Bordleben 8 - keserü felismerések kora

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  • Sternenbasis 492 - Keller's Quartier

    Stumm hatte der Bajoraner seiner Schwägerin gelauscht, während diese ausführlich auf seine Frage antwortete. Die Begründung, welche sie ihm dabei lieferte, stellte ihn soweit zufrieden, auch wenn er ein oder zweimal während ihrer Erläuterungen die Augenbrauen, als Zeichen seiner Verwunderung, in die Höhe zog. Dass man der Schiffsführung eines Raumschiffes der Galaxy-Klasse sein Leben nicht mehr anvertrauen wollte, hörte sich für ihn seltsam an, war es doch eigentlich gängige Praxis, dass man die Führung eines solch großen und mächtigen Schiffstyps nur den besten und erfahrensten Offizieren anvertraute. Wahrscheinlich sah sie es aber von einem anderen Blinkwinkel als er selber, da sie nun einmal eine Zivilistin und selber kein Offizier war. Dieser Fakt war wahrscheinlich auch der ausschlaggebende Punkt, warum sie bei dem anderen Thema, welches auch ihn immens beschäftigte, weit freizügiger, als er selber, davon reden konnte die Politiker im Föderationsrat, welche diesen Krieg zu verantworten hatten, an den Galgen zu bringen. Auch wenn er selber nie soweit gehen würde, dies so zu denken, und diese Thematik auch nicht mir ihr auf dieser Ebene erörtern würde, immerhin war er ein Captain der Sternenflotte, und Offiziere pflegten weder Politik zu machen, noch die Befehle, welche aus ihr entstanden vor Rangniederen oder Zivilisten in Frage zu stellen, musste er bei dieser Sache im Stillen doch recht geben. Dieser Krieg war falsch, und er wurde auch nicht dadurch richtiger, dass die Pressestellen der Kernwelten versuchten, durch propagandistische Berichterstattung ein anderes Bild dieser Auseinandersetzung zu zeichnen. Diese Erkenntnis war es wohl, was ihm am meisten zu schaffen machte, nämlich, dass seine Offiziere in einer Auseinandersetzung starben, oder verletzt wurden, welche er als nicht gerecht ansah.
    Als man zusammen das Quartier der Ärztin betrat, blickte sich der Bajoraner zurückhaltend neugierig um. Ein kurzer Schatten fiel über sein Gesicht, als er das Bild seiner Ex-Frau und seiner Tochter erblickte, und so nickte er nur stumm, als seine Gastgeberin ihn auf die Möglichkeiten des Replikators, und des Holoprojektors hinwies. Nachdem der weibliche Mensch entschwunden war, bestellte er sich am Replikator ein Glas Wasser, und nahm auf einem der Sessel im Quartier Platz und ließ ein wenig seine Gedanken treiben. Erneut erblickte er vor seinem geistigen Auge seinen Stellvertreter und dessen schwerwiegende Verwundungen, bevor er sich leicht schüttelte, und in die Gegenwart zurückkehrte.
    Zwanzig Minuten später schien seine Schwägerin mit allem soweit fertig zu sein, und so nickte er knapp auf ihre Frage, und stellte sein Glas wieder in den Replikator, wo es nach einem kurzen Augenblick verschwand.
    "Gehen wir. Ich glaube, nun bekomme ich doch Appetit. Vielleicht bekomme ich ja tatsächlich auch was runter, wenn wir erst mal dort sind."
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Raumdock der SB 492 - Krankenhaus - Wachstation

    Bestürzt blickte die junge Andorianerin zu ihrer Vorgesetzten, während diese ganz offensichtlich Schmerzen erlitt. Einen Moment blieb sie selber ruhig, um sich selber wieder zu fassen, bevor sie leicht ihre Fühler bewegte, und die Hand der Asiatin, welche sie vorsichtig gehalten hatte, zurück auf das Bett legte.
    "Mihi geht es gut." erwiderte sie in dem ruhigsten Tonfall, welchen sie im Moment gerade im Stande war, aufzubringen. "In der Tat war es sogar so, dass er Sie vor den Klingonen gerettet hat, als diese ihre Enterkommandos zu uns transportiert hatten. Ich habe mir sagen lassen, dass er sogar auf einen von denen drauf gesessen haben soll. Natürlich kann das auch wieder furchtbare Übertreibung sein, aber vielleicht war es ja tatsächlich so, und dann wäre er ein echter Held."
    Die Wissenschaftlerin überschlug sich fast mit ihren Worten, während sie von den dramatischen Begebenheiten, welche sich in dem Labor während des klingonischen Einnahmeversuchs angespielt hatten, erzählte, was einerseits ihrer Aufregung ob des Zustandes des Commanders geschuldet schien, und anderseits aus dem Bemühen resultierte, die andere Frau wieder zu beruhigen. Teles hoffte, dass dies auch funktionieren würde, doch bevor sie erkennen konnte, ob sich damit tatsächlich eine Beruhigung erreichen ließ, öffneten sich die Türen des Zimmers, und eine burschikos aussehende Krankenschwester enterte das Zimmer. Ohne viele Worte zu verlieren, trat sie an das Biobett heran, auf welchem Saori lag, maß die Werte über dem Bett mit unaufgeregtem Blick, und verabreichte der Japanerin etwas mittels eines Hyposprays. Die Andorianerin wollte nicht erahnen, was sich in diesem Spray befunden hatte, doch die offensichtliche Entspannung ihrer Kollegin direkt nach der Verabreichung deutete daraufhin, dass es wohl Beruhigungs- oder Schmerzmittel gewesen sein mussten. Mit einem: "Nicht mehr allzu lang, die Patientin braucht Ruhe." verließ die Schwester das Zimmer, so schnell, wie sie erschienen war.
    "Vielleicht sollte ich tatsächlich wieder gehen, Ma'am." ließ sich Teles klein laut vernehmen, während sie die andere Frau aufmerksam beobachtete.
    Lieutenant junior grade Teles
    Wissenschaftsoffizier
    USS Jo'kala NCC-84233


    "Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft."
  • Sternenbasis 492 - Besprechungsraum der Raumlandetruppen

    "Und Sie meinen, dass dies die Richtige Vorgehensweise ist, Captain?"
    "Natürlich Sir, immerhin haben wir so das Überraschungsmoment auf unserer Seite, und bei den extremen Bedingungen welche vor Ort herrschen, werden die Klingonen niemals vermuten, dass wir es auf diese Art und Weiße versuchen werden. Darüber hinaus bin ich mir sehr sicher, dass wir sie mit unserem Ablenkungsmanöver so lange in Schach halten können, bis unsere Sondereinheiten in die Objekte vordringen und sie sichern konnten. Falls uns das nicht gelingen sollte, haben wir immer noch die Option, alles zu zerstören. Aber, ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, ohne dort alles in Fetzen sprengen zu müssen.
    "Das will ich hoffen, Robert, denn ich muss Ihnen ja wohl nicht erklären, was hier auf dem Spiel steht. General Backgaard erwartet so oder so eine Erfolgsmeldung, und ganz offensichtlich gehört der General nicht zu der Art von Frauen, welche einen Misserfolg so leicht hinnehmen werden. Mal von den negativen Auswirkungen, welche ein nicht gelingen der Operation für die Flotte nach sich ziehen würde, abgesehen."
    Nach diesen Worten trat einen Moment der Stille ein, und die beiden Männer, deren Uniformen die Abzeichen der Raumlandetruppen zierte, blickten beide stumm zu der holographischen Gefechtskarte, auf welchem das Zielobjekt, welches es zu nehmen galt, zu sehen war, und bereits die Ausgangsstellungen markiert waren, von denen nach Plan aus der Angriff der Truppen erfolgen sollte, welche in diesem Unterfangen kämpfen sollten.
    "Es ist verdammt riskant, aber es scheint tatsächlich unsere einzige Alternative zu sein, wenn wir das Zielobjekt zurückerobern und nicht nur zerstören wollen." ergriff der ältere der beiden Männer, dessen Rangabzeichen ihn als einen Major auswiesen, erneut das Wort, und nickte leicht, bevor er mittels der Steuerkonsole der Gefechtskarte die Einstellung des holographischen Bildes veränderte, und das Gebäude, um was es ging in den Hintergrund treten ließ. Stattdessen vergrößerte er eine der markierten Stellungen, welche augenscheinlich auf einem Berg zu liegen schien. Von dieser Position aus sollte eine der entscheidenden Aktionen der Operation ausgeführt werden, und so war es von größter Wichtigkeit, dort auch die richtigen Leute hin zuschicken.
    Einen Moment lang verharrte der Major, welcher das mittlere Alter bei einem Menschen schon erreicht hatte, noch auf diesem Bild, bevor er sich erneut an seinen jüngeren Untergebenen wand.
    "Sie wollen sicher die Athene-Leute dahin schicken, nicht wahr, Robert?" fragte er, während der Mensch auf den Ausschnitt der Stellung deutete. "Ich bin mir da zwar dessen nicht so sicher, ob die Leute von Flotte dem gewachsen sein werden, was da auf sie zu kommt, aber ich vertraue dahingehend Ihrem Urteilsvermögen."
    Als der ältere Mann darauf ein Schmunzeln im Gesicht des anderen gewahrte, stoppte er: "Was ist, Captain? Ich kann mich nicht erinnern, irgendetwas erheiterndes gesagt zu haben."
    "Natürlich nicht, Sir." erwiderte der andere schnell, und fuhr dann ebenso schnell fort: "Aber, wenn Sie Gunnery Sergeant Krotak so gut kennen würden, wie ich, Major, dann hätten Sie keine Zweifel."
    Ein knappes Nicken folgte diesen Worten. "Wir werden sehen, Captain, wir werden sehen....."

    Dreißig Minuten Später

    Sternenbasis 492 - Unterkünfte der Raumlandetruppen

    Chief Petty Officer Krotak

    Es war ein hitziger und verbissener Kampf, und keine Seite war bereit dem Gegner nachzugeben, und auch wenn eine Fraktion ganz klar in der Unterzahl war, so kämpfte diese jedoch umso entschlossener, um nicht von der Gegenseite überrannt zu werden. Kampfschreie und wütendes Gebrüll drangen an sein Ohr, und interessiert betrachtete Krotak, welcher im Türrahmen zum Eingangsbereich zur Messe der Mannschaften und Unteroffiziere der Raumlandetruppen lehnte, die sich im Gange befindliche Prügelei zwischen seinen Leuten und eben jenen Mannschaften und Unteroffizieren der Raumlandetruppen. Auf dem Boden liegende Karten ließen auch den Grund für diese Massenkeilerei erahnen; wahrscheinlich hatten Berger, oder Kempinski oder beide mit den anwesenden Angehörigen des Bodenoperationskommandos zu Pokern begonnen, und es war wieder einmal ausgeartet.
    Die Fühler des Andorianers bewegten sich in einer Geste der Missbilligung, wenn auch nur einer der leichten Sorte. Seine Leute waren gute Kämpfer, und ausgezeichnete Soldaten, sofern sie sich in einem Gefecht befanden. Dort konnte man nichts an ihrem Einsatz und ihrer Disziplin bemängeln, aber scheinbar hatten sie ihr Temperament auch nur dort im Zaum, wo sie auf den Feind einschlagen konnten. Nun, davon würde es ja nun genügend Gelegenheit geben.
    Krotak ließ den Kampf noch für weiteren zehn Minuten laufen, und sah sich das Gemenge interessiert an, bevor ein lautes "Achtung" in den Raum brüllte.
    Zu seinem Erstaunen endeten damit auch alle Kampfhandlungen und die Anwesenden blickten mit fragender Miene in seine Richtung, bevor sie damit begannen, Haltung anzunehmen. Seine Leute sahen durchweg ramponiert aus, aber, sie standen alle noch, etwas, dass er mit Genugtuung zur Kenntnis nahm, wenn man die Übermacht bedachte, mit welcher sie sich gemessen hatten.
    "Ladies und Gentleman." begann er mit seiner besten Ausbilderstimme, während er den Raum betrat. "..wie ich sehe, haben sie alle sich dazu entschlossen eine außerplanmäßige Übungseinheit in waffenlosem Nahkampf zu absolvieren. Ich schätze ein derartiges Engagement, nur leider muss ich ihnen allen mitteilen, dass sie alle noch sehr viel mehr trainieren müssen, wenn sie nicht wollen, dass der Föderationsrat in zwei Wochen dem Klingonischen Reich unsere Kapitulationserklärung übersenden muss. Denn so, wie sie sich alle anstellen, wird es wohl nicht länger als diese zwei Wochen dauern, bis uns die Klingonen überrannt haben werden. Ich...."
    Weiter kam der Andorianer nicht, denn eine andere Stimme, welche eine natürliche Autorität ausstrahlte, von der Tür, durch welche Krotak den Raum betreten hatte, erklang.
    "Sie haben sich überhaupt nicht verändert, Gunny."
    "Offizier anwesend!" erwiderte der Angesprochene daraufhin nur, da er die Stimme wieder erkannte, und sich dieser mit einer Körperdrehung zu wand, bevor er selber Haltung an nahm.
    "Rühren. Und lassen Sie diesen Saustall hier von einem anderen aufräumen, wir haben etwas zu besprechen, Gunny."
    "Chief Petty Officer, Sir. Ich diene nun in der Flotte."
    "Nun, Gunny, niemand ist perfekt.." erwiderte der Offizier schmunzelnd und gab dann das Zeichen zum Aufbruch. Krotak warf seinen Leuten noch einen viel sagenden Blick zu, bevor er mit dem Offizier den Raum verließ.
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Sternenbasis 492 - Kellers Quartier -> Scheinbar

    "Gut zu hören", antwortete sie lächelnd. Die kalte Dusche hatte es doch tatsächlich geschafft, ihre Lebensgeister wieder etwas zu wecken. Auch wenn ein paar kleine Muntermachern dabei geholfen hatten, was sie hoffentlich über die nächste Stunde hinweg wach halten würden. Einen Happen essen und dann hält dich nichts mehr von deinem Bett fern... Schönes, weiches Bett, ging es ihr durch den Kopf, als sie mit Reon das Quartier verließ und den Transporterraum ansteuerte. Ein paar Minuten und einen Beamvorgang später erreichten sie die auf der Oberfläche von Tsavo gelegene Scheinbar. Das ist also dieses berühmte Lokal, von dem mir Vivien die ganze Zeit die Ohren vollgequatscht hat, dachte die Terranerin beim Anblick der Eingangstür, die sie daraufhin mit ihrer Begleitung durchschritt. Und sie musste beim Anblick des Inneren zugeben, dass ihre Kollegin nicht übertrieben hatte… Hier konnte man sich wirklich öfter mal blicken lassen.

    „Gar nicht mal so schlecht“, ließ sie verlauten und bemerkte erst jetzt, dass überall Fotos von Personen hingen, deren Gesichter ihr allerdings nicht bekannt vorkamen. Vermutlich hatte Vivien das gemeint, als sie sagte, das Lokal hätte etwas Einzigartiges. „Ist ja mal eine verrückte Idee mit den Bildern. Ob sich wohl jeder hier an den Wänden verewigen lassen kann?“ Bei der offensichtlichen Größe der Bildersammlung schien das wahrscheinlich... Sie blickte sich noch etwas um, auf der Suche nach vielleicht doch einem bekannten Gesicht. Allerdings fiel ihr auch auf dem zweiten Blick niemand auf, ihre Schwester und Schwägerin waren also wohl noch nicht hier gewesen. Vielleicht würde ihr ja später noch irgendwer vom Krankenhaus oder der Gauntlet ins Auge springen, man konnte ja nie wissen. Ihr nächster Blick richtete sich auf die Theke, deren Hocker irgendwie etwas verlockendes an sich hatten... Man konnte sich auf sie setzen. „Setzen wir uns mal, bevor mir noch die Beine abfallen.“
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
  • Raumdock der SB 492 - Krankenhaus - Wachstation

    Dass Mihi wohlauf war, ließ Saori tief Luft holen, um einen Seufzer der Erleichterung auszustoßen, wobei sie dies fast sofort bereute, da sich daraufhin von ihrer Magengegend aus ein nur langsam dumpfer werdender Schmerz durch ihren Körper wühlte. Sie versuchte, sich wieder zu entspannen und ruhiger zu atmen, während Teles von den Vorfällen, welche sich in Labor 2 zugetragen hatten, berichtete. Bei der Schilderung von Mihis Heldentat musste Saori trotz ihrer Verfassung lachen, als sie sich ihren nicht gerade hünenhaft gebauten Kollegen auf einem Klingonen sitzend bildlich vorstellte, wie er wahrscheinlich voller Zorn auf diesen eindrosch und ihn wüst beschimpfte. Dies wurde zwar sofort mit einer neuen Schmerzwelle bestraft, aber zum Glück erschien just in diesem Moment eine Schwester, welche ihr, ohne viel Aufhebens zu machen, ein Hypospray verpasste und nach einem mahnenden "Nicht mehr allzu lang" wieder entschwand. Der Schmerz legte sich fast sofort und Saori konnte wieder durchatmen, ohne das Gefühl zu haben, ein Messer bohre sich in ihre Eingeweide. Gleichzeitig machte sich eine gewisse Mattigkeit in ihr breit.

    "Es fühlt sich an, als hätte die gute Frau mir eben ein Beruhigungsmittel zusammen mit dem Analgetikum verpasst, also werde ich wohl bald müde werden, aber wenn Sie nichts weiter vorhaben, würde ich mich gerne noch ein bisschen mit Ihnen unterhalten. Wissen wir schon, wieviele Todesopfer es zu beklagen gibt und sind noch andere Führungsoffiziere betroffen?" Nachdem Saori nun wusste, was auf der Troy passiert war, machte sie sich um den Rest der Mannschaft große Sorgen. "Ich hoffe doch, dass alle mehr oder weniger wohlauf sind?"


    Sternenbasis 492 - Unterkünfte der Raumlandetruppen
    Petty Officer 2nd Class Madeleine Nadine Berger

    Dabei hatte der Abend so gut angefangen...
    Bereits nach der Ankunft auf 492 und der damit einhergehenden Verkündung, dass jeder bis auf die Tatsache, dass man natürlich in steter Bereitschaft zu bleiben hatte, Urlaub auf der Station machen konnte, war Madeleine entschlossen gewesen, es mal wieder richtig krachen zu lassen. Nun gut, Saufgelage würden wohl ausfallen müssen, aber das war sowieso selbstverständlich, denn sie hatte keine Lust, im Falle eines plötzlich befohlenen Einsatzes halb betrunken anzutreten. Dies verbot, wenn nicht schon allein der Überlebenswille, vor allem das Wissen, was Krotak mit ihr machen würde, wenn sie nicht 110-prozentig fit zum Dienst antrat, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Unter dieser Prämisse hatte sie sich für heute abend mit Kempinski verabredet, mit den Unteroffizieren der Raumlandetruppen, welche hier auf der Station untergebracht waren, einen gepflegten Pokerabend abzuhalten. Was sie dann auch getan hatten.

    Die ersten zwei Stunden waren recht entspannt verlaufen, sie hatte eine Strähne gehabt und ganz ordentlich gewonnen. Beim Alkohol hatte sie sich, wie sie es sich vorgenommen hatte, zurückgehalten, bei Kempinski war sie sich da nicht ganz sicher - aber was ging es sie auch an? Jedenfalls hatten die anderen Spielteilnehmer dem Sprit ordentlich zugesprochen, und als ihre Gewinnphase anhielt, wurden die ersten Unmutsäußerungen am Tisch laut.

    Madeleine konterte mit dem ihr eigenen Charme, dass man eben eine gewisse Intelligenz und, wenn diese nicht vorhanden war, zumindest einen klaren Kopf bei dem Spiel bräuchte und und bekam zu hören, dass sie aufpassen solle, dass man ihr hübsches Näschen nicht verbeule. Sie lächelte nur und legte einen Royal Flush auf den Tisch, gab ein artiges "Ich danke Ihnen, meine Herren" von sich und strich ein weiteres Mal den in der Mitte befindlichen Pott ein. Als sie daraufhin aufstand, tat dies der links von ihr sitzende Typ, der, welcher ihr die verbeulte Nase angedroht hatte, ebenfalls und hielt sie am Arm fest. "Nicht so schnell, meine Werteste, wo willst Du denn hin?" Madeleine machte sich bedächtig los und fixierte den Mann, der offenkundig schon etwas stärker alkoholisiert war, mit kaltem Blick.

    "In mein Quartier, und ich rate dir, mich besser nicht noch einmal anzupacken, Freundchen, sonst musst du dir um deinen eigenen Riechkolben Sorgen machen." Schallendes Gelächter folgte ihrer Aussage, aber der Mann machte keinerlei Anstalten, auf sie zu hören, sondern packte erneut ihren Arm. Madeleine tauschte einen Blick mit Kempinski, der fragend die Brauen hoch zog, doch sie schüttelte den Kopf und riss stattdessen ihren Arm ruckartig zu sich. Der Mann gab sie aber nicht frei, sondern packte nur noch fester zu. Langsam begann sein Griff ziemlich schmerzhaft zu werden, also hatte sie keine Lust mehr, defensiv zu bleiben. Sie vollführte einen raschen Schritt zur Seite und dann hinter den Typ, wodurch sein Arm auf unnatürliche Weise verdreht wurde, was ihn aufkeuchen ließ und ganz offensichtlich auch seine Wut anfachte. Er holte aus und versetzte ihr mit dem freien Ellenbogen einen Schlag ins Gesicht, was ihre Unterlippe zum Aufplatzen brachte. Das tat weh, und ihr dummer Fehler machte Madeleine zudem wütend auf sich selbst. Sie hieb ihm also mit Wucht die linke Faust unter die Rippen. Der Kerl klappte zusammen und versuchte, sie mit sich zu ziehen, sie leistete Widerstand woraufhin er wieder auf die Beine kam und erneut auf sie einschlug. Sie konterte abermals und binnen Sekunden waren sie in eine heftige Prügelei verstrickt. Um sie herum wurde es laut, aus den Augenwinkeln nahm sie wahr, dass auch ihr Teamkollege angegriffen wurde. Wahrscheinlich hatte er ihr beistehen wollen, er hatte manchmal so ritterliche Anwandlungen. Sie grinste und wehrte mit einem Fußtritt einen weiteren Marine ab, der von hinten an ihren Armen riss, um sie von seinem Kumpel wegzuziehen, ehe sie sich an ihren Widersacher wandte.

    "Na, Bürschchen, muss dein Kollege dir schon zu Hilfe kommen, gegen eine schwache Frau?" Sie platzierte einen wohldosierten Haken in seinen Solarplexus, worauf der Mann kommentarlos zu Boden ging. Mit sich und der Welt zufrieden wandte Madeleine sich dem anderen Angreifer zu, als eine wohlbekannte Stimme sie zusammen zucken ließ, welche ein lautstarkes Achtung erschallen ließ. Sie ließ augenblicklich die Fäuste sinken und drehte den Kopf in die Richtung, aus welcher sie den Ruf vernommen hatte. Die anderen Kampfhähne taten es ihr nach und binnen Sekunden herrschte Stille in dem Raum. Alle blickten auf Krotak, denn kein anderer als ihr Teamleiter war es natürlich gewesen, der dem Spaß ein Ende gesetzt hatte. Innerlich schon auf eine Standpauke gefasst, atmete Madeleine dann leise auf, als ein Offizier der Raumlandetruppen in der Tür erschien und Krotak zu einer Besprechung beorderte. Dieser verließ den Raum mit dem anderen Mann, nicht ohne ihr und Kempinski noch einen unheilschwangeren Blick zugeworfen zu haben.

    "Die Party ist hiermit vorbei, meine Herrschaften. Danke für die Einladung." Mit einem bösen Grinsen sammelte Madeleine ihren Gewinn, einen gute Handvoll Replikatorguthabenchips, ein und verließ hoch erhobenen Hauptes den Raum. Sollte doch aufräumen wer wollte, sie jedenfalls würde jetzt duschen und ihre aufgeplatzte Lippe behandeln lassen.
    Commander Saori Harada
    Erster Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233

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  • Sternenbasis 492 - Besprechungsraum der Raumlandetruppen

    Chief Petty Officer Krotak

    „Darf ich offen sprechen, Sir?“
    „Nur zu Krotak, sagen Sie mir, was sie denken.“
    „Das ist ein Himmelfahrtskommando, Captain. Die werden uns in Stücke schießen, noch bevor wir an eines der beiden Ziele auch nur nahe genug herankommen, um diese auch nur sehen zu können.“
    „Sie sollten etwas mehr Vertrauen in die Planungen ihrer Vorgesetzten haben.“
    „Natürlich, Sir.“
    Mehr gab es nicht zu sagen, und jedes weitere Wort wäre verschwendet gewesen, so dass der Andorianer schwieg, und nachdenklich auf die holographische Abbildung des primären und sekundären Zielobjektes blickte, und in Gedanken den Operationsplan, welchen man ihm soeben offenbart hatte, noch einmal durchging. Es war fordernd, riskant und egal, wie er es drehte und wendete, es kam immer auf das Gleiche hinaus: Es war ein Einsatz, bei dem die Wahrscheinlichkeit nicht mehr zurückzukehren wohl sehr viel höher lag, als dass man sich Hoffnungen machen konnte, dass hier irgendwie lebend zu überstehen.
    „Ich werde Unterstützung brauchen, mindestens fünf Mann, wenn wir eine reelle Chance haben wollen, dass durchzuziehen, Sir.“
    „Natürlich Krotak, ich werde alles veranlassen.“
    „Danke, Sir. Wenn Sie erlauben, werde ich nun wegtreten, um mein Team in Kenntnis zu setzen, denn, wie es scheint, haben wir nicht allzu viel Zeit. Bitte schicken Sie die fünf Auserwählten in zwanzig Minuten in diesen provisorischen Einsatzraum.“
    „In Ordnung. Treten Sie weg, Krotak..und viel Glück, Gunny.“
    „Uns allen, Sir..uns allen.“


    Zwanzig Minuten später

    Sternenbasis 492 - Besprechungsraum Athene Team


    Schnellen Schrittes und mit finsterer Miene betrat Krotak dreißig Minuten später den Besprechungsraum und stellte mit gewisser Zufriedenheit fest, dass sich sein Team und die angeforderte Unterstützung bereits in diesem befand. Ohne viel Worte der Begrüßung zu verlieren, marschierte er nach vorne.
    „Ladies and Gentleman, diese Einsatzbesprechung wurde als geheim klassifiziert. Sie werden mit niemandem ausserhalb dieses Raumes darüber reden, oder auch nur Andeutungen bezüglich dessen machen, was ich ihnen allen nun gleich sagen werde.“
    Mit knappen Bewegungen aktivierte der Andorianer einen tragbaren Holoprojektor und ließ die Abbildung eines kleinen Mondes im Raum erscheinen.
    „Das hier ist Kipos I. Vor sieben Stunden verlor die Sternenflotte den Kontakt zu der Sensorenstation, welche sich auf diesem Himmelskörper befindet. Eine sofort ausgesandte Aufklärungsdrohne des Geheimdienstes brachte zu Tage, dass die Klingonen sie erobert haben. Dadurch sind sie nun in der Lage die Operationen der Flotte in diesem Gebiet nachhaltig zu stören. Im Verbund mit den Raumlandetruppen wird es unsere Aufgabe sein, die Station zurückzuerobern, oder zu zerstören.“
    Krotak hielt einen Moment inne, damit seine Leute die Informationen verarbeiten konnten, bevor er fort fuhr.
    „Da die Klingonen in der Lage waren, einen mobilen Schildemitter auf Kipos I zu installieren, scheiden ein orbitales Bombardement oder ein direkter Angriff als Alternativen aus. Wir werden in die Verteidigungsstellungen der Klingonen einsickern, und einen schnellen und präzisen Schlag führen, während die Raumlandetruppen mit der gesamten Masse an Einsatzkräften einen Ablenkungsangriff führen werden, damit wir unseren Auftrag ausführen können. Wir werden sechs Stunden vor den Bodentruppen mit einem Frachter aufbrechen, welcher über eine Tarnvorrichtung verfügt, und auf dem Mond abspringen; gerade weit genug außerhalb der Reichweite der Klingonen.“
    Mit einer schnellen Bewegung veränderte der Andorianer die Einstellung am Holoprojektor und der Mond verschwand, und machte einem Höhenzug auf einem Berg Platz.
    „Die ist unser Sammelpunkt. Die Sensorenstation liegt unterhalb von ihr. Zwei Teams werden die Steilwand hinab klettern, und in der Nähe des Schildperimeters in Stellung gehen, während ein drittes Team sich um den Schildgenerator kümmern wird. Sobald die Raumtruppen mit dem Ablenkungsmanöver beginnen, muss der Schild gesenkt werden, damit unsere Angriffsteams die Energieversorgung der Sensorenstation kappen, in sie eindringen, und von den Klingonen säubern können. Sobald dies erledigt ist, muss der Schild wieder um die Station errichtet werden, um sie vor den Klingonen zu schützen.“
    Der ehemalige Gunnery Sergeant deaktivierte den Holoprojektor wieder und blickte in ernste Gesichter. Keinem hier im Raum schien dieser Plan zu gefallen, und das konnte man ihnen nicht verübeln. Ihm selber gefiel er auch nicht, aber sie hatten Krieg und er hatte seine Befehle.
    „Ich will ehrlich zu ihnen sein, dies alles wird kein Spaziergang. Vor Ort herrschen extreme Bedingungen, so werden wir mit Temperaturen um -37° Celsius rechnen müssen, und es ist nicht sicher, ob die technischen Leihgaben vom Tal Shiar, welche unsere Lebenszeichen tarnen sollen, so dass die Klingonen unsere Annäherung nicht bemerken, auch tatsächlich funktionieren werden, aber, es ist Krieg, und wir wurden für so etwas ausgebildet. Ich erwarte von ihnen allen, dass sie ihr bestes geben.“
    Einen Moment der Ruhe gestand Krotak seinen Leuten zu, damit sie das, was er gesagt hatte, verinnerlichen konnten, bevor er fortfuhr.
    „Berger, Surmak, Vadorixx, Johnson, sie bilden das rote Team. Ihre Aufgabe wird der Schildgenerator und seine Deaktivierung sein. Denken sie daran, dass wir ihn funktionsfähig brauchen, also zerstören sie ihn nur im äussersten Notfall.
    Kempinski, Eldacar, Krepento, sie sind das blaue Team. Sie werden sich an der Steilwand abseilen, und sich um einen der Energieverteiler und das Säubern der Station kümmern.
    Turak und Powers, sie kommen mit mir. Wir sind das weiße Team und haben die gleiche Aufgabe wie das blaue Team. Irgendwelche Fragen hierzu?“
    Als nichts kam, außer viel sagendem Geraune seiner Leute bewegte er leicht seine Fühler.
    „In Ordnung, dann dürfen sie alle wegtreten. In einer Stunde starten wir. Rüsten sie sich aus…“
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Sternenbasis 492 - Besprechungsraum Athene Team

    Petty Officer 2nd Class Madeleine Nadine Berger

    Mit wachsendem Verdruss hatte Madeleine den Worten ihres Chefs zugehört. Na wunderbar, arktische Bedingungen, ein Absprung durch die Atmosphäre, ein zu allem entschlossener Gegner und es war nicht sichergestellt, dass die Technik durchhielt. Ein ganz normaler Arbeitstag also...
    Sie warf einen Blick in die Runde und sah in den Gesichtern der anderen ähnliche Begeisterung aufkommen wie sie selbst sie empfand. Aber Madeleine war nie der Typ gewesen, der lange über widrige Umstände jammerte, also schob sie die negativen Gedanken beiseite und ging lieber im Geiste die Ausrüstungsgegenstände durch, die sie brauchen würde, die Bewaffnung, Thermoanzug, Seile...
    Für den gegebenenfalls notwendigen Sprengstoff würde Surmak zuständig sein, dieser war auf Grund seines Ranges wahrscheinlich auch der Leiter ihres Teams. Als Krotak sie alle schließlich entließ, erhob sich Madeleine also schleunigst und strebte dem Ausgang zu, schließlich gab es einiges vorzubereiten in der knappen Zeit. Kurz vor der Tür stieß sie mit Kempinski zusammen, der mit ähnlichem Tempo unterwegs war wie sie.
    "Hoppla. Kannst du es auch nicht erwarten, tiefgekühlt zu werden? Klingt ja nicht gerade gemütlich, der Auftrag." Sie grinste ihren Kollegen an. "Wenn wir Pech haben und hart aufkommen, zersplittern wir wahrscheinlich in kleine Eiswürfel."
    Commander Saori Harada
    Erster Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
  • Sternenbasis 492 - Besprechungsraum Athene Team

    Petty Officer Second Class Michael Kempinski

    "Ich hoffe die haben diese Stiefelaufsätze für Eis- und Gebirge...", murmelte er beim Aufstehen vom Tisch mehr zu sich selbst, als zu den anderen Mitgliedern des Athene-Teams. Im Geiste ging er schon mal seine Ausrüstung und mögliche Gewichtseinsparungen durch, aber fast alles, was er hier lassen wollte, könnte er irgendwann doch noch gebrauchen. Manchmal hasste er es zu einer Spezialeinheit zu gehören. WO normale Bodentruppen jede Unterstützung und Ausrüstungen im Depot oder eingeflogen bekommen konnten, musste man bei den Sondereinheiten alles schon von Anfang an mit schleppen.
    Ganz in Gedanken und ungeachtet was um ihn herum passierte stießt er im Bereich der Tür mit Madeleine zusammen.
    "HEEEY... achso du... ich dachte schon wieder einer von diesen Grabenkriechern... ja... um freue mich unheimlich... Ausrüstung für Gebirge und kalte Regionen und wenn wir Pech haben noch 50kg an zusätzliche Ausrüstung... könnten die diese verdammte Anlage nciht an einem wärmeren Ort errichten?", genervt sah er sie an, musste aber bei ihrem Gesicht und Anblick unweigerlich etwas lächeln, "Irgendwie hätte ich jetzt Lust einigen Marines ihren Sold beim Pokern abzunehmen!", er grinste.
  • Sternenbasis 492 - Besprechungsraum Athene Team -> Flur

    Petty Officer Second Class Madeleine Nadine Berger

    Zustimmend nickend ging Madeleine an Kempinski vorbei, der ihr den Vortritt ließ und dann seinen Weg mit ihr zusammen fortsetze. "Ich werde mich in Deinem Namen beim Oberkommando beschweren" scherzte sie, während sie den Flur entlangliefen.
    "Ich hoffe nur, wir kommen alle heil wieder" fuhr sie dann, ernster, fort. "Ich habe vor, noch viele Pokerabende mit dir zu bestreiten und es wäre doch zu schade, wenn dieser stoische Vulkanier, oder Surmak, mal ganz zu schweigen von unserem geliebten Anführer, nicht mehr meinen Alltag erhellen würden." Sie versuchte, es leichthin klingen zu lassen, aber wer sie kannte wusste, dass sie sich Sorgen machte. Sie war lange genug im Geschäft um zu wissen, dass dies kein lapidarer "Hin und wieder zurück" Auftrag war, sondern durchaus auch eine "Never come back" Aktion werden konnte, und das mit größerer Wahrscheinlichkeit als eine erfolgreiche Wiederkehr.
    Commander Saori Harada
    Erster Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    Als er die Bar betrat, welchen den sinnigen Namen ‚Scheinbar’ trug, bemerkte der Bajoraner zwei Dinge fast zeitgleich, welche nicht gerade dafür bestimmt waren, seine ohnehin schlechte Laune ob der letzten Erlebnisse zu steigern. Die Bilder an der Wand ließen den Rückschluss zu, dass sich wohl jeder, der dieses Etablissement betrat, sich ablichten lassen musste, und er war nicht gerade in der Stimmung ein Photo von sich machen zu lassen, und dieses auch noch zu unterschreiben. Es blieb zu hoffen, das man ihn übersah, und falls nicht, nun, dann musste er eben seine Autorität als Captain ausspielen müssen.
    Die zweite Sache, welche dem Bajoraner recht übel aufstieß, war die Tatsache, dass drei seiner Offiziere an einem der Tische Platz genommen hatte, und ganz offenbar mit den hiesigen Alkoholika Bekanntschaft schlossen. Dabei war es weniger die Tatsache, dass sie das taten, als mehr der Fakt, dass zwei von ihnen dabei noch ihre Uniform am Leib hatten. Man sollte eigentlich meinen, dass Offiziere, und noch dazu sein, in der Lage waren, zu erkennen, was man uniformiert tat, und was nicht.
    Er machte sich eine geistige Notiz, dies in naher Zukunft noch einmal gegenüber seinen Leuten zur Sprache zu bringen, bevor er seiner Schwägerin grimmig zunickte.
    „Ich denke, dafür sind wir da. Oder Du hast die Absicht, Dein Essen im Stehen einzunehmen, und dies wäre sicher nicht das Beste.“
    Der Bajoraner straffte sich und seine Uniform noch einmal, und nahm dann an der Theke Platz, und wartete, bis der weibliche Mensch es ihm gleich getan hatte, bevor er eine der bunt animierten Bestellkarten zu ihr rüberschob.
    „Fang Du an, ich weiß schon was ich will.“
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Raumdock der SB 492 - Krankenhaus - Wachstation

    „Ich habe Zeit, Commander, immerhin sind wir im Moment ja mehr oder weniger freigestellt, bis das Oberkommando weiß, was es mit uns anfangen soll, und wohin wir dann geschickt werden.“ erwiderte Teles leichthin, und bewegte ihre Sinnesorgane leicht bei diesen Worten, bevor sie sich merklich wieder etwas anspannte, als der Mensch nach den Opfern dieser Tragödie fragte.
    „Nun ja…“ begann die Andorianerin stockend. „…so wie ich gehört habe, und natürlich können dies auch Gerüchte sein, denn wer teilt mir denn schon etwas mit, haben wir insgesamt 25 Crewman verloren, erst als die Krankenstation zerstört wurde, und später dann noch beim Kampf gegen die Klingonen selbst, als sich diese auf unser Schiff transportierten. Wie viele verwundet sind kann ich nicht sagen, aber wie ich gehört habe, ist der Erste Offizier sehr schwer verwundet worden, so dass er, selbst nachdem er schon beim Flug zur Sternenbasis auf der Yamato operiert worden ist, auch hier auf der Sternenbasis auf die Intensivstation verlegt werden musste. Ich hoffe, dass er schafft, aber, wie man sagt, sieht es nicht gut um ihn aus.“
    Die Worte, welche das Ausmaß an Toden und Verwundeten beschrieb, kamen schnell aus Teles heraus, so dass man meinen könnte, die Andorianerin wollte das alles einfach nur loswerden.
    Nachdem sie mit ihrem Bericht fertig war, atmete Teles schwer durch, und blickte kurz auf den Boden des Krankenzimmers, bevor sie wieder zu der Asiatin sah.
    „Wir haben wohl noch Glück im Unglück gehabt, denn wenn nicht die anderen Sternenflottenschiffe erschienenen wären, wären wir nun wahrscheinlich alle tot.“
    Lieutenant junior grade Teles
    Wissenschaftsoffizier
    USS Jo'kala NCC-84233


    "Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft."
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    "Nun denn, Mr. Theron... Auch wenn ich mir eingebildet habe, da ein 'Sir' gehört zu haben, was wir doch nicht mehr benutzen wollten", erwiderte Mihi und warf einen kurzen Blick auf die zahllosen Flaschen, die hinter der Bar zu sehen waren. "Dann probieren wir halt mal ein paar andere Dinge aus. Trinken wir uns einfach durch das komplette Angebot." Er grinste verschmitzt und deutete auf eine der Flaschen, als die Bedienung wieder an den Tisch kam. "Wir hätten gern etwas von diesem Vodka aus der hübschen verzierten Flasche, für jeden einen... Und eisen Sie ihn bitte ordentlich." Er blickte zu Gendo. "Den nächsten darfst du dann bestimmen, wenn du dich weiter durchprobieren willst. Hast du schon einen Trinkspruch?" Er wippte behaglich auf seinem Stuhl umher und wünschte sich eine Karaokemaschine herbei. Dass der Captain die Bar betreten hatte, hatte er gar nicht bemerkt.
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    "....Hast du schon einen Trinkspruch?"
    "Natürlich hab ich einen " sagte Gendo und hob sein Glas.
    "Au...." fing Gendo an und unterbrach sich als er in seinem Augenwinkeln den Captain in Begleitung einer Frau in Richtung Theke gehen sah. Da der Captain ihren Tisch nicht weiter zu beachten schien, setzte Gendo seinen Trinkspruch fort.
    "Auf die Troy...Das beste Schiff das je gebaut wurde"
    Er stieß mit seinen Tischnachbarn an und leerte sein Glas in einem Zug. Als er sein Glas abstellte fiel sein Blick auf den Teller neben sich auf dem sein Salat langsam in sich zusammen fiel.
    "Ich hätte jetzt Appetit auf etwas mit viel Fleisch. Wie ich gehört habe sollen die hier eine ausgezeichnete Fleischplatte haben von der 5 Personen satt werden können. Aber ich denke wir drei schaffen die Platte auch."
    Commander Gendo Akagi
    Sicherheitschef & Taktischer & Zweiter Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    „Lediglich ein Trugschluss, Mr.Figl.“ kommentierte Theron knapp die Aussage des Wissenschaftsoffiziers, und ließ die Menschen dann die nächste Runde an alkoholischen Getränken bestellen. Das der Captain die Bar betreten hatte, bekam der Andorianer nicht mit, und bewegte dann seine Fühler in einer zustimmenden Geste in Richtung seiner Schiffskameraden, als man sich anschickte, auf die Troy zu trinken.
    Der Sicherheitsoffizier roch erst einmal misstrauisch an dem Getränk, welches den Namen Wodka trug, und als er nichts finden konnte, was ihm in irgendeiner Art missfiel, oder nicht zusagte, tat er es den am Tisch sitzenden Menschen gleich, und kippte den Alkohol in einem Zug herunter.
    „Interessant, aber natürlich kann sich dies hier nicht mit den andorianischen Getränken messen; da muss schon mehr kommen, um mich nachhaltig zu beeindrucken.“ bemerkte er großspurig, bevor er zu seinem Vorgesetzten blickte, welcher soeben seinen Willen bekundet hatte, weitere Nahrung aufzunehmen.
    „Dann sollten Sie aber tatsächlich Gewürze mitbestellen, Lieutenant, denn irdische Nahrung erfüllt wohl kaum den Anspruch für einen Andorianer genießbar zu sein.“
    Theron ging einfach mal davon aus, dass der Asiate menschliche Nahrung bestellen wollte, und nicht gedachte, sich auf irgendein wildes Nahrungsexperiment einzulassen.
    „Darüber hinaus sind Sie dran mit der Bestellung weiterer alkoholischer Getränke, nur wenn ich die Vorschlag äußern dürfte; wählen Sie etwas, dass diesen Namen auch tatsächlich verdient.“
    Lieutenant Junior Grade Theron
    Taktischer - und Sicherheitsoffizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Throw your soldiers into positions once there is no escape, and they will prefer death to flight .
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    Sabine setzte sich, nahm die Karte entgegen und sah sich das Angebot durch. „Na hoffentlich bieten die das, was du möchtest, auch an, außer du hast nichts dagegen, wenn’s vom Replikator kommt“, kommentierte sie beiläufig und stellte fest, dass das Angebot doch reichhaltiger war als sie gedacht hatte. Doch gab es auch bajoranische Gerichte? Zumindest ging sie davon aus, dass er ein solches bestellen würde. „Hm…“, ließ die Ärztin verlauten und blickte dann zum Barkeeper. „Ich nehme die Lasagne, einen kleinen Gurkensalat und ein Glas Sprite.“ Sie sah sich daraufhin nach einem Tisch um, den sie aufsuchen konnten, sobald das Essen fertig war. Vernünftige Stühle und ein richtiger Tisch wären sicher angenehmer als die Hocker, um die Sorgen des Alltags zu vergessen. Und glücklicherweise schienen noch zwei Tische am Fenster frei zu sein. Nachdem auch Reon seine Bestellung abgegeben hatte, kam eine Kellnerin freundlich lächelnd auf die beiden zu.

    „Willkommen in der Scheinbar, die Dame und der Herr. Sie sind zum ersten Mal hier, wenn ich mich nicht täusche?“ Sabine sah zu ihr auf und fragte: „Allerdings. Sie können sich das merken?“ Die Kellnerin grinste leicht. „Was soll ich sagen, ich vergesse eben nie ein Gesicht. Und ihnen wird doch sicher bekannt sein, dass jeder unserer neuen Gäste ein Foto von sich machen lassen muss, nicht wahr?“, fuhr die Kellnerin fort und hielt nun breit grinsend eine kleine Holocam hoch. Sabine sah zu ihrem Schwager. „Was meinst du? Machen wir ein Foto, solange wir auf’s Essen warten?“
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    „Auf gar keinen Fall.“ erwiderte der Bajoraner mürrisch, und deutete dann auf die Holocam der Kellnerin. „Es sterben Lebewesen im momentan anhaltenden Konflikt, und ich für meinen Teil gedenke die Pietät zu wahren, und mich nicht derartigen Dingen hinzugeben. Wenn Du Dich ablichten lassen willst, dann nur zu, ich werde es nicht tun.“
    Mit diesen Worten wand sich der Kommandant der Troy dem Barkeeper zu, welcher ob der Worte des Bajoraners ein seltsames Gesicht machte, aber dies war Reon völlig gleich. Seinen emotionalen Gleichmut wahrend, bestellte er sich sein Essen, welches aus Hasperat und einem denobulanischen Fruchtsaft bestand. Als man ihn darauf aufmerksam machte, dass man diese Dinge würde replizieren müssen, zuckte der Offizier der Sternenflotte nur andeutungsweise mit seinen Schultern, um seinem Gegenüber damit zu verstehen zu geben, dass ihm dies reichlich einerlei war, und so notierte der Barkeeper die Bestellung.
    „Ich hoffe, Dein Bild ist bereits archiviert, so dass wir uns nun in Ruhe unterhalten können, ohne weiteren Störungen ausgesetzt zu sein.“
    Mit diesen Worten wand er sich wieder an seine Begleitung, wobei er aus dem Augenwinkel heraus nach dieser Kellnerin schaute, ob sich diese wieder verzogen hatte, oder immer noch bei ihnen herumstand.
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    Sabine war etwas überrascht ob der doch recht übertriebenen Reaktion Reons und entdeckte ähnliches in der Mimik der Kellnerin, die sich offenbar bemühen musste, ihre Heiterkeit aufrecht zu erhalten. Als ihr Schwager dann auch noch den letzten, recht dreisten Kommentar abließ, fiel es auch ihr schwer, sich zu beherrschen… Und ihr wurde klar, dass er sich offenbar nicht einmal im Ansatz so sehr verändert hatte, wie sie zuerst gedacht hatte. Ganz ruhig, kein Grund sich aufzuregen… Das ist es nicht wert. Doch sie kam nicht umher zu denken, wie peinlich diese Aktion eigentlich gewesen war… Und wie viel Glück er doch hatte, dass das nicht vor ein paar Jahren passiert war, wo sie ihm noch eine gelatscht hätte.

    Trotz all dem zwang sich Sabine, das Lächeln der Kellnerin gegenüber aufrechtzuerhalten. „Dann machen wir eben nur ein Bild von mir.“ Die Kellnerin nickte, warf nochmal einen kurzen Blick zu dem Bajoraner und führte die Ärztin in die “Fotoecke“, wo sich Sabine auf einen Stuhl setzte.

    „Was ist denn mit dem los?“, fragte die Kellnerin, erneut in Sitos Richtung blickend. Sabine zuckte nur mit den Schultern. „Keine Ahnung, er ist nun mal so. Tut mir wirklich leid, dass du das erleben musstest, es wird sicher schwer genug für dich sein, dich bei den aktuellen Umständen als so fröhlich zu verkaufen.“

    Die Kellnerin schien etwas überrascht zu sein, von ihrem Gegenüber geduzt zu werden, lächelte dann aber. „Ach was, ich bin eigentlich eine sehr heitere Person. Ich sage mir immer, dass es keinen Sinn hat, sich negativ zu geben, da es dadurch nur schlimmer wird. Aber ich muss sagen, dass ich mit so was nicht zurechtkomme. Er muss ja wirklich gut im Bett sein, dass du es mit ihm aushältst.“ Sabine musste lachen und winkte ab. „Nein, so ist es nicht. Er war vor ein paar Jahren mit meiner Schwester verheiratet und wir sind uns vorhin über den Weg gelaufen, daher dachten wir uns, man könnte sich ja mal austauschen. Auch wenn ich mir nicht mehr so sicher bin, ob das so eine gute Idee war.“

    Die Kellnerin nickte und schien in gewisser Weise erleichtert zu sein. „Gut zu hören. Ich bin übrigens Lola“, stellte sie sich lächelnd vor und reichte ihr eine Hand. „Sabine“, erwiderte die Ärztin schmunzelnd und schüttelte die angebotene Hand. Sie kam auch nicht umher, ihr Gegenüber mal genauer zu mustern und musste zugeben, dass sie wirklich… nett erschien.

    Nachdem sie sich noch ein paar Minuten ausgetauscht, ein wenig gelacht und kennengelernt hatten, kam Sabine zum Tresen zurück und nahm wieder neben ihrem Schwager Platz. Und sie hatte schon fast wieder vergessen, was da vorhin passiert war… fast. „So… Was war das eigentlich gerade?“, fragte sie, sich darum bemühend, die Freundlichkeit in ihrer Stimme aufrecht zu erhalten.
    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin

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  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    Die Kellnerin hatte den Platz geräumt, und seine Schwägerin war auch gerade wieder zurückgekehrt, ging aber nicht weiter auf das ein, was er soeben gesagt hatte, sondern konfrontierte ihn direkt, wobei sie scheinbar sehr darum bemüht war, weiterhin freundlich zu erscheinen, obwohl der Bajoraner nicht recht so glaubte, dass sie es noch war.
    „Nur meine Verweigerung mich ablichten zu lassen. Ich denke, auch wenn dies hier Usus zu sein scheint, werde ich dies doch noch verweigern dürfen, ohne dass das Universum davon gleich zusammenbricht.“ erwiderte ein wenig hitzig, bevor er sich zusammenriss und dann leicht mit seinem Kopf wackelte.
    „Sieh mal, ich habe vor nicht einmal 24 Stunden 30 meiner Leute in diesem Konflikt verloren, und mein Erster und Zweiter Offizier liegen immer noch auf der Krankenstation, und es ist nicht sicher, ob beide jemals wieder gesund werden. Ich kann nicht so tun, als wäre das nicht geschehen, und mich einfach hier rein setzen, ein freundliches Gesicht aufsetzen, und mich in einer der Ecken aufhängen lassen. Auch wenn das eine ganz nette Idee zu sein scheint, so haben wir Krieg, und um ganz ehrlich zu sein, habe ich andere Dinge im Kopf, als mir sagen lassen zu müssen, was ich tun muss, und was nicht. Die Verluste, welche wir erlitten haben, lassen mich nicht los, und sicher nicht zu, dass ich hier einfach sitze, und der Nachwelt ein Bild hinterlasse, welches einfach nicht der Wahrheit entspricht. Meine Leute sind tot, und niemals werden sie zurückkehren. Gefallen in einem Krieg, welcher weder gerechtfertigt werden kann, noch dazu dient, irgendetwas von den Werten zu verteidigen, welche ich mit einem Eid geschworen habe zu schützen. Dies ist die harte Wahrheit, und damit werde ich zurechtkommen, aber das tue ich nicht, in dem ich ein Foto von mir machen lasse, und damit so tue, als wäre alles in Ordnung, dass ist es nämlich nicht.“
    Dies war die Wahrheit und das, was den Bajoraner in diesen Momenten im Inneren bewegte, und ob die Frau das nun verstand oder nicht, war ihm auch völlig gleich, jedoch war es auch nur der Verwandschaft zu verdanken, dass er ihr mitgeteilt hatte, was momentan in ihm vorging.
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    Sabine nickte. Sie hatte vergessen, dass nicht jeder die Fähigkeit hatte, den Tod von Menschen, für die man verantwortlich war, zu akzeptieren… Das war wohl der Vor-, aber gleichzeitig auch der größte Nachteil davon, in der Notfallmedizin zu arbeiten… Man gewöhnte sich über die Jahre zu sehr daran, dass Menschen starben und man nichts dagegen tun konnte.

    „Ich verstehe…“, antwortete sie nach kurzem Schweigen. „Es ging auch weniger darum, dass du kein Foto von dir machen lassen wolltest, als vielmehr um die Art, wie du das ausgedrückt hast. Stell dir vor, einer deiner Offiziere hätte dich so gesehen…“ Sie seufzte. Es musste schwer für ihn – den pflichtbewussten Offizier – gewesen sein, dies zu sagen… Offen die Regierung und all das in Frage zu stellen, was diese von ihm und der restlichen Sternenflotte verlangte. Irgendwie tat er ihr sogar leid.

    Sie ergriff eine seiner Hände und begann zu lächeln. „Du solltest niemals vergessen, dass dich keine Schuld trifft. Manchmal geschehen Dinge, die sich unserer Macht entziehen, Dinge, die gegen alles sprechen, was uns ausmacht… woran wir glauben. Sei es ein ungerechtfertigter Krieg oder eine Familie, die einem schrecklichem Unfall zum Opfer fällt, es wird leider nie aufhören. Und uns bleibt nichts anderes übrig, als unsere Rolle zu akzeptieren und sie so gut es geht auszuüben. Es werden immer Leute sterben, ob in einem Krieg oder einfach, weil ihre Zeit gekommen ist, doch das ist eine Konstante unseres Seins, mit der wir zu leben haben. Und so schwer es uns auch fallen mag, wir müssen in unserem Job ein Vorbild für alle anderen sein, die sich an unserem Verhalten orientieren. Du deinen Offizieren gegenüber und ich meinen Mitarbeitern und Patienten… Und wenn dies alles zu Ende geht, werden wir wissen, dass wir alles getan haben, was wir tun konnten, alles, was wir tun mussten.“

    Erneut seufzte sie und überlegte, was sie noch sagen konnte… Doch sie wusste, dass egal was sie sagte, ihm nichts über das hinweghelfen konnte, was in ihm vorging. „Weißt du, das ist etwas, weswegen es wichtig ist, jemanden zu haben, dem man sich anvertrauen kann. Wir müssen diese Fassade zwar der Außenwelt gegenüber aufrechterhalten, doch nicht unseren Vertrauenspersonen gegenüber, vorallem nicht uns selbst gegenüber. Deswegen solltest du mit jemandem sprechen, dem du dich uneingeschränkt anvertrauen kannst. Du solltest vor ihm und deiner selbst deine Gefühle rauslassen und versuchen, einen Ausgleich zu den schrecklichen Dingen unseres Alltags zu finden, denn wenn du das nicht hast, wirst du an dir selbst und allem, was dich heimsucht, verzweifeln.“

    Sie lächelte weiterhin liebevoll - so gut es ihr gelang -, doch merkte auch sie, dass das, was sie gerade gesagt hatte, genauso auf sie selbst zutraf. Sie hatte all das, was sie ihr Leben lang verfolgt hatte, immer verdrängt, weil sie nie jemanden an sich heranlassen wollte, weswegen sie zu einem Menschen geworden war, der es kaum verdiente, Mensch genannt zu werden. Und erst als sie Yves für sich gefunden hatte, konnte sie beginnen, sich zu verändern, zu der Person zu werden, die sie heute war... Und seitdem sie ihn verlassen hatte, fehlte ihr dieser Ausgleich in ihrem Leben, ein Ausgleich, den sie wiederfinden musste... Irgendwann.

    Dr. Sabine Keller
    FA Allgemein- und Notfallmedizin
  • Sternenbasis 492 - Scheinbar

    „Mag sein, dass Du Recht hast.“ erwiderte er ausweichend auf ihre Aussagen, und den Hinweis, dass er sich jemanden zum Reden suchen sollte, jedoch war dies nicht so einfach zu bewerkstelligen. Es war eine Sache, teilweise von den Geschehnissen um Schiff und Crew zermürbt, den Fehler zu begehen, sich nicht unter Kontrolle zu haben, und dass, was in einem vorging, und einem immens zu schaffen machte, ungeschminkt zum Besten zu geben, und dies auch noch ausgerechnet vor einem Zivilisten, auch wenn dieser zur Familie gehörte.
    Eine ganz andere war es jedoch, sich überlegt mit jemanden darüber zu unterhalten, denn im Grunde fiel dem Bajoraner auch nur eine Person ein, welche er sich vielleicht mitteilen konnte, und dies auch wollte, jedoch unterstand ihm dieser jemand, und mit einem Untergebenen würde er mit Sicherheit nicht über die Befehle welche sie erhalten hatten, über die allgemeine Lage, und ob ihm dieser Krieg nun gerecht und richtig vorkam, oder ob nicht das Gegenteil der Fall war, debattieren. Darüber hinaus würde diese Person sicherlich im Moment mit sich selber genug zu tun haben, nachdem was an Bord der Troy passiert war. So oder so würde er damit allein zurechtkommen, wie immer.
    Der Bajoraner wölbte eine Braue, als ihm gewahr wurde, dass seine Schwägerin einer seiner Hände ergriffen hatte. Wollte sie damit ihr Mitgefühl zum Ausdruck bringen, oder irgendwas anderes sagen? Er hatte keine Ahnung, und beließ es einfach dabei, während er sie ernst anblickte.
    „Was das andere betrifft: Ich war ihr Kommandierender Offizier, und für sie verantwortlich. Natürlich ist mir bewusst, das es höchst unwahrscheinlich ist, dass man einen Waffengang ohne Opfer übersteht, jedoch hasse ich diese Momente, in denen ich die Kondolenzschreiben aufsetzen, und den Hinterbliebenen schreiben muss, dass ihre Angehörigen ehrenhaft für König und Vaterland gestorben sind. Ich kann daran nicht ehrenhaftes erkennen.“
    Ein Moment der Stille folgte seinen Worten, in welchem seine Schwägerin zu diesen ein Nicken erkennen ließ, und ihr Lächeln beibehielt, doch irgendwas erschien nun anders zu sein.
    „Sag mal, hast Du irgendwas?“
    Captain Sito Reon
    Kommandierender Offizier
    USS Jo'kala NCC-84233
    Anata wa kurayami no naka de mitsuketa akari.
    Scotty me up, Beamie
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