feldherren haben in der Geschichte zwar eine Schlacht gewonnen, dann aber ihren Sieg nicht nutzen können. Denken Sie nur an den von Livius überlieferten Ausspruch Maharbals "Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis"
      Ein Konflikt besteht nicht nur aus einer Schlacht, deren Sieger auch als Sieger aus dem Konflikt hervorgeht. Das Davor und Danach ist von ebenso großer Bedeutung. Es befanden sich noch Föderationsschiffe nahe dem Raum der Tholianer. Diese wären womöglich von den auf dem Rückzug befindlichen tholianischen Einheiten vernichtet worden. Ferner hätten die tholianischen Einheiten sich gemeinsam mit Verstärkungen zu einer weiteren Angriffswelle formieren können. Es galt daher den Tholianern eben diese Möglichkeiten zu nehmen und die bewaffneten Auseinandersetzungen schnellstmöglich zu beenden.
      Zu viele Heeresführer waren dazu nicht in der Lage, einige davon gelten mitunter als die größten der Geschichte. Pyrrhos von Epirus, der heute lediglich nur noch aufgrund des sprichwörtlichen Pyrrhossieges bekannt ist, Robert E. Lee wäre ein weiteres berühmtes Beispiel. Meq'tIn von Qo'noS eines aus der klingonischen Geschichte. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass seitens der Sternenflotte den auf dem Rückzug befindlichen tholianischen Schiffen die Kapitulation angeboten wurde. Leider gingen die Tholianer auf dieses Angebot nicht ein und zogen es vor kämpfend unterzugehen.
      Mir persönlich gefällt es nicht Leben zu nehmen, egal welches, doch verdränge ich im Falle des Falles nicht die Tatsache, dass dies für einen Sternenflottenoffizier notwendig sein kann. Ich frage mich, wie diese zugegebenermaßen durchaus unbequeme Wahrheit nach all den Kriegen seit den 70ern noch nicht in den Köpfen aller Sternenflottenoffiziere angekommen ist. Die Sternenflotte ist dennoch keineswegs eine militärische Organisation. Sie hat ein Rangsystem, aber das hat auch die Feuerwehr von Little Eden, dies ist nicht das Herausstellungsmerkmal von Soldaten. Wenn diese Einstellung sich innerhalb der Föderation ändert, haben wir gegenüber unseren Feinden schon unsere erste große Niederlage erlitten.
      Was eine mögliche propagandistische Nutzung dieser Entscheidung seitens des Klingonenpaktes angeht. Von welcher Seite sollte dies erfolgen? Den Tholianern, die ohne Kriegserklärung und Provokation angriffen und das Angebot einer Kapitulation ablehnten, dann nicht einmal zu den Friedensverhandlungen erschienen?
      Oder glauben sie ernsthaft, dass irgendein Klingone dieses Vorgehen moralisch bedenklich finden sollte? Ich denke nicht, denn die klingonischen Streitkräfte agieren mit weitaus größerer Konsequenz, es existiert für sie gar keine andere Möglichkeit als in eine Schlacht zu Ende zu führen.
      Ein Zögern wird von den Klingonen IMMER als schwach angesehen, schauen Sie sich doch nur die Ekel an, die das Zögern Hamlets beim klingonischen Publikum auslöst. Nicht umsonst gilt nicht das "taH pagh, taHbe' als Schlüsselzitat des ganzen Stückes. Es gilt eher aus Ausdruck der Schwäche Hamlets, die bisweilen als menschlich oder romulanisch verunglimpft wird. Stattdessen ist der Moment der eigentlichen Entscheidung zum Rächen seines Vaters der für Klingonen der Schlüsselmoment des Rachestückes, "DaH qaS WIchHoSmey rep." Eine Kritik oder gar propagandistische Ausnutzung seitens der Klingonen ist für mich daher ausgeschlossen."

      T a-J: " Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort, Admiral. Allerdings muss die klingonische Propaganda nicht auf die Föderation selbst oder einen anderen Teil der Entente-Mächte wirken. Vielmehr geht es doch darum, dass die Klingonen einen Grund suchen und finden, um Krieg führen zu können. Dabei greifen sie bekanntlich nach jedem Mittel, auch wenn diese Propaganda aus unserer Sicht noch so unglaubwürdig erscheinen mag. Zum Beispiel könnte diese auch auf den Eden-Dreibund gerichtet sein. "

      MLD: " Über die Natur der Propaganda innerhalb der Tholianischen Versammlung vermag ich leider nur Mutmaßungen anstellen. Mich würde es nicht wundern, wenn einem Großteil der Bevölkerung die Niederlage ihrer Streitkräfte und deren genauen Umstände gar nicht bekannt sind. Was die Klingonen unter Kanzler Q’naH angeht: Meiner Ansicht nach benötigen die Klingonen nicht zwangsläufig einen Kriegsgrund. Dies wurde schon beim Föderal-Klingonischen Krieg deutlich. Und auch wenn ich die Bezeichnung etwas reißerisch finde, hat der Name „Geierkrieg“ dennoch seine Berechtigung. Um es verkürzt darzustellen: Kanzler Q’naH brachte den Klingonen Realpolitik bei. Einen erneuten Krieg mit einer operativen Entscheidung zu legitimieren, die den Klingonen zutiefst alternativlos erscheint scheint mir ausgeschlossen.
      Was den Eden-Dreibund angeht: 4 Tage nach dem Ende der Kampfhandlungen wurde eine große Siegesfeier in Tan Waksa gefeiert. Auch auf den anderen Welten der Dreibundspezies wurde die erfolgreiche Verteidigung von PX-312 als gemeinsamer Erfolg der Föderation und des Dreibundes gefeiert. Es war wirklich eine zutiefst bewegende und berührende Feier bestehend aus einer uns übertrieben pompös erscheinender Siegesparade, dem Gedenken an die gefallenen Sternenflottenoffiziere und beim abschließenden Feuerwerk ein klares Bekenntnis des Dreibundes zur Föderation. Dies war auch klarer Konsens in den Ansprachen aller Beteiligten. Meiner Besatzung und mir wird diese Dankbarkeit und Verbundenheit immer noch regelmäßig vor Augen geführt, da uns auch nach all den Monaten in Tan Waksa weiterhin kleine Geschenke gemacht oder Getränke ausgegeben. "


      Im nächsten abschließenden Teil des Interviews erklärt Rear Admiral Fragen die Natur des Eden-Dreibundes und äußerst sich zu den Zukunftsaussichten bei der Kooperation zwischen Dreibund und Föderation.

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    • Ist der Druck zu hoch?

      Ist der Druck zu hoch?
      San Francisco am 15.03.2392 (Sternzeit 69203,4), LTT

      Die Vereinte Föderation der Planeten sieht sich als eine aufgeklärte Gesellschaft in der die Förderung derselben durch Wissenschaft und Forschung im Vordergrund steht. Da ist es nur natürlich, dass man einen Beitrag dazu leisten will, wie so viele begabte Wissenschaftler vor einem, sofern man in der Branche tätig ist. Von der Gesellschaft dafür etwas Anerkennung zurück zu erhalten, ist dann auch nicht verkehrt. Wie schnell der Wunsch nach Anerkennung aber in der Vordergrund treten kann und die eigentlichen gutwilligen Beweggründe verdrängen kann, zeigt ein Fall, der sich Kürzlich auf der USS Aurora ereignete.

      Doktor Ephraim Xenthas, ein angesehener Schildtechnikexperte, hatte bereits seit einigen Jahren an einem Projekt gearbeitet, dass Verbesserungen für den Navigationsdeflektor bringen sollte und somit Energie einsparen. Das Projekt mündete in der Entwicklung der „FlektBox 7“, einer Blackbox, die an den Deflektor angeschlossen, die gewünschten Effekte erzielen würde. Die wäre für existierende Navigationsdeflektoren nötig gewesen, während die Verbesserungen in neu gebauten Systemen von vorn herein berücksichtigt worden wären

      Die Sternenflotte genehmigte einen Test der „FlektBox“ und dieser fand vor kurzem auf der USS Aurora statt. Als eine junge Ingenieurin über einen Fehler in der Box stolperte, war das zu viel für Xenthas, der die Offizierin betäubte und in einer Jeffriesröhre zurückließ. Als die unausweichliche Fehlfunktion des Deflektors eintrat, hatte das Schiff Glück im Unglück. Ein voller Stopp konnte sofort eingeleitet werden und bis auf ein paar sprichwörtliche Kratzer im Lack alle Schäden vermieden werden. Xenthas hatte sich indes allerdings in der Deflektorkontrolle des Schiffes eingesperrt und versucht eine Überladung des Hauptdeflektors hervorzurufen. Laut eigener Aussage war es der Versuch seinen fehlerhaften Entwurf zusammen mit sämtlichen Logbüchern und Protokollen darüber zu vernichten, um der Schmach des Fehlschlags zu entgehen. Nachdem er auch noch die Chefingenieurin mit einem Phaser betäubt hatte, konnte er allerdings ausgeschaltet werden.

      Sicherlich ist Doktor Xenthas kein Beispiel für das Verhalten der Mehrzahl der Wissenschaftler, sondern ein Ausnahmefall, aber der Fall zeigt, wozu der Erfolgsdruck, unter dem sich viele Forscher heutzutage sehen, im Extremfall führen kann. Es stellt sich dabei natürlich die Frage, ob es Handlungsbedarf gibt und z.B. psychiatrische Gespräche mit Therapeuten zur Pflicht gemacht werden sollten. Klar ist, die Crew der USS Aurora hat dieses Mal Glück gehabt, aber können wir uns darauf verlassen, das nächste Mal wieder Glück zu haben? Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

      Nynaeve Storm
      The purpose of a storyteller is not to tell you how to think, but to give you questions to think upon.

      WBB4 - Probleme & WünscheWiki: TechnischesIRC-Toolkits
    • Militärischer Unfug

      Militärischer Unfug
      Ein Zwischenruf von Theodor von Klastrow
      Frankfurt, Erde, 17. März 2392 (SZ 69207,94.)
      200 Jahre lang war die Sternenflotte ein leuchtendes Feuer in der allgegenwärtigen Dunkelheit. Sei es nun jene, welche im Weltall vorherrscht, dem bevorzugten Operationsgebiet der Sternenflotte, oder die Dunkelheit, welche in den Herzen der Verantwortlichen der uns umgebenden Reiche zu finden war. Treibstoff dieses Feuers war dabei seit jeher das Bewusstsein, dass die Sternenflotte sich in ihrem Wesen dabei grundlegend von allen anderen Organisationen im Quadranten unterschied und sich dabei als Speerspitze der Föderation in Bezug auf eine friedliche Erforschung des Weltalls verstand. Eine bewaffnete Speerspitze, sicherlich zugegeben, jedoch lediglich um sich selbst verteidigen zu können und um in Krisenzeiten in der Lage zu sein, die Verteidigung der Bürger und Einrichtungen der Föderation zu stemmen.

      Wie gesagt, 200 Jahre lang war dies der Fall und es waren unbestreitbar 200 gute Jahre, wenn wir es in der Retrospektive betrachten. Die Frage, welche ich mir heute stelle, ist jene, ob die nachfolgenden Generationen in 200 Jahren ebenso denken werden.

      Seit dem Dominionkrieg, welcher vor nun zwei Dekaden stattgefunden hat, scheint sich die Sternenflotte nämlich in einer Art Transformationsphase zu befinden. Weg vom Selbstverständnis der vornehmlichen und eigentlichen Aufgabe der friedlichen Forschung, hin zu mehr militärischen Elementen, welche ihren bisherigen Höhepunkt in der jetzigen Zeit zu finden scheint. Nicht anders kann ich mir nämlich das Widererstarken beziehungsweise die Neugründung von privaten Zusammenschlüssen von, vornehmlich, Offizieren der Sternenflotte erklären, welche in ihrem Titel die Bezeichnung „militärisch“ tragen. Das allein wäre sicherlich nicht als besonders tragisch zu werten, lediglich vielleicht für die an diesen Zusammenschlüssen teilhabenden Offiziere, deren Weltbild und Selbstverständnis so fundamental von dem abweicht, welches die Gründer der Föderation einstmals installiert hatten. Nein, die Tragik liegt in der Tatsache, dass diese guten Offiziere für sich in Anspruch nehmen, jungen Kadetten auf ihrem Weg helfen zu wollen.

      Ich persönlich sehe diesen sogenannten Freundschaftsdienst nämlich eher auf die Art und Weise, dass diese Kadetten von den genannten Offizieren auf eine nicht wieder gutzumachende Art negativ beeinflusst werden, sobald sie mit deren Verständnis und Sichtweise der Sternenflotte in Kontakt geraten. Gerade, wenn man in Betracht zieht, dass es an der Akademie bereits romulanische oder cardassianische Kadetten gibt. Personen also, welche eine militärische Umgebung bereits von ihren Heimatwelten gewöhnt sind. Diese sind natürlich umso leichter beinflussbar. Hier wird damit schon der Grundstein für eine weitere Generation von Offizieren gelegt, welche in der Sternenflotte nichts anderes als eine militärische Organisation sehen. Hier sollten wir genau aufpassen und hinschauen, was sich da eventuell entwickelt.

      Nicht gerade verbessert wird diese Sache durch den Umstand, dass dieser private Club vom stellvertretenden Befehlshaber der Sternenflotte durch seine Mitgliedschaft scheinbar legitimiert wird. Auf der anderen Seite ist diese Mitgliedschaft jedoch auch geradezu amüsant, wenn nicht gar kurios. Vize Admiral Gebo Lavin war bisher nicht gerade dafür bekannt, sich immer an die Dienstvorschriften zu halten. Einstmals musste er sogar von einem Untergebenen mit Waffengewalt daran gehindert werden, die angeblich so heilige Oberste Direktive zu verletzen. In einer Organisation, welche ein „militärisch“ in ihrem Namen trägt, sollte man eigentlich auch erwarten können, dass sich ihre Mitglieder darüber bewusst sind, dass „militärisch“ eben auch mit Disziplin in Verbindung gebracht werden sollte, etwas was der Admiral jedoch seit jeher missen ließ. Das ausgerechnet dieser Offizier zum Stellvertretenden Befehlshaber bestellt wurde, lässt uns immer noch sprachlos zurück, ist aber auch ein Thema für einen anderen Artikel. Jedoch darf man diese Tatsache durchaus als Sinnbild des Zustandes der Sternenflotte in den heutigen Tagen werten.

      Captain Sito Reon
      Kommandierender Offizier
      USS Jo'kala NCC-84233
      Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
      Scotty me up, Beamie
    • Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion - Teil 3

      "Auch die Besatzung der Sternenbasis und die über 5000 Einwohner Little Edens sind Vertreter der Föderation im Dreibund."
      Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion Teil 3
      PX-312, 10.03.2392 (Sternzeit 69189,9), TAJ
      Das Interview fand auf PX-312 statt. In diesem dritten Teil äußerst sich der Admiral über die Zusammenarbeit mit dem Eden-Dreibund.

      T a-J: Das bringt uns auch schon zum abschließenden Themenkomplex : Können sie mir etwas über den Dreibund erzählen, genauer gesagt über die Beziehung zwischen Ihnen als Vertreter der Föderation in diesem Sektor, und dem Bund?

      MLD:Zunächst einmal bin ich nicht die Vertreterin der Föderation in diesem Sektor. Diese Aufgabe obliegt in erster Linie Botschafterin Tel Namra, die diese Funktion bereits seit 10 Jahren zur vollsten Zufriedenheit aller ausfüllt. Aber die Botschafterin ist bei weitem nicht der einzige Vertreter der Föderation in diesem Sektor, denn auch die Besatzung der Sternenbasis und die über 5000 Einwohner Little Edens sind Vertreter der Föderation im Dreibund.
      Meine Aufgabe beschränkt sich auf das Kommando der Sternenbasis und der im Sektor befindlichen Sternenflotteneinheiten. Dabei findet ein reger Austausch statt, nicht zuletzt aufgrund der neu übernommenen Funktion der Sternenbasis, die jetzt auch Aufgaben aus dem Bereich der zivilen Raumüberwachung vom Dreibund übernommen hat. Dazu wurden uns von Seiten des Dreibundes auch Verbindungsoffiziere gestellt, um uns in die Protokolle des Dreibundes einzuarbeiten. Hauptsächlich findet der kulturelle Austausch im privaten Bereich statt. Zwar bieten der Stützpunkt und Little Eden zahlreiche Freizeitangebote, dennoch begibt man sich doch sehr oft nach Tan Waksa oder Gay Island, wobei Tan Waksa eine pulsierende Metropole ist und man auf Gay Island eher Erholung sucht.
      Das Wirtschaftssystem der Dreibundspezies –vor allem der Grinori und der Tribat - beruht außerdem noch auf Geld. Um die lokalen Händler zu stärken, die sich direkt neben dem Sternenflottenstützpunkt angesiedelt haben und um am sozialen Leben in Tan Waksa teilzunehmen, bekommen das Personal der Sternenflotte und die Bediensteten der Föderationsbotschaft außerdem auch etwas Geld, ungefähr ein Viertel des Gehaltes eines Grinori mit der gleichen Funktion. Dies ermöglicht uns über das bloße Beobachten hinaus eine aktive Teilnahme am sozialen Leben in Tan Waksa.

      T a-J: Ich möchte nun etwas genauer auf die Kooperation zwischen der Sternenflotte und dem Dreibund eingehen: Konnten sich die Verbindungsoffiziere des Bundes denn schon mit Ihrer Arbeitsweise vertraut machen?

      MLD: Ja, durchaus. Die Verbindungsoffiziere sind in die Kommandostruktur der Sternenbasis eingebunden. Ein ehemaliger Soldat der Grinori-Allianz dient sogar als Stellvertretender Sicherheitschef und befolgt die Protokolle der Sternenflotte mit einer Akribie, wie ich sie sonst selten sehe. Seitens der Tribat wurde ein Arzt geschickt, der sich vor allem in Punkto unserer medizinischen Verfahren fortbildet und bereits nach wenigen Tagen angekündigt hat, einige der Verfahren zur Übernahme durch die Tribat vorzuschlagen. Etwas komplizierter verhält es sich mit dem Techniker der Ketgor, da diese selbst keine ausgearbeiteten Protokolle verfolgen und er sich erst an diese Verfahrensweise gewöhnen muss. Doch auch hier sind bereits enorme Fortschritte festzustellen.

      T a-J: Sie haben bereits angedeutet, dass im Dreibund noch auf eine monetäre Währung zurückgegriffen wird. Interessant. Glauben Sie, dass sich dies aufgrund des Einflusses der Föderation mittel- oder langfristig ändern wird und diese Währung abgeschafft wird?

      MLD: Es stimmt nicht ganz, wenn man sagt, dass im Dreibund eine Währung genutzt wird. Bei den Ketgor dominieren beispielsweise Tauschgeschäfte. Die hier auf PX-312 genutzte Währung ist der Tektarn der Grinori-Allianz. Es ist für uns natürlich ein ungewohntes und scheinbar ungerechtes System, aber es scheint gut genug zu funktionieren, als dass der hiesigen Bevölkerung eine Abkehr davon gar nicht in den Sinn kommt. Es hat sich eher die gegensätzliche Entwicklung eingestellt. Auch in Little Eden werden im öffentlichen Raum Waren und Dienstleistungen mit Tektarn bezahlt. Auf den ersten Blick mag dies wie eine Rückschritt wirken, aber es macht durchaus Sinn. Little Eden steht allen Personen offen. Wären nun Dienstleistungen und Waren im öffentlichen Raum ohne Bezahlung zu bekommen, würde dies eine Flut von Grinori, Tribat und Ketgor bedeuten, welche in Little Eden ihre Bedürfnisse befriedigen, was die Kapazitäten der Stadt binnen kürzester Zeit überlasten würde. Dieser Effekt hat sich bereits im Little Eden Community Hospital eingestellt, welches weiterhin sämtliche Notfälle unentgeltlich behandelt.

      "It is history that teaches us to hope" - Robert Edward Lee
      "I begin to believe that the Muse of history is nothing but a lying bitch" - Jubal Anderson Early
    • Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion - Teil 3.5

      "Auch die Besatzung der Sternenbasis und die über 5000 Einwohner Little Edens sind Vertreter der Föderation im Dreibund.
      Ein Interview mit Rear Admiral Marie-Louise Davion Teil 3.5
      PX-312, 10.03.2392 (Sternzeit 69189,9), TAJ
      Das Interview fand auf PX-312 statt. In diesem letzten Teil äußerst sich der Admiral über die politische Struktur des Eden-Dreibundes, die Entwicklung der Kooperation der UFP mit ihm und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Eden-Dreibund und Föderation.

      T a-J: Das klingt in der Tat ungewöhnlich. Ich möchte nun auf die Politik des Dreibundes zu sprechen kommen. Können Sie unseren Lesern zum besseren Verständnis eine kurze Darstellung der politischen Strukturen des Eden-Dreibundes geben? Sind alle Partner in diesem Bund gleichberechtigt, oder gibt es einen dominierenden Partner in dieser Vereinigung?

      MLD: Der Eden-Dreibund ist ein intergouvernementales Bündnis der Grinori-Allianz, der Tribat und der Ketgor. Vor tausenden Jahren waren die Tribat und Ketgor Teil der Grinori-Allianz, welche damals von den Grinori dominiert wurde. Allerdings sind sämtliche Einzelheiten dazu unter Historikern äußerst umstritten. Aus dieser gemeinsamen Vergangenheit wird jedoch die Ähnlichkeit zwischen Tribat und Grinori ersichtlich, da beide Spezies ihren Genpool über zahllose Generationen vermischt haben. Zudem gehörten der Grinori-Allianz nach aktuellen genetischen Studien mindestens 3 weitere Spezies an. Heutzutage ist es oft schwer einen Grinori rein physisch von einem Tribat zu unterscheiden. Es ist eher ein kultureller als biologischer Unterschied.
      Die Struktur des Dreibundes an sich ist denkbar simpel. Er wird von einem sechsköpfigen Rat geführt, der seinen auf dem Stevenson-Atoll hat, wo sich auch die wiederentdeckte iconianische Basis befindet. Jede Spezies hat einen Botschafter entsandt, welcher dem Rat permanent angehört. Diesem steht ein wechselnder Assistent zur Seite, der jeweils entsprechend der Tagesordnung ausgewählt wird. Alle sechs Ratsmitglieder sind stimmberechtigt. Entscheidungen werden mit einer Mehrheit von fünf der sechs Stimmen gefällt, wobei die Vertreter der einzelnen Spezies bisher immer gleich abgestimmt haben. Auf diese Weise können keine Entscheidungen gegen den Willen eines einzelnen Mitglieds getroffen werden.
      Die eigentlichen Entscheidungsprozesse finden allerdings auf den Hauptwelten der Tribat und Grinori, beziehungsweise der Stammesführerversammlung der Ketgor statt. Die Mitglieder des Rates auf PX-312 dienen also meistens lediglich als Mittelsmänner, wobei sie durchaus die Autorität haben eigenständig Eilentscheidungen zu treffen. Auch auf PX-312 spiegelt sich die intergouvernementale Struktur des Dreibundes wider, haben schließlich alle Mitglieder jeweils eine eigene Insel zugewiesen bekommen, die sie als Standort ihrer Botschaft beim Dreibund nutzen.
      Während innenpolitisch eine große Selbstständigkeit vorherrscht, tritt der Dreibund außenpolitisch jedoch als Einheit auf. So soll das politische Gewicht der Bündnispartner gebündelt werden, welches sonst möglicherweise im Lärm der großen galaktischen Politik ungehört verhallen würde. So unterhält der Dreibund Botschaften bei den anderen Mächten, deren Botschafter alle zwei Jahre nach Spezies durch rotiert werden.

      T a-J: Danke Admiral. Wie hat sich seit Ihrer Stationierung hier die Zusammenarbeit der Föderation mit dem Bund entwickelt? Sind die Spezies aus dem Bund der Föderation mit Vorurteilen gegenüber getreten?

      MLD: Die Zusammenarbeit zwischen Föderation und Dreibund hat sich über all die Jahre intensiviert. Während die Föderation zunächst als Mediator auftrat, ist sie nun gleichberechtigter Partner des Eden-Dreibundes. Erleichtert wird diese Zusammenarbeit durch die große Kongruenz der außenpolitischen Interessen. Vielleicht noch wichtiger als die politische Kooperation ist jedoch der kulturelle und wissenschaftliche Austausch zwischen Dreibund und Föderation. Das bekannteste Beispiel hierzu dürfte die gemeinsame Erforschung des iconianischen Stützpunktes und der dort entdeckten Artefakte darstellen. Ein anderes ist die hiesige Niederlassung des Daystrom Instituts.
      Was Vorurteile angeht: Natürlich ist man uns mit Vorurteilen begegnet. Welche Gesellschaft tritt Fremden denn völlig vorurteilsfrei entgegen? Und diese Vorurteile waren mannigfaltig und bei allen Mitgliedern des Dreibundes unterschiedlich. Manchen Tribat schienen wir zu wenig spirituell, manchen Grinori zu pazifistisch und einigen Ketgor zu herrisch. Überhaupt wurde uns des Öfteren Arroganz vorgeworfen. Eine anfangs oft geäußerte Sorge war, dass wir den Mitgliedern des Dreibundes unsere kulturellen Vorstellungen aufzwingen wollten, sei es hinsichtlich der Rolle der Frau oder der Ablehnung von Augmentationen. Eine weitere oft geäußerte Befürchtung war, dass wir ein einzelnes Mitglied des Dreibundes bevorzugen würden. Ich denke aber, dass wir in den vergangenen Jahren viel dazu beigetragen haben, den Großteil dieser Vorurteile auszuräumen.

      T a-J: Noch eine abschließende Frage: Was glauben Sie, Admiral, wie sich die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und der Föderation in den nächsten Jahren entwickeln wird?

      MLD: Ich gehe von einer weiteren Intensivierung der Kooperation aus. Ich denke, dass wir deutlich genug gemacht haben, dass es uns nicht darum geht dem Dreibund irgendetwas aufzuzwingen. Dennoch haben sich sowohl Dreibund als auch Föderation eindrucksvoll zur gemeinsamen Zukunft bekannt und sich auch außenpolitisch klar positioniert. Ich persönlich würde mir erhoffen, dass der kulturelle und wissenschaftliche Austausch verstärkt wird. Die Kultur des Eden-Dreibundes ist so vielfältig, dass sie mehr Aufmerksamkeit seitens der föderalen Medien verdient. Zudem bleibt es unvorhersehbar, welche Entdeckungen wir in der iconianischen Basis noch machen werden. Ich denke daher, dass die Föderation hier noch viele, viele Jahre präsent sein wird und mit ihr hoffentlich auch die Sternenflotte. Immerhin ist PX-312 das neue Zuhause tausender Föderationsbürger geworden.

      T a-J: Ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie sich für dieses ausführliche Interview genommen haben und wünsche Ihnen noch viel Erfolg auf Ihrem Posten.

      Vielen Dank an Robert Sullivan, der in den ersten beiden Teilen des Interviews als Fragesteller gedient hat und auch für den 3. Teil die Fragen formulierte.

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    • FMG: Wie die Flotte ihre Wissensbasis auflöste - und jetzt kopflos zurückrudert

      Blinder Gehorsam
      Wie die Flotte ihre Wissensbasis auflöste - und jetzt kopflos zurückrudert - Ein Öffentlichkeitsbeitrag der Föderal-militärischen Gesellschaft
      von Commander a.D. / Lieutenant Colonel a.D. Saskia McAllister
      Mürwik, 14.05.2392 (69368,36)

      Natürlich hätte er in der Sternenflotte bleiben können, sagt Gunnery Sergeant (a.D.) Rakic. 1,90 m groß, trainiert und gebildet, ein warmes Lächeln auf den Lippen, so sitzt Milan Rakic in seinem Wohnzimmer in Kapstadt. Er ist nur selten hier. Wenn man ihn fragt, warum er dennoch kurz nach Auflösung des Marine Corps aus der Flotte ausgetreten ist, dann fällt ihm sofort ein Wort ein: Respekt.

      Die Auflösung einer höchst militärischen Institution mitsamt einer teils fragwürdigen Vergangenheit mag rückblickend durchaus als richtig anerkannt werden. Doch die Geschwindigkeit, mit der eine mehr als 600 Jahre währende Tradition entsorgt wurde, hatte einen hohen Preis: In populistisch-pazifistischer Manier wurde die Sternenflotte zu einer Ansammlung forschender Gutmenschen hochstilisiert und die Mitglieder des Corps zu stupiden Tötungsmaschinen degradiert, die einem antiquierten Drill folgen ohne zu Hinterfragen.

      Die von Natur aus stolzen Leathernecks sollten danach in die normale Flotte eingegliedert werden und für die Personen arbeiten, von welchen sie kurz zuvor zutiefst missachtet wurden. Viele ehemals grün Uniformierte brachte dies dazu, entweder direkt oder innerhalb der nächsten zwei Jahre den Dienst in der Flotte zu quittieren. Und mit Ihnen verließen nicht nur loyale Offiziere und Unteroffiziere die Flotte, sondern auch deren Wissen und Erfahrung, welche sich in den nächsten Jahren als nur schwer ersetzbar erwies.

      Die Notwendigkeit hochspezialisierter Eingreiftruppen blieb allerdings nicht verborgen: So hat die Sternenflotte in der nachfolgenden Zeit die Mobilen Einsatzkräfte, die MSGs, durch eilig zusammengewürfelte Verbände, SHARCs, ersetzt.

      „Die Ausbildung der normalen Offiziere und Unteroffiziere der Flotte beschränkt sich meist auf die jeweiligen Fachgebiete auf denen sie eingesetzt sind“, so Lieutenant Dean, Ausbilder der Sternenflottenakademie. „Die Ausbildung an der Waffe ist marginal.“ Hinzu kommt, dass die meisten Flottenangehörigen das erlernte Wissen bzgl. Waffengebrauch, Gefechtskommunikation und Gefechtsvorgehen lediglich in Übungen abspulen müssen und meist sehr lange nicht in Notfälle geraten. Doch wenn ein solcher Notfall eintritt, das verraten die Logbücher der sich im Einsatz befindlichen Schiffe, reagieren viele Kopflos und instinktiv, was zu vermeidbaren Verlusten führt.

      Auch die SHARCs durchlaufen keine vergleichbare Ausbildung wie es damals im Marine Corps der Fall war. Der einzige Grund, weshalb diese bis heute nicht mehr Schaden angerichtet haben als sie genutzt haben, ist die Tatsache, dass diese Truppen noch von der Erfahrung ehemaliger Marines profitieren. Aber diese Personaldecke wird immer dünner.

      Auch wird häufig vergessen, welchen hohen Stellenwert das Corps für die Einführung neuer Technik hatte. So übernahmen nicht selten die Marines die Aufgabe, neue Waffentechnologie oder Shuttles sowie Ausrüstung zu testen. Dies war durch die komplexen Übungsszenarien möglich, die oft auch Extremfälle beinhalteten. So wurde das Argo-Shuttle, später u.a. auf der Enterprise-E eingesetzt, vorher mehrere Monate vom Marine Corps in der Praxis getestet und verbessert, bevor es zur Serienreife gelangte. Eine ähnlich umfassende Alternative hat die Flotte bis heute nicht gefunden oder muss diese erst mühsam erschaffen.

      Noch dazu steckte die Flotte in einem Dilemma: Um nicht den Ruf nach einer Reinstallation des Corps aufkommen zu lassen, musste jenes in den Jahren nach der Auflösung weiterhin stigmatisiert werden. Der despektierliche Umgang verleitet allerdings keinen ehemaligen Marine dazu, mit Freude weiterhin im Dienst der Flotte zu stehen. Und so sucht die Flotte weiterhin händeringend nach Kompensationsmaßnahmen und die verlorene Knowledge-Base.

      Suchen muss Milan Rakic nicht mehr: Respekt hat er gefunden. Seit mehreren Jahren arbeitet er als Personenschützer für einen hohen Diplomaten. „Man vertraut mir sein Leben an. Ohne Respekt schafft man das nicht“, sagt Rakic. Jemanden getötet hat er im Übrigen noch nie.

      Rear Admiral Princeps Kaaran Xukathal'yre'Rakos
      » Niemand ist der Allmacht näher als ein General auf dem Schlachtfeld «

      Intrinsically tied...
    • 22 Terroristen der Demetklaten hingerichtet

      22 Terroristen der Demetklaten hingerichtet
      PX-312, 22.05.2392 (69389,63), STR

      Schon zwei Wochen nach der Rettung der Geiseln, darunter 8 Föderationsbürger, durch die Sternenflotte und der Zerschlagung der augmenationsfeindlichen Terrororganisation der Demetklaten durch die Sicherheitsbehörden der Griniori-Allianz, erging heute der Urteilsspruch, welcher direkt im Anschluss vollstreckt wurde. Der Vorsitzende Richter begründete die sofortige Vollstreckung des Urteils mit der öffentlichen Sicherheit. Aus dem gleichen Grund verzichtete man auf eine öffentliche Exekution der Schuldigen, wie sie sonst bei Fällen dieser Art in der Grinori-Allianz nicht ungewöhnlich ist. Diese wurden stattdessen vor Ort durch die anwesenden Nebenkläger getötet. Die anwesenden Föderationsbürger verzichteten allerdings geschlossen auf das ihnen zustehende Recht.
      Alle 22 Angeklagten waren zuvor des Mordes in 247 Fällen, des versuchten Mordes in 10 Fällen, Piraterie und Widerstandes gegen die Staatsgewalt für schuldig befunden worden. Die Verhandlung der 26 weiteren Anklagepunkte wurde offiziell vertagt und wird laut Ansicht von Insidern auch in Zukunft ausbleiben. Auch eine Revision wurde nicht eingelegt, da diese in der Verfahrensordnung der Grinori-Allianz bei Vergehen, die eine "grobe Gefährdung der inneren Sicherheit der Allianz" darstellen, nicht vorgesehen ist.
      Auch wenn die Entscheidung zur nicht-öffentlichen Hinrichtung in weiten Kreisen der Grinori-Gesellschaft Unverständnis hervorrief, feierten mehrere Millionen Grinori im gesamten Territorium der Allianz kurz nach Bekanntwerden des Urteils ausgelassen in den Straßen ihrer Heimatstädte. Besonders die aus unserer Sicht überaus grausame Art der Hinrichtung - die Verurteilten wurden durch die Nebenkläger mit Eisenknüppeln zu Tode geprügelt - scheint in der Öffentlichkeit aufgrund der Schwere der Verbrechen besonders positiv aufgenommen worden zu sein. Anders als in der Föderation stellt die Befriedigung des Bedürfnisses nach Rache innerhalb der Grinori-Gesellschaft kein Tabu dar, sondern bildet gemeinsam mit dem Erhalt der Ordnung und der Erfüllung eines Anspruches auf Gerechtigkeit eines der Grundprinzipien der Justiz der Grinori dar. Diese versucht soweit wie möglich den Geschädigten, oder deren nächsten Angehörigen, die Möglichkeit zu geben, die Täter selbst zu bestrafen. Rear Admiral Davion, die sich unter den Zuschauern befand und nach uns vorliegenden Informationen den Gerichtssaal bereits während der Vollstreckung des Urteils verlassen haben soll, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
      Doch was hat uns dieser Fall gezeigt? Zum einen wurde deutlich, wie sehr die Weltanschauungen innerhalb des Eden-Dreibundes sich unterscheiden und dass diese Konflikte bisweilen mit enormer Brutalität ausgetragen werden. Andererseits zeigte sich wieder einmal, welche Vorteile die hervorragende Kooperation zwischen den Behörden des Dreibundes und der Sternenflotte. Andererseits wurde uns allen erneut vor Augen geführt, dass der Dreibund sich in vielerlei Hinsicht sehr stark von der Föderation unterscheidet und dies aller Voraussicht nach auch tun wird. Dies sollte von jedem Föderationsbürger beachtet werden, der mit dem Dreibund in Berührung kommt.

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    • Eden-Dreibund stellt Referendum in Aussicht

      Eden-Dreibund stellt Referendum über den offiziellen Namen des Sternensystems und der Planeten in Aussicht - Steht eine Namensänderung bevor?
      PX-312, 22.08.2392 (SZ 69641,05), JS

      Nach vielen Jahren der Uneinigkeit und scheinbar endlosen Diskussionen über einen endgültigen Namen, der für das Sternensystem und den Planeten mit dem Sitz des Rates für den Eden-Dreibund angesetzt und übernommen werden soll, scheint es offenbar in der nächsten Zeit zu einer Einigung zu kommen.
      Durch einen Sprecher hat der Rat mitteilen lassen, das in Kürze ein Referendum zur endgültigen Abstimmung über den Namen des Systems angesetzt werden soll. Wie uns seit längerem bekannt ist, wurden in letzter Zeit überall innerhalb der Welten des Dreibundes nach Namen gesucht. Über die Art der endgültigen Abstimmung ist man sich innerhalb des Rates aber noch nicht einig. Hier sind die Namen, die zur finalen Abstimmung stehen:

      • Adan
      • Eden
      • Hodor
      • Tekarul
      • Xoranthis
      Einige dieser Namen haben einen groben Zusammenhang in den Sprachen der Mitglieder des Dreibundes, weswegen sie es letztlich auf diese Auswahlsliste geschafft haben, aber als einer der Favoriten gilt das einfache "Eden" – vor allem innerhalb der Föderationsbürger und der Sternenflotte – da es für viele naheliegend ist und insgeheim auch schon bei vielen als Synonym im Bezug zum Sternensystem und dem Ratsplaneten genannt wurde.
      Sobald die Ergebnisse über die Abstimmung vorliegen werden wir dies natürlich bekannt geben, auch wenn eine Entscheidung etwas auf sich warten lassen könnte, da bei so einer Entscheidung der Konsens innerhalb der Ratsmitglieder schwierig zu erreichen ist.

    • Genetische und kybernetische Manipulation eine Gefahr für die Zukunft?

      Der Pfad des Künstlichen
      Eine Denkschrift zum Risiko der genetischen und kybernetischen Manipulation
      Mars, 01.12.2392 (69916,95) RH

      Erstmalig mit dem Gedanken konfrontiert wurde ich während einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Sternenflotte. Dort begegnete ich einem andorianischen Flaggoffizier mit lediglich einem Auge, das andere überdeckt von einem Stück erlesenen, zur Uniform passenden, schwarzen Stoffes. Das eigentlich ungewöhnliche an diesem Anblick war, dass ich in meinen 33 Jahren als Journalist noch nie jemanden gesehen hatte, dem so offensichtlich ein Teil des Körpers fehlt. Viel hätte ich darum gegeben, mit dem Offizier über seine Motive zu sprechen, doch wie die meisten von Andor stammenden Offiziere der Sternenflotte hatte er wenig übrig für Vertreter meiner Zunft, sodass es bei einer Geste der Fühler blieb und ich mich wie immer fragte, ob damit ein Gruß oder bloße Verachtung zum Ausdruck gebracht wurde. Der Keim für den Gedanken war gesetzt und zog mich zunehmend in seinen Bann, sodass ich mich in den folgenden Monaten mit dem Thema der künstlichen Weiterentwicklung unserer Natur in all seinen Aspekten auseinandersetzte.

      Am Anfang steht die Frage: Was sind wir? Zunächst sind wir das Produkt einer Evolution, hervorgegangen aus dem Wettstreit zwischen Mutationen, da einige mehr als andere das Überleben der jeweiligen Individuen begünstigten. In einem Prozess über Millionen von Jahren, der eine sich der Unendlichkeit näherende Vielfalt der Möglichkeiten hervor brachte, setzten sich schließlich jene Eigenschaften durch, die wir heute als Mensch, Vulkanier oder Andorianer kennen. Und trotzdem unsere stark beschränkte Lebenserwartung den Eindruck vermitteln kann, ist die Evolution noch lange nicht abgeschlossen, so sie denn überhaupt jemals ein Ende nimmt, denn letztendlich ist sie eine Anpassung an die dem Leben gegebenen Umstände.

      Es gibt jedoch ein Phänomen in zahlreichen Kulturen, die sich gemeinhin als fortschrittlich und zivilisiert bezeichnen. Mit fortschreitender Entwicklung in den Disziplinen Medizin, Technik und Psychologie vervielfältigen sich die Möglichkeiten, die eigenen, von der Evolution geschaffenen Grenzen zu sprengen in einem Zeitraum, der im Vergleich zur unbeeinflussten Entwicklung nicht einmal einen Herzschlag umfasst. Gleichzeitig zur Zunahme der Möglichkeiten sinkt auch die Hemmschwelle, von diesen Gebrauch zu machen, denn unausweichlich und mit der Gewöhnung stärker werdend stellt sich die Frage: "Warum nicht?" Warum sollte man den eigenen Körper nicht verbessern, sich über die natürlichen Grenzen hinweg setzten, um leistungs- und widerstandsfähiger zu werden?

      Am Anfang dieser Entwicklung steht erstaunlich häufig die Genmanipulation. Schon kleine Eingriffe, die mancher Mediziner mit einer abschätzigen Geste als Routine bezeichnet, können das Wesen der Betroffenen grundlegend ändern, sowohl in körperlicher als auch mentaler Hinsicht. Wir sind in der Lage, zu züchten, wonach es uns verlangt, etwa der Befähigung zum Atmen in giftigen Atmosphären, wovon jeder von Klaustrophobie geplagte Raumfahrer träumen dürfte. Am Ende besitzen wir gar die Möglichkeit, ein Wesen zu kreieren, dass im Grunde der Charakterisierung als neue Spezies bedarf. Die Erfahrungen aus der Geschichte haben uns indes gelehrt, von diesem Schritt Abstand zu nehmen, denn noch heute ruft etwa der Name Khan Noonien Singh nicht nur auf Terra Schrecken hervor. Er ist ein mahnendes Beispiel für ein Projekt, dessen Ausgang aller Vorsicht zum Trotz ungewiss ist, denn man erschafft neues Leben, dass sich unseren moralischen und ethischen Vorstellungen gleich unseren Kindern zwar unterwerfen soll, das hingegen - anders als unsere Kinder - womöglich gar nicht die Befähigung dazu besitzt. Ein Dilemma, aus dem strikte Gesetze hervor gingen, um eine Katastrophe zu verhindern und uns beständig daran zu erinnern, dass wir uns aller Erkenntnisse zum Trotz nicht auf einer Stufe mit der evolutionären Kraft der Natur sehen sollten.

      Der nächste Schritt, dessen Entwicklung oftmals auch parallel zur Genmanipulation verläuft, ist der Einsatz von Prothesen. Während Prothesen im Anfangsstadium kaum mehr darstellen als einen notdürftigen Ersatz verlorener Körperteile - beispielsweise durch einen Unfall -, erlangen sie mit fortschreitendem Entwicklungsstadium die Befähigung, zu ersetzende Organe und/oder Gliedmaßen in Sachen Leistung und Widerstandskraft zu übertreffen. Vor diesem Hintergrund stellt sich erneut die Frage, wo und weshalb man Grenzen setzen sollte.

      Ein wohl unbestrittenes Argument ist die Verbesserung der Lebensqualität jener Individuen, die ein Organ oder eine Extremität infolge von Krankheit oder äußerer Einwirkung verloren haben. Doch muss man sich an dieser Stelle bereits der Diskussion stellen, ob die Prothese das Original im identischen Maßstab ersetzen oder, wie häufig möglich, gar verbessern soll? Wäre es nicht erstrebenswert, eine ohnehin verlorene Leber durch ein künstliches Organ zu ersetzen, dessen Filterfähigkeit unbegrenzt ist und die Aufnahme von Speisen erlaubt, welche einem zuvor verwehrt waren? Eine - wenn auch mit Vorsicht zu genießende - Umfrage der medizinischen Fakultät der Universität von Bolarus IX hielt fest, dass annähernd jeder zweite Föderationsbürger diese Erwägung mit einer positiven Antwort bedenken würde. Anders als im Fall der Genmanipulation hat der Föderation keine Gesetze erlassen, die den Einsatz von Prothesen zur Aufwertung des Individuums beschränken. Aus diesem Blickwinkel heraus betrachtet ist es schon fast ein Wunder, wie selten und - im Falle einer vorhandenen Prothese - wie unauffällig diese eingesetzt werden. Eine immer wieder auflebende und mehr exemplarisch gehaltene Debatte ist etwa der potentielle Nutzen künstlicher Sehorgane in der Sternenflotte. Als wissenschaftlich erwiesen gilt, dass Prothesen die Leistungsfähigkeit der meisten bekannten Sehorgane deutlich übertreffen, so können verschiedene Spektren ausgewählt werden bis hin zum Ultraviolettbereich, das Verletzungsrisiko sinkt und die Schärfe kann nach Bedarf reguliert werden. Die Einsatzmöglichkeiten an Bord von Raumschiffen sind unzählbar und doch würde niemand diesen Ansatz (bisher) ernsthaft verfolgen mit Blick auf das Selbstbestimmungsrecht jedes Individuums.

      Im Laufe meiner Recherchen bin ich auf zahlreiche Beispiele für Gesellschaften gestoßen, die den Weg zur künstlichen Selbstverbesserung und damit zur Abkehr von ihrem evolutionären Naturell beschritten haben. Da wäre die Kolonie auf Moab IV, deren Bewohner genetisch für im Vorfeld definierte Aufgaben gezeugt werden und die in einer sehr harmonischen, doch ebenso instabilen Gemeinschaft existieren. Die Fähigkeit zur Anpassung ging verloren. Ein jüngerer und gleichwohl brisanterer Fall umfasst die Auseinandersetzungen zwischen Augmentierten und Nicht-Augmentierten in der Grinori-Allianz, die zu Terrorakten und letzthin vielen Opfern geführt haben. Die Abkehr vom eigenen, ursprünglichen Wesen ist eine kontroverse Angelegenheit und führt scheint's in Regelmäßigkeit zur kriegerischen Spaltung ganzer Zivilisationen. Als das wohl extremste Beispiel verbleiben am Ende die Borg, eine Existenz, die in einem Maße künstlich ist, dass jede Aussicht schwindet, ihren Ursprung jemals extrapolieren zu können. Auch hat die Veränderung einen Charakterzug im Kollektiv geschaffen, den wir heute fürchten: Die bedingungslose und unerschütterliche Überzeugung von der eigenen Überlegenheit aufgrund der Fähigkeit, sich zu jeder Zeit den Umständen anpassen zu können ohne moralische, ethische oder insbesondere körperliche Grenzen.

      Welche Fragestellungen ergeben sich aus diesen Überlegungen nun für uns? Ich habe lange darüber nachgedacht und den Ausschlag gab am Ende ein Artikel in einer medizinischen Fachzeitschrift. Das Thema war die Frau-Frau Fertilisation, also das Zeugen von Kindern durch zwei als weiblich zu kategorisierende Personen. So wundervoll der Beginn des Lebens ist, so ausgeschlossen wäre dessen Entstehung ohne den Einsatz der erforderlichen Technologien. Man kann also von einer rein kulturellen Errungenschaft sprechen, welche uns Kraft unseres Willens darüber erhebt, was wir eigentlich sind. Ist somit die Entwicklung der Technik und ihr unbeschränkter Einsatz die nächste Evolutionsstufe? Ich kann diese Frage nicht abschließend beantworten, doch empfinde ich starke Zweifel, denn was wir heute darstellen, ist das Ergebnis einer Versuchsreihe über einen Zeitraum, dessen Dauer sich unserer Vorstellungskraft entzieht. Auch wenn ich der Natur kein Bewusstsein zusprechen möchte, so kann man ihr Verfahren als langfristig und ausgesprochen gründlich bewerten, während wir selbst und durch eben jenes Verfahren mit der Befähigung ausgestattet, Erkenntnis zu erlangen, dem Glauben aufsitzen, Erhabenheit über diesen Prozess zu besitzen und in unglaublich kurzer Zeit tiefgreifende Veränderungen an uns selbst vornehmen, ohne auch nur erahnen zu können, welche Konsequenzen uns hierdurch erwarten.

      Es wäre ein Fehler, aus diesem Wissen heraus nun abstürzt zu handeln. Vielleicht ist es auch ein Fehler, überhaupt zu handeln, denn keine Regierung und keine Mehrheit kann durch Verbote aufhalten, was nicht im tiefsten Verständnis einer Gesellschaft verankert ist. Es ist vielmehr an uns allen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden und damit einen Konsens für unsere weitere Existenz: Wohin wollen wir gehen? Sind wir egoistisch genug, die Zukunft unserer Nachfahren durch Manipulation unseres ureigenen, natürlichen Wesens dem Risiko auszusetzen, ihre Freiheit und Unversehrtheit zu verlieren, schlicht weil wir die Möglichkeit dazu haben? Zweifelsfrei werde ich die Antwort nie erhalten, doch irgendwann wird sie feststehen. Dann bleibt zu hoffen, dass wir - heute - die richtige Wahl getroffen haben.

      Zum Abschluss sei angemerkt, dass ich den andorianischen Flaggoffizier schriftlich um eine Stellungnahme gebeten habe, weshalb er sein Auge nicht ersetzen lies. Seine Antwort war denkbar präzise: "Kein Kommentar."

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    • Die Ruhe vor dem Sturm? Der Klingonenpakt kündigt Flottenmanöver an

      Die Ruhe vor dem Sturm?
      Der Klingonenpakt kündigt Flottenmanöver an
      Terra, 30.11.2392 (69915,76), TAJ

      Seit dem Beitritt der Gorn Hegemonie zum Klingonenpakt sind mittlerweile fast neun Monate vergangen. In dieser Zeit hat man nur wenig Neues von den Klingonen, Tholianern oder den Gorn gehört. Es schien gar so, als wären die Mitglieder des Klingonenpaktes vom Erdboden verschwunden. Selbst aus hohen Kreisen der Sternenflotte hörte man in den letzten Wochen mehrfach scherzhaft, dass die Klingonen sämtliche Aktivitäten eingestellt hätten. Auch an der Grenze zum Klingonischen Reich schien sich die zuvor angespannte Lage in den zurückliegenden Monaten beruhigt zu haben. Die Klingonen waren an der Grenze nach wie vor präsent, traten aber weniger aggressiv auf.

      Dies scheint sich nun mit Beginn einer neuen Woche geändert zu haben. Dem Föderationsnachrichtennetzwerk liegt eine Verlautbarung des klingonischen Militärs vor, welche durch das Oberkommando der Sternenflotte bestätigt wurde. Danach ließ Kanzler Q'naH verlauten, dass es nahe der Sternenbasis 234, derzeit unter dem Kommando von Captain von Salis, in den nächsten Monaten ein ausgedehntes Manöver mehrerer klingonischer, tholianischer und gornischer Geschwader geben wird. Dies stellt die erste gemeinsame Flottenübung nach dem Anschluss der Gorn an den Klingonenpakt dar. Begleitet wurde diese Ankündigung von einer erneuten Zunahme des aggressiven Verhaltens und einigen Grenzübertritten klingonischer Schiffe im Turia-Sektor.

      In der Verlautbarung hieß es weiter, dass die Tholianische Versammlung ebenfalls vermehrt Flottenmanöver an den Grenzen ihres eigenen Reichs abhalten wird. Das tholianische Oberhaupt Yntak'Bu begründet dies mit den expansionistischen Tendenzen der Föderation nahe Grinor. Unbestätigten Berichten zufolge, soll in den nächsten Wochen ein erstes Manöver der Tholianer unweit der Marianenwolke nahe Xi-Vega II stattfinden.

      Wie es scheint, ist es mit der Ruhe der letzten Monate nun endgültig vorbei. Eine offizielle Stellungnahme des Sternenflotten-Oberkommandos zu den angekündigten Flottenmanövern des Klingonenpaktes steht noch aus, die Einheiten der Sternenflotte im Turia-Sektor wurden jedoch vorsorglich in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

      Commodore Robert Sullivan
      Geschwaderkommandant
      Task-Force Turia

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Robert Sullivan ()

    • Admiral Chiron echauffiert sich über Shuttlelizenzen

      (Keine) Lizenz zum Fliegen
      Mars, 29.01.2393 (70080,50), RH

      Wer schon immer einmal einen vor Wut kochenden Admiral der Sternenflotte sehen wollte, kam am gestrigen Abend während einer Pressekonferenz im Flottenoperationszentrum gänzlich auf seine Kosten. Admiral Chiron Tianyu, Leiterin des Konstruktionskommando der Sternenflotte und gemeinhin bekannt für ihre Sachlichkeit, empörte sich über die "schleichende" Arbeitsweise des föderalen Ministeriums für Infrastruktur. Hintergrund ist eine Reform der Vergabe von Lizenzen für den Shuttleflug, so ratifizierte der Föderationsrat vor knapp drei Jahren einen Antrag des BVG (Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit), das Ausstellen von Lizenzen an streng begrenzte Tonnageklassen zu koppeln. Ausgangspunkt für den Antrag war eine Statistik, der zur Folge ein deutlicher Anstieg von Unfällen beim Einsatz von schwer beladenen Frachtshuttles zu verzeichnen sei. Praktisch bedeutet dies seither, dass Piloten eine Zusatzqualifikation in Form einer gesonderten Ausbildung erwerben müssen, um ihre Lizenz dahingehend zu erweitern, Shuttles dieser Tonnageklasse fliegen zu dürfen.

      Was in der zivilen Wirtschaft kein Problem darstellte, wird für die Sternenflotte nun jedoch zur Herausforderung. Für die Ausbildung der in der Flotte benötigten Piloten wurden keine zusätzlichen Mittel bewilligt, sodass sie nach den bis dato gültigen Vorgaben fortgeführt wurde. Während dies für den Dienst an Bord der Schiffe und Stationen in der überwiegenden Zahl der Fälle ausreichend war, stellte das Konstruktionskommando schon bald fest, dass in den Werftanlagen eingesetzte, neue Piloten die häufig schweren Frachtshuttles nicht steuern durften. Da das Gesetz keine rückwirkende Anwendung erfuhr, reichte der vorhandene Personalbestand zunächst aus, das Problem zu relativieren, doch inzwischen zeigen sich erste Konsequenzen. So konnte vor etwa einer Woche die Warpgondel eines Schiffes der neuen Chimera-Klasse erst mit acht Stunden Verspätung montiert werden, denn in der Technikerschicht des Materiallagers befand sich kein einziger Pilot mit der für den Transport der schweren Bauteile erforderlichen Lizenz.

      Admiral Chiron räumte zwar ein, dass dieses Problem womöglich ebenso von Seiten des Ausbildungskommandos oder durch das Ministerium der Sternenflotte selbst hätte gelöst werden können, jedoch habe ihr der Infrastrukturminister - gleichsam Zuständig für die Ausstellung von Raumfahrtlizenzen - garantiert, binnen sechs Monaten eine Lösung zu präsentieren; - etwa eine Sonderregelung, wonach Piloten der Sternenflotte Shuttles von höherer Tonnageklasse im Dienst steuern dürften. Nach Aussage der Admiral ist das Einlösen dieser Garantie seit nunmehr acht Monaten überfällig, womit auch die Schwierigkeiten in den Werfteinrichtungen der Sternenflotte zunehmen.

      Eine Stellungnahme des Ministeriums für Infrastruktur steht bisher aus, es ist aber damit zu rechnen, dass nun, da die Angelegenheit den Blick der Öffentlichkeit gewonnen hat, rasch eine Lösung gefunden wird. Der emotionale Ausbruch der Admiral aus ihrer sonst zur Schau getragenen Ruhe hingehen ist ein bezeichnendes Beispiel, welche Folgen bereits eigentliche banale Veränderungen in einer solch gewaltigen Organisation wie der Sternenflotte haben können.

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    • Mutmaßliche Wilderer bezahlen für Angriff auf den Schwarm mit dem Leben

      Gruppe mutmaßlicher Wilderer getötet
      Terra, 31.01.2393 (70085,74), FK

      Beginnend ab dem 4. November 2390 vollzog sich ein bemerkenswertes und in der Geschichte wohl einmaliges Schauspiel im Sol-System: Ein riesiger Schwarm im Weltraum beheimateter Lebewesen trat in einen hohen Orbit um das terranische Zentralgestirn ein, um sich in den darauf folgenden drei Wochen der Nahrungsaufnahme und Paarung zu widmen. Am 23. November verließ der Schwarm das System bereits wieder, ohne Schäden hinterlassen zu haben und um zahlreiche Jungtiere bereichert. Dem Forschungsschiff USS Moby Dick wurde daraufhin der Auftrag erteilt, dem Kurs des Schwarms für sechs Monate in gebührendem Abstand zu folgen, während die Tiere sich auf den Weg zu ihrem nächsten Ziel machten; - dem Wega-System. (epa 2390: (1), (2), (3))

      Vor einer Woche besuchte die USS Moby Dick den Schwarm erneut, um die Forschungsarbeiten fortzusetzen und Aufzeichnungen über mögliche Veränderungen im Verhalten der Tiere zu sammeln, doch noch vor Erreichen des Zielgebietes stieß man "im Fahrtwasser" des Schwarms auf eine große Anzahl von Trümmern. Eine Analyse ergab, dass es sich um die Wracks von mindestens zwei Frachtschiffen sowie einer Yacht handelt. An Bord aller drei Schiffe fand man neben für diese Schiffstypen nicht zugelassenen Waffensystemen auch die Überreste einiger Exemplare der Schwarmtiere. Der Verdacht liegt daher nahe, dass es sich bei den Besatzungen der Schiffe um Wilderer gehandelt haben muss. Zu möglichen Überlebenden liegen indes keine Informationen vor.

      Die Untersuchung der Wrackteile ergab darüber hinaus, dass alle drei Schiffe durch Waffenfeuer zerstört wurden. Hinweise auf die Verantwortlichen gibt es nicht, ihr Eingreifen verhinderte indes höchstwahrscheinlich, dass weitere Exemplare aus dem Schwarm getötet und eingelagert wurden, denn die Frachtkapazitäten der zerstörten Schiffe waren - so der Erste Offizier der USS Moby Dick, Lieutenant Commander Fedallah - nur zu gut 1/3 ausgeschöpft zum Zeitpunkt des Angriffes. Der Föderationssicherheitsdienst (FND) hat mit Unterstützung der Sternenflotte die Ermittlungen bereits aufgenommen. Auch kündigte das Flottenoperationszentrum an, dass bis zur Klärung der Hintergründe der Tat ein Raumschiff der Sternenflotte den Schwarm permanent begleiten wird.

      Unteressen gab die Firma Ravenwood ohne Aufforderung eine Pressemitteilung heraus, in der sie jede Beteiligung oder Verantwortung an den Ereignissen vehement bestreitet. Bedenkt man die jüngere Geschichte des Konzerns und das große Interesse von Ravenwood an der natürlichen Tarnfähigkeit des Schwarms zum Zeitpunkt seines Aufenthaltes im Sol-System eine verständliche, wenn auch nicht nur vorteilhafte Maßnahme. Diverse Organisationen, die sich für den Schutz Nicht-intelligenter Lebewesen einsetzen, bewerten diese Mitteilung bereits als eine Form des Schuldeingeständnisses.

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    • Lage in der klingonischen Besatzungszone weiterhin angespannt

      Romulanische Kolonisten verweigern Strahlungsbehandlung
      Wahre Geschichte oder Propaganda?
      Rho Tucanae, 03.02.2393 (70091,80), FK

      Es ist still geworden um die klingonische Besatzungszone im Romulanischen Sternenimperium. Maßgeblich begründet sich dies auf ein strikt kontrolliertes Einreiseverbot für jedes Schiff und jede Person, die nicht einer der Paktmächte angehören. Während einer öffentlichen Sitzung des romulanischen Senats informierte General Jerol - Leiter des Geheimdienstes Tal Shiar - die Senatoren auf direkten Wunsch Praetor Octavias nun jedoch über einen Fall, der als beispielhaft für die herrschenden Zustände in der Besatzungszone beschrieben wird:

      Appia ist der Name eines Planeten und Sitz einer romulanischen Kolonie, gegründet vor etwa 75 Jahren, um die dort vorhandenen, großen, natürlichen Rohstoffvorkommen nutzbar zu machen. Unter anderem werden Dilithium, Eisen und Duranium gewonnen, sodass Appia durch die romulanischen Streitkräfte als strategisch wichtiger Standort für die Rüstungsproduktion bewertet wurde. Während des klingonischen Angriffes fand im Orbit ein Gefecht statt, das die Romulaner verloren und in dessen Verlauf einige Torpedogefechtsköpfe auf der Oberfläche einschlugen. Über die unmittelbaren Verluste in der überwiegend romulanischen Bevölkerung liegen keine offiziellen Informationen vor, doch auch General Jerol bezeichnete sie als äußerst gering. Die Explosionen zerstörten indes eine Gebirgskette, etwa 30 (terranische) Kilometer von der Hauptsiedlung entfernt und legten das bis dato vom Gestein umhüllte Element Uran frei. Die unvermeidliche Konsequenz war und ist eine steigende radioaktive Strahlenbelastung im Umfeld der Explosionskrater, was die etwa 50.000 Einwohner umfassende Siedlung einschließt. Die Werte erreichen nach Informationen des Tal Shiar etwa das einhundertfache der für Romulaner unbedenklichen Strahlungsmenge. Von Seiten der klingonischen Besatzungstruppen wurden überraschenderweise Anti-Strahlungsmedikamente zur Verfügung gestellt, um einer möglichen Verstrahlung vorzubeugen, jedoch verweigern die Kolonisten die Einnahme. Offiziell, so General Jerol, begründen die Klingonen ihre Entscheidung mit der Unehrenhaftigkeit eines Todes infolge von Radioaktivität, tatsächlich dürfte es hingegen um den Erhalt von Arbeitskräften gehen, denn auch die klingonische Flotte ist auf die Rohstoffe von Appia angewiesen. Inzwischen sei die Sterblichkeitsrate infolge von Krebserkrankungen signifikant gestiegen, das Hilfsangebot der Besatzer anzunehmen stünde für die romulanischen Kolonisten indes weiterhin außer Frage. Sie würden, schloss General Jerol seinen Bericht, eher in den Tod gehen, als in irgendeiner Form mit den Klingonen zu kooperieren.

      Welchen Wahrheitsgehalt dieser Bericht enthält, kann nicht überprüft werden. Die Tatsache, dass die Bereitschaft der Klingonen zur Unterstützung von Romulanern öffentlich benannt wird, verleiht ein gewisses Maß an Glaubwürdigkeit, während zugleich ebenso bezweifelt werden muss, ob die Klingonen tatsächlich ein solches Interesse an der Gesundheit der Bevölkerung in den von ihnen besetzten Sektoren haben. Gleichwohl erscheint der Widerstand der Kolonisten aus diesem Blickwinkel um so heroischer. Zweifellos dürfte der Bericht eine Propagandamaßnahme sein, der womöglich ein wahrer Kern zugrunde liegt. In jedem Fall aber zeigt er auf, dass noch lange keine Entspannung in diesem Konflikt zu erwarten ist und die Fronten noch immer so verhärtet sind, wie zu Zeiten des offenen Krieges.

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    • Klingonischer Spion als Schwarzes Loch enttarnt

      Schwarzes Loch "spioniert" Subraumkommunikation aus
      Terra, 07.02.2393 (70103,31), RH

      Ein nicht zu identifizierendes Muster in der Subraumkommunikation zwischen dem Hauptquartier der Sternenflotte auf Terra und Sternenbasis 234 sorgte in den vergangenen Monaten für einige Besorgnis in der Admiralität. Sowohl die Sende-, als auch die Relaisstationen zeigten nach intensiver Überprüfung keine Fehlfunktion, sodass der Verdacht aufkam, die Verbindung könnte womöglich abgehört werden. Diese Theorie stützte sich maßgeblich auf eine sehr vage Ähnlichkeit des in der Subraumraumverbindung gemessenen Musters mit einem veralteten, klingonischen Militärkode. Wie inzwischen bekannt wurde, setzte der Geheimdienst der Sternenflotte mit Aufkommen dieser Vermutung alle verfügbaren Mittel ein, um Beweise für eine mögliche Spionagetätigkeit der Klingonen zu finden, jedoch ohne Erfolg.

      Vor zwei Tagen nun wurde das Rätsel gelöst und damit jede Befürchtung zerstreut, die Paktmächte könnten an geheime Daten über die Aufstellung der Sternenflotte im Grenzgebiet um Turia gelangt sein. Ein denobulanisches Frachtschiff, dass infolge eines Fehlers am Navigationscomputer vom Kurs abgekommen war, entdeckte ein bisher unbekanntes Schwarzes Loch auf Wanderschaft, dessen Ereignishorizont sich - so unwahrscheinlich dies klingen mag - gegenwärtig exakt zwischen den Relaisstationen RS-1143 und RS-1144 befindet. Das unbekannte Muster erwies sich letztendlich nur als Störung, die entsteht, wenn eine Übertragung die enormen und sich auch auf den Subraum auswirkenden Gravitationskräfte durchquert. Nach Aussagen des Ministeriums für Forschung wird das Schwarze Loch in spätestens drei Wochen den Sendebereich verlassen und das Problem sich damit von selbst lösen. Die entdeckte Ähnlichkeit zu dem klingonischen Militärkode ist im Übrigen lediglich Zufall; - so es diese denn je gab.

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    • Brand in San Francisco Flottenwerft - Keine Verletzten

      Brand in San Francisco Flottenwerft
      Terra, 11.02.2393 (70114,28), ZE

      Ein Brand im Lotsenkontrollzentrum der San Francisco Flottenwerften sorgte am heutigen Morgen im orbitalen Flugverkehr über Terra für einiges Chaos. Gegen 09:12 Uhr Ortszeit wurde Feueralarm im Zentralkomplex der Werft ausgelöst. Trotzdem die Feuerwehr mit Hilfe der automatischen Löschsysteme die Situation rasch unter Kontrolle hatte, wurden mehrere für die Koordination von Leitstrahlen zuständige Computersysteme irreparabel beschädigt. Bis die zivile Raumüberwachung den Flugverkehr von und zu der Werfteinrichtung vollständig übernommen hatte, verging eine weitere halbe Stunde, innerhalb derer es beinahe zwei Zusammenstöße von Fracht- oder Personentransportfähren gegeben hätte. Verletzt wurde jedoch sowohl im Schiffsverkehr wie auch in der Lotsenstation niemand.

      Als Brandursache erwies sich das defekte Musikabspielgerät eines Werfttechnikers. Scheinbar kam es in dem Gerät zu einer Überladung, in deren Folge starker Funkenschlag das Polster eines Stuhls entzündete. Captain Amir Ethales, Adjutant im Stab des Konstruktionskommandos, äußerte sich sichtlich erregt zur Angelegenheit, da der Brand den aufgrund von Umbaumaßnahmen ohnehin engen Zeitplan der Werft gehörig durcheinander brachte: "In jedes unbedeutende Gerät baut man inzwischen einen Stromerzeuger ein, mit dem man ein Haus in die Luft sprengen kann. Wofür braucht so ein Musikgerät für einen Menschen Energie für 250 Jahre ununterbrochene Laufzeit?"

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    • Die schlechten Holoromane sind näher an der Realität als bisher angenommen

      "Die schlechten Holoromane sind näher an der Realität als bisher angenommen"
      Der renommierte Literaturkritiker Linus Fawcett relativiert seine Kritik, dass die Holoromane der Post-Canon-Zeit realitätsfern seien und es den Autoren an Kreativität mangele
      Cleburne, TX, 18.02.2393 (70133,93)

      Der renommierte seit vier Jahren mit der Skandalautorin Erika Lennart verheiratete Literaturkritiker Linus Fawcett vom überaus elitären Hill College relativiert überraschend seine Kritik an den Autoren der Post-Canon-Zeit, die er bereits vor vielen Jahren in einem Leserbrief geäußert hatte. Die Verzweiflung über diese Abflachung des Niveaus hatte den rüstigen Rebellen gar zwischenzeitlich in die Alkoholsucht getrieben, von der er sich nach eigenen Aussagen jedoch wieder erholt habe. Zum Thema sagte Fawcett: "Tatsache ist, dass das in Holoromanen inflationär vorkommende Verschwinden von Sternenflottenschiffen in Paralleluniversen, alternativen Zeitlinien und fremden Galaxien oder auch nur aufgrund von gewöhnlichen Zeitreisen zwar von fehlender Kreativität zeugt, doch eine Basis in der Realität hat." So verweist der Hochschullehrer auf eine Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Föderationsrates, das einen Anstieg der Vermisstenmeldung von Sternenflottenschiffen im vergangenen Jahrzehnt beweist.

      Die Studie verweist auf die dramatisch angestiegene Zahl von Vermisstmeldungen von Sternenflottenschiffen, die der Öffentlichkeit bisher in dieser Deutlichkeit vorenthalten worden war. Als Beispiele stellt Fawcett dabei den Vorfall im Jahr 2391 vor, bei dem die USS Fenrir durch ein Wurmloch in den Deltaquadranten gezogen wurde. Erst im August 2392 war das Schiff der Nebula-Klasse in den Föderationsraum zurückgekehrt. Ebenfalls im Jahr 2391 fand sich ein Teil der Crew der USS Jo'kala in der Vergangenheit wieder und erlebte dort in einer ganz und gar ungewöhnlichen Form der Zeitreise die Vergangenheit gleich mehrerer Welten zu mehreren Zeitpunkten. Ob sich die Besatzung zur Zeit erneut auf einer Zeitreise befindet oder in den bei Sternenflottenschiffen beliebten Delta-Quadranten verschlagen wurde ist derzeit unbekannt. Seit über einem Jahr fehlt von Schiff und Crew jedoch Spur. Allerdings ist der Kommandant der Jo'kala Captain Sito Reon solche Missgeschickte gewohnt, verschlug es ihn doch schon als Kommandant der USS Troy einmal durch ein Wurmloch in den Gamma-Quadranten. Die mit einer Flugzeit von 10 Jahren verbundene Heimreise konnte jedoch mit Hilfe einer Zeitreise gelöst werden. Dieses Endspiel überstand die USS Troy allerdings nicht.

      Auch Ausflüge in Paralleluniversen beziehungsweise alternative Zeitlinien kommen häufiger vor, als der gemeine Zivilist annehmen. So hat es bereits im Jahr 2383 die USS Prevalence unter dem Kommando von Captain Marie-Louise Davion in ein von Nazibajoranern beherrschtes Paralleluniversum verschlagen. Die Rückkehr gelang zwar ohne Zeitreise, jedoch wurde das Schiff dabei vernichtet. Captain Sito diente zu diesem Zeitpunkt als Taktischer Offizier auf der Prevalence. Die mittlerweile flottenweit bekannte Französin ist in der Vergangenheit ebenfalls bereits mehrfach in Kontakt mit Zeitreisenden und alternativen Zeitlinien bekommen. Diese Begegnungen waren jedoch zumeist von kurzer Dauer und nicht Grundlage ganzer Handlungsstränge. Dafür scheint die geschichtsinteressierte Französin lieber in alten Logbüchern zu lesen. Dennoch reichten diese kurzen Begegnugnen aus, um den Wissenschaftlichen Dienst des Föderationsrates eine Folgestudie in Auftrag geben zu lassen, welche speziell die Gefährdung von Sternenbasen durch vergleichbare Phänomene einschätzen soll.

      Ein weiteres Schiff, das bereits mehrfach als verschollen galt, ist die USS Verne unter dem Kommando von Tiberium Vouk. Für den erfahrenen Kommandanten spricht allerdings die in Post-Canon-Zeiten ungewöhnlich lange Lebensdauer des Schiffes der Galaxy-Klasse, in dem zum Teil sogar noch Originalteile verbaut sind. So überstand die Verne bereits einen ausgedehnten fast einjährigen Aufenthalt in einem Paralleluniversum, das den Namen "Konsortiumsuniversum" erhielt. Seit nun über einem Jahr ist die Verne erneut vermisst. Etwas komplizierter verhielt es sich auch bei der USS Esquiline, sodass selbst der so abgebrühte KO Commodore Kaaran, dessen Beförderung sich aufgrund der für Außenstehende unübersichtlichen Geschehnisse um einige Zeit verzögert hatte, froh war dieses Kapitel seiner Sternenflottenlaufbahn hinter sich gebracht zu haben.

      Nach Auflistung dieser Beispiele verweist Professor Fawcett auf die zahlreichen ungenutzten Möglichkeiten, die den Autoren noch offen stünden. So seien Crossover mit Science Fiction- oder Fantasyuniversen aus dem 20. und 21. Jahrhundert ein Weg, neues Leben in die Welt der Holoromane zu bringen. Besonders hervor hob er dabei das vom zeitgenössischen Publikum zu Unrecht nicht ausgiebig gefeierte Universum von "Battlestar Galactica (RDM)" aus dem frühen 21. Jahrhundert, das außerdem auch heute noch Stoff für zahlreiche Spinoffs böte. Ebenso verwies er auf den Fantasyepos "A Song of Ice and Fire" von George R.R. Martin, gab jedoch zu bedenken, dass die zahlreichen Sexszenen, in denen vermehrt Venushügel aufträten, beim heutigen Publikum und den Zensoren für Missstimmung sorgen könnten. Außerdem würden auch die oft sparacanischen Gewaltexzesse in der Romanreihe den friedliebenden Föderationsbürgern, die bereits von den Hinrichtungen innerhalb der Grinori-Allianz geschockt seien womöglich den Appetit verbieten. "Da Drachen", so Fawcett "neben sprechenden Enten jedoch die mit Abstand coolsten Fabelwesen" seien, wäre ein Erfolg allerdings garantiert. Abschließend gab der Literaturkritiker den Ausbildern an der Sternenflottenakademie noch einen Tipp auf den Weg: "Ich mag zwar nur ein einfacher Literaturwissenschaftler sein. Doch so wie ich meine Ansichten zum wiederholten Auftreten abgedroschener Handlungen in Holoromanen überdacht habe, sollte vielleicht auch die Akademie der Sternenflotte dem Rechnung tragen und die richtige Handlungsweise beim Verschollensein in fremden Galaxien, anderen Quadranten, anderen Zeitebenen oder von Nazibajoranern bewohnten Paralleluniversen dringend auf den Lehrplan setzen."

      Liebe RSL, bitte nicht wieder löschen. Hier steckt viel Arbeit drin
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