Jeffrey Barnes - A Life at its Limits

    • 24./25. Jhd.

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    • 2380 - The last Skulls of Dadurba

      Er spürte den heißen Sand an seiner Haut, als er die Hand auf den aufgebrochenen und ausgetrockneten Boden legte. Ein sanfter Windhauch fuhr durch seine Haare, als er sich wieder aufrichtete, die Sonnenbrille von seinem Gesicht nahm und in das Tal hinab blickte.
      Das Tal der Toten. Ein Ort, der lebensfeindlicher nicht sein kann. Perfekt.
      Die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel herab. Er war einen Blick auf das holographische Interface – 156.2° F, 11.43 a.m. und eine eingegangene Nachricht von Jonah.

      11.30 am Speeder. Letzte Mods und Anpassungen für Race.

      Er sah die majestätische Wüste vor sich. Gähnende Leere, eine Stille, die so laut ist, dass man sich die Ohren zuhalten möchte und das unwirkliche Gefühl, der einzige Mensch auf der Erde zu sein.
      Jemand legte die Hand auf seine Schulter und Riss ihn aus seiner Welt. Über ihn schossen die Gleiter der Übertragungssender hinweg, Triebwerke heulten auf, summten vor sich hin, brachten den Boden zum vibrieren. Er schloss die Augen und setzte seine Sonnenbrille wieder auf.

      „Es ist Zeit, Jeff. Das Rennen beginnt in einer viertel Stunde, ausgemacht war um halb am Speeder. Wenn du das Rennen gewinnen willst, dann müssen alle Setups perfekt sein.“, sagte Jonah, der ihn nun zu sich gedreht hatte und mahnend ansah.

      „Hm.“

      „Was, hm? Ist das alles? Herr Gott, ich glaube langsam, ich habe mehr Schiss vor dem Rennen als du.“

      „Hm.“

      Jeffrey stieg gemeinsam mit Jonah über die Düne und vor ihnen breitete sich ein Szenario aus, welches seines gleichen suchte. Genau Hundert Speeder standen je fünf nebeneinander am Start, zwischen ihnen rannten die Mechaniker, manche Fahrer bestiegen bereits ihre Cockpits, Techniker ließen ein letztes Mal die Diagnosetools laufen und gingen mit dem Piloten nicht enden wollende Checklisten durch. Sicherheitsdienste, Werkstätten, eine mobile Krankenstation samt Noteinsatzteams standen sofort auf Abruf und einige Reporter, welche nach und nach inzwischen von der Startbahn gejagt wurden, sammelten noch die letzten Eindrücke der Piloten vor dem Start des Death Valley Dadurba-Races.
      Jeffrey Barnes schritt ruhig und gelassen zwischen den Speedern durch, bei denen er inzwischen angekommen war, auf seinen eigenen zu. Die Chromlackierung strahlte auf die anderen Speeder ab und blendete einige Piloten bereits. Viele Speeder hatten eine solche Lackierung um die anderen zu irritieren und Manöver komplizierte zu machen.

      „Türöffnung – Check!“, scherzte Jeff Jonah beim Einsteigen zu, der jedoch keinen Spaß mehr so kurz vor dem Start verstand.

      „Noch fünf Minuten, Diagnose läuft, gehen wir die Checkliste durch. Energiestatus?“

      „Check!“

      „Stabilisatoren?“

      „Check!“

      „Dämpfer?“

      „Check!“

      „Sicherheitsprotokolle?“

      „Check!“

      „Wahnsinniger Pilot?“

      „Check...Sie Arsch!“, Jeffrey lachte laut, als er das Cockpit schließen wollte.

      „WARTE!“

      Jonah kam mit einem PADD herum geeilt.

      „Ich habe hier einige Spannungsspitzen im ZNS des Mainframes, für die ich nicht garantieren kann.“

      „Die kenne ich. Tauchen immer wieder auf, seitdem wir die neuen Mods an die Antriebe angeschlossen haben. Macht nichts. Bei den Test lief's auch.“

      „Jeff...“

      Jeffrey schlug die Tür zu und Jonah ging mürrisch an die Speederrückseite, schloss den Datenlink ab und ging zu den Werkstätten rüber. Der Countdown bis zum Start hatte begonnen. Noch eine Minute.
      Jeffrey nahm den Helm, rechts neben ihm Lag und setzte ihn auf.

      „Energiesysteme des Antriebs entsichern!“

      Der Bordcomputer machte ein bestätigendes Klicken und ein immer höher werdendes Summen erklang unter dem Speeder.

      „Sicherheitsprotokolle laden! Sensormodul aktivieren! ACP starten!“

      Wieder bestätigte der Computer und mehrere Lichter auf der Hauptamatur wechselten von Rot auf Grün. Noch 30 Sekunden.
      Das Publikum am Start wurde langsam nervös, während der Kommentator die Menge bereits heiß redete.

      „Es ist soweit, meine Damen und Herren. Die Fahrer signalisieren Bereitschaft, die Speeder laufen warm, die Startbahn wird geräumt und es kann losgehen. Das 2380er Death Valley Dadurba-Race! Noch zwanzig Sekunden, bis zum GO!“

      Jeffrey genoss die Worte des Kommentators, dessen Worte ihm inneren seines Speeders erklangen. Er schloss die Augen und spürte die Aufregung durch seinen Körper schießen.

      „15 Sekunden bis zum gnadenlosesten Rennen des Sonnensystems und 100 Tonnen Hightech werden sich in einem wilden Kampf um den berüchtigsten Titel unter den Highspeedraces stürzen.“

      Der Griff um das Steuer wurde immer fester, der Daumen lag auf dem Ignition-Button und Jeffrey öffnete die Augen.

      „DER COUNTDOWN LÄÄÄÄÄÄÄUFT! 10 – 9 – 8 – 7...“

      Alle Speeder zitterten inzwischen, tausenden und abertausenden PS, die nur noch vom Manual Lockdown gehalten wurden, der darauf wartete entsichert zu werden.

      „...6 – 5 – 4 – 3...“

      Jeffrey linker Zeigefinger wanderte zur Entsicherung.

      „...2...“

      Die Reporter richteten die Aufnahmegeräte auf das Startfeld und Jonah wendete seinen Blick ab und betrachtete das PADD mit den aktuellen Speederdaten und der Innenkamera.

      „...1...“

      Die Ruhe vor dem Sturm.

      „...GO!“

    • Der Lärm, der plötzlich einsetzte, das Chaos, der aufwirbelnde Staub, brach über die Startebene herein. Das Rennen hatte begonnen. Das letzte Mal würden die Speeder einen gefährlichen Krieg um die Ehre des besten Piloten fechten, denn es war das Rennen, dass die meisten Toten fordern sollte.
      Jonah drückte den ComLink in sein Ohr.

      „Guter Start! 36. Position. Lass sich das Feld entspannen. 15 Wagen vor dir rammen sie sich gegenseitig gleich in den Sand!“

      Jeffrey riss das Steuer zur Seite, als ein Speeder in seine Seite rein krachte und beschleunigte an seinem Vordermann vorbei.

      „WOAH! Pass auf! Die meinen es heute ernst!“

      „WAS DU NICHT SAGST!“, rief Jeffrey über seinen ComLink.

      Die Markerbojen flogen an ihm vorbei, während Jeffrey seinen Speeder am Fahrbahnrand immer weiter voran preschte. Der aufgewirbelte Staub und die glänzenden Chassis machten es schwer zu sehen, doch konnte er inzwischen der chaotische Feld sehen, welches Jonah ihm durchgesagt hatte.

      „Mach langsam. Noch 98% zu fahren. Aktuelle Position ist 18.“

      Einige offenbar neue und noch unerfahrene Piloten schienen in dem Feld vor Jeffrey etwas zu enthusiastisch dabei zu sein und rammten immer wieder andere Fahrzeuge. Als jedoch eine weiterer Speeder dazu kam, den Jeffrey als Coal Charton, Titelverteidiger des Death Valley Dadurba-Races, erkannte, und den auffälligsten des Neupiloten rammte, verlor dieser die Kontrolle und schoss über die Fahrbahnbegrenzung hinaus. Das bedeutete nicht nur die Disqualifikation sondern war ebenfalls höllisch gefährlich, da die Umgebung außerhalb der Fahrbahn nicht bearbeitet und uneben war. Der ausgerissene Speeder schoss durch einige Dünen durch, und Jeffrey schoss an dem Schauspiel vorbei.

      „FUUUUCK! Den hat's vollkommen zerlegt. Das erste Dosenfutter!“

      Nach dem Schock zog sich das Feld etwas auseinander. Einige der Jüngeren erkannten den ernst der Sache und fielen etwas zurück, während Coal zur führenden Gruppe aufschloss und Jeffrey jetzt nachzog und mit voller Fahrt die Caravellopassage hineinschoss, welche in eine ewige Linkskurve nach einer Unterführung mündete.

      „Gib mir die ersten 5 Platzierungen durch!“

      „Travis, Martenello, Pierce, Nagama, Charton. Gib acht! Ich lese steigende Temperaturen im linken Triebwerkszulauf.“

      „Das sind die Spannungsspitzen. Mach dir keine Sorgen!“

      „Mach dir keine sorgen? Du Wahnsinniger bist mit 857 Sachen unterwegs und dein Arsch fängt an zu glühen...Mach dir keine Sorgen...“

      „Over, Mutti!“, lachte Jeffrey in den ComLink und beschleunigte weiter, als er in die Unterführung eintrat.

      „Platz 7!“

      Ein Speeder schoss an Jeffrey vorbei, setzte sich direkt vor ihn und bremste kurz ab. Jeffrey konnte grade noch so nach rechts ausweichen und kam der gegenüberliegenden Fahrbahnbegrenzung gefährlich nahe, bis er seinen Speeder wieder unter Kontrolle hatte und zum Verursacher ausschloss.

      „Keine Rachemanöver Jeff. Die Idioten sind es nicht wert.“

      Er schoss hinter den anderen Speeder und fuhr in dessen Windschatten weiter. Am Ende der Linkskurve folgte eine längere Rechtskurve, die in die Karambolage, einer scharfen Wendekurve, mündete.

      „Mach langsamer.“

      Die Rechtskurve kam und Jeffrey löste sich auf dem Windschatten. Er schoss am anderen Speeder vorbei, zündete die Notbremsschubwerke und preschte, nach die vor zu schnell auf die Haarnadelkurve zu.

      „Verflucht LANGSAMER!!!“

      Die Haarnadelkurve hatte schon viele Opfer gefordert und Jeffrey wurde jetzt etwas flau im Magen, als er merkte, dass er trotz Gegenschub immer noch mit 400 km/h darauf zuschoss. Er riss das Lenkrad herum und schlitterte in die Karambolage.

      „GIB GAS!“, schrie Jonah, dem das Blut in den Adern gefror.

      Die Gegenschubtriebwerke erloschen und Jeffrey holte alles raus, was seine Maschine hergab. Die G-Kräfte rissen ihn zur Seite und er begann sich zu schleudern.
      Im Schleudern. Der schlimmste Moment für einen Piloten. Keine kann dich hinter der Kurve sehen. Volle Beschleunigung nach eintritt auf die grade Strecke und keiner könnte mehr ausweichen, wenn da sein Speeder ist, das sich schleudert. Das Adrenalin flutete Jeffreys Körper. Alles wirkte um ihn herum wie in Zeitlupe. Er konnte nur noch gegenlenken, auf vollen Schub gehen und hoffen.

      „MACH DAS NIE WIEDER, DU GLÜCKLICHER BASTARD!!!“, schrie Jonah heißer in den ComLink, als er sah, dass Jeffrey mit vollen Schub grade auf die Fahrbahn wieder einschlug und die Speeder hinter ihm grade noch abbremsen konnten.

      „NOCH 25%. HAU REIN!!!“

      Der Speeder schoss durch den Sand, der die Frontchromlackierung inzwischen schon stark mattiert hatte durch die schmirgelnde Wirkung auf dem Chassis. Jeffrey konnte langsam die Speeder der führenden Gruppe erkennen.

      „3 Sekunden Abstand zu Charton und leite die Wasserstoffkühlung im linken TW ein!“

      Schnell schoss seine Hand zu einem blauen Schalten und drückte diesen. Ein lautes Zischen erfüllten den Speeder und hinter hin schossen weiße Schwaden raus.
      Jeffrey kam den letzten Wagen zwischen ihm und der Führung immer näher. Er spürte, dass er es schaffen konnte. Er will es schaffen. Um jeden Preis. Das Ziel muss erreicht werden. Hingabe! Voll und ganz!
      Sein Speeder zog langsam mit Charton gleich. Kurz sah er zu ihm rüber. Es war, als ob Charton die Augen nicht von Jeffrey abwenden wollte. Er plante etwas...

      „Noch 11%. Jetzt oder nie, Jeff.“

      Jonahs Worte rissen Jeffrey aus den Gedanken und er aktivierte den Notschub. Grade, als er an der Seite der letzten beiden Speeder war, spürte er, wie Charton seinen Speeder berührte.

      „BASTARD!“, schrie Jeffrey wutentbrannt.

      „Schüttle ihn ab. Das kannst du jetzt nicht brauchen, Jeff. Noch 8%.“

      Er riss den Speeder hin und her, doch Charton schien an ihm zu kleben.

      „Ich habe hier eigenartige Werte. Die Elektronenübertragung spielt verrückt teilweise...Fuck. Der Kerl bescheißt. Der hat einen Magneten.“

      „Nein...“, hauchte Jeffrey, als er plötzlich spürte, wie sein Speeder herumgerissen wurde und ins Schleudern kam. Charton schoss an ihm vorbei und Jeffrey schloss die Augen.

      „JEFFREY!!!!“

      Ein weiterer Speeder krachte mit voller Fahrt in Jeffreys Speeder und rammte ihn in die Luft. Im Augenwinkel sah er noch, wie sich unten immer mehr Speeder ineinander verkeilten. Ein wahnsinniger Unfall. Eine Katastrophe. Der Speeder wendete sich im Sonnenlicht und verlor an Höhe. Jeffrey konnte erkennen, dass er außerhalb der Strecke aufschlagen würde. Ringsherum war felsiges Gebiet.
      Jonah sah von seinem PADD auf und erblickte in der Fernen einen kleinen, funkelnden Punkt., der auf die Erde zu fallen schien. Darunter ein Feuerball explodierender Triebwerke. Er hielt den Atem an. Viele, der Zuschauer hatten schockiert Luft geholt. Ein Raunen ging durch die Menge. Keiner sagte auch nur ein Wort. Selbst der Kommentator schwieg nun.
      In seinem Speeder schloss Jeffrey die Augen. Er spürte das flaue Gefühl in seinen Eingeweiden. Der freie Fall. Der Aufschlag kam erwartet. Er spürte, wie das Metall sich verbog, sein Visier zerbrach und Blut über sein Gesicht floss. Alles um ihn herum war so langsam und gleichzeitig so schnell, begann in Monochrom überzugehen.
      Als er wieder zu sich kam, lag er in einem Krankentransport und Jonah saß neben ihm. Jonah wirkte geschockt und starrte die Wand an. Jeffrey schloss die Augen wieder.

      „Kannst du den Speeder noch retten?“, hauchte Jeffrey und Jonah sah wie vom Donner gerührt zu Jeffrey. Seine Stimme war brüchig und er lachte.

      „Du hast grade ein himmlisches Heer an Schutzengeln gehabt und fragst mich nach dem beschissenen Speeder. Nein, Mann! Der is' im Arsch!“

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