GRS 2010 - Vereinigte Föderation der Planeten: Fährtenlesung

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  • GRS 2010 - Vereinigte Föderation der Planeten: Fährtenlesung

    Zeit der Handlung: Samstag, der 7. November 2387 - Sternzeit: 64851,01
    Ort der Handlung: Devron-Nebel
    Protagonisten: Commander Takeri Ryu


    Die dichten, blauen Nebelschwaden des Devron-Nebels teilten sich fließend vor dem Bug des kleinen Schiffes, glitten gemächlich zu beiden Seiten der matt silbernen Hülle ab und vereinigten sich hinter den Warpgondeln wieder zu jener undurchsichtigen Wand, die bereits seit über einem Tag der beherrschende Anblick auf dem Hauptbildschirm waren. Commander Ryu, kommandierender Offizier der USS Oker und dekoriertes Mitglied der Sternenflotte, saß nach vorn gebeugt in seinem Sessel mittig der Brücke und starrte durch die holographische Projektion hinaus in diese wabernde Öde, die sich über über mehr als zwei Lichtjahre unmittelbar hinter der ehemaligen Romulanisch Neutralen Zone erstreckte.
    Die Oker, ein Schiff der Nova-Klasse, war nur Teil eines ganzen Verbandes aus Aufklärungseinheiten, die systematisch den Devron-Nebel durchkämmten, immer auf der Suche nach dem geringsten Anzeichen einer Schiffsbewegung. Zweimal waren sie fündig geworden, hatten sie aufgewirbelte Gase entdeckt, die darauf hinwiesen, dass man nicht allein hier unterwegs war. Doch beide Male waren es nicht jene gewesen, die man suchte: Die Klingonen und ihre Flotte. Stattdessen hatte sich die erste Spur als Komet erwiesen, der trägt seine Bahnen quer durch diesen Bereich des Weltraums zog, das andere Mal war es eine quallenähnliche Lebensform gewesen, die sich hier offenbar heimisch fühlte. Ryu hatte Aufnahmen dieser Entdeckung machen lassen und sie sicher im Speicher seines Schiffes verwahrt. Wer weiß, wenn dies alles vorbei war, konnte er vielleicht hierher zurückkehren und dieses Leben erforschen. Er würde dies gerne tun - lieber als das, was er derzeit tat: Allein, nur gelegentlich mit Kommunikationsverbindung zu Sternenbasis 492 gesegnet, durch diesen Nebel zu fliegen, auf der Suche nach einem Feind, der ihnen nicht nur zahlenmäßig, sondern in jeder Hinsicht überlegen war. Aber der Commander wusste auch, dass ihr Auftrag wichtig war. Hier war die verwundbarste Stelle ihrer Linie, genau hier.
    Ryu lehnte sich zurück und seufzte, griff nach seiner Tasse und nahm einen Schluck des heißen, grünen Tees. Er tat gut, beruhigte die Nerven, die bei allen zum Zerreißen gespannt waren. Begonnen hatte es auf Romulus, als der Stern zur Nova wurde - oder eigentlich noch früher, über die Unruhen im Klingonischen Reich bis hin zum Einfall der Raghdor in der Cardassianischen Union. Eine Verkettung von Ereignissen, die kein Föderationsbürger sich gewünscht hatte und doch war es so gekommen. Und nun waren sie hier.
    "Sir, ich empfange mehrere unidentifizierte Signale Steuerbord voraus, Neigung 16°, Entfernung 11 Millionen Kilometer. Es könnte sich um Energiesignaturen von Schiffen handeln." Ryu ließ seine Tasse wieder sinken, richtete sich auf und ging die wenigen Schritte nach vorne bis zu seinem Steuermann. "Danke", lautete seine Antwort gen der Taktik. "OPS, informieren Sie den Verband, wir sehen uns das an."
    "Aye, Sir."
    Kurz darauf drehte sich die USS Oker in einer eleganten Kurve herum und beschleunigte. Sie ging nicht auf Warp, für diese Entfernung war dies nicht nötig, wohl aber hielt man sich bereit, in den Warptransit zu springen. Die Order war klar: Bei Kontakt sollte sofort der Rückzug und Meldung an Vice Admiral von Tirpz erfolgen. Im HQ der 1. Flotte brauchte man Informationen. Derzeit waren sie blind, konnten nur raten, wo sich der Feind genau aufhielt, trotzdem man die Station auf Kiptos I zurück erobert hatte.
    "Signale werden deutlicher. Eindeutig Schiffe, Sir. Bisher 12... nein, 16 Signaturen", hallte die Stimme der Lieutenant an der Taktik wieder über die Brücke. Das Glimmen der roten Alarmleuchten, das schwache Licht der Deckenlampen, das nervöse Zittern der Meldungen, all dies machte die Situation ein wenig unwirklich, befand Ryu. Aber doch war es realer als das Meiste, was er zuvor erlebt hatte. "Geschwindigkeit drosseln. Optische Erfassung vorbereiten. Identifikation?"
    Der Ensign an der CONN nahm die Geschwindigkeit zurück, fiel zurück auf halben Impuls ... ein Viertel Impuls ... ein Achtel ...
    "Identifikation geht ein, Sir!" Die Stimme der Lieutenant klang derart alarmiert, dass sich Ryu zu ihr umdrehte, fragen die Augenbrauen hob. "Es sind Schiffe der Tholianer, Commander."
    Nun war es an Ryu, alarmiert zu klingen. "Verbindung zur Sternenbasis, schnell! Senden Sie diese Informationen sofort zum Oberkommando. Tholianischer Verband im Devron-Nebel entdeckt."
    "Aye, Sir, Nachricht wird übertragen." Sie hatten Glück. Es gab einen offenen Kanal. Dieser führte nicht direkt zur Sternenbasis, aber die Subraumnachrichten erreichten ein als Relaisstation fungierendes Runabout, dass Position knapp außerhalb des Nebels bezogen hatte, an den äußeren Ausläufern des Devron II-Systems. Der Empfang wurde bestätigt, doch darauf achtete schon niemand mehr. Ein langer Schatten warf sich über die kleine USS Oker, als sich ein klingonischer Kreuzer über ihnen enttarnte. Begleitet vom charakteristischen Flimmern, schälten sich die dunkelgrünen, bedrohlichen Konturen einer Vor'Cha-Klasse aus dem Nichts, ließen das Schiff der Sternenflotte im Verhältnis der Größen förmlich schrumpfen.
    "Ausweichmanöver!" brüllte Ryu, doch der junge Mann an der Steuerkonsole war schneller. Die Oker beschleunigte mit maximalen Werten und tauchte nach unten hin weg, während sich über ihr weitere klingonische Schiffe enttarnten, kleine, große, alle vor Waffen und schierer Aggression starrend, gefüllt mit klingonischen Kriegern, die ein klares Ziel vor Augen hatten; den Sieg.
    Den Nebel vor ihr zerfetzend, schoss die USS Oker davon, ließ die feindliche Flotte hinter sich. Die Tholianer hatten sich also mit den Klingonen verbündet. Ryu stolperte zurück zu seinem Sessel. Diese Erkenntnis war folgenschwer, konnte den Verlauf der unausweichlich kommenden Schlacht entscheidend verändern. Er sah auf die kleine Konsole, eingelassen in die Armlehne seines Stuhls. Sie zeigte an, dass sein Schiff die Sensordaten noch immer aussandte, Impuls um Impuls, um die eigene Flotte zu warnen. Die Daten kamen durch. Es bestand noch Hoffnung.
    Commander Ryu, kommandierender Offizier der USS Oker, sah auf, als sein Steuermann einen schrillen Warnruf von sich gab. Ein Ton kreischte auf, füllte die Brücke des kleinen Schiffes aus im Versuch, seine Besatzung zu retten. Als würde ihnen ein Signal helfen. Bei diesem Gedanken musste der Terraner unwillkürlich lächeln, während sich von dem klingonischen Schiff ein rot strahlender Photonentorpedo löste und sich ihnen unerbittlich näherte ...
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