Akademiejahrgang 2392 - Coniunctis viribus ad astra

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  • Sternzeit: 68704,02 - Schahemede-Haus, Gemeinschaftsraum im 8. Stockwerk

    "Na Scooter."
    Shouta nahm im Gemeinschaftsraum gegenüber seines Kommilitonen platz, in welchem außer ihm und "Scooter" um diese Uhrzeit niemand mehr war. Schweigend saß er da den Moment abpassen, kurz bevor sein Gegenüber ihn fragen würde, was er von ihm wollte. Zielsicher begann er dann, noch bevor sein Kommilitone aufsah.
    "Ich weiß nicht so wirklich, ob ich dich für ein großes Arschloch oder einen Feigling halten soll."
    Der Gegenüber stoppte überrascht mit seinem ganzen Tun und musterte den Japaner.
    "Mutig, mir das hier und jetzt alleine ins Gesicht zu sagen, Kanno."
    Shouta lehnte sich etwas zurück.
    "Ich weiß, dass du zu schlau dafür bist von so einer lapidaren Beleidigung auszurasten. Außer, dass es keine Beleidigung ist, sondern dein Verhalten beschreibt."
    Ein weiterer musternder Blick war die Folge, doch dann folgte ein Schmunzeln. Es war klar, worauf die Aussage sich bezog.
    "Ich bin halt nicht der umgängliche Typ. Das sollte doch schon länger bekannt sein."
    'Scooter' fuhr weiter damit fort auf sein Padd zu blicken und Eingaben zu machen.
    "Du musst wissen, mich beschäftigt die Frage zunehmend warum du Saya die letzten Wochen grundlos auf die Palme bringst."
    Der Andorianer sah wieder auf.
    "Ich weiß, du kennst ihre Knöpfe genau. Du hast sicher auch selber dafür gesorgt, dass sie auf Dinge von dir besonders sensibel reagiert. Da musst du also nichts beweisen. Aber, das musstest du nie. Eure Streits waren immer anderer Natur. Du hast versucht sie zu erziehen, vergeblich, dann hast du ein wenig mit ihr gespielt und wenn dir die Lust ausgegangene ist, dann hast du auf die Knöpfchen gedrückt und Saya läuft heulend aus dem Zimmer."
    "Ziemlich zynische Betrachtung, bist du sicher, dass ihr zwei befreundet seid?"
    Der Japaner lehnte sich leicht vor und sah seinen Kommilitonen ernst an.
    "Warum hast du es auf einmal nötig sie aus dem Nichts zum weinen zu bringen?"
    Shoute ignorierte die Frage, sich aber ebenso bewusst, dass dieser es auch tun würde. Nach einem Moment lehnte er sich wieder zurück und tippte mit den Fingern auf den Tisch.
    "Ich glaube, eure alten Gründe sich zu streiten sind immer mehr verschwunden. Aber jemand hat Angst dies einzugestehen. Jemand hat Angst den Status Quo zu ändern."
    Der Andorianer lachte.
    "Damals, als sie deine Ausrüstung sabotiert hat, hast du ihr gedroht mit den selben Mitteln zurück zu schlagen. Aber sie hat dir trotzdem zwei Wochen später dein Experiment sabotiert und sie hat es dich diesmal nur durch ihre Blicke spüren lassen. Du warst so überrascht und beeindruckt, dass du ihr die nächsten vier Tage zur Hölle gemacht hattest, nur durch Knöpfe drücken."
    "Bist du langsam fertig?"
    "Ich könnte noch fortfahren, aber ich denke du verstehst, was ich meine. Was hat sie also diesmal gemacht?"
    Shras lehnte sich zurück, streckte sich und sah dann wieder zu seinem Kommilitonen, abwägend, was er ihm nun antworten würde. Shouta unterdrückte ein Schmunzeln, denn vielleicht würde Shras nun seine äußere Schale einmal fallen lassen.
  • Sternzeit: 68711,56 - Schahemede-Haus, Gemeinschaftsraum im 8. Stockwerk

    "Weiter, weiter, weiter, weiter...!" riefen die Kadetten im Chor, während Saya ein Getränk nach dem anderen ansetzte und austrank. Nach dem 12 stoppte sie.
    Auf dem Tisch standen zweiundzwanzig kurze Gläser, welche mit einer, natürlich alkoholischen, gelblichen, Flüssigkeit gefüllt waren. Die Halbbajoranerin hatte das Gesicht verzogen und schüttelte sich.
    "Na los, weiter, oder bist du erst 12 geworden?"
    Saya setzte wieder an und trank 5 weitere Gläser, ehe sie wieder absetzte.
    "Na komm schon", versuchte sie ein weiterer Kommilitone zu motivieren.
    Sie nahm einen tiefen Atemzug um die Übelkeit, welche in ihr aufkam, zu bekämpfen.
    "Ich habe mich heute schon übergeben...", rechtfertigte sie sich dann und schloss die Augen, während sie trocken schluckte.
    "Na komm schon Kleine, ich hab auch brav meine 25 getrunken", kommentierte Shras, welcher zuvor in der Tat 25 Schnäpse am Stück getrunken hatte.
    "Du wiegst aber doch doppelt so viel wie ich!"
    "Und ich bin kein kleines Mädchen." Er lachte kurz.
    "Komm schon Saya, nur noch 5", ermunterte Robert sie.
    Die Halbbetazoidin hielt sich am Tisch fest und bekämpfte die Vorstellung des Geschmacks, welcher sich von den letzten 5 Schnäpsen in ihrem Mund einstellen würde. Denn da musste sie jetzt durch. Mit einem letzten Atemzug ergriff sie das nächste Glas und leerte so schnell sie konnte auch die restlichen vier. Mit einem Knall landete das letzte Glas auf dem Tisch, doch die Kommilitonen waren bereits in Gejohle ausgebrochen. Sie wischte sich über den Mund, dann über die Stirn und drehte sich um.
    "Selber kleines Mädchen!", rief sie Shras dann zu, nachdem sie sich einen Moment erholt hatte.
    Der Andorianer grinste und reichte ihr ein weiteres Getränk, diesmal in einem großen Glas und mit vergleichsweise wenig Umdrehungen.
    "Doch noch geschafft erwachsen zu werden."
    Er prostete ihr zu. Saya streckte ihm die Zunge heraus und hob auch ihr Glas.
    "Mehr oder weniger zumindest."
  • Sternzeit: 68734,8 - Schahemede-Haus, Stube 821

    Shras lag quer in seinem Bett, die Beine baumelten über die Seite herab. Seine halbbajoranische Kommilitonin war mittlerweile aufgestanden, aber sie konnte dem Andorianer immer noch nicht ins Gesicht sehen.
    "Wie kann bitte irgend jemandem damit geholfen sein ein Leben auszulöschen?"
    "Wenn es der Wunsch der Person ist."
    "Sowas wünscht man sich nicht!"
    "Das sagst du jetzt. Aber du bist nur ein kleines, naives Lichtchen im weiten Universum."
    "Warum sollte sich jemand wünschen wollen getötet zu werden?"
    Saya stemmte ihre Arme in die Hüften. Shras Widersprüche um des Widerspruchs Willen machten sie wütend.
    "Nun, weil das Leben für jemanden das verloren hat, was es lebenswert macht."
    "Aber es gibt niemals nur eine Sache, die das Leben lebenswert machen. Dann sucht man sich etwas anderes."
    "Du hast immer so leicht reden, Saya. Das Leben kann ganz schön hart sein. Eigentlich ziemlich ignorant von dir zu denken, dass du alles besser weißt."
    Saya wurde immer aufgeladener. Wagte dieser faschistische Andorianer es doch glatt sie als ignorant zu bezeichnen.
    "Dann, kann er sich ja immer noch selber töten. Wenn es unbedingt sein muss. Warum sollte es also jemand anderes machen?"
    "In manchen Kulturen gilt Selbstmord als unehrenhaft. Und sogar in denen, wo er unter Umständen als Ehrenhaft gilt, gibt es immer jemanden, der auf die korrekte Ausführung achtet und notfalls ... nachhilft."
    Saya schnaubte.
    "Vielleicht solltest du mal Shouta dazu befragen. Er kann dir sicherlich ein wenig über die Selbstmordkultur der Menschen erzählen."
    "Warum sollte jemand nachhelfen wollen?"
    "Um um unnötiges Leid zu verringern. Ist das eigentlich so schwer zu verstehen?"
    "Und derjenige, der seinen Freund tötet, der leidet nicht?"
    "Nun, das ist nötiges Leid, um noch größeres Leid abzuwenden."
    Nun lehnte sich Shras ein wenig vor und sein Gesicht ragte heraus und zeigte ein Schmunzeln.
    "Lernst du eigentlich garnichts in deinem Ethikfach? Oder lernt man da nur, wie man argumentativ ein Sturkopf bleibt und sich der Illusion hingibt Recht zu haben?"
    "Du bist ein Blödmann", war Sayas knappe Antwort, bei der sie sich abwandte und die Stube verließ. Mit Shras zu diskutieren war sinnlos.
  • Sternzeit: 68756,6 - Messe

    "Na kleine Schwester."
    Shouta nahm neben Saya platz.
    "Großer Bruder", bemerkte Saya zur Begrüßung.
    "Ich habe gehört ich muss wieder mit dir schimpfen."
    "Wer sagt denn sowas?"
    Saya legte den Kopf schief und sah ihren Kommilitonen mit großen Augen an.
    "Unschuldig zu gucken wird dir nichts bringen..."
    "Nicht mal ein bisschen?"
    "Ein bisschen vielleicht..."
    Der Japaner schmunzelte leicht.
    "Und wenn ich dich umarme?", fiel sie ihm wieder ins Wort, legte sich an seine Schulter und umfasste Shouta mit beiden Armen.
    "Bemüh dich nicht zu sehr."
    "Und wenn ich", sie überlegte einen Moment, "wenn ich dir verspreche, dass ich lieb war?"
    "Das wäre geflunkert."
    Shoute pikste Saya in die Seite und wie vorgesehen zuckte diese zurück und löste die Umarmung.
    "Hey!"
    "Warum hast du die Evakuierungsübung kurzfristig abgewählt?", setzte er nun mit dem nach, worum es gehen würde.
    Saya sah nach vorne um ihm nicht ins Gesicht zu blicken, antwortete aber nicht.
    "Erinnerst du dich noch daran, was du mir versprochen hattest?"
    Saya nickte nach einem Moment leicht.
    "Also, warum hast du einen anderen Block gewählt?"
    "Ich hatte halt keine Lust", war nach einem Moment ihre fast trotzige Antwort. Kurz sah sie zu Shouta, blickte dann aber wieder weg.
    Falsche Antwort.
    Shouta hasste es. Saya log ihn zwar nicht an, aber was es wirklich war sagte sie auch nicht. Ihre betazoidische Erziehung machte sie zu einer schlechten Lügnerin, allerdings hieß dies nicht, dass sie nicht gelernt hätte unbequemes geschickt wegzulassen. Saya seufzte schwach. Ihr war Shoutas Stimmungsnuance fraglos aufgefallen. Hier kam sie nicht mehr heraus.
    "Du kannst dich sicher noch erinnern, was du versprochen hast, wenn du dich nicht an das erste Versprechen hältst."
    Saya zog ihre Hände, welche auf dem Tisch lagen ein wenig näher heran, ehe sie sich damit leicht abstieß und aufgebracht zu Shouta blickte.
    "Deine blöden, dummen Pseudoverträge!", maulte sie los. "Immer Disziplin und Korrekt sein, kein bisschen flexibel! Wie ein großer Felsklotz bist du, weißt du das?"
    "Ich weiß", sagte Shouta in ruhigem Ton.
    Ein kurzer Ausbruch gehörte zum Programm. Wenn es etwas gab, bei dem die beiden absolut nicht miteinander klar kamen, dann war es genau das. Saya sah kein Problem darin die Regeln ein wenig zu biegen, solange niemand dabei etwas getan wurde, wie sie es gerne ausdrückte. Dabei konnte ihre Auslegung aber hin und wieder recht 'kreativ' werden.
    "Gut, dass du weißt, dass du ein Blödmann bist."
    Die Halbbetazoidin sah wieder auf die Tischplatte.
    "Onii-san blöd."
  • Sternzeit 68773,95 - Auditorium Maximum

    "Worum geht es? Im Kern? Was ist das Ziel?"
    Captain T'Ali blickte auf die Kadetten im Hörsaal. Sie schritt schon die ganze Zeit auf und ab und hielt einen Monolog um Strategie, den Feldherrn auf dem Schlachtfeld und das, wenngleich sich das Schlachtfeld und die Feldherren über die Jahrhunderte gewandelt hatten, die Grundlagen, die Essenz der Lehre immer noch die selbe war. Namen wie Rhofistan und Sunzi waren gefallen, Namen berühmter Schlachten, die sich, auch wenn Jahrhunderte auseinander und Lichtjahre von einander entfernt, alle gemeinsame Elemente hatten. Krieg war immer wieder aufs neue grausam, doch das Führen eines solchen war ein Handwerk, welches man erlernen konnte.
    "Zu gewinnen", kam es aus den Reihen der Kadetten im voll belegten Audimax.
    "Und wie gewinnen wir?"
    "Indem wir die Kräfte des Gegners vernichten."
    "Und was müssen wir dafür tun?"
    Schweigen.
    Die Vulkanierin machte wieder kehrt und schritt in die Mitte des Hörsaals.
    "Überlegenheit erzeugen. Überlegenheit", wiederholte sie, "heißt die Antwort."
    "Der Sieger gewinnt, weil er dem Verlierer überlegen ist."
    Wieder ließ sie die Worte ein wenig sacken.
    "Theoretisch bedeutet dies vollkommene, vollumfängliche Überlegenheit. Überlegenheit in allen Belangen und ohne Kompromisse. Ein Gegner, welcher in allem überlegen ist, kann nicht besiegt werden."
    T'Ali schritt zur Tafel und drehte sich wieder um.
    "In der Praxis, in der Realität, ist es nicht anders, dass die überlegene Seite gewinnt. Allerdings gibt es natürlich keine vollkommene Überlegenheit. Absolute kennt die Realität nur äußerst selten. Es wird somit zu einer Frage, welche Aspekte relevant sind und ob man bei ihnen Überlegen ist. Der Begriff der Überlegenheit ist somit zwangsläufig ein relativer, er ist das Ergebnis eines qualitativen Vergleichs zwischen zwei Zuständen."
    Auf der Tafel erscheint nun ein Bild, welches mehrere Felder aus Kreisen zeigt.
    "Sind diese Zustände - sie erinnern sich an die Begriffe Kraft, Zeit, Raum und Information - veränderlich, so ist Überlegenheit keine intrinsische Qualität, sondern das Ergebnis des Vergleichs eines momentanen Zustands zweier Systeme. Überlegenheit ist also veränderlich, sie kann durch Veränderung einer dieser Variablen verlohren gehen, aber ebenso kann sie dadurch auch erst erlangt werden. Sie ist abhängig von den Kriterien, welche wir stellen und den Gewichtungen an diese Kriterien. Und am Ende ist es die Realität, die ihre Kriterien wählt und gewichtet, nach denen der letztendliche Konflikt entschieden wird."
    Wieder ging der Blick durch den Raum. Es war die graue Theorie der Sache, aber es war etwas, welches man zu jeder Zeit gegenwärtig haben musste. Nun würde es ein klein wenig anfassbarer werden.
    "Unser Ziel ist die Herstellung von Überlegenheit, unsere Aufgabe muss es also sein eine, möglichst optimale, wenigstens aber ausreichende Variablenkombination zu finden, welche Überlegenheit unserer Kräfte sicherstellt. Zeit, Raum, Kraft, Information, das sind allgemeine Variablen, welche in der Realität Entsprechungen in Entfernung, Mannstärke, Ausrüstung, Ausbildung, Kommunikationswege und vielem weiteren haben."
    Das Hin- und Herlaufen stoppte und die Captain ließ ihren Blick über die Studenten streifen.
    "Ihre Aufgabe als Feldherr ist es herauszufinden und einzuschätzen, welche dieser schier endlosen Faktoren welchen Einfluss auf unsere vier Variablen hat, und dann die wichtigsten zu isolieren und zu optimieren. Überlegene Feuerkraft führt nicht dazu dem Gegner Überlegen zu sein, wenn Geschwindigkeit einen viel größeren Einfluss hat oder die Aufklärung zu ihrem Einsatz fehlt. Ihr Ziel muss die Herstellung, Sicherstellung und die Erhaltung der Überlegenheit sein. Dies kann zu drei Zeitabschnitten geschehen: vor dem Gefecht, während des Gefechts und nach dem Gefecht."
    Wieder änderte sich die Präsentation. Drei Kreise erschienen, welche sich überlappten, noch ohne Beschriftung.
    "Die Herstellung der Überlegenheit vor dem Gefecht fällt in den Aufgabenbereich der Strategen, der Logistiker, der Ausbilder, ja sogar der Politiker. Die Statistik sagt, dass sie alle sich in ihrer Laufbahn mit wenigstens einem dieser Aspekte befassen werden, in dieser Veranstaltung werden wir uns nur mit der militärischen Strategie befassen."
    'Strategie' leuchtete im ersten Kreis auf.
    "Die Herstellung der Überlegenheit während des Gefechts gehört den Taktikern. Kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit dem Feind, nannten es Militärtheoretiker und Generäle. Strategische Überlegenheit kann durch taktische Fehler schnell verloren gehen, ebenso natürlich auch anders herum."
    'Taktik' ergänzte den zweiten Kreis.
    "Und die Herstellung der Überlegenheit kann auch nach dem Gefecht erfolgen. Dies erfolgt wieder durch Strategie, hin und wieder auch durch Zufall. Ich nenne hier nur einmal den Pyrrhussieg, welcher zudem demonstrieren sollte, dass Überlegenheit ein extensiver, lokaler und kein zwangsweise globaler Begriff ist."
    Wieder erschien das Wort 'Strategie' und die beiden äußeren Kreise vereinigten sich zu einem großen Kreis, welcher die Taktik umschloss. Die Professorin wartete einen Moment, da die Kadetten die Informationsflut erstmal aufsaugen mussten.
    "Im folgenden werden wir uns mit den Möglichkeiten der Strategie beschäftigen Überlegenheit herzustellen und zu behalten. Gleichsam bedeutet dies auch, dass Sie gegen einen unterlegenen Gegner dieses Vorgehen antizipieren, stören und vereiteln können müssen."
  • Sternzeit: 68845,74 - Schahemede-Haus, Korridor im 8. Stockwerk

    "Mag mich mal gerade jemand aufklären was hier passiert?"
    Shras und Saya standen sich auf dem Korridor gegenüber und waren dazu übergegangen sich anzuschreien, allerdings auf romulanisch. Claude beobachtete die Beiden ein wenig verwirrt und sah dann zu Cassidy und Shouta, welche er mit seiner Frage bedacht hatte.
    "Was denkst du denn, die beiden zoffen sich", schilderte die Halananerin das Offensichtliche.
    "Auf Romulanisch?"
    "Sie sind beide der Sprache mächtig, Englisch ist ihnen nach bald vier Jahren wohl zu langweilig geworden", kommentierte Shouta.
    "Und was werfen sie sich so an den Kopf?"
    Etwas ungläubig beobachtete Claude die zwei weiter.
    "Was weiß ich das, du sprichst hier mit der Klingonischfraktion." Cassidy sah kurz zu Shouta, den sie mit gemeint hatte. "Damit kann man auch noch besser fluchen", ergänzte dieser grinsend.
    Claude schien fast ein wenig fasziniert. Sayas Stimme hatte mit ihrem Romulanisch eine tiefere Stimmlage und klang teilweise richtig bissig. Und nicht nur das, sie tat sich scheinbar auch viel leichter damit Schimpfworte zu verwenden. So gingen ihr reihenweise Ausdrücke über die Lippen, welche sie in den anderen Sprachen sicherlich nicht in den Mund genommen hätte. Und Schimpfworte waren das, was auch Claude von der romulanischen Sprache gerade noch drauf hatte. Sprachlich war sie Shras offenbar auch deutlich überlegen, sie sprach schneller und souveräner, aber das schien diesen nicht zu stören. Doch nach einem Moment wechselte Claude von der kurzen Faszination zum genervt sein.
    "Und ihr seid hier für die Show?"
    Shouta und Cassidy sahen ihn an. Waren sie das?
    "Geht euch das nicht auf die Nerven? Wie im Kindergarten."
    Claude wandte sich an die beiden und hob seine Stimme: "Könnt ihr nicht endlich mal Sex haben, damit dieses Theater aufhört?!"
    Er schüttelte den Kopf und wandte sich dann ab. Shras und Saya, davon unterbrochen, sahen den Terraner überrascht an, dann wieder zueinander, doch beide hielten inne, als dort weiter zu machen wo sie gestört worden waren.
    "Tut mir leid, aber dabei würde ich Saya sicher kaputt machen, und das wollen wir dann ja doch nicht", rief Shras seinem Kommilitonen auf Terranisch nach einem Moment hinterher.
    "Das einzige, was kaputt gehen könnte, wäre dein Ego, wenn du 's nicht bringst, Shras", kommentierte die Halbbajoranerin, wandte sich auch ab und schlug den Weg zu ihrer Stube ein. "Und das wollen wir dann ja doch nicht..."
  • Sternzeit: 68856,7 - Schahemede-Haus, Holoraum

    Shouta sprang hin und her und setzte den holographischen Figuren mit seinem Katana ordentlich zu. Er trug dazu eine geschmückte Samurairüstung, die er aber nicht zu brauchen schien, da die Gegner kaum dazu kamen ihn zu treffen. Mit schnellen Hieben fuhr er durch die anstürmenden Gruppen an Gegnern in roter Uniform, jeder mit einem gesichtsverhüllenden Eisenhelm. Tödlich getroffene Gegner schienen sich nach den Hieb einfach in einer Rauchwolke aufzulösen. Es war der übliche Modus Operandi wenn Saya dabei war, ohne seine Kommilitonin konnte es für Shouta durchaus blutig werden. Diese stand etwas weiter hinter ihm und warf mit leuchtenden Kugeln um sich, welche sie in ihrer Hand formte. Es war eine Phantasiewelt, keine Frage, angelehnt an das alte Japan im mittleren bis späten 2. Jahrtausend. Doch es gab noch viele andere Adaptionen, etwa die betazoidische Adelsstruktur, so wie sie von zeitgenössischen Trivial-Romanen verklärt wurde oder klingonische Kampftechniken und Taktiken, welche Shouta mehr oder weniger zu Trainingszwecken eingebaut hatte.
    Anfangs waren sie beide mit Schwertern unterwegs gewesen, doch Saya hatte dies nicht so viel Spaß gemacht, sodass Shouta das Holoprogramm kurzerhand umgeschrieben und um geheime, magische Fähigkeiten erweitert hatte, welche die begabten Figuren durch Gesten und Sprüche aktivieren konnten. Wenig überraschend 'beherrschte' Saya diese Fähigkeiten und konnte nun leuchtende Kugeln werfen oder die Gegner mit einem Windstoß zu Boden fegen.
    Aber die Kämpfe waren nur ein Teil des ganzen Holoabenteuers, denn ihre aktuelle Aufgabe war es einen ungemein wichtigen Brief an die Shogun und Bewahrerin des heiligen Lichts von Osaka zu überbringen, etwas, was Kain, Beherrscher der Lüfte, nicht zulassen konnte und ihnen daher mit seinen Truppen das Leben schwer machte.
    Das verbündete Gefolge war bereits niedergemacht worden und es sah schlecht aus um die Beiden, die mittlerweile umzingelt waren.
    "Was tun wir jetzt?", fragte Saya, welche eine leuchtende Kugel in der Hand hielt, bereit sie auf den ersten Gegner zu schleudern, der ihr zu Nahe kam und Rücken an Rücken mit Shouta stand.
    "Na das liegt doch auf der Hand: wir machen sie alle fertig."
    Shouta war bereits außer Atem, aber seine Lust auf den Kampf und die Herausforderung war deutlich.
    Es war nur ein Holoabenteuer, es konnte also nichts passieren und das Programm war so geschrieben, dass es immer, egal was passierte, irgendwie weiterging. Sterben war nur für die Gegner vorgesehen. Zudem wurden heldenhafte Aktionen belohnt.
    "Computer, Schwierigkeit um 10% erhöhen."
    Saya seufzte leicht, Shouta hatte heute wohl einen guten Tag. Aber es machte ihr Spaß mit ihm die Abenteuer zu erleben und Kämpfen war nunmal ein Teil davon. Wenn es ums Reden oder gute Ideen ging, dann war sie gefragt. Vorsichtig berührte sie den Brief, welchen sie unter ihrem Kimono trug um zu sehen, ob er noch da war und wartete, bis Shouta das Signal zum Ausfall gab um ihre Leuchtkugel dann auf den nächsten Gegner zu werfen.
  • Sternzeit: 68896,66 - Schahemede-Haus, Stube 821

    "Und Saya, hast du mittlerweile alle Spezies in der Föderation durchprobiert?"
    Shras sah grinsend zu seiner Kommilitonin herüber.
    "Das fragst du mich erst jetzt nach vier Jahren?" Sie sah auf und legte dann ein freches Schmunzeln auf. "Du scheinst mich wohl doch zu unterschätzen."
    Der Andorianer hielt einen Moment inne ob des souveränen Konters.
    "Was ist denn deine Top 5?"
    Sie wandte sich Shras zu und wartete einen Moment, ehe sie antwortete: "Das sind Geheiminformationen. Ich könnte es dir sagen, aber dann müsste ich dich töten."
    Shras lachte. "Ich sehe. Schwer erarbeitetes Wissen."
    "So ist es." Sie schmunzelte. "Aber ich kann dir verraten, dass ihr Andorianer weit abgeschlagen seid."
    Shras tat ein wenig überrascht, auch wenn er es keinesfalls war.
    "Ach, warum das denn?"
    "Weil ihr hart wie ein Stein seid. Nicht gut zum kuscheln. Und viel zu kalt. Da wird eine Erkältung zur Geschlechtskrankheit."
    Shras schmunzelte.
    "Du bist sicher einfach nur zu wehleidig. Oder sind Klingonen besser?"
    "Das", sie zögerte einen Moment und grinste dann aber, "kann ich nicht sagen."
    "Ach, gibt es noch Lücken in deiner Datenbank?", fragte Shras. "Bist du schlampig gewesen ... oder vielleicht nicht schlampig genug?"
    Saya steckte ihm die Zunge heraus.
    "Du hast mich doch nur nach der Föderation gefragt, du Blödmann."
  • Sternzeit: 68959,0 - Schahemede-Haus, Stube 821

    "Du bist ein Blödmann, Shras."
    Saya nahm den Kartenstapel mit missfallender Miene auf und ordnete sie auf der Hand.
    "Saya, warum sagst du die ganze Zeit Shras sei blöde, immerhin hat er vier Spiele mehr gewonnen als du?"
    Die Halbbetazoidin antwortete nach einem Moment, weiter ihre Karten sortierend: "Ich sage, dass er ein Blödmann ist."
    Sie steckte die letzten Karten um und sah dann zu T'Pin auf.
    "Das ist ein unterschied."
    Die Vulkanierin nickte und nahm dies erstmal hin. Sayas Logik war mit vulkanischer Logik manchmal nicht beizukommen. Shras grinste während er auf Roberts Zug wartete, welcher auf der anderen Seite neben ihm saß und sehr erfolgreich dabei war ihn in Schach zu halten.
    "Na, hilft die dein sechster Sinn nicht zu gewinnen?"
    Saya sah ihn schon fast beleidigt an: "Was hilft mir das, wenn ich damit nur wischen 150-tausend und 155-tausend Shras-Egopunkten unterscheiden kann?"
    Der Andorianer lachte.
    "Bin ich schon so gut, dass es eine Einheit für mich gibt?"
    "Du bist so ein Blödmann, dass es eine Einheit für dich gibt."
    Der Andorianer grinste und legte seine nächste Karte ab. Fassungslos sah Saya ihn an.
    "Du bist ..."
    Sie verstummte und nahm erneut den Kartenstapel auf.
    "Ich bin mal wieder am gewinnen willst du sicher sagen."
    Die Halbbajoranerin streckte ihm nur die Zunge heraus und begann ihre neuen Karten auf die Hand einzusortieren.
  • Sternzeit: 68988,33 - Schahemede-Haus, Korridor im 8. Stockwerk

    Ein wenig hilflos stand der großgewachsene Andorianer auf dem Korridor. Saya hatte ihn von hinten mit beiden Händen an den Fühlern gepackt und zog diese nun nach hinten.
    "Und was wird das, wenn es fertig ist?"
    Saya konnte spüren, dass das ganze sehr unangenehm für Shras war, aber genau das war schließlich der Plan.
    "Du bist ein Blödmann!"
    Sie zog weiter und vereitelte den Versuch ihres Kommilitonen sich umzudrehen.
    "Du weißt hoffentlich, was es bedeutet wenn eine Frau die Fühler eines Andorianers länger berührt?"
    "Ich bin nicht so blöd wie du mich hältst!"
    Demonstrativ drückte sie kurz ein wenig fester zu.
    "Ich hab mir schon gedacht, dass du auf Sado-Maso-Spiele stehst. Aber da man euch blauen Blödians nicht zwischen die Beine treten kann hielt ich das hier für die beste Alternative."
    Shras schien unsicher wie er reagieren sollte. Sicher, er konnte seine Kommilitonin problemlos einfach weh tun, auch wenn er hinter seinem Rücken nicht viel Spiel hatte, denn sein Exoskelett schränkte ihn hier sehr ein. Aber er würde nur irgend etwas von Saya packen und dann feste zudrücken müssen. Eher erfolglos versuche er die Halbbajoranerin zur Seite zu schieben um sich zu ihr hin drehen zu können, aber sie war zu geschickt dafür und schien ein Gespür dafür zu haben wie sie ihm an den Fühlern ziehen musste um seine Versuche zu unterbinden.
    "Na, hat Saya dich an die Zügel genommen?"
    Ruth war neben die beiden getreten und sah sich das Spiel an. Saya ließ Shras spüren, dass sie die Kontrolle hatte und er sich mit ihr anders auseinandersetzen musste, sofern er nicht seine Kraft ausspielen wollte. Und darauf hatte Shras vornehmlich verzichtet. Denn wozu den plumpesten Vorteil ausspielen, wenn es doch viel elegantere, viel niveauvollere Methoden gab seine Überlegenheit zu demonstrieren.
    "Ich kann wohl nicht davon ausgehen, dass du mir hilfst?"
    "Was? Der große, starke Andorianer braucht Hilfe von mir?"
    Ruth kicherte und auch Saya, welche eigentlich ziemlich aufgebracht war ließ ein kurzes Schmunzeln über ihr Gesicht huschen. Doch ihr entging nicht, dass ihr Kommilitone langsam frustriert wurde. Und dies konnte bedeuten, dass er früher oder später doch dazu übergehen würde ihr weh zu tun. Gerade ging ihr der Gedanken durch den Kopf wie weit sie es denn treiben wollte, als sie Shras Griff an ihren Brüsten spürte.
    "Wenn du meine Fühler anfasst dann hast du da ja sicher nicht gegen."
    Der Andorianer fing an mit seinen Fingern zu kneten, während Saya einen Moment brauchte die Lage zu verarbeiten.
    "Ich glaub ich werde dir gleich doch helfen", kommentierte Ruth die Entwicklung ironisch, wartete aber erst einmal ab wie Saya darauf reagieren würde.
    Diese lies einen der Fühler los, griff eine der Hände und verdrehte sie. Aber es half nichts, die andere Hand war weiter frei und setzte ihr Tun fort. Auch wenn sie hinter dem Andorianer stand ließ Sayas sechster Sinn sie Shras Grinsen vor ihrem inneren Auge förmlich anspringen. Nach einem Moment lies sie auch den anderen Fühler los und schlug Shras Hand weg.
    "Wenn du Fummeln willst, dann sag das doch", drehte dieser sich um.
    Saya sah ihn für einen Moment giftig an und ging dann um ihn herum zur Stube.
    "Na das du dir mal keine gefangen hast", kommentierte Ruth und schüttelte mit dem Kopf.
    "Und das sie mir an die Fühler gelangt hat zählt jetzt nicht?"
    "Ich rechne dir eher an, dass du nicht ausgetickt bist. Und bevor du mir jetzt was erzählen willst frag ich lieber erst garnicht was das ganze auf sich hatte..."
  • Sternzeit: 69001,7 - Schahemede-Haus, Stube 821

    Die Schuhe flogen mal wieder durch den Raum. Aber das war Saya gewohnt, es Shras auszutreiben zwecklos und würde noch wieder im Streit enden. Es war eines der, wenn sie ehrlich war, vielen Dinge, welche sie ignorierte um des Hausfriedens willen. Sie wusste, dass Shras einige Dinge nur tat um auszuprobieren wie weit er gehen konnte, aber auch das nahm sie in kauf. T'Pin und Robert wiesen ihn schon zurecht, wenn er wirklich über die Stränge schlug.
    Heute schien der Andorianer in besonders schlechter Laune zu sein. Schon bevor er die Tür hereingekommen war hatte Saya gespürt, dass ihr Stubenkollege nicht gut drauf war. Entsprechend hatte sie sich seelisch schon gewappnet und wartete auf den ersten Ausfall ihres Kommilitonen, welcher gerade wortlos seine Trainigskleidung abstreifte. Saya bemerkte, dass sie mit Fortschreiten der Zeit immer unruhiger wurde, auf Shras zu warten wurde beinahe noch unangenehmer, als was er dann möglicher Weise tun würde. Sie atmete durch und verurteilte sich selbst; war es wirklich soweit gekommen, dass er sie auch dadurch erreichte, indem er einfach nichts machte?
    Plötzlich schien es so, als wenn Shras Präsenz in ein Loch fiel, wie, als wenn er plötzlich eingeschlafen wäre. Die Halbbetazoidin blickte überrascht auf und sah noch den letzten halben Meter, bevor der stämmige Andorianer mit einem lauten Knall auf den Boden aufschlug. Erschrocken zog sie ihre Hand vor den Mund, eine Schrecksekunde, bevor sie aufsprang und zu ihrem Kommilitonen eilte. Shras lag reglos, wie tot, auf dem Boden. Saya tastete seinen Kopf ab, versuchte einen Puls zu fühlen, was bei Andorianern und ihrem Exoskelett nur an wenigen stellen behelfsmäßig funktionierte. Nichts.
    "Hey! Wach auf!"
    Sie schüttelte ihren Kommilitonen.
    "Shras!"
    Sie schlug ihm leicht mit der Hand ins Gesicht. Dann hob sie seinen Kopf. Keine Reaktion. Wieder schlug sie ihm ins Gesicht, der Versuch eine Reaktion von ihm zu bekommen. Doch der Körper ihres Kommilitonen blieb weiter ohne jegliche Spannung.
    "Du sollst aufwachen, du Blödmann!"
    Panik ergriff sie. Andorianer waren für Ersthelfer ein großes Problem. Ein Puls war schon so nur schwer zu erfühlen. Sie öffnete die Augenlieder, die Augen dahinter waren verdreht. Sie kontrollierte, ob der Andorianer noch atmete. Herzrhythmusmassage bei einem Andorianer, Fehlanzeige, für sie.
    "Shras!", rief sie eindringlich zu ihm. Schon wollte sie aufspringen, als ihr 6. Sinn plötzlich eine Regung verspürte. Nach einem Moment rühte sich auch der blaue Körper wieder und ein Stöhnen war zu hören. Saya stützte den Kopf. Shras schlug die Augen auf und sah ein wenig desorientiert umher, ehe er seine Kommilitonin fixierte.
    "Na, wolltest du die Gunst der Stunde nutzen?"
    "Das ist nicht witzig!", antwortete Saya ernst.
    Der Andorianer richtete sich nach einem Moment noch benommen auf.
    "So schnell bin ich nicht tot zu bekommen."
    Sie stand auf und reichte ihm die Hand. Etwas benommen kam ihr Kommilitone nach einem Moment wieder auf die Füßte und wurde von ihr zu ihrem Bett geführt wo er sich wieder hinsetzen durfte. Sie reichte ihm das Handtuch, welches der Andorianer um die Hüfte gelegt hatte, bei der Aktion aber seinen Halt verloren hatte und setzte sich neben ihn.
    "Was ist passiert?"
    "Na das hast du doch gesehen", entgegente dieser in leicht verärgertem Ton.
    "Ich meine, warum kippst du einfach so um?"
    "Nunja...", Shras atmete tiefer ein, "ich habe mich beim Training heute gut verausgabt und bisher noch nichts gegessen gehabt."
    "Du bist ein Blödmann, weißt du das?"
    "Ach, mancheiner würde sicher noch weiter gehen, nur um sich von einer vollbusigen Krankenschwester retten zu lassen."
    Der Andorianer war noch nicht in der Verfassung wieder sein übliches Grinsen aufzusetzen. Es war eine ungewohnte Situation, Shras war nicht Herr seiner Selbst und Saya war davon eher alamiert, als beruhigt, dass er sie dadurch in Ruhe lassen würde. Kurz Schuss ihr durch den Kopf, was Shouta dazu sagen mochte - sie war schon Konditioniert - nein, es war Beunruhigung. Ihrem Kommilitonen ging es nicht gut, ja, sie war kurz davor gewesen einen Notarzt zu rufen.
    "Weißt du Saya", unterbrach Shras ihre Gedanken. "eine geilere Krankenschwester als dich kann ich mir nicht vorstellen."
    Saya stieß einen unbestimmten Seufzer aus. Die Formulierung war zweifelsohne zweideutig, aber ihr 6. Sinn konnte filtern, dass dort durchaus auch ein Lob mitschwang. Nach einem Moment lächelte sie Shras an. Ein alleinstehendes Lob an sie ging bei Shras wohl aus technischen Gründen irgendwie nicht. Und überhaupt, er musste jetzt erstmal ihrer Interpretation widersprechen.
  • Sternzeit: 69020,44 - Schahemede-Haus, Stube 815

    „Hey, Nynaeve! Ich habe gehört Saya wollte Dich mit einem Romulaner verkuppeln?“
    Nynaeve sah von ihrem PADD auf in Richtung der Stimme. Shima Laganaki hatte die gemeinsame Stube betreten und grinste die andere Kadettin an.
    „Hallo Shima. Ja, wollte sie.“, antwortete Nynaeve knapp und schaute wieder auf ihr PADD in der Hoffnung, dass ihr Gegenüber es dabei bewenden ließ. Das sollte ihr aber nicht vergönnt sein.
    „Und?“, bohrte Shima nach.
    „Du willst die ganze Geschichte hören?“, fragt Nynaeve einen absichtlich genervten Unterton mitschwingen lassend und fuhr mit einem Seufzen fort als die Trill nickte.
    „Eigentlich war es ganz einfach. Während Saya ihre Verkupplungspläne gemacht hat, habe ich einfach den Spieß umgedreht und eigene Pläne gemacht. Ich habe den Romulaner überzeugt, dass bei mir so oder so nichts zu holen ist und er mir aber helfen könnte meine Kommilitonin zu ärgern. Ränke schmiedender und gleichzeitig unreifer Romulaner der er war, war er von der List begeistert und hat zugestimmt. Schließlich sind wir zusammen verschwunden und dann sobald wir außer Sichtweite waren getrennte Wege gegangen.“
    „Glaube ich Dir nicht“, kommentierte Shima mit einem Gesichtsausdruck, der genau das aussagte.
    „Warum fragst Du mich dann überhaupt?“ antwortete Nynaeve mit zorngeladener Stimme. Dann einige Sekunden später deutlich ruhiger: „Dann eben nicht.“
    Wie um zu untermalen, dass die Unterhaltung beendet war, hob Nynaeve ihr PADD vor ihr Gesicht und fuhr fort darauf zu lesen.
    Nynaeve Storm
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  • Sternzeit: 69020,49 - Schahemede-Haus, Stube 821

    "Na Saya, was ist aus deiner Mission gestern geworden?"
    Shouta hatte sich angeschlichen und es auf wenige Meter geschafft, da die Halbbetazoidin in ein Padd vertieft war. Ein Zusammenzucken war das Ergebnis.
    "Musst du das immer machen?"
    "Du bist so langweilig, wenn du zu gute Laune hast."
    Saya wollte schon zu einer Antwort ansetzen, hielt dann aber verwirrt inne.
    "Du bist ein Blödmann", war schließlich ihre Antwort.
    Der Japaner setzte sich vor ihr auf den Tisch.
    "Na die letzten paar Woche musst du ja noch möglichst viel von mir mitbekommen."
    Saya sah auf.
    "Also?", verwies der Terraner auf seine vorherige Frage.
    "Also was?"
    "Wie lief dein Verkupplungsversuch?"
    Saya grinste. Dann stand sie auf und setzte sich auch auf den Tisch.
    "Ich weiß nicht", sagte sie und hob die Stimme.
    "Und das bedeutet?"
    "Na ich weiß nicht. Nynaeve ist manchmal ganz schön ... soziophob heißt das doch, oder?"
    Shouta schmunzelte. "Ich glaube du meinst etwas anderes."
    Die Halbbetazoidin sah in fragend an.
    "Ich glaube du willst sagen sie ist eine graue Maus."
    "Eine graue Maus?"
    "Vielleicht auch nicht ganz. Sie ist ... nicht so kontaktfreudig, was das ihr zugetane Geschlecht betrifft."
    Saya ließ ihren Blick in die Stube fallen und nickte leicht.
    "Ja, sie ist da sehr ... eigentlich könnte sie da doch ein wenig mehr ... aber ich überforder sie da wohl auch. Obwohl sie älter ist als ich und auch schon ein Jahr länger hier. Ich kann nur nicht verstehen, warum Romulaner ... hm, vielleicht kann ich es doch verstehen. Aber es ist trotzdem doof."
    Shouta musterte Saya. Empathisch zu sein, so viel hatte er gelernt, bedeutete nicht unbedingt Leute besser zu verstehen, oder vielleicht noch eher, verstehen zu wollen. Aber er war nicht für philosophische Diskussionen gekommen.
    "Also ist dein Vorhaben ins Wasser gefallen?"
    "Das .. würde ich so nicht sagen."
    Sie grinste.
    "Aber es ist nichts ... passiert", stellte Shouta mit einem leicht fragenden Ton in der Stimme fest.
    "Na dafür hätte ich sie wohl vorher betäuben müssen", lachte die Betazoidin. "Vielleicht noch die Haare blond färben, manche Romulaner finden das interessant."
    "Aha. Also?"
    "Ich habe sie vorgestellt und sie haben sich eine gute Weile unterhalten. Irgendwann habe ich sie dann nicht mehr gesehen, glaub ich."
    "Glaubst du?"
    "Ich war abgelenkt."
    Der Japaner grinste.
    "Ich verstehe. Dann ist wenigstens eine von euch nicht alleine geblieben."
  • Sternzeit: 69045,78 - Schahemede-Haus, Stube 821

    "Weißt du Saya, ich habe es endlich heraus bekommen."
    Die Halbbetazoidin saß in ihrer Stube und war mit Shras allein, welcher seinen Spind aufräumte, etwas, das sie auch noch vor sich hatte, später. In der Hand hielt sie ein Padd, auf welchem sie dabei war ein Gedicht zu verfassen. Es war eines ihrer Hobbys, aber nur selten zeigte sie anderen, was sie schrieb. Zuweilen hatten die Werke tagebuchartigen Charakter und den Fehler es Shouta zu zeigen würde sie nicht wieder machen. Der Terraner war auch als Nichttelepath erschreckend gut darin in ihre Seele zu blicken, wenn sie es zuließ. Eine Weile hatte sie sich selber gefragt, ob sie Angst davor haben sollte. Aber ... ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Shras.
    "Hm?"
    "Deine wichtige Rolle in der Sternenflotte", ergänzte der Andorianer.
    "Ich habe eine wichtige Rolle in der Sternenflotte?"
    Die Frage war eine Mischung aus Neugier und Gespieltheit. Ihr Kommilitonen führte sicher irgend etwas im Schilde, aber was war es?
    "Du bist nicht im Dienst wichtig, sondern außer Dienst", erklärte Shras weiter.
    "Ich bin wichtig?"
    Shras grinste.
    "Jetzt überleg' mal: du bist auf einem Raumschiff mit 80 oder 100 Leuten mitten im Nirgendwo des Alls. Nach Hause sind es drei Monate Flug und bis zur nächsten Sternenbasis immer noch ein paar Wochen, die aber in der nächsten Zeit ohnehin nicht angelaufen wird. Den ganzen Tag jagst du irgend ein Phänomen auf den Sensoren, das alle zwei Stunden einmal auftritt."
    Shras musterte seine Kommilitonen.
    "Du hängst die ganze Zeit mit den selben Leuten zusammen, musst die selben Witze anhören. Wenn du aus der Schicht kommst ist es doch verständlich, dass du dich ein wenig entspannen willst, aber dann vielleicht auch ein wenig Action haben möchtest. Da gibt es natürlich noch das Holodeck. Aber da kann auch nicht jeder gleichzeitig und immer drauf. Und letztendlich ist es nur eine Illusion."
    "Aha."
    Saya sah Shras fragend an.
    "Und warum bin ich jetzt wichtig?"
    Der Andorianer schmunzelte.
    "Na du sorgst für die Zerstreuung. Und das sogar sehr ökonomisch, immerhin weißt du nicht nur ein, sondern viele Crewmitglieder versorgen."
    Saya musterte ihren Kommilitonen.
    "Willst du damit sagen ich bin für das Funktionieren der Crew wichtiger als zum Beispiel du?"
    Der Andorianer grinste.
    "Ich will sagen, dass ich nun ruhig schlafen kann, obwohl du dich auf einem Sternenflottenraumschiff herumtreiben wirst. Oder gerade weil."
    "Das beruhigt mich jetzt aber, dass du nach vier Jahren es zu dieser Erkenntnis gebracht hast und nun endlich ruhig schlafen kannst."
    Shras entgleiste ein wenig die Mimik. Da hatte es diese Larve auf den letzten Metern sich angewöhnt ihm gegenüber Sarkasmus zu zeigen. Sollte ihm das gerade von ihr jetzt etwas ausmachen? Aber, eigentlich konnte er sich das wiederum auf die Fahne schreiben. Ob dem Halbblut wohl bewusst war wie viel es ihm zu verdanken hatte?
  • Sternzeit: 69057,00 - Bajoranisches Restaurant in San Francisco

    Mia Levi rührte in ihre Tasse mit bajoranischem Tee.
    "Es ist schon immer erstaunlich was man so weit weg von Bajor immer denkt, wie dort die Kultur ist..."
    Die Betazoidin saß mit ihrer Tochter ein einem bajoranischen Restaurant in San Francisco, welches Saya in den letzten vier Jahren immer gerne aufgesucht hatte.
    "Ja, aber Kitsch muss sein, sonst kommt es doch nicht rüber", grinste die Halbbajoranierin. "Über das essen kannst du dich sicher nicht beschweren."
    "Das bekommt man aber auch nur, wenn man einen Nasenkamm hat oder extra danach fragt."
    Saya lächelte. "Aber man bekommt es."
    Sie nahm einen Schluck ihres Tees.
    "In der Messe haben sie sich auch immer viel Mühe gegeben."
    Dann sah sie ihre Mutter an, welche offenbar in Gedanken bewegt war. Diese bemerkte dies und blickte zu Saya.
    "Manchmal denke ich, ich hätte dir mehr betazoidische Traditionen mitgeben sollen."
    Saya wartete ab, was nun folgen würde.
    "Die bajoranische Kultur steckt unverkennbar in deinen Genen, aber wo du auf Bajor aufgewachsen bist hatte ich manchmal das Gefühl, dass die betazoidische Kultur ein wenig kurz gekommen ist."
    "Glaubst du?" Saya hielt für einen Moment inne. "Wenn du meine Kommilitonen fragst werden sie dir sicher sagen, dass ich mehr Betazoidin bin als Bajoranerin."
    "Liebes", sie hielt den Gedanken einen Moment zurück, bevor sie die Bombe platzen lies, "ich denke du hättest versprochen werden sollen."
    Saya verschlug es fast die Sprache. Mit Mühe versuchte sie ihre Mimik für die Gäste zu verbergen, aber vor ihrer Mutter konnte sie so gut wie nichts verbergen. Diese legte ihre Hand auf Sayas und fuhr fort: "Dein Vater war dagegen und ich habe damals auch nach seinem Tod seinen Wunsch respektiert."
    Danke! Danke, Papa!
    Saya machte kein Hehl daraus, dass ihr nicht gefiel, welche Richtung das Gespräch wieder nahm.
    "Liebes, ich will doch nur dein bestes. Eine feste Person in deinem Leben würde dir gut tun."
    "Und was soll die dann machen? Ich werde auf ein Schiff versetzt. Da kann nicht mal so eben jeder mitkommen!"
    "Jetzt sei doch nicht so aufgebracht, es ist ja eh schon zu spät."
    Saya verzog das Gesicht. War ihre Mutter den ganzen Weg von Betazed gekommen, zwei Monate Reise, nur um ihr diese eine Sache immer wieder vorzuhalten?
  • Sternzeit: 69081,5 - Shuttle über San Francisco

    Ensign Nynaeve Storm saß an einem Fensterplatz im Personalshuttle, dass sie von der Erde zur Erdorbitalstation bringen sollte. Ihr Gepäck war sicher unter ihrem Sitz verstaut und bestand aus einer prall gefüllten Reisetasche und ihrem Hockeyschläger, den sie am Eingang hatte lassen müssen. Sorgfältig wie sie war, hatte sie bereits am Vorabend alles bis auf ihre Schlaf- und Waschsachen gepackt, wenn man es überhaupt packen nennen konnte. Den wirklichen Akt des Packens hatte sie natürlich beim Verlassen des Schahemede-Hauses gehabt, bevor die frischen Offiziere dem neuen Jahrgang hatten weichen müssen. Dort hatte sie auch bereits die Anzahl der persönlichen Dinge, die sie mitnehmen würde, auf das Reisetaschenpackmaß reduziert und es war ihr schwer gefallen sich von einigen ihrer Sachen zu trennen.

    So oder so hatte sie an ihrem letzten Tag auf der Erde nichts mehr zu tun gehabt als die Zeit mit Maritza und Saya zu verbringen, die sie im Laufe des letzten Jahres als gute Freundinnen liebgewonnen hatte, auch wenn sie genau wusste, dass insbesondere Saya manchmal etwas genervt von ihr war. Mit brennenden Augen hatte sie sich dann zuerst von letzterer und später von ersterer verabschiedet.

    Nynaeve machte sich nichts vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kontakt mit anderen Theta-Kadetten lange bestehen bleiben würde, war nicht sehr hoch. Trotz all den tapferen Worten, die sie beim Frühstück gesagt hatte: Sie hatte so gut wie keinen Kontakt mehr zu ihre Kommilitonen aus ihrem Startjahrgang. Natürlich war es nicht unbedingt eine gänzlich allgemein gültige Feststellung, denn sie hatte sich sozial nicht sehr engagiert, nur wenige bekannte gehabt, nachdem Gelyn die Akademie geschmissen hatte. Nichtsdestotrotz hatte sie sowohl versprochen, als auch sich fest vorgenommen den fünf, sechs Leuten, denen sie in ihrem letzten Jahr am nächsten gestanden hatte, zu schreiben oder Videobotschaften zu schicken. Wenn es schon sonst keiner tat, dann würde sie es eben tun. Denn als sie Captain Shield gesagt hatte, dass das letzte Jahr auf der Akademie ihr angenehmstes war, hatte sie nicht seinetwillen übertrieben, sondern gerade heraus die Wahrheit gesagt. Nynaeve war vielleicht nicht gut darin ihre positiven Gefühle anderen gegenüber auszudrücken, aber sie war organisiert genug, dass sie daran denken konnte Nachrichten zu schicken und zu sagen, dass sie noch da war.

    Ihr Blick löste sich von der San Francisco Bay, die hinter der Fensterscheibe immer kleiner und kleiner wurde, die die Vergangenheit und die letzten fünf Jahre Akademie darstellte und wanderte nach vorn, wo ein kleiner Punkt im Weltall bereits die Erdorbitalstation war und den Weg in ihre Zukunft symbolisierte. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen. Die Zeit des Abschiednehmens und Nachtrauerns war vorbei. Jetzt galt es auf die Zukunft hinzuzugehen, zu ihrer verdienten Arbeitsstelle auf der USS Aurora. Und überhaupt hatten Offizierinnen und kompetente Ingenieurinnen nicht in ihrer Uniform zu weinen wie kleine Mädchen. Nynaeve versuchte sich an einem Blick der grimmigen Entschlossenheit, aber ihr Spiegelbild in der Fensterscheibe strahlte sie an mit einem Lächeln wie ein Honigkuchenpferd, was auch immer das war. Besser als verweint, dachte sie, aber ich habe ja auch noch ein paar Tage Zeit zum Üben…
    Nynaeve Storm
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  • Sternzeit: 69086,06 - USS Imhotep NCC-75479, Deck 10, Quartier 17

    Saya saß auf ihrem Bett und zog sich die Uniform zurecht, bevor sie auf das Computerterminal vor ihr blickte.
    "Computer, Aufzeichnung beginnen."
    Sie setzte ein Lächeln auf und winkte.
    "Hallooo Maritza. Wie geht es dir? Ich bin gerade, also vor ungefähr einer Stunde, auf der USS Imhotep angekommen. Sie muss jetzt jeden Moment auslaufen und soll mich von Tellar nach Sternenbasis 515 bringen."
    Saya sah begeistert aus.
    "Ja, ich war auf Tellar. Leider hatte ich nur eine Stunde Zeit, bevor ich mich hier an Bord melden musste. Also habe ich versuch so viel wie möglich zu sehen, so schnell wie möglich. Dann bin ich auch 15 Minuten zu spät hier an Bord gekommen, aber ich konnte den Zweiten Offizier davon überzeugen, dass dies nicht so schlimm ist. Wohl eine der Fähigkeiten von der Akademie, die nicht in meinem Zeugnis steht ... also nicht so direkt."
    Die Halbbajoranerin grinste.
    "Ich hoffe du hast auch viel Spaß, auch wenn es noch mehr Spaß machen würde, wenn du dabei gewesen wärst."
    Sie strich sie eine Strähne aus dem Gesicht.
    "Meine Befürchtungen, die Reise würde ereignislos werden, haben sich auch ganz schnell zerstreut: nicht nur, dass ich auf der Imhotep in den Übungsablauf eingebunden bin, so als 5. Rad am Wagen, nein, der Chefingenieur der El Dorado hat mir eine Subraumbotschaft mit den technischen Spezifikationen des Schiffes geschickt."
    Sayas Blick wird verhaltener und ein leichtes Seufzen ist ob der mutmaßlichen Menge an Daten zu erkennen.
    "Scheinbar haben die seit Monaten Probleme mit ihren Umweltsystemen, wozu sie jetzt einen Umweltingenieur bekommen."
    Sie blickt ein wenig irritiert.
    "Warum haben die dann gerade mich ausgewählt? Ich komm doch direkt von der Akademie, warum nicht jemanden, der schon ein paar Jahre Erfahrung mit sowas hat?"
    Ein Lächeln kehrt auf Sayas Gesicht zurück.
    "Aber ... irgendwie auch ein schönes Gefühl, dass ich gebraucht werde. Dann können sie mich wenigstens nicht herum schubsen, sonst verwandle ich das Schiff in eine Sauna", ergänzte sie kichernd.
    "Also, wenn ich mich durch den Technikberg gelesen und alles verstanden habe. Ob die 40 Reisetage dafür wohl reichen?"
    Die Halbbetazoidin verdrehte die Augen. Dann griff sie zur Seite aus dem Aufzeichnungsbereich heraus und holte ein etwa 40 Zentimeter großes Plüschtierchen ins Bild. Sie schloss die Augen und knudellte das Wesen, welches Maritza an einen Delfin oder Wal erinnern würde.
    "Weißt du, wer mir das geschenkt hat? Kommst du nie drauf!"
    Sie ließ eine kleine Pause, um die Spannung zu erhöhen.
    "Shras!"
    Sie grinste.
    "Das ist ein Sas'haf. Blaudian hat mir natürlich erzählt, was das für ein böser Fleischfresser ist, aber ich find' ihn total niedlich. Und am Ende musste er dann eingestehen, dass auch niedliche Wesen Durchsetzungskraft und Kampfgeist haben", strahlte sie.
    "Aber ... ich glaube das musste ich ihm garnicht mehr abringen. Das hat er schon gelernt gehabt. Wer weiß, was ich Shras so alles beigebracht habe."
    Sie kicherte kurz und wird dann plötzlich ernst.
    "Ich vermiss euch, sogar Shras. Aber vor allem Dich und Shouta. Eigentlich jeden Tag. Dann könnte ich manchmal einfach heulen ... okay, dann heule ich einfach los. Aber danach versuch ich daran zu denke, was für tolle Dinge ihr alle machen werdet. Okay, Shouta drückt weiter die Schulbank, aber du."
    Sie lächelt.
    "Du musst dafür sorgen, dass die ganzen wichtigen Leute bei dir an Bord ihre Arbeit machen können, ihre Ausrüstung haben und das nichts verloren geht. Und falls jemand das nicht wichtig findet, dann...", sie überlegt einen Moment und schmunzelt dann, "dann geb' ich dir die 'Sauna-Codes'."
    Sie löst das Plüschtier aus der Umarmung und legt es bei Seite.
    "Ich werde mal in die Messe gehen. Hier im Quartier ist es so einsam, die haben mir echt ein Einzelquartier gegeben, ob ich das auf der El Dorado auch hab?"
    Ihr Blick ging kurz durch das Quartier und dann wieder auf das Terminal.
    "Ich freu' mich schon von dir zu hören. Hoffentlich hast du Zeit eher einen Roman zu lesen als solch trockenen Mist wie ich. Ich hoffe du bist für die Reise nicht auf einer kleinen Nussschale wo man nicht laufen kann. Hier auf der Imhotep kann man auf Deck 10 wunderbar im Kreis laufen, hab ich schon ausprobiert, als ich das Quartier gesucht hab."
    Sie grinst.
    "So, nun geht's aber los, bevor ich morgen garnichts mehr zu erzählen hab. Auf wiedersehen."
    Wieder winkte sie.
    "Computer, Aufzeichnung beenden."
    Saya blieb sitzen und nahm nach einen Moment das Stofftierchen wieder in ihre Umarmung und drückte es. Tränen begannen für einen Moment über ihre Wangen zu laufen. Sie schloss die Augen. Sie hatte gewusst, dass es ihr schwer fallen würde, aber so schwer? Na, eigentlich hatte sie auch das gewusst, aber bewusst wurde es ihr erst jetzt. Wie lange würde sie wohl brauchen darüber hinweg zu kommen? Wie sie sich kannte hatte sie keine Ahnung wie lange, es würde maßgeblich von ihrem neuen Umfeld abhängen wie leicht oder schwer es ihr am Ende fiel.
    Nach einer Minute war der Anflug erst mal wieder vorbei. Sie wischte sich die Tränen weg und stand auf. Sie musste wirklich unter Leute, alleine würde sie sicher gleich weiter heulen.
  • Sternzeit: 69141,10 - Sternenbasis 515, Quartier 247

    "Aufzeichnung starten."
    Saya winkte kurz.
    "Hallo, Shouta."
    Sie saß mit angezogenen Beinen auf ihrem Bett und lehnte an der Wand.
    "Na, bereust du schon, dass du auf der Akademie geblieben bist?"
    Sie grinste und steckte dann die Zunge raus.
    "Aber ich glaube, dass es dir sicher Spaß macht. Auch, wenn dein psychologisches Versuchskaninchen jetzt in den weiten des Weltraums gestrandet ist. Ja, gestrandet. Du wirst dir jetzt sicher an den Kopf fassen... ich hab leider mein Schiff, das mich zur El Dorado bringen sollte, verpasst."
    Sie zieht eine Schnute.
    "Ja, ich war es selber schuld, ich hätte pünktlich sein sollen, ich weiß ja, dass Schiffe einen Zeitplan haben und nicht auf jede kleine Ensign warten. Aber die ... ach, ich sag dir einfach den Grund nicht, dann hast du weniger Blutdruck."
    Sie grinste.
    "Und jetzt muss ich erst einmal warten."
    Sie umarmte ihre Beine ein wenig stärker.
    "Die XO hier von der Sternenbasis hat mich ganz schön zusammengefaltet, weißt du. Wenn die meine Akte kennen würde ... glaubst du, dass das gut oder schlecht wäre?"
    Saya überlege kurz.
    "Aber hier auf der Basis sind fünfzehntausend Personen, da werde ich schon jemanden finden, der mich unterhält, während ich auf das nächste Schiff warte. Hm, auf der El Dorado werde ich sicher auch was zu hören bekommen. Ich glaube ich brauch mal einen Plan."
    Sie sah wieder nach vorne.
    "Ja, ich weiß. Ich schaff das schon. Nachdem ich das blöde erste Jahr an der Akademie geschafft habe kann mich eigentlich nichts mehr abschrecken."
    Sie lächelte.
    "Melde dich doch mal. Ich habe gerade wieder mehr Zeit. Du hast sicher schon wieder viel zu tun. Dann mach ich es jetzt am besten kurz, ja?"
    Sie grinste und winkte dann zum Abschied.
    "Pass auf dich auf wo ich jetzt weg bin. Auf Wiedersehen."
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