Persönliches Logbuch - Sabine Keller

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  • Persönliches Logbuch - Sabine Keller

    =/\=
    Persönliches Logbuch
    von
    Sabine Keller
    I think I have lost my language
    Whatever I've said I deny
    I think I have lost my way
    Whatever was missing is gone

    Dark Tranquillity - Focus Shift

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sito Reon ()

  • =A= Beginn der Aufzeichnung =A=

    Persönliches Logbuch
    Dr. Sabine Keller
    Sternzeit 64697,65

    Es herrscht also Krieg... Ich habe mir wirklich die perfekte Zeit ausgesucht, um wieder bei der Sternenflotte zu arbeiten. Ich glaube keiner wird mir sagen können, was zum Teufel das soll... Außer die Politiker, die dafür verantwortlich sind. Wieso erklären die aus derart banalen Gründen einer anderen Großmacht den Krieg? Sind unsere Politiker wirklich schon derart von dem Paradies, in dem sie leben, verblendet, dass sie meinen, zehntausende Männer und Frauen in einen Krieg schicken zu müssen, nur um ... Ja, um was zu tun? Ich sehe nicht, dass irgendeiner davon profitieren wird... Außer die Klingonen. Mich würde es nicht wundern, wenn sie die Kriegserklärung gefeiert haben.

    Die Föderation hat damit wohl endgültig ihren guten Ruf als neutrale, friedliebende Partei im Quadranten verloren. Wie können wir jemals wieder kriegerische Aktionen anderer Mächte verurteilen, nachdem wir uns ohne jeden triftigen Grund - der das unweigerlich gefordert hätte - aktiv und kriegerisch in einen Konflikt einmischen, der zwischen zwei anderen Parteien herrscht? Überhaupt, was ist aus den Zeiten geworden, als die Diplomatie das einzige Mittel war, von dem wir Gebrauch gemacht haben, es sei denn, ein Krieg war absolut unausweichlich? Undzwar ein Krieg, der unsere Existenz akut bedroht hätte?

    Vermutlich versucht die Regierung durch Ausrufen von DefCon 1 die Sache so zu drehen, als hätten die Klingonen die Föderation direkt angegriffen. Ich meine, wann haben die Klingonen eine großflächige Invasion der Föderation gestartet? Nichts anderes hätte DefCon 1 gerechtfertigt, schließlich ist es ein Verteidigungszustand, kein Kriegszustand... Ich verstehe einfach nicht, was aus der Föderation geworden ist, in die ich hinein geboren wurde. Eine Föderation, in der friedliche Koexistenz, Toleranz und Neutralität die obersten Gebote waren? Eine Föderation, in der wir uns nicht in die Angelegenheiten anderer eingemischt haben, außer wir waren akut bedroht?

    Ich meine, selbst als das Dominion kam haben wir erst aktive Kampfhandlungen eingeleitet, als der Krieg unausweichlich wurde, nicht weil hier und da Schiffe an der cardassianischen Grenze angriffen wurden und verschwanden... Wir alle wussten, dass es das Dominion war, doch haben wir ihnen den Krieg erklärt? Nein, denn es gab bis zum letzten Moment, in dem klar wurde, dass das Dominion in wenigen Tagen angreifen würde, immer noch die Möglichkeit einer diplomatischen Lösung... egal wie gering sie auch war. Und jetzt sowas.

    Nadine hat mir letztens noch eine Nachricht geschickt und gefragt, wie es mir geht... Sie meinte, dass selbst ein Großteil der Admiräle im Flottenkommando, die sie kennt, diesen Schritt nicht nachvollziehen kann. Das alles hat nichts mehr mit der Föderation und Sternenflotte zu tun, die ich von früher kenne... Wir sind nichts besseres geworden als eine moderne Inkarnation der Vereinigten Staaten. Sich überall einmischen, Menschen in den Tod schicken, nur weil die Politiker meinen, die Welt müsse genau so sein, wie sie es sich vorstellen... Und was war das Ende der Geschichte? Sie haben den 3. Weltkrieg gerade noch so in Ruinen überlebt, nur um dann in der postatomaren Schreckenszeit unterzugehen... Wieso lässt mich das Gefühl nicht los, dass uns das früher oder später auch drohen wird, wenn wir diesen Kurs weiter verfolgen?

    =A= Ende der Aufzeichnung =A=
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
  • =A= Beginn der Aufzeichnung =A=

    Persönliches Logbuch
    Dr. Sabine Keller
    Sternzeit 66038,32

    Es ist jetzt fast 10 Monate her, seitdem wir im Gamma-Quadranten gelandet sind. Auch wenn es sich irgendwie so anfühlt, als wären wir schon seit Jahren unterwegs... Ich muss aber zugeben, dass ich mich mittlerweile an das Leben an Bord gewöhnt habe. Eigentlich fühle ich mich hier sogar richtig wohl. Die Zusammenarbeit mit der Besatzung gestaltet sich ausgesprochen gut: Die Führungsoffiziere sind kompetent, der Kommandant weiß was er tut und niemand hier scheint die sonst so häufig anzutreffende Meinung zu vertreten, wir seien bloß Soldaten. Ganz im Gegenteil: Auf der Troy findet man noch eben die Sternenflotte, die man heutzutage oft missen muss: Man versteht sich als Forscher und nicht als Militär. Das merkt man besonders daran, dass sich fast alle mit unserer Situation abgefunden haben und es als Gelegenheit sehen, etwas neues zu entdecken. Wenn das mal kein Entdeckergeist ist...

    Besonders zufrieden bin ich aber mit der Tatsache, dass man mich hier als vollwertiges Mitglied der Besatzung akzeptiert hat. Etwas, was z.B. der Führungscrew der Verne schwer gefallen war, was ich bis heute nicht nachvollziehen kann. Man behandelt mich nicht als "unfähige Zivilistin", sondern schenkt mir eben den Respekt, der mir als langjährig tätige Fachärztin zusteht. Eben so, wie es auch sein sollte. Vermutlich bin ich deswegen so froh darüber, mit dieser Crew hier gestrandet zu sein. Denn obwohl es einigen am Anfang wohl schwer gefallen war, meine Stelle in der Kommandokette zu verstehen, wurde ich schnell ohne Wenn und Aber integriert.

    In diesem Sinne bin ich besonders glücklich über die Zusammenarbeit mit Jennifer [Ryan], selbst wenn ich zugeben muss, dass ich gerade zu Beginn etwas überrascht darüber war, wie unkompliziert wir gemeinsam arbeiten können. Vermutlich liegt das auch daran, dass wir uns in unseren Erfahrungswerten gut ergänzen: Denn die Tatsache, dass ich über Jahre ausschließlich als klinische Notfallmedizinerin tätig war, hat mir dieses gewisse Etwas genommen, das man braucht, um als Arzt auf einem so kleinen Forschungsschiff funktionieren zu können. Denn während die Gauntlet und Verne eine vollständige medizinische Forschungsabteilung hatten, die sich mit den nicht-klinischen Fragen unserer Arbeit beschäftigten, müssen Jennifer und ich auf der Troy diesen Part auch übernehmen: Was ich schlicht und ergreifend über die Jahre verlernt habe. Da hat Jennifer halt den Vorteil, dass sie nach ihrem AiP nichts anderes getan hat. Andersrum bringe ich halt meine klinische Erfahrung mit ein... Wie gesagt, wir ergänzen uns einfach gut. Auch wenn ich sagen muss, dass ich in den letzten 10 Monaten wieder halbwegs in die wissenschaftliche Seite unserer Arbeit reingekommen bin und sogar Gefallen daran gefunden habe, mich so mancher intellektueller Herausforderung zu stellen, mit der ich als reine Klinikerin früher niemals konfrontiert worden wäre.

    Insgesamt hat mich das Leben an Bord mittlerweile deutlich ruhiger und nachdenklicher werden lassen. Ich genieße es richtig, nach meinen 8 Stunden - die ja praktisch nichts weiter als Bereitschaftsdienst sind - Zeit für mich zu haben. Ich lese wieder mehr, mache weniger aggressiven Sport und esse auch wieder ausgewogener. Vor allem komme ich so langsam auf den Geschmack, was das manuelle Kochen angeht. Ich habe ja nie verstanden, was Nadine so spaßig daran gefunden hat, doch jetzt, wo ich mir regelmäßig die Zeit dazu nehme, tue ich es. Und das schlägt sich langsam auch auf mein Gewicht nieder... Die vier Kilo muss ich schleunigst wieder los werden, bevor sie sich noch setzen. Muss ich halt die nächsten Wochen etwas mit verschiedenen Salaten experimentieren.

    Wie dem auch sei: Das Fazit nach 10 Monaten lautet, dass ich die Troy nun definitiv als mein Zuhause sehe. Und welch' größeres Lob kann ich ihr und der Besatzung schon machen?

    =A= Ende der Aufzeichnung =A=
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
  • =A= Beginn der Aufzeichnung =A=

    Persönliches Logbuch
    Dr. Sabine Keller
    Sternzeit 66886,94

    Es ist wieder eine Weile her, seitdem ich meinen letzten Logbucheintrag verfasst habe. Was wohl daran liegt, dass die Ereignisse seit unserer Rückkehr in den Alpha-Quadranten trotz der heiklen Natur unseres Auftrags weniger für mich persönlich relevant waren. Mal ganz davon abgesehen, dass ich nie sehr viel für Tagebücher übrig hatte… Aber ich denke, dass die Zeit aufgrund der letzten Entwicklungen durchaus wieder gekommen ist.

    Mittlerweile sieht es so aus, als könne sich die Jo’kala bald wieder weniger brisanten Aufgaben widmen, die hoffentlich eine Forschungsmission beinhalten. Ich weiß nicht, wie es den anderen an Bord geht, aber ich habe genug Krisen für die nächste Zeit erlebt und möchte endlich wieder das tun, wofür die Sternenflotte geschaffen wurde. Ich bin jedenfalls gespannt, was auf uns zukommt, wenn wir wieder im Föderationsraum sind. Wobei es mich wohl kaum allzu sehr tangieren dürfte, schließlich ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass eine erneute medizinische Krise droht. So kann ich mich wieder mehr meinen eigenen Angelegenheiten widmen, die im kommenden Monat wohl in erster Linie darin bestehen werden, etwas Vorarbeit für die drohende Weihnachtszeit zu leisten. Ausgehend von den Erfahrungen der letzten Jahre werde ich Anfang Januar wieder gut 5 Kilo mehr auf den Rippen haben… Und bei meinem Glück setzt sich alles an den Hüften fest. Also heißt es jetzt provisorisch schon mal abnehmen. Auch wenn mich der ein oder andere für verrückt halten dürfte, schließlich könnte ich die 5 Kilo auch medikamentös innerhalb weniger Tage loswerden. Aber irgendwie hat es sich zu einem ganz netten Ritual entwickelt, bis Mitte Dezember ordentlich Sport zu treiben. Dadurch fühlt man sich zum Weihnachtsfest gleich viel fitter. Selbst wenn mir dieses Jahr nicht die Möglichkeiten des Winters dafür zur Verfügung stehen werden.

    *Ein Seufzen ist zu hören*

    Nun denn. Ich weiß nicht, warum ich über diesen Kram rede, wenn der eigentliche Grund für den Eintrag doch ein ganz anderer ist. Also...

    Ich habe in den letzten Wochen viel Zeit mit Teyla verbracht. Ich glaube, ich war seitdem ich damals auf die Troy gewechselt bin nicht mehr so oft in einer derartigen Häufigkeit mit derselben Person aus. Und dabei hatten wir wirklich unheimlich viel Spaß. Keine Ahnung, wann ich mich das letzte Mal so lebendig gefühlt habe… Es ist jedenfalls sehr lange her. Und sie ist eine wirklich außergewöhnliche Frau: Klug, lustig, verspielt und atemberaubend schön. Um das abzurunden, kann sie sogar noch mit meiner Art umgehen. Ich meine, ich kann bei ihr so frech sein, wie ich möchte, ohne dass sie es falsch versteht. Und sie kontert auch noch genau richtig. Mal ehrlich, wie viele Leute habe ich kennengelernt, die das konnten? Seit meinem Wechsel zur Sternenflotte vielleicht Toby und Jenny, aber nur ein wenig. Doch Teyla ist ein ganz anderes Kaliber… Sie weiß einfach genau, wie man es schafft, mir weiche Knie zu verschaffen. Was insofern ganz interessant ist, als dass die Personen, die das in meinem bisherigen Leben konnten, an einer Hand abzählbar sind. Und als wir uns das erste Mal geküsst haben… Ich glaube, meine Knie sind mir da nicht nur weich geworden, sie sind praktisch weggeschmolzen. Selbst wenn ich es geschafft habe, mich danach zusammen zu reißen, worauf ich doch recht stolz war.

    Was nun unser letztes Abendessen anbelangt: Es war wirklich wundervoll. Zwar waren viele peinliche Momente dabei, doch haben wir uns lange unterhalten, eine gute Flasche Wein geköpft und angeblich hat ihr sogar mein Essen geschmeckt. Ich meine, okay, ich habe fast den halben Tag hinter’m Herd verbringen müssen, bis es mir gelungen ist. Aber bei jedem, der mir in der Vergangenheit gesagt hat, mein Essen würde schmecken, konnte ich sofort erkennen, dass es nicht ernst gemeint war. Teyla dagegen… Ich habe wirklich das Gefühl, dass sie es so gemeint hat. Keine Ahnung, ob sie so gut flunkern kann, aber wenn ihr meine Kochkünste wirklich zusagen, muss es da eine besondere Verbindung zwischen uns geben.

    *Ein leises Lachen ist zu hören*

    Klingt irgendwie kitschig... Jedenfalls hat der Abend ein recht unerwartetes, wenn auch äußerst erfreuliches Ende genommen. Immerhin sind wir jetzt zusammen. Was mich aber etwas überwältigt hat war der Umstand, wie glücklich mich das gemacht hat… Ich glaube, dass ich noch nie so viel für jemanden empfunden habe. Und ich muss sagen, dass die Behauptungen stimmen: Wenn man mit Leib und Seele dabei ist und sich liebt, ist es tatsächlich weitaus schöner als der bloße Akt ohne emotionales Fundament. Und eben dieses habe ich zum ersten Mal in einem Maß, das wirklich als Fundament taugt. Weshalb ich wirklich sehr gespannt bin, wohin das mit uns führen wird.

    =A= Ende der Aufzeichnung =A=
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
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