Akademieleben 1 - Prolog

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  • »Mr Farrel, Ihr Shuttle startet in dreißig Minuten«, kam eine Stimme aus dem Kommunikator.
    Es war soweit. Sein Flug nach Hause würde in einer halben Stunde beginnen. Er war reisefertig, seine Koffer waren gepackt. Auf Tobins Bett legte er seinen Abschiedsbrief an seine Freunde. Er hatte ihn in der Gewissheit geschrieben, dass sie nicht rechtzeitig wieder da sein würden, damit er sich verabschieden konnte.


    An meine Mitanwärter,

    Ihr werdet euch fragen, warum ich weg bin. Hier die Erklärung:
    Vor einigen Tagen ging mein Vater mit seinem Frachtschiff verschollen. Aus persönlichen und familiären Gründen bleibt mir als Konsequenz daraus nichts anderes übrig, als nach Trill zurückzukehren.

    Ich weiß, wir haben nicht viel Zeit miteinander verbracht aber in dieser kurzen Zeit habe ich euch alle zu schätzen gelernt.
    Tobin, dank dir konnte ich erfahren, was es bedeutet, einen wahren Freund zu haben. Deine Verhaltensweise während meines Prozesses war höchst beeindruckend. Ich danke dir vielmals, auch dafür, dass du mich teilweise gelehrt hast, meine Telepathie unter Kontrolle zu bekommen.
    Nicole, ich kann mir vorstellen, dass du ziemlich sauer warst, als ich festgenommen wurde, weil ich mir ausgerechnet von dir illegal Informationen besorgt habe, aber Tobin hat dir ja erklärt, wieso ich das getan habe. Dennoch möchte ich mich noch einmal aufrichtig dafür entschuldigen.
    An Sophie, ich weiß, wir hatten unsere »kleinen Meinungsverschiedenheiten«, aber das bedeutet nicht, dass ich dich nicht auch schätzen gelernt habe.
    Mit euch anderen habe ich ja nicht gerade viel Zeit verbracht, daher fällt es mir schwer, irgendwelche passenden Abschiedsworte zu finden. Und da ich das hier nicht durch unpassende Äußerungen kaputt machen will, werde ich auch nicht versuchen, irgendetwas nicht nachvollziehbares zu schreiben.

    Ich würde mich überaus freuen, von euch zu hören.

    In Freundschaft,
    Joral Farrel

    Lebt lang und in Frieden


    Joral sah sich im Zimmer um, nahm seine Koffer und verließ ein letztes Mal den Raum. Während er die Treppen hinunterging, musste er schmunzeln. Der Lift funktionierte immer noch nicht. Das schien so eine Art Running Gag zu sein, den sich die Ausbilder da mit den Anwärtern erlaubten, oder wer immer dafür verantwortlich war. Ob die anderen den jemals funktionierend erleben würden? Wahrscheinlich nicht. Er verließ das Gebäude, überquerte den Campus und erreichte sein Shuttle.

    Fünfzehn Minuten später startete das Shuttle mit Joral Farrel in Richtung FCS Amazonas.
  • Französisch Guyana

    Da saßen sie also nun seit 21 Stunden. Das wussten sie dank Karstens Uhr. Es war kühl geworden. Nachdem sie tagsüber im eigenen Schweiß fast gekocht worden waren war die Temperatur nach Sonnenuntergang eingebrochen. Es war nicht kalt, aber nachdem man tagsüber noch so wenig Uniform wie möglich getragen hatte, hatten mittlerweile wieder alle Kadetten ihre Jacken an. Diese halfen auch dabei die Stechmücken wenigstens von einigen Körperteilen abzuhalten. Die Stiche waren allerdings nicht das schlimmste, das ständige Summen und Surren hingegen konnte einen wahrhaft wahnsinnig machen. Der aufgrund des knappen Wasservorrats belastete Flüssigkeitshaushalt sorgte zudem nicht gerade dafür, dass man sich weniger leicht ablenken ließ. Immerhin hatten sie die vorgesehene Rationierung aufgrund immer wieder einsetzenden Nieselregens leicht erhöhen können.

    Eigentlich hätte sie schlafen sollen. Sie hatte ihre erste Schicht bereits vor einer knappen Stunde beendet. Geschlafen hatte sie noch nicht, weder vor noch nach ihrer Schicht. Das würde sich rächen, das wusste sie. Wieder einmal beneidete sie ihre Schwester, die es fertig brachte unter so ziemlich den widrigsten Umständen nach spätestens zwei Minuten einzuschlafen. Eine lange Ruhepause würde man ihnen morgen nach Abschluss der Übung sicherlich nicht gönnen, da war sie sich ziemlich sicher. Also schlafen, schnell. Doch da waren wieder die verdammten Stechmücken. Summ, surr, sssssssssss.

    Und da war da noch der Gestank. Nicht nur, dass es im Dschungel aufgrund der vor sich hin kompostierenden Blätter und tierischer und pflanzlischer Abfälle ohnehin für die meisten Nasen nicht allzu angenehm stand. Sophie machte das nichts aus, es roch nicht so schlimm wie auf Rentam III. Irgendwie schien es, dass der Geruch des irdischen Urwaldes von Natur aus vertrauter schien als der eines anderen Planeten. Die unmittelbarste Geruchsbelästigung stammte von den Kadetten selbst. Zum einen stanken sie selbst, zum anderen bot ihr Unterstand kaum genug Platz für fünf sitzende Personen. So mussten sie nicht nur ziemlich auf Tuchfühlung zueinander gehen. Auch für ein Badezimmer war so kein Platz geblieben, was bei niemandem für Begeisterung gesorgt hatte. Einzig Jarina Neman, als Trill die einzige Außerirdische unter ihnen, schien es jedoch auch nicht groß zu stören. Sophie wusste, dass sie auf einer ehemaligen Minenstation aufgewachsen war, die kaum Platz für Luxus geboten hatte. Wahrscheinlich lag es daran, doch müsste sie bei Gelegenheit noch einmal mit ihr darüber reden. Karsten hatte natürlich wieder sofort rumgejammert.

    Aber wer jammert, dem geht es nicht allzu schlecht. Im Ernstfall würde man sich wohl kaum mit solchen Nebensächlichkeiten aufhalten. Zwar hatten sie einen Auftrag zu erfüllen, 36 Stunden den Fluss vor ihnen beobachten, ohne eine Entdeckung zu riskieren. Doch eine wirkliche Gefahr, vor allem so etwas wie Lebensgefahr Bestand nicht. Neben einigen Insektenstichen dürfte höchstens der Stolz einiger Kadetten während der Übung verletzt werden. Ohnehin schien ihr es, als handele es sich hier, wie bei bisher vielen Übungen, vor allem um einen psychischen Test. Während der Vorbereitungskurs noch größtenteils Schulunterricht geähnelt, war es hier ganz anders. Mit der Zeit würde sich das ändern, aber für den Moment war es wie es war. Und das war alles, was sie sich seit Jahren gewünscht hatte.
    ἢ τὰν ἢ ἐπὶ τᾶς
  • Nach der Mission vom 05.01.2015

    Na toll, sie waren durchgefallen. Als eine von vier Gruppen (von insgesamt zwölf) waren sie, wie es der CPO so treffend ausgedrückt hatte, Opfer des Weihnachtsmannes geworden. Opfer des Weihnachtsmannes... Ted musste bei dem Gedanken daran noch immer vor Lachen fast losprusten. Der Jahrgang vor ihnen war immerhin von einem Targh erledigt worden. Obwohl, "Toby der Targh"... Auch nicht viel besser. Wen würde wohl der Jahrgang nach ihnen bekommen? Den Osterhasen? Alfi das Äffchen? "Okay, das reicht", dachte sich Ted schmunzelnd.
    Es war irgendwie schon enttäuschend, zu den "Verlierern" zu zählen. Hätten Karsten und Jarina, vor allem Karsten, sich doch bloß nicht so angestellt. Dann wäre das nicht passiert.
    Trotzdem, Karsten konnte er gut leiden. Auch Tobin schien sehr nett zu sein, auch wenn er mit den beiden noch nicht sehr viel zu tun gehabt hatte. Von Sophie wusste er nicht wirklich, was er von ihr zu halten hatte, mit ihr hatte er schließlich noch weniger Erfahrung als mit den beiden.
    Alles in allem konnte er sich also, trotz der versauten Übung, glücklich schätzen, in diese Einheit gekommen zu sein. Und jetzt, nachdem er, nach dem Ausscheiden des Kadetten Joral Farrel, auf das Zimmer der drei verlegt worden war, würde er ja sicher genug Zeit haben, diese kennenzulernen.

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  • Karsten war nach wie vor etwas missgelaunt, denn wen man ihn fragte war eindeutig die Trill schuld an allem, er hatte ihr schließlich gesagt das er brüllen würde. Wenn er das dann am Ende auch wirklich tat, konnte sie sich nicht beschweren. Als er bemerkte wohin seine Gedanken ihn schon wieder führten, schüttelte er sich kurz bevor er sich wieder einmal selbst in Rage bringen konnte und wechselte Gedanklich das Thema. Er sah zu Ted der neu auf ihrem Zimmer war. Schon interessant was für Zimmerbelegungsrochaden es noch gab obwohl man meinen musste das schon alles fest stand. Naja, Kadetten kamen und gingen wie es schien. "Sag mal Ted," sprach er den neuen schließlich an "was für einen Weg möchtest du eigentlich auf der Akademie und danach einschlagen? Ich selbst werde ja, wenn alles glatt geht, in die Biologie und dann auf eins der Schiffe gehen." fragte er ihn aus Neugier.
  • "Ich persönlich habe eher Taktik und Sicherheit im Auge. Mein Wunschposten nach der Akademie ist Taktischer Offizier auf einem Raumschiff", antwortete Ted. "Ich habe zwar auch großes Interesse an der Wissenschaft, allerdings sehe ich das für mich eher als Hobby an. Und an Biologie hatte ich noch nie großes Interesse. Eher die Physik. Eins meiner Lieblingsbücher ist Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking. Es ist zwar schon ein paar Jahrhunderte alt, aber es ist fast nichts von dem, was in diesem Buch steht, widerlegt worden." Er holte das Buch aus seiner Tasche, um es Karsten zu zeigen und schlug das seiner Meinung nach interessanteste Kapitel, Wurmlöcher und Zeitreisen auf. "Wenn's dich interessiert, leie ich dir das Buch gerne mal aus. Im Moment lese ich sowieso lieber Bücher über den Irdisch-Romulanischen Krieg. Das ist für mich der Punkt gewesen, ab dem Geschichte interessant geworden ist, einmal abgesehen vom Kalten Krieg im 20. Jahrhundert auf der Erde."
    Er konnte sich in etwa vorstellen, was Karsten sich fragte, denn diese Frage stellte er sich selbst auch, also sprach er es einfach mal an: "Warum ich wohl auf dieses Zimmer verlegt wurde...? Versteh das jetzt nicht falsch, ich kann euch gut leiden, ich meine ihr scheint nett zu sein. Aber in unserem Zimmer waren genug Betten für jeden, nachdem zwei andere Anwärter ausgeschieden waren."
  • "Ich denke die Tatsache das ihr nur noch zu zweit auf dem Zimmer wart, ist der Grund dafür, dass du nun hier bei uns bist. Wahrscheinlich war man der Meinung dass es sich nicht lohnt euer Zimmer für nur 2 Personen besetzt zu lassen und da noch auf anderen Zimmern freie Betten waren, hat man euch auf verschiedene Zimmer aufgeteilt und so bist du hier gelandet." teilte Karsten seine Überlegungen Ted mit. "Was das Buch angeht, ich würde mich freuen es lesen zu können, denn ich bin sehr an Geschichte interessiert und schaue auch gern alte Filme. Nicht zuletzt ist auch Schwertkampf mein Hobby." erzählte Frank ein wenig über sich.
  • "Ja, das wird's wahrscheinlich sein.", sagte Ted. "Schwertkampf! Interesse daran hatte ich auch immer, aber ich bin nie dazu gekommen, es zu einer Freizeitbeschäftigung für mich zu machen. Nur manchmal, wenn ich bei meinem Großvater zu Besuch war, hatte ich Gelegenheit dazu. Mein Großvater liebt antike Waffen. Du müsstest mal seine Sammlung sehen, die ist wirklich riesig. Schwerter, Degen, Säbel, Vorderladergewehre... Wirklich unglaublich. Was alte Filme angeht, so bin ich vor allem an alter ScienceFiction interessiert. Es ist faszinierend, wie die Menschen damals sich ihre Zukunft vorgestellt haben. Häufig sahen sie diese ja ziemlich apokalyptisch, nur wenige glaubten, es könnte eine positive Zukunft geben. Und lustig ist ja auch deren Angst vor Außerirdischen. Hast du schonmal davon gehört, was passierte, als das erste Mal H.G. Wells Roman "Der Krieg der Welten" im amerikanischen Radio vorgelesen wurde?"
  • Karsten grinste als Ted Krieg der Welten erwähnte. "Ja, die Leute haben das ganze für Bare Münze genommen, was meiner Meinung nach sehr für die Qualität der Geschichte und des Sprechers spricht. Die Lösung der Geschichte finde ich sehr Einfallsreich. Die Invasoren haben einfach die Krankheiten vergessen. Hätte wirklich so passieren können. Mein persönlicher Favourit sind ja die Zurück in die Zukunft Fillme." erklärte er seine Sicht auf das Werk. "Lustig wie man sich damals das jahr 2015 vorgestellt hat.
    Und was die düstere Sicht auf die Zukunft anging ist sie durchaus verständlich da die Welt immer wieder in konflikte verstrickt war und man auch mit der Umwelt Probleme hatte. Wenn man sich mal das Ergebnis des dritten Weltkrieges ansieht, muss man durchaus zugeben das wir nur knapp daran vorbei geschrammt sind. Und wer weiß wo wir wären wenn die Vulkanier zur Zeit des ersten Warpstarts woanders gewesen wären? Vielleicht hätten wir uns lange selbst ausgerottet."
  • "Ja, da hast du wahrscheinlich Recht. Wir hätten vielleicht keine hundert Jahre mehr überlebt." Bei der Erwähnung der Zurück in die Zukunft-Filme dachte Ted automatisch zurück an seine Kindheit. Seine Eltern hielten nicht viel vom ScienceFiction Genre, außer diese Filme, die sie sich nicht selten angesehen hatten. "Back to the Future ist wirklich ziemlich gut, wenn auch nicht mein Favourit. Mein Favourit war immer die Serie Battlestar Galactica und das zugehörige Prequel Caprica. Die gehören ja eher zu den düsteren Serien, aber mir hat auch das religiöse Element daran gefallen. Und schließlich glauben die an dieselben Götter wie ich", sagte Ted mit einem leichten Grinsen. "Was mir nie so wirklich zugesagt hat war eine sechsteilige Reihe, ich glaube sie hieß Krieg der Sterne. Das war mir zu weit hergeholt. Wenn schon Science Fiction, dann aber auch mit realistischen Elementen."
    Er wurde etwas ernster. "Karsten, ich möchte mich für mein Verhalten letztens entschuldigen. Ich muss euch vorgekommen sein wie der letzte Idiot. Ich hab mit der Gerüchteküche eigentlich nichts zu tun, aber meine ehemaligen Zimmerkameraden haben da ziemlich tief drin gesteckt. "

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  • „Es ist 5 Uhr 45“, verkündete der Wecker unter Sophies Kopfkissen. Um der Information Nachdruck zu verleihen begann nun auch der Vibrationsalarm. Nicht wirklich genervt, aber auch nicht besonders glücklich darüber nahm die junge Frau den Wecker zur Hand und deaktivierte ihn. Bisher hatte sie es geschafft ihr frühes Aufstehen mit dem Schlafbedürfnis ihrer Zimmergenossen in Einklang zu bringen und so bemühte sie sich weitgehend leise zu sein, während sie sich ihrem T-Shirt und ihren Shorts entledigte und stattdessen Sportunterwäsche und einen Trainingsanzug anzog.

    Keine fünf Minuten später war sie schon auf dem Weg über den Campus. Zu Hause, oder zumindest in ihrem letzten Zuhause – denn die Gedanken über das Wesen eines Zuhauses und die Frage nach ihrem Zuhause schob sie sofort als im Moment irrelevant zur Seite – auf Adan war sie jeden Morgen schwimmen gegangen. Es war ein einfacher Weg gewesen: Raus aus dem Bett, meistens über eine Rolle nach links. Dann zur Tür, rechts abbiegen und die Wendeltreppe runter. Hatte sie die Nacht über etwas getragen war dies der Moment gewesen, um sich dessen zu entledigen, bevor sie sich mal schneller, mal langsamer über den 35 Meter breiten Sandstrand auf in die mehr oder minder hohen Wellen gestürzt hatte. So war es ein leichtes gewesen morgens wach zu werden und noch dazu musste sie nur 20 Minuten vor Nathalie aufstehen, um mit einem kleinen Vorsprung in den Tag starten zu können.

    Hier lag das Meer zwar auch in der Nähe, vom Eingang ihres Wohnhauses waren es nur 400 Meter, doch war der Pazifik nicht gerade angenehm zum Schwimmen. Zu viel Zeit wäre außerdem mit dem An- und Ausziehen, dem Abtrocknen und so weiter verloren gegangen, also verlegte sie sich gleich aufs Joggen. Die Strecke hatte sie noch vor dem Beginn des Semesters ausgemessen, 10 Kilometer mit nur geringen Steigungen, genug um wach zu werden, aber auch nicht so viel, dass man gleich erschöpft zurückkam. Und sie brauchte es. Schon mehrfach war sie auf ihren Bewegungsdrang angesprochen worden, die dauernde Unruhe, die sich zumeist in wackelnden Gliedmaßen äußerte. Auf ihre Vorgesetzten würde dies sicher keinen guten Eindruck machen, ganz zu schweigen von – irgendwann einmal – ihren Untergebenen. Bewegung gleich am Morgen half ihr dabei tagsüber ruhig zu bleiben. Außerdem bot ihr der Lauf Zeit für sich.

    Es lag im Wesen der Akademie, dass man selten alleine war. Das Zimmer teilte sie sich mit drei jungen Männern, Karsten, Ted und Tobin. Diese waren zwar allesamt gute Jungs, aber manchmal wollte sie eben einfach ihre Ruhe. Den Tag verbrachte man gemeinsam beim Unterricht oder bei den Übungen. Selbst das Essen nahm man zumeist gemeinsam ein. Und wenn es nicht ihre drei Jungs waren, dann doch andere Kadetten der Epsiloneinheit oder anderer Einheiten. Verschlimmert – eine ziemlich gemeine Beschreibung, wie sie sich eingestehen musste – wurde das ganze noch durch ihre Beziehung zu Karsten. Einen nicht unbeträchtlichen Teil ihrer ohnehin begrenzten Freizeit verbrachte sie mit ihrem Freund. Der Vorsatz, keine Kraft auf eine Romanze zu verschwenden und sich ganz und gar dem Studium zu widmen hatte nur kurz gehalten. Ob es von vornherein naiv gewesen war daran zu glauben, war ihr noch nicht ganz klar. Was die Zukunft brächte, wusste sie nicht, vermochte sie nicht einmal zu erahnen. Es war komisch und doch befriedigend, kein Ersatz für die Intimität, die sie mit Tamino geteilt hatte, doch es lief wenigstens langsam und nach ihren Regeln, keineswegs zu schnell. Vielleicht war es ihr ja wie Maman gelungen gleich beim ersten Mal einen Treffer zu landen. Immerhin war sie Situation durchaus vergleichbar, war sie doch zunächst das Objekt der „Begierde“ einer erfahreneren Person gewesen.

    Aber so unterschiedlich wie Karsten und sie waren Mamma und Maman wohl nie gewesen. Aber alleine ihre eigene Existenz war ja schon Beweis genug für die verschlungenen Pfade der Liebe. Sie dachte darüber nach, doch die Gedanken an die Sexualität ihrer Eltern – sofern sie nicht ihre eigene Zeugung betrafen, die an sich ja nicht einmal eine sexuelle Angelegenheit gewesen war – wollte sie dann doch lieber vermeiden. Aber warum dachte sie dann daran? Wie gerne würde sie jetzt mit Nathalie darüber reden, die in solchen Fragen meist eine große Hilfe war. Auch ein Gedankenaustausch mit Tamino könnte ihr helfen, aber der rege Briefwechsel, den die beiden weiterhin unterhielten schien ihr nur ein schwacher Ersatz für die direkte Verbindung der beiden zu sein, welche sie in der Vergangenheit unterhalten hatten. Vielleicht könnte auch Jamina mit ihrer Abgebrühtheit und ihrem eher körperlichen Ansatz zum Thema Liebe helfen. Alleine die Tatsache, dass sie ständig daran denken musste war doch Beweis genug, dass es für sie ein aktuelles Thema war. Vielleicht hätte sie es damals doch darauf ankommen lassen sollen. Vielleicht wären ihre Eltern doch der richtige Ansprechpartner.

    Aber da war es wieder, seit wenigen Tagen noch schlimmer als zuvor. Sie trug mit ihrem Namen scheinbar doch eine Bürde. Kinder von Sternenflottenoffizieren, die später selbst die Akademie besuchten waren so häufig, dass es ein lange etabliertes Klischee geworden ist. Die Zuspitzung des Klischees war natürlich, dass einer der Elternteile ein Flaggoffizier war. Bei ihr war dies noch zugespitzter, denn dieser Flaggoffizier war Leiter der Akademie und gerade in den Rang eines Admirals befördert worden und damit rangmäßig in den zwar nicht unbedingt überschaubaren aber dennoch kleinen Kreis an der Spitze der riesigen Sternenflotte eingetreten. Sie wollte diese Gedanken vertreiben, doch so einfach war es natürlich nicht. Immer dieselben Gedanken. Doch immerhin behielt sie diese größtenteils für sich. Nachdenklich war wohl kein Adjektiv, das ihre Bekannten nutzen würden, um sie zu beschreiben. Fühlte sie denn wirklich Druck? Ihre Dozenten ließen sich jedenfalls nichts anmerken, vielleicht mit Ausnahme Lieutenant Sydneys, doch dessen Benennung zum Ausbilder ihrer Einheit war ihr immer noch ein Mysterium, obwohl Mamans Erklärung eigentlich schlüssig war. So habe sie sich in direkt ihre Tochter betreffende Fragen nicht einmischen wollen, was eben auch die Benennung des Ausbilders ihrer Einheit betraf. Ein Ausschließen Lieutenant Sydneys von dieser Position wiederum hätte einen eben solchen Eingriff dargestellt. Oder waren die Beweggründe bei dieser personellen Entscheidung doch andere? War Tomas vielleicht gerade deswegen ausgewählt worden, weil er Sophie schon privat kannte und sich wahrscheinlich kaum von ihrer Herkunt beeinflussen ließe? Warum machte sie sich überhaupt Gedanken über Dinge, die sowieso nur Dinge waren, über die … Uuuuuh, Gedankenwand …. klasse gemacht, anderer Sinneseindruck bitte.

    Langsam kam ihr Körper auf Touren und unter ihrem Pony ronnen die ersten Schweißperlen langsam ihre Stirne hinab. Ihre Atmung wurde noch etwas tiefer. Sie war etwas schneller als sonst geworden, sah aber kein Veranlassung ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. Es fühlte sich gut an. Sie mochte ihren Körper. Zwar hätte sie immer noch nichts dagegen ein Mann zu sein, doch wirklich benachteiligt fühlte sie sich als Frau nicht. Sie hatte allerdings auch Glück, hatte sie doch ein wenig von Mammas Bulligkeit und vor allem ihre Größe geerbt. Tatsächlich war sie mittlerweile mit 1,86 m minimal größer als Mamma. Maman überragte sie schon seit einigen Jahren. Muskulös war sie nach Jahren des Trainings auch. Von der früheren Schlaksigkeit war kaum etwas geblieben. Karsten fand sie hübsch und auch andere Männer empfanden wohl so. So genau wusste sie nicht woran das lag, vielleicht vereinigten sich in ihr einige eher weniger populäre Vorlieben, denn die ausgeprägte Form ihres Hinterteils oder ihres Vorderbaus waren es sicherlich nicht. Immerhin hatten sich ihre Befürchtungen nicht bewahrheitet von ihren Brüsten großartig behindert zu werden, die bis heute nicht einmal ein A-Körbchen füllten. Vielleicht war ihre Nase etwas schief – sie hatte es nie wirklich für nötig empfunden es objektiv zu überprüfen -, vielleicht waren ihre mittelblonden Haare nicht ideal für ihre aktuelle Länge, zumindest nicht, wenn man ihre Pflege auf ein Minimum reduzieren wollte. Etwas struppelig wurden sie ziemlich schnell, wenn man sie nicht regelmäßig bürstete. Doch im Großen und Ganzen konnte sie zufrieden sein, in jeglicher Hinsicht. Wichtiger war ohnehin das Herz in ihrer Brust, das weiterhin munter Blut in ihrem Körper zirkulieren ließ.

    Ihre Gedanken begannen abzuschweifen: ein leichtes Ziehen in der linken Schuhsohle, im rechten Oberschenkel ein leichtes Stechen, nichts außergewöhnliches. Zudem war heute der sportfreie Tag. Weder Sportunterricht an der Akademie noch ein Training in ihrem neuen Fußballverein würden sie heute weiter beanspruchen. Letzteres hatte sich ohnehin nicht als praktisches Arrangement herausgestellt, zu selten konnte sie ihren Lehrplan mit dem Trainingsrhythmus der Freizeitkicker in Einklang bringen. Wahrscheinlich würde sie in Kürze in eine Akademiemannschaft wechseln, ihrem jungen Alter geschuldet wohl zunächst einmal in die zweite Mannschaft. Immerhin beschränkte sich ihre Erfahrung nur auf die Jugendliga Adans. Auch die Erwachsenenmannschaft mit der sie dort trainierte konnte man keineswegs als hochklassig bezeichnen, doch vielleicht würde es später ja einmal für etwas reichen.
    "It is history that teaches us to hope" - Robert Edward Lee
    "I begin to believe that the Muse of history is nothing but a lying bitch" - Jubal Anderson Early
  • (2 Monate später)

    Mit großen raumgrreifenden Schritten näherte sich Sophie wieder dem Gebäude, in dem ihre Unterkünfte untergebracht waren. Wieder einmal hatte sie nur ihre kurze Joggingroute gewählt, um zum Fertigmachen für den Unterricht genügend Zeit zu haben. Nicht selten war es in der Vergangenheit zu unnötiger Hektik gekommen, weil sie nach einem langen morgendlichen Lauf trotz Zeitknappheit zu lange unter der warmen Dusche gestanden hatte. Doch nicht heute. Nicht an dem Tag, an dem man ihnen sowohl das Szenario des diesjährigen jahrgangübergreifenden Manövers als auch die Rolle ihrer Kadetteneinheit mitteilen würde. Viele Gerüchte rankten sich bereits darum und einige hatten sich sogar soweit aus dem Fenster gelehnt, um zu behaupten, den Inhalt des Manövers vorausberechen zu können. Eine Prognose war man ihr dennoch schuldig geblieben.

    Mit diesen Gedanken betrat sie - abgesehen vom nach der Anstrengung des Laufes und Besteigens endloser Treppen verständlichen schweren Atem - leise ihr Quartier. Sie wollte immerhin ihre Zimmergenossen Tobin, Ted und Karsten nicht wecken, auch wenn diese ohnehin in Kürze vom einprogrammierten Wecksignal aus den Federn gerissen würden.
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  • Mit einem leisen gähnen wurde Tobin wach, noch bevor sein Wecker klingelt. Etwas was für ihn sehr ungewöhnlich war, da er oft erst 5-10 Minuten nach dem der Wecker klingelte aufstand. Doch diesmal war er vor ihm wach. Seine Zimmergenossen schienen, bis auf Sophie, noch nicht wach. Doch im Blinkwinkel sah er das sie da war. Anscheinend war sie wie jeden morgen gerade joggen gegangen. Da sie das einschlafen jetzt auch nicht mehr lohnte, setzte Tobin sich auf sein Bett und schob seine Decke ans Bettende. Als er halbwegs wach war schaute er zu Sophie. "Hi, du bist ja auch schon da." sagte er leise. Er grif kurz unter sein Bett und hohlte dort einen Koffer hervor indem seine Kleidung lag und nahm sich ein Shirt und eine Hose raus die er dann auch gleich anzog. Danach lies er sich wieder nach hinten ins Bett fallen und wartete bis er sich aufrappeln konnte um zu frühstücken.
    =/\=Lieutenant Tomas Sydney=/\=

    "How many people does it take, before it becomes wrong. A thousand? Fifty thousand? A million?"
    -Jean Luc Picard-
  • Auch Ted wurde nun wach, vor dem Weckerklingeln, was für ihn nicht unüblich war. Noch etwas schläfrig rieb er sich die Augen und sah sich dann um. Sophie war (welch eine Überraschung) schon auf. Sicherlich hatte sie auch ihren Lauf schon hinter sich. Dass Tobin bereits wach war, war hingegen ungewöhnlich.
    "Guten Morgen, ihr Beiden."
  • Kaum wurden die anderen wach, richtete ich Karsten in seinem Bett auf und schwang die Beine aus dem Bett. "Morgen Leute" grüßte er die anderen und begab sich zu seinem Schrank um seine Sachen für den Tag herauszusuchen. Er hatte zwar regungslos im Bett gelegen aber schon seit einer Stunde wach gewesen und hatte im Kopf an seinem Roman gefeilt, allerdings die Hälfte seiner Ideen sofort wieder verworfen. Dies war eine Kopfübung, welcher er gern vor dem EInschlafen nachging oder auch, so wie jetzt, danach, wenn es noch nicht Zeit zum Aufstehen war und er keine Lust hatte aufzustehen oder die anderen nicht wecken wollte.
    Er nahm sich seine Sachen auf den Arm, dazu noch seine Duschsachen und war im wesentlichen bereit duschen zu gehen.
  • Einer nach dem anderen erhoben sich ihre Zimmergenossen aus ihren Betten. Auf dem Weg zu ihrem Schrank grüßte sie die drei Kollektiv mit einem "Bonjour, Jungs." Karsten drückte sie außerdem zusätzlich einen Kuss auf die Lippen. Während sie sich ihrer durchgeschwitzten Sportkleidung entledigte und diese in ihren Wäschesammler warf schaute sie zu Tobin, der schon längst wieder in seinem Bett lag: "Bin heute früh rausgekommen und habe nur die kurze Strecke gemacht." Mittlerweile nur noch in ihrer Unterwäsche, wie fast immer due funktionelle Sternenflottenausführung, vor dem Schrank stehend bezog sie auch Ted mit ein: "Ihr beide kommt nicht mit? Eben gerade war noch nicht so viel Verjehr draußen." Währenddessen holte sie ihr Duschzeug und ihr Handtuch hervor.
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  • Langsam erhob sich Ted vom Bett. Wenn noch nicht so viele Leute unterwegs waren,dann wollte er sich mal ranhalten, ansonsten musste er schlimmstenfalls noch warten. Er ging zum Schrank und nahm sich seine Sachen raus. Noch etwas müde wartete Ted auf die anderen. Der letzte Abend mit Tarlah hatte etwas länger gedauert, sodass er erst am heutigen Tag eingeschlafen war.
  • Nach und nach hatte Sophie auch ihr Duschzeug aus dem Schrank geholt und ihre Unterwäsche im Wäschesammler untergebracht. So hattesie nur noch ihr Haargummi zu entfernen und schlüpfte in ihre Badelatschen. Ihr Handtuch warf sie Karsten zu, während sie selbst noch zum Rest ihres Duschzeugs griff. Auf dem Weg erfrieren würde sie wohl nicht und verschwitzt wie sie war kam es für sie sowieso nicht in Frage sich darin einzuwickeln. Sie schaute fragend in die Runde: "Also, wollen wir?"
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  • Ja, lass uns gehen. Wenn die anderen nicht wollen dann eben nicht. meinte er zu Sophie . Er selbst trug wie immer noch seinen Schlafanzug und würde sich erst ausziehen, wenn sie im Duschraum waren, wo er sich dann auch seine Kleidung anziehen würde. Wie üblich hatte er nämlich keine Lust, unbekleidet auf dem Flur herumzulaufen. Dann begab er sich zum Ausgang des Gemeinschaftsquartiers und ging in Richtung Dusche. Er überlegte dabei ob er sich nicht den Wecker früher stellen sollte, dann konnte er in aller ruhe allein duschen gehen.
  • Sophie nickte, nahm ihr Handtuch von Karsten entgegen und schlurfte hinüber zum Duschraum. Über Karstens kompliziertes Vorgehen verlor sie kein Wort. Sie würde ihn sicher nicht davon abhalten, sich das Leben durch Kleinigkeiten schwer zu machen. In der Dusche war es noch vergleichsweise leer, doch ohne die Kadettenuniformen stellte selbst die kleine Menge Offiziersanwärter einen bunten Querschnitt durch die Föderation dar. Neerof stach mit seinem Bolianerblau etwas hervor. Besonders deutlich wurde das, weil gerade kein Andorianer im Raum war. Sophies gebräunter Teint entsprach ungefähr dem Durchschnitt, zumal wenn sie im Vergleich zum letzten Jahr einiges an Adanbräune eingebüßt hatte. So waren auch die morgendlichen Begrüßungen schnell abgehandelt.

    Während Karsten sich noch auszog, hängte sie ihr Handtuch auf und stellte sich unter die Dusche. Neben ihr unterhielten sich Loes und Calrek über vulkanische Selbsthypnose. Neerof vollzog seine scheinbar streng geplanten Bewegungen, die wohl kulturell bedingt waren. Immerhin würde das Klischée der bolianischen Reinlichkeit irgendwo einen wahren Kern haben. So wandte sich Sophie eben wieder an Karsten: "Habt ihr Jungs denn jetzt schon raus, um was es beim diesjährigen Akademiemanöver gehen wird und welche Rolle wir darin spielen werden?"
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    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Marie-Louise Davion ()

  • Tobin lag noch im Bett als Sophie und Karsten gingen. Er selbst sollte eigentlich auch duschen und zwar bevor die Dusche überfüllt war. Er rappelte sich also auf und hohlte sich ein Handtuch zog seine Kleidung wieder aus und wickelte sich das Handtuch um die Taille und ging in gemütlichem Tempo Richtung Dusche. Dort angekommen sah er das die Dusche sich wohl schon gut gefüllt hatte, aber er fand noch einen Platz, welcher auch in der nähe seiner Zimmerkameraden war. Er wickelte sein Handtuch ab hing es wo hin wo es nicht nass wurde und schaltete die Dusche an. Neben dran höhrte er seine Zimmerkameraden über das Manöver reden. Er selbst hielt sich aus dem Gespräch fürs erste raus.
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