Texas

    • 24./25. Jhd.

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    • Cleburne, Texas, Erde
      8. Dezember 2387


      Ein lautes „Mooooom!!!“ durchdrang das Haus, als die Eingangstür ins Schloss knallte und ehe sie sich versah, hatte Francine auch schon das kleine Gespenst am Bein kleben, das das Haus seit Monaten sprichwörtlich heimsuchte. Es schien die Kleine auch nicht weiter abzuschrecken, dass ihre Hosenbeine von den draußen vorherrschenden Schneefällen durchnässt waren, zumindest sprach die Tatsache dafür, dass sich der Klammergriff des kleinen Mädchens verstärkte, als Francine sie spielerisch abzuschütteln versuchte, indem sie das Bein anhob und etwas schüttelte. Als die Kleine auch noch zu lachen begann, kam Francine nicht umher zu versuchen, sie durch eine riskante Kitzelaktion von ihrem Bein zu lösen… Was ihr auch sogleich durch einen lauten Schrei gedankt wurde. Offenbar hatte sie damit das große Gespenst des Hauses geweckt, das mit Kochschürze und Teigspatel bewaffnet in den Flur trat und das Treiben mit unheimlicher Stille verfolgte... Bis sich schließlich auch bei ihr ein Grinsen herauskristallisierte.

      Schließlich gab das kleine Gespenst nach, was bei der Kitzelattacke ihrer Mutter auch nicht weiter verwunderlich war. Francine hob sie kurzerhand hoch und gab ihr einen dicken Schmatzer auf den Mund. „Na mein Heiferchen, hast du mich vermisst?“ Das kleine Mädchen reagierte gar nicht erst auf die Frage, sondern nahm anstelle des Beins nun ihren Hals in einen erbarmungslosen Klammergriff… Was irgendwo auch einer Antwort gleichkam. „Nicht so fest, Jessy, du erwürgst mich noch“, sagte sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht, was die Kleine aber nicht weiter zu kümmern schien. Also legte die Ärztin einfach die Arme um sie und trat auf das große Gespenst zu, das sich offenbar mit dem kleinen zu einem hinterhältigen Überfall auf die Texanerin verschworen hatte. So sah sie sich mit zwei Klammeraffen an ihrem Hals konfrontiert, was sie nun endgültig zur Kapitulation veranlasste.

      „Also gut, ihr zwei. Ihr wollt offenbar etwas und solange es nicht größer als Dallas ist, könnt ihr es haben, wenn ihr mich am Leben lasst“, unterbreitete sie ihre Kapitulationsbedingungen, die scheinbar akzeptabel für das Gespensterbündnis waren. Nadine nahm Jessy in den Arm, die ihrer Mom – wie es sich für ihre Tochter nun mal gehörte – frecherweise die Zunge rausstreckte. Irgendwie war Francine sogar stolz auf sie…

      „Wir hatten uns überlegt, ob wir dieses Weihnachten nicht bei meiner Mutter verbringen wollen“, ließ die Physikerin die Bombe platzen, was auch wie einen entsprechenden Krater hinterließ. Francine nutzte die Zeit, die sie hatte, während sie ihre Jacke auszog – worunter anstelle des sonst üblichen, grünen Notaufnahmekasacks ihr weißer Kittel zum Vorschein trat -, um darüber nachzudenken, wieso ihre beiden Anhängsel das erste gemeinsame Weihnachten auf der Erde nicht in ihrem eigenen Haus verbringen wollten. Ein Haus wohlgemerkt, um das zu schmücken Francine Kopf und Kragen riskiert hatte.

      „Kann Jennifer etwa doch nicht zu uns kommen?“, fragte die Ärztin, während sie die Jacke aufhängte, den Schnee von ihr abklopfte und dann den Kittel über die nebenanstehende Kommode warf. „Oma Jennifer muss arbeiten!“, antwortete Jessica mit einer recht überschwänglichen Stimme… Ohne jeden Grund. Ganz wie ihre Mom es sie gelehrt hatte.

      „Hat sie nun doch Dienst?“, schloss Francine an, trat an ihre Frau heran und nahm ihr das kleine Mädchen wieder ab, deren überschwängliche Heiterkeit sie mit einem weiteren Schmatzer belohnte. „Leider ja, deswegen würde es sich wohl anbieten, wenn wir bei ihr feiern. Sie würde es sonst nicht zu Heiligabend schaffen.“

      „Die Bürden eines Chefarztes…“, kommentierte die Notaufnahmeärztin, die dies nur zu gut selbst kannte, war sie doch selbst Chefärztin einer der größten Notaufnahmen des Planeten.

      „Um ehrlich zu sein wurde sie zur Ärztlichen Direktorin ernannt. Doch das weißt du nicht von mir“, antwortete Nadine lächelnd und tätschelte den Kopf ihrer Tochter, die sich an ihre Mom gekuschelt hatte. „Ärztliche Direktorin? Jennifer? Man sollte sie wirklich nicht ein Cowgirl nennen bevor man sie nicht hat reiten sehen…“, entgegnete die Texanerin, die ihre Tochter erst mal im Wohnzimmer auf der Couch absetzte, da ihr Rücken nicht mehr mitspielen wollte.
    • „Was heißt das?“, fragte die Kleine mit dem üblichen, neugierigen Blick, den sie sich so gelungen von ihrer Mom abgeguckt hatte. Francine kniete sich vor sie hin und streichelte ihre Wange… Irgendwie hatte die weiche Haut ihrer Tochter etwas unheimlich beruhigendes nach diesem langen Tag an sich.

      „Das heißt, dass man jemanden nicht vorschnell beurteilen sollte, Heiferchen“, erklärte sie lächelnd, was Nadine dazu veranlasste, zu fragen: „Du hast nicht gedacht, dass sie das in sich hätte?“ Francine sah zu ihr auf und schüttelte den Kopf. „Ich hatte eher gedacht, sie würde Ärztin bleiben wollen. Der Verwaltungskram als Chefarzt ist schon zu viel des Guten und ich bin nicht gerade dafür bekannt, mich allzu ausgiebig um den zu kümmern. Aber als Ärztliche Direktorin hat man überhaupt keinen Patientenkontakt mehr… Was ich irgendwie nicht von ihr erwartet hätte.“

      „Du hast also nichts dagegen, wenn wir Weihnachten bei ihr verbringen?“, hakte Nadine kurzerhand nach, worauf die Professorin ihren Kopf schüttelte… Ein Titel, den Francine eigentlich am liebsten wieder loswerden würde, wäre er nicht fest mit ihrem Job verknüpft. „Natürlich nicht. Es wäre zwar schön gewesen, hier zu feiern, aber letztendlich ist es überall shiny, solange wir nur zusammen sind.“

      „Mom?“, kam es wieder von Jessica, nur dass es dieses Mal auffällig kleinlaut war. Ein ungutes Zeichen. „Ja, mein Schatz?“, horchte die Texanerin lächelnd nach, worauf Jessy mit einem fast schon erschreckend unschuldigen Blick antwortete: „Was heißt vorschnell beurteilen?“

      Francine musste lachen… Und Nadine konnte es ihr nicht verübeln, da selbst sie es lustig fand, wie plötzlich diese Frage kam, nachdem das Thema längst vergessen schien. Jessica schien das allerdings eher zu verwirren, was sie mit einem Blick ausdrückte, der Francines Lachanfall zwar nicht ins extreme gehen ließ, sie aber doch dazu veranlasste, sich mit dem Po auf den Boden plumpsen zu lassen. Nun lachte auch Nadine… Was wahrlich eine Wohltat in Francines Ohren war, wenn sie bedachte, wie selten sie das Lachen ihrer Frau zu hören bekam.

      Nachdem sich Francine wieder gefangen hatte, kniete sie sich hin und legte beide Hände auf den Schoß ihrer überaus verwirrt dreinblickenden Tochter... Nur dass ihr Blick auf Nadine gerichtet war. „Mama, warum lacht Mom so?“ Nadine lächelte und wuschelte der Kleinen durch’s Haar. „Weil sie nun mal Mom ist.“ Sie beugte sich vor, küsste Jessica auf die Wange und entschwand in die Küche, um endlich weitermachen zu können. Francine ihrerseits folgte ihr kurz nachdem sie ihrer Tochter erklärt hatte, was es mit dem Cowgirl-Spruch auf sich hatte.

      „Was machst du hier eigentlich?“, fragte die Ärztin mit beiden Händen an ihrer Lendenwirbelsäule, als sie neben ihre Frau getreten war, worauf sie sich mit dem Teigspatel konfrontiert sah. „Probier selbst.“ Francine leckte den Teig von dem Spatel und lächelte. „Deine Spezialkekse mal wieder?“

      Nadine blickte sie schief an. „“Mal wieder“?“ Francine grinste, rieb mit dem kleinen Finger etwas von dem Teig vom Spatel und schmierte es auf die Nase ihres Gegenübers. „Du weißt genau, dass ich von denen zu viele esse. Und gerade du achtest doch so sehr auf deine Figur.“

      „Im Gegensatz zu dir muss ich das ja auch. Außerdem sind es Weihnachtskekse und zu Weihnachten darf man sündigen“, konterte Nadine bestimmt, selbst wenn Francine ihr ansehen konnte, dass sie wegen des Kommentars etwas gekränkt war. Die Physikerin rieb sich die Nase sauber und schleckte den Teig von ihrem Handrücken. „Da fehlt noch etwas Zucker“, stellte sie fest und wandte sich wieder der Schüssel zu. Francine grinste breit und umarmte ihre Frau von hinten, um ihr einen Kuss auf die Wange aufzudrücken. „Weißt du, was wir uns mal wieder antun könnten?“

      „Urlaub in der Sonne?“, antwortete Nadine mit einem leicht sarkastischen Tonfall. „Nicht ganz“, entgegnete die Ärztin, die ihre Wange an die ihrer Frau schmiegte. „Ich dachte da eher an einen Wellnesstag. Sauna, Whirlpool, Schlammbad… Massagen von ein paar knackigen Jungs?“ Die Physikerin versuchte das Grinsen zu unterdrücken, das sich langsam in ihrem Gesicht abzeichnete. „Von dem Schlammbad abgesehen hätten wir doch alles hier“, sagte sie mit etwas mehr Belustigung in ihrer Stimme als sie beabsichtigt hatte. „Und was ist mit den knackigen Jungs?“, hakte Francine nach, worauf Nadine spielerisch mit den Schultern gezuckt hätte, würde da nicht jemand an ihr kleben. „Die auch nicht, aber bin ich dir da nicht lieber?“

      Francine kicherte und biss ihr verspielt ins Ohr. „Natürlich, aber das eine schließt das andere doch nicht aus.“ Nadine rollte die Augen und hielt ihr die Nase zu, worauf die Texanerin beide Hände hob, um erneut zu kapitulieren… Zweimal an einem Tag, ein neuer Rekord.

      „Buch uns irgendwo ein“, sagte Nadine lächelnd und gab ihr einen liebevollen Kuss, was Francine zum Anlass nahm, ihr den Personalausweis aus der Hosentasche zu klauen. „Dieses Mal aber mit deiner ID“, bestimmte Francine grinsend und streckte Nadine die Zunge raus... Was sie wieder daran erinnerte, wo Jessica das aufgeschnappt hatte. „Du bist der Boss“, entgegnete die Physikerin lächelnd und stellte erst jetzt fest, dass sie die ganze Zeit die Hände am Po ihrer Frau hatte. Manchmal konnte Francine selbst dann wie ein Aphrodisiakum wirken, wenn sie das gar nicht beabsichtigte. „Shiny“, quittierte die Ärztin mit derselben überschwänglichen Stimme, die schon Jessica zuvor zur Schau gestellt hatte und verschwand aus der Küche.

      Ich muss wirklich lernen, nein zu sagen, dachte sich Nadine lächelnd, während sie wieder mit der Teigbearbeitung begann. Sie blickte aus dem großen Küchenfenster hinaus auf den schneebedeckten Garten und fragte sich, wer wohl vor einem Jahr hätte ahnen können, das Leben auf der Erde wäre so… befreiend.
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