Akademieleben 1 - Prolog

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  • Sternenbasis 613

    Fast war wieder Ruhe eingekehrt. Marie sah aus dem großen Panoramafenster ihres Bereitschaftsraums. Gerade passierte ein Schiff der Steamrunner-Klasse ihr Sichtfeld, noch deutlich mitgenommen von den zurückliegenden Kampfhandlungen. Lange schwarze Streifen zogen sich über den Rumpf. Pockenartige Narben bedeckten dorsal das Schiff, wahrscheinlich hervorgerufen durch einen Deflektorausfall und einen Flug durch ein Trümmerfeld. Doch es flog noch und das war das wichtigste. Sie erinnerte sich an früher, an die alten Zeiten, wie sie fast denken mochte. Die Aurora hatte viel schlimmer ausgesehen, viel viel schlimmer.

    Außerhalb ihres Sichtfelds und wohl aufgrund der Entfernung mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen lag die IKS HoSghaj, einem mächtigen Schlachtschiff der Negh'Var-Klasse und darüberhinaus ein deutliches Zeichen der klingonischen Präsenz bei den Friedensgesprächen. Irgendwo lag auch das tholianische Schiff, der Name interessierte sie nicht. Bei den Verhandlungen hatte sich schnell herausgestellt, wer die Hosen anhatte, und es waren auch - im übertragenden Sinne - nicht die Tholianer. General RamSa machte sich keine Mühe seine Geringschätzung für die Tholianer zum Ausdruck zu bringen. Es schien ihm vielmehr Spaß zu machen, seine Verbündeten daran zu erinnern, wie tief sie sich in die Scheiße geritten hatten, bis hin zum klingonischen Vasallenstaat. Überhaupt war das Bündnis zwischen Tholianern und Klingonen eine Zweckehe gewesen, wenige Jahre zuvor hatten die Tholianer noch unter Einsatz biologischer Waffen Krieg gegen die Klingonen geführt. Und Klingonen vergessen nicht schnell, und vergeben nie. Zwar mochten Föderation und Dreibund den Krieg nicht verloren haben, aber die Klingonen waren womöglich die wahren Sieger.

    Sie wohnte den Verhandlungen bei, weniger als aktive Teilnehmerin, sondern eher als Zugeständnis an die Dreibündler, bei denen sie sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreute. Für die Tholianer war ihre Anwesenheit nur eine weitere Erinnerung an das Ausmaß ihrer Niederlage. Sie hatte keine Lust darauf. Viel lieber würde sie Zeit mit ihrer Familie verbringen, das heißt, den beiden, die sich noch auf Adan aufhielten. Sie war kaum einige Wochen wieder zu Hause, den gröbsten Verwaltungskram abgearbeitet, als Sophie an den Eignungstests für die Akademie teilgenommen hatte. Und jetzt war sie weg, auf dem Weg zur Erde, gemeinsam mit Lieutenant Sydney. In wenigen Tagen würden sie auf Rentam III eintreffen, wo sie einen Zwischenstopp einlegen wollten. Stattdessen saß sie wenige Meter entfernt von Tholianern, ohnmächtig etwas zu tun ... ihrem Hass auf sie Ausdruck zu verleihen.

    Sie wollte gerade weiter rumlamentieren, irgendwie musste sie ja Dampf ablassen. Doch das Piepen ihrer Konsole hinderte sie daran. Sie ging die paar Schritte zu ihrem Sessel, nahm Platz und stieß sich mit dem Fuß ab, um sich in Richtung Schreibtisch zu drehen, wo sie das Display aktivierte. Eine Nachricht vom Sternenflottenkommando. Sophie hatte doch nichts angestellt! Nein, sie war noch gar nicht an der Akademie ... Und wieso sollte Sophie etwas angestellt haben? Ich werde echt zur Glucke ... Nachrichten vom Sternenflottenkommando waren selten gut, vor allem nicht in Zeiten wie diesen. Vielleicht kam jetzt wo der Krieg vorbei war der Rüffel für ihr Vorgehen. Doch als sie die Nachricht öffnete offenbarte sich etwas völlig anderes ...
    "It is history that teaches us to hope" - Robert Edward Lee
    "I begin to believe that the Muse of history is nothing but a lying bitch" - Jubal Anderson Early
  • Haus der Davions, Rover Island, Adan

    "Es wäre ein Job mit geregelten Arbeitszeiten. Das würde dir und uns gut tun.", meinte Annika, bevor sie ihr Weinglas leerte und mit einem sanften Klirren zurück auf den gläsernen Wohnzimmertisch stellte. "Ja, aber es wäre auch die Art von Verwaltungsjob, den ich nicht wirklich brauche. Immerhin bin ich nicht zur Sternenflotte gegangen, um Akten zu wälzen.", antwortete Marie, die bereits wieder dabei war das Glas ihrer Frau zu füllen. "Als würdest du Akten wälzen. Du bist eine mittelmäßige Organisatorin und würdest wohl jemanden finden, der die meisten Aufgaben dieser Art für dich übernimmt. Stattdessen könntest du am Curriculum der Akademie arbeiten, vielleicht sogar selbst unterrichten. Du hast nach deinen Vorträgen an der UTW immer davon geschwärmt und meintest mehrfach irgendwann in die Lehre gehen zu wollen." Marie seufzte und zog ihre Beine an, nur um sie dann in Richtung Annika auszustrecken. "Ja, aber so schnell? Ich meine, wir sind noch nicht mal 40. So einen Schritt macht man doch erst als Oma." Die Schwedin strich sanft über Maries Fußrücken: "Du weißt nicht, was Sophie gerade treibt, vielleicht sind wir ja bald Omis." Beide Frauen kicherten, bis Marie schließlich meinte: "Ich glaube nicht, dass Lieutenant Sydney es dazu kommen ließe. Wahrscheinlich würde er sich dazwischen schmeießen wie bei einem Attentatsversuch." Wieder lachten beide Ehepartner, so sehr, dass sogar einige Tropfen Wein ungewollt die Gläser verließen.

    Als die beiden sich beruhigt hatten fügte die Französin mit einer sarkastischen Note hinzu: "Ja, und Attentatsversuche hätte ich dort wohl auch weniger zu befürchten. Wobei, ich weiß ja nicht, was das Sternenflottenkommando derzeit plant." Annika nickte: "Ja, und du könntest dich wieder mit Lavin betrinken, so wie früher. Der würde sich sicherlich freuen, wenn nach Sophie auch noch der Rest der Baggage auf der Erde auftaucht." Zustimmend nickte Marie, während Annika sich nun beiden Füßen widmete: "Alleine der Gesichtsausdruck wäre es wert. Aber ernsthaft: Wir wären auch wieder bei unseren Eltern, die ihre Enkelinnen öfter sehen könnten. Wobei wir schauen müssten, wo wir wohnen, leider liegt die Akademie ja nicht in Europa. Der Gedanke zwar wieder auf der Erde zu sein aber durch die Zeitzonen von der Familie getrennt zu sein, ist doch ziemlich ärgerlich. Und das Atlantis-Projekt ist noch lange nicht abgeschlossen. Das würde ja immerhin einen Kompromiss darstellen." Während sie die Füße ihrer Frau durchknete dachte Annika einen Augenblick nach: "Nun, ich denke das ist ein saurer Apfel, in den wir beißen müssen. Wahrscheinlich werden wir auf einem der amerikanischen Kontinente leben. Wobei ich nicht unbedingt mitten in einer Großstadt leben würde. Aber wenn ich vielleicht eine Stelle in der Nähe bekäme, womöglich beim Projekt zur Überarbeitung der Lehrpläne für Sternenflottenschulen, könnte ich mir irgendwas im Raum Kalifornien oder Nordwestmexiko. Und ... für Aufenthalte mit der Familie, wie wäre es mit einem Ferienhaus? Irgendwo in Europa. Onkel André hat doch letztens erst ein Lagerhaus unter die Erde verlegt, also hätte er vielleicht Platz auf seinem Weingut. Ansonsten ist Skandinavien auch nicht gerade klein." Der Admiral nickte, das klang nach einer guten Idee. Ein Ferienhaus mit Platz für die gesamte Großfamilie.

    "Wir ziehen auf die Erde?", fragte Nathalie, die sich auf leisen Sohlen die Wendeltreppe hinuntergeschlichen hatte. Sie sah müde aus, aber das war in den letzten Wochen bei ihr normal. Seit Sophies Abreise wirkte sie wieder zurückgezogener. Ohnehin hatte Nathalie mit Veränderungen in ihrem Umfeld schon immer große Probleme gehabt, so auch beim Umzug der Familie nach Adan. Es war zu erwarten, dass ihre Schwester ihr Fehlen würde, immerhin hingen die beiden trotz etwaiger Zickenkämpfe ziemlich aneinander. Nathalies zerknittertes Nachthemd zeugte von einer bisher schlaflosen Nacht. Annika bedeutete ihr sich zu ihren Eltern zu setzen. Etwas hastig erklärten die beiden ihrer jüngeren Tochter die Situation, doch anders als erwartet nahm diese die neuen Informationen nicht unbedingt gelassen auf. Stattdessen sprang Nathalie mit rotem Kopf auf und fuhr ihre Mütter auf schwedisch an: "Ihr wollt wieder wegziehen? Endlich haben wir ein festes Zuhause und Admiral Davion braucht für ihre supertolle Karriere einen neuen Posten, der natürlich zig Lichtjahre entfernt ist." Übergangslos wechselte sie ins Französische, denn ihr ohnehin für ihr Alter umfangreicher Wortschaft reichte dort im Bereich des Vulgären am weitesten, wohl nicht zuletzt aufgrund Maries Neigung zum heftigen Fluchen. Mit einem lauten "Fickt euch!" stürzte Nathalie aus der offenen Balkontür in Richtung Strand. Erst schauten beide ihr hinterher, doch dann blickten sich die beiden Ehepartner verdutzt an. "Kaum zu glauben, dass Nathalie mal die brave und süße war ...", brach Marie die geschockte Stille. "Aber ... ich befürchte die Verhandlungen mit den Tholianern werden bald nicht mehr die nervigsten sein ..."
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  • Ratskammer des Eden-Dreibundes, Adan

    "Das ist inakzeptabel. Ich verlange, dass man uns offenbart, in welchen Löchern die verbleibenden, verräterischen Aktelak-Tengwaks sich verkrochen haben. Sie müssen bis auf den letzten Mann, die letzte Frau und das letzte Kind ausgerottet werden, wie wir es mit den Perimek, den Quomayang und den Jikator getan haben!" Nach Helmds erneutem Wutausbruch konnte Marie ein Augenrollen nur unter Aufbringung ihrer gesamten Beherrschung unterdrücken. Es war kein Geheimnis, dass er den Völkermord, den die plötzlich ungewohnt vereinigten Stämme der Ketgor vor einem Jahr begonnen hatten, unbedingt noch beenden wollte. Den Aktelak kam dabei besondere Bedeutung zu, waren sie doch der erste Ketgorstamm, welcher den Dreibund verraten und zu den Tholianern übergelaufen war. Sie waren es auch gewesen, welche die Tholianer auf die Idee brachten ihre Gefangenen zu verstümmeln, wie die Aktelak es mit Lieutenant Thorne getan hatten. In gewisser Weise konnte Marie den Rachegedanken verstehen, nein, das war nicht wahr. Sie verspürte ihn ebenfalls. Doch anders als die Ketgor würde sie diese auf die Anführer der Aktelak begrenzen, selbst wenn sich auch ein nicht unbeträchtlicher Teil des Stammes an Thornes Leid ergötzt und den Seitenwechsel begrüßt hatte, darunter nachweislich auch tausende Kinder. Sie wollte einfach nur weit weg von hier.

    Doch das spielte keine Rolle, durfte jetzt keine Rolle spielen. Es tat schlichtweg nichts zur Sache. Es war nicht das erste Mal, dass Helmd die Verhandlungen grundlos verzögerte und die Arbeitsatmosphäre störte. Die beiden Abgeordneten des Föderationsrates tauschten einen kurzen Blick aus, der Marie fast entgangen wäre. Auch sie schien diese Nummer langsam zu nerven. Zum wiederholten Male war es Botschafterin Tel, die Helmd in die Schranken wies: „Botschafter Helmd, ich möchte Sie daran erinnern, dass im aktuellen Arbeitsentwurf die Verfahrensweise mit Kriegsverbrechern in Paragraph 3, Artikel 7 näher geregelt werden soll. Dies steht erst für übermorgen auf der Agenda. Ich bitte Sie dies zu berücksichtigen.“

    Bar’Sagh, Q’naHs älterer Sohn, welcher gemeinsam mit dem Lehrmeister des Hauses Q’naH, einem alten Klingonen, dessen Stirnfalten man kaum noch von Altersfalten unterscheiden konnte und darüberhinaus der erste Klingone mit schüttem Haar war, der Marie je begegenet war. Es war grotesk. Hier saß sie zwischen den drei Botschaftern der Dreibundmitglieder, ihren Militärattachés, Commodore Horpestad, Botschafterin Tel, zwei Abgeordneten des Föderationsrats, einem klingonischen Jugendlichen, einem klingonischen Greis und einem klingonischen Brigadier. Abgerundet wurde das ganze durch einen Tholianer, der sich in einer Art Käfig aufhielt. Dort herrschten für ihn, sie … es erträgliche Umweltbedingungen. Aber im Endeffekt war es nur ein Requisit. Es sprach nur, wenn der klingonische Brigadier es erlaubte. Und selbst dann war es nur Zustimmung oder Ablehnung. Ansonsten stand es regungslos in seiner Kabine herum, welche die Klingonen mitgebracht hatten, scheinbar von Tholia. Die genaue Herkunft kannte außer den Tholianern und den Klingonen jedoch niemand. Es handelte sich bei der Kabine um ein Gehege aus der Zoologischen Informationseinrichtung von Tholia.
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  • Intrepid Klasse unterwegs zur Erde

    Endlich war es soweit, Tom war nach eineinhalb Jahren wieder unterwegs zurück zur Erde. Für ihn war es als wäre er eine Ewigkeit weg gewesen. Doch in Wahrheit waren es blos läpische eineinhalb Jahre mehr nicht. Obwohl er es sich selbst gewünscht hatte wieder zurück auf die Erde zu kommen, war er ein wenig traurig darüber, dass er die Sternenbasis nun verlies. In seiner kurzen Zeit an Bord hat er viele Kollegen besser kennen gelernt und mehrere auch verloren. Ein wenig beschäftigte es ihn bis heute noch. Doch er hatte größtenteils damit abgeschlossen.

    Er setzte sich gemütlich auf das in Bett in dem Quartier, welches er sich mit Sophie teilte. Die beiden wollten bevor sie zur Erde fliegen noch einen Zwischenstop bei Rentam III einlegen. Dort haben sie vor ein Indianervolk zu besuchen. Endlich mal ein paar Tage ohne Verpflichtungen und Verantwortung einen Urlaub wie man ihn sich wünscht. Entspannt ohne irgendwelchen Packstress usw. Das schönste an seinem neuem Job war eigentlich, dass er weniger Verpflichtungen hatte. Er musste zwar täglich in der Akademie sein und sich um die Kadetten kümmern. Aber wenn die Schüler frei haben, haben die Lehrer auch frei.

    Er nahm seinen Koffer, legte ihn auf das Bett und öffnete ihn. Drin war hauptsächlich Kleidung und ein paar PADDs, nichts was man umbedingt auspacken musste. Er nahm sich ein PADD und schaute auf das Display. Anscheinend hatte sein Bruder ihn kontaktiert. Schlechte Nachrichten stand im Betreff. Anscheinend wurde er degradiert und versetzt auf die Akademie. Dann gibt's da wohl ein Familientreffen. Und er konnte seinen Bruder rumkommandieren. Das waren doch wohl eher gute Nachrichten, für ihn. Er legte das PADD wieder zurück und ging Richtung Tür um zum Mittagessen in der Messe zu gehen. Obwohl er eigentlich keinen Dienst hatte lief er in seiner Uniform noch rum, lag wohl daran das sie wohl so ziemlich das gemütlichste war was er dabei hatte. Nachdem er das Quartier verlassen hatte ging er zum nächsten Turbolift.
    =/\=Lieutenant Tomas Sydney=/\=

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    -Jean Luc Picard-
  • Siedlung der Agura, Rentam III

    Die Geräuschkulisse um sie herum hatte sich verändert. Das Zirpen, Brummen und Heulen der nachtaktiven Tiere wurde vom Quietschen, Zwitschern und Kreischen der tagaktiven Tiere verdrängt. Auch die Luft hatte sich verändert, war bereits wärmer und feuchter geworden. Durch die offene Tür schien bereits die Sonne herein. Mit den Sonnenstrahlen drang auch der Lärm der Agura-Siedlung in die einfache Hütte ein. Neben ihr in der Hängematte – sie hatte noch nicht gefragt aus was sie bestand – schlief Tomas noch. Sie beschloss es auch dabei zu belassen und kletterte vorsichtig aus der Hängematte, die kurz bedrohlich zu schwingen begann.

    Ihre Füße berührten die Erde, wirklich Erde, denn gefließte Böden kannten die Agura nicht, höchstens eine Art Stroh, welche bei den massiven Wolkenbrüchen der Regenzeit wenigstens etwas Abhilfe brachten. Unter ihren Füßen fühlte es sich etwas stumpf an, hatte sie doch vorgesorgt und sich künstlich Hornhaut geschaffen, um überhaupt in der Lage zu sein barfuß durch den ungezähmten Urwald zu laufen. Als sie ein Stechen an den Beinen, an Bauch, Brust und Beinen spürte wünschte sie sich ihren ganzen Körper diesem Prozess unterzogen zu haben. Sie hatten gestern keinen halben Kilometer durch den Urwald zurückgelegt, und das auch noch auf einer Art Weg, einer in den Dschungel geschlagenen Schneise. Doch überall hatte sie sich dabei kleine und kleinste Kratzer zugezogen, wo sie normalerweise von Kleidung geschützt gewesen wäre.

    Es war ein merkwürdiges Gefühl. Sie hatte mal von einem Freund gehört, dass er beim Holen eines Balles als Kind einmal in Brennnesseln gefallen war. Sie hatte so etwas nie gelebt. Fußball gelernt hatte sie auf der Prevalence und der Aurora, meistens auf dem Holodeck, und dort gab es keine Brennnesseln. Alles war genau reguliert. Nicht ganz so steril, aber nur ein klein wenig künstlich war es auf Adan gewesen. Dort war praktisch alles künstlich angelegt gewesen. Falls sich Unkraut dem Sportplatz auch nur näherte wurde es beseitigt. Künstlich war vielleicht zu hart, aber wohl reguliert. Und Schuhe und Stutzen trug man sowieso. Hier war es anders. Hier war fast alles anders. Ob sie es wirklich eine Woche überstehen würde?
    e überstehen würde?
    ἢ τὰν ἢ ἐπὶ τᾶς

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  • Siedlung der Agura, Rentam III

    Müde schaute sie sich um. Zunächst versuchte sie sich an Mamans Informationen zur Hygiene bei den Agura zu erinnern. Vor allem ihre Beschreibungen zur Nutzung von Blättern nach dem großen Geschäft war sehr eingänglich, eklig und amüsant zugleich gewesen. Sie entfernte sich etwas vom Dorf, schon etwas in Richtung des Baches, auf den sie Ogaru gestern bei der Begrüßung hingewiesen hatte. Nachdem sie den Vorgang, ohne auf ihr frisches Wissen um die Nutzungsmöglichkeiten der hiesigen Flora zurückgriffen zu müssen haben, beendet hatte, formten sich in ihrem Kopf die nächsten Gedanken, oder vielmehr Triebe: Hunger, Durst. Zuhause wäre sie jetzt zu einem Replikator oder zum Kühlschrank gegangen, wo die gesamte Spannbreite der galaktischen Küche nur einen gesprochenen Wunsch entfernt darauf wartete von ihr vertilgt zu werden. Hier war die Sache nicht so einfach. Trinken gab es wohl dort, wo das Wasser floss, also machte sie sich auf in Richtung des Baches.

    Auf dem Weg zurück ins Dorf holte sie sich einige weitere kleine Kratzer ab, die sie jedoch weniger und weniger spürte. Zurück im Dorf nutzte sie den Trampelpfad in Richtung des Baches. Auf dem halben Weg konnte sie schon die Stimmen von Kindern hören, die sich scheinbar am Wasser befanden. Vielleicht wüssten diese auch, wo sie etwas zu essen herbekommen konnte. Oder sie rannten aus Angst vor dieser Fremden weg. Zwar waren die körperlichen Unterschiede eher gering, doch der Stamm der Agura war mit knapp 100 Personen so klein, dass jeder jeden kannte und Fremde entsprechend leicht auffielen. Als sie schließlich am Bach waren sah sie die Kinder, die im für sie knie- bis fast hüfthohen Wasser standen. Durch den Regen der vergangenen Tage, der den Boden in tiefen Schlamm verwandelt hatte war scheinbar auch der Bach heftig angeschwollen. Zwei Kinder hielten dabei Speere in der Hand und versuchten damit scheinbar Fische zu fangen, angeleitet vom scheinbar ältesten Mitglied der Gruppe, einem Mädchen, dessen gelbes Armbändchen auf ihren Status hinwies: gebärfähig und ledig. Sophie und Tommy trugen ebenso ein gelbes Armbändchen. Erst jetzt kam Sophie in den Sinn, wie unnötig diese Stoffstücke - bei ihr und Sydney war es jedenfalls Stoff, woraus es bei den Agura bestand wusste sie nicht - bei den Agura eigentlich waren, wo doch jeder jeden kannte. Selbst wenn man berücksichtigte, dass die Agura durchaus mehrere Partner haben durften, was zu einem zumindest für außenstehende komplizierten Sozialgeflecht führte, müsste es doch für die Stammesmitglieder überschaubar sein, ohne auf irgendwelche Symbole zurückgreifen zu müssen. Vielleicht ging es dabei um den Austausch von Partnern über Stammesgrenzen hinweg. Dieser fand sicher hin und wieder statt, um den Genpool anzureichern. Aber ob andere Stämme die gleiche Farbkodierung pflegten?

    Während sie über den Sinn und Unsinn bunter Armbändchen sinnierte wusch etwas bachabwärts ein Junge seinen kleinen Bruder. Zwei Mädchen und ein weiterer Junge feixten über den scheinbaren Misserfolg der beiden Kinder mit den Speeren, während ein etwas älteres Mädchen und ein Junge bereits dabei waren mit primitiven Steinwerkzeugen Fische auszunehmen. Scheinbar hatten zuvor bereits die älteren Kinder gefischt und waren dabei weitaus erfolgreicher gewesen als ihre mutmaßlichen Geschwister. Einen Augenblick sah Sophie den beiden Jugendlichen beim Ausnehmen der Fische zu. Sie machten es routiniert, ein langer Schnitt mit einem Stein am Bauch entlang, dann zwei Finger hinein und mit einem kurzen Ruck hielt man schon die Gedärme des Fisches in der Hand. Besonders fasziniert war Sophie dabei vom Schnitt, bei dem die beiden scheinbar nur ein Minimum an Kraft aufwendeten. So ein Stein konnte scheinbar schärfer sein, als man als Außenstehender denken mochte. Die Gedärme landeten auf einem Haufen, der Rest des Fisches auf einem anderen und schon war der nächste dran. Zunächst traute sie sich gar nicht an die beiden heran, zu vertieft schienen sie bei ihrer Arbeit. Erst als der Junge zu ihr aufsah begrüßte sie ihn mit einem Lächeln: "Hallo du, ich bin Sophie." Der Junge sah sie zunächst etwas skeptisch an, vergewisserte sich mit einem Blick auf ihr Handgelenk ihres Status' und erwiderte die Begrüßung: "Ich grüße dich, Sophie. Ich bin Awanam und das ist Awamir, meine kleine Schwester." "Hallo, Awaman, hallo Awamir. Könnt ihr mir sagen, wo ich etwas trinken kann. Ich nehme an flussaufwärts oder?" Awaman bestätigte Sophies Vermutung, die kurz darauf einige Schritte flussaufwärts ging, sich über das Wasser beugte und mit ihren Händen einige Schlücke des Wassers nahm. Sie nutzte auch die Gelegenheit sich das Gesicht zu waschen, das sich im überraschend ruhigen Wasser des angeschwollenen Bächlein spiegelte. Als sie zurückkehrte stand Awaman vor allen anderen Agurakindern, die sie scheinbar schon erwartet haben. "Nun, Sophie. Du hast gesehen, dass Iktarin und Mosoba noch nicht so geübt im Umgang mit dem Speer sind. Vielleicht zeigst du uns, was du kannst." Das konnte heiter werden. Sie hatte schon mal bei der Leichtathletik mit Speeren geworfen. Auch auf Qo'noS hatte sie mit Bar'Sagh irgendein Jagdspiel gespielt, bei dem es wohl um die Jagd ging. Aber mit einem Stoßspeer hatte sie noch nie zu tun gehabt ... die Fische konnten also beruhigt sein.
    ἢ τὰν ἢ ἐπὶ τᾶς
  • Rentam III - Siedlung der Agura

    10 Tage waren das jetzt also. Eigentlich kam es ihm viel kürzer vor. Es lag wohl daran, dass immer was zum tun da war, man musste ja auch helfen das war schließlich kein 5 Sterne Luxus Resort. Es war nun mittlerweile ein paar Tage her das Tomas mit Sophie hier angekommen war. Auch wenn es ihm am Anfang ein wenig schwer gefallen ist auf all das zu verzichten, hatte er sich allmählich daran gewöhnt. Trotzdem war er froh bald wieder einen Replikator zur Verfügung zu haben. Und ein schönes großes Bett. Bisher hatte er sich eine Hängematte mit Sophie geteilt. Auch wenn er bestens geschlafen hatte, durfte er sich fast jeden Tag anhören, dass die Matte die ganze Nacht gewackelt hat. Anscheinend hat er ihr wohl eine geschmiert in der Nacht. Dafür gab's dann bei der nächsten Jagd ne kleine Revanche. Aber sonst war es eine tolle Erfahrung. Um hier zu überleben musste man eigentlich mit der Natur im Einklang sein und es war auch so ziemlich das Paradies...mit stacheligem Boden und vielen Dornensträuchern. Bisher hatte sich nur Sophie einen größeren Kratzer geholt, sonst waren sie eigentlich beide unverletzt.

    Tom schaute sich nochmal um und prägte sich das ganze ein wenig ein. Souvenirs würde er von dem Urlaub wohl keine mitnehmen, außer das gelbe Bändchen, welches auch gelb geblieben ist. Doch sonst würde er wohl bloß die Erfahrungen mit nehmen. Nachdem sie nett verabschiedet wurden, gingen sie direkt zu dem Platz wo sie ihren Notfallkommunikator hatten. Es dauerte ein bisschen bis sie ihn gefunden hatten doch dann ging's direkt zurück auf ein Schiff der Sternenflotte mit dem es dann auch sofort weiter zur Erde ging, wo Tom sich als erstes zu seiner Familie begeben würde.
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  • SS Astral Queen

    Als sie aus dem Fenster blickte, hinunter auf die grün-blaue Welt Rentam III glaubte Sophie zu verstehen, was Melancholie bedeuten mochte. Die Agura hatten einfach gelebt, doch sie wussten, was Heimat war. Hatten sich trotz der Verlockungen der modernen Welt außerhalb ihres vertraglich geschützten Dschungels dazu entschieden ihr Leben so zu führen, wie es ihre Vorfahren seit ungezählten Generationen getan hatten. Nur 10 Tage war sie dort gewesen und doch konnte sie die Agura irgendwie verstehen. Man war freier von Sorgen, wenn man sich jeden Tag ums Überleben kümmern musste. Die Agura schienen ihr die zufriedensten Personen zu sein, die ihr je begegnet waren.

    Nun war sie den Agura wieder fern, sowohl körperlich als auch geistig. Längst hatte sie den Dreck und Schlamm Rentam IIIs von sich herunter gewaschen, die schlimmsten Kratzer medizinisch versorgen lassen. IUnd die kleineren sah man nicht, da sie von Hose und Pullover bedeckt waren. Man hatte ihr Gepäch vor ihnen an Bord gebeamt und sie mit Bademänteln im Transporterraum des Passagierschiffs empfangen. Scheinbar wollte man den anderen Passagieren den Anblick zweier verdreckter Menschen ersparen, denn man hatte ihnen ein Quartier nahe am Transporterraum zugeteilt. Sie spielte mit einer ihrer Strähnen. Ihre frisch gekämmten langen Haare dufteten nach Zitrone. Dann veränderte sich das Blickfeld. Hinter dem Fenster verschwand Rentam III als die Astral Queen den Orbit des Planeten verließ und Kurs Richtung Erde setzte. In Kürze würde das Schiff auf Warp gehen.

    Sie würde gerne mit ihrer Mutter reden, ihr sagen, dass sie sie nun um einiges besser verstünde. Maman hatte immer vom Konflikt zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit gesprochen, ein Wettstreit, der kaum an einem Ort deutlicher geworden war als auf Adan, wo die streng religiösen Tribat in ihrem Kloster Hirajihai'tr'naijam nur wenige Kilometer entfernt von den Entwicklungsbüros der Kybernetikunternehmen lebten, die Tag für Tag näher an die Schöpfung des perfekten Cyborgs kamen. Nun war es die Frage, ob Zivilisation zwangsläufig künstlich war ... Falls nein, dann wäre wohl auch Technologie nicht künstlich, es gäbe gar keine Künstlichkeit. Überhaupt ... zu komplizierte Gedanken. Und wahrscheinlich führten sie auch zu nichts. Schlauere Personen würden darüber sinnieren, vielleicht käme Nathalie ja auf eine Antwort. Jetzt ginge es erst einmal zur Erde. Vielleicht würde sie dort ein Zuhause finden oder falls nicht dann doch wenigstens ihre Bestimmung.
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  • AdEvTech-Firmenzentrale, Tan Waksa, Adan, Eden-Dreibund

    Blablabla, Forderung, Angebot, Gegenforderung, Gegenangebot und trallalla. Sie hatte zum Glück nichts mehr damit zu tun. In über 600 Metern Höhe war ihr einziges Problem der kalte Wind, welcher ihre offenen Haare fast parallel zum Dach des Gebäudes wehen ließ, auf dem sie gemeinsam mit Annika stand. Mit roher, stürmischer Aggression zog und riss er an ihrem langen Mantel, der sie nicht vor einem kalten Schauer zu schützen vermochte. Ihre Wangen waren gerötet, was Annika ein breites Grinsen auf das Gesicht trieb. "Wenn dir das Wetter hier schon zu rau ist, wart mal den Pazifik ab, oder den Winter bei meinen Eltern." Die Französin, die bekanntlich wärmere Gefilde vorzog schaffte es nicht ihrer Frau einen bösen Blick zuzuwerfen.

    Stattdessen nickte sie bloß. Sie wollte gerade nicht über die mittelfristige Zukunft sprechen, dafür würden sie noch auf dem Flug genug Zeit haben. Stattdessen versuchte sie das Thema in die Gegenwart zu verlagern. "Nathalie macht gerade Shiny für den Transport bereit. Ich hoffe die ganze Sache funktioniert. Ein Pferd bei vollem Bewusstsein durch den halben Föderationsraum zu transportieren ist schon ziemlich abgedreht." Annika widersprach nicht: "Ja, aber so ähnlich kamen die Pferde ja uch vor über einem Jahrzehnt hierher. Und ... ich glaube weder Shiny noch Nathalie hätten die Trennung überstanden. Auch wenn ... die Belegung eines Holodecks durch ein Pferd vielleicht nicht der Standardprozedur der Flotte entspricht." "Es wäre in der Tat grausam gewesen ihr erst ein Pferd zu schenken und dann den Wohnort zu wechseln und sie zwingen es zurückzulassen. Die erste ... wirklich ungewöhnliche Ausnutzung meines Ranges, für ein Pferd ... wer hätte das gedacht..."

    Ihr Seufzer wurde vom Heulen des Windes übertönt. Beide gingen an den Rand des Hochhauses, wo eine knapp 1,40 Meter hohe Brüstung vor ungewollten Stürzen in den Tod schützte. Direkt unter ihnen erstreckte sich Tan Waksa, die Stadt ohne Nacht, die kaum älter als 10 Jahre war und doch 7,5 Millionen Personen ein Zuhause war. Im Süden, nur noch als eine Reihe Lichter zu erkennen lag Little Eden, die Föderationsexklave auf Rover Island und daneben der Sternenflottenstützpunkt, der den planetaren Teil von Sternenbasis 613 umfasste. Irgendwo dort war gerade Nathalie mit Shiny beschäftigt. Das Haus hatten sie schon verlassen, ihr Haus. Ihre Vergangenheit lag ihnen zu Füßen, ihre Zukunft weit entfernt auf einem blauen Planeten...
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  • San Francisco

    Viel hatte sich nicht verändert. Die Luft war noch immer salzig und auf den Straßen herschte noch immer buntes Treiben. San Francisco hatte sich in eineinhalb Jahren nicht verändert. Alles war so wie früher in seiner Akademiezeit, außer er. Er war nun älter und Erfahrener, ebenfalls hatte sich sein Aussehen verändert und sein Kragen war um ein paar Gramm Metall schwerer. Er genoss es in vollen Zügen wieder hier zu sein. Manche Dinge waren immer noch wie auf Adan, z.B. die Salzige Luft und das schöne Wetter. Doch am meisten fehlte ihm dieses Bunte treiben der Stadt und auch die Stadt im ganzen. Doch sein Aufenthalt in San Francisco war einer ganz anderen Sache geschuldet. Nun da er nicht mehr Kadett sondern Ausbilder war, konnte er Leben wo immer er wollte und das tat er auch. Er hatte sich schon Fotos der Wohnungen für Ausbilder auf dem Gelände der Akademie angeschaut, doch die sagten ihm nicht wirklich zu, also besorgte er sich eine Wohnung. Sie war nicht riesig, doch das was ihm zugeschickt wurde gefiel ihm. Einen paar Meter weiter war die Wohnung auch. Er wartete nur noch auf den Verkäufer.
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  • SS Astral Queen, Oakland

    Alleine stand sie mit ihrer gepackten Tasche am großen Panoramafenster des Passagierschiffs. Vor ihr lag die blaue Kugel, von der die Menschen vor über 400 Jahren ins All aufgebrochen waren. Die Astral Queen bremste gerade ab, um in eine Umlaufbahn um die Erde zu kommen. Sophie war enttäuscht. Sie hatte ein erhebendes Gefühl beim Anblick der Heimatwelt ihrer Eltern erwartet. Annika konnte noch sagen mehr als die Hälfte ihres Lebens auf der Erde verbracht zu haben. Bei Maman war dies nicht der Fall, hatte sie die Erde doch schon in ihrer Kindheit verlassen und einige Jahre bei den Agura verbracht.

    Kurze Zeit später war sie im Transporterraum angekommen und beamte mit einer großen Gruppe Passagiere nach Oakland. Dabei kam ihr die Frage, wann sie das letzte Mal auf der Erde gewesen war. Es war viele Jahre her, fast sechs Jahre. Sie war noch ein Kind gewesen, auch wenn sie sich mittlerweile nicht mehr so sicher war, jetzt tatsächlich kein Kind mehr zu sein. Doch mit den Augen einer Neunjährigen hatte die Erde weitaus schöner ausgesehen. In der Transporterstation verabschiedete sie sich von Tomas und ging dann in Richtung des transatlantischen Flugbetriebs. Ein großes Panoramafenster der Transitstation bot einen Blick auf die Stadt auf der anderen Seite der Bucht. Sie blinzelte kurz und fragte sich, ob etwas ihren Blick störte. Wo war die Skyline? Aus der Entfernung wirkte der Sitz des Sternenflottenkommandos und des Föderationsrates lächerlich klein im Vergleich zu Tan Waksa. Kaum Hochhäuser und selbst der Raumhafen, der vor allem von der Sternenflotte genutzt wurde, weswegen zivile Passagiere zumeist Oakland als Transitpunkt nutzen, wirkte ziemlich klein.

    Noch enttäuschter als zuvor trat sie an ein Terminal heran und rief den Flugplan ab. Nach Stockholm gab es keine Direktverbindung. Sie müsste wohl einen Umweg fliegen, was aber kein Problem darstellte. In Kürze ging ein Flug nach Kassel-Calden, einen der - wenn nicht gar DER - Knotenpunkt im westlichen Mitteleuropa. Dort würde 20 Minuten später ein Flug nach Stockholm gehen, wo ihre Großeltern sie abholen würden. Vielleicht würden Oma Emily und Opa Michael ihre Stimmung ja heben.
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  • McAllister-Haus, San Francisco, Erde

    Nach der Mission von Dienstag
    Der Schlamm begann langsam zu trocknen, als Sophie neben Nicole die Treppe hinauf in den 5. Stock stürmte. Der Aufzug befand sich der Anzeige nach im 19. Stockwerk und war weiterhin im Wartungsmodus. War er nicht eben noch in einem anderen Stockwerk gewesen? Egal. Da die meisten anderen Kadetten sich auf dem Weg noch über Ensign Lang ausließen, waren die beiden Damen mit als erste im 5. Stockwerk angekommen, das ihre Kompanie beherbergte. "Wahrscheinlich warten die noch darauf, dass Mutti ihnen die Badewanne vorbereitet", meinte Davion keuschend. Sie konnte die Probleme der vielen anderen Anwärter nicht verstehen. Was war denn so schlimm daran die Etage eigenständig in einem ordentlichen Zustand zu halten? Ein Offizier der Sternenflotte musste wohl in der Lage sein einen Fußboden zu kehren und zu putzen. Bei all den möglichen anstrengenden, nervigen oder gar gefährlichen Einsatzgebieten, in denen ein Sternenflottenoffizier später eingesetzt werden konnte, schien ihr das wohl eine noch vertretbare Belastung zu sein. Dennoch ärgerte sie sich als sich ein Stück angetrockneten Schlamm von ihrer Sportjacke löste und auf den Boden fiel, wo sich mit Sicherheit in Kürze noch eine ganze Menge mehr Dreck zu ihm gesellen würden. Sie blickte zurück zu Armstrong, die ihre Begeisterung für körperliche Betätigungen wohl nicht ganz so sehr zu schätzen wusste, wie Sophie.

    Noch vor der Tür zu ihrem Zimmer öffnete Davion ihre Jacke. Wie erwartet war auch das T-Shirt darunter völlig verdreckt. Es würde also nicht helfen sich bereits vor der Tür der Jacke und der Hose zu entledigen. So beließ sie es dabei die Schuhe und Socken auszuziehen. "Moment, ich hol gerade zwei Wäschesäcke, damit wir nicht alles einsauen." Gesagt getan und schon hielt sie Nicole den Wäschesack hin. "Werf du deine Sachen zuerst rein. Danach kannst du ihn für mich aufhalten, damit wir nicht überall rumkrümeln. Ein großes Handtuch haben wir ja in unserem Kleidungssatz." Die erst 15-jährige Frau lächelte. Sie fühlte sich fast angekommen.
    "It is history that teaches us to hope" - Robert Edward Lee
    "I begin to believe that the Muse of history is nothing but a lying bitch" - Jubal Anderson Early
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    Die Sternenflottenakademie. Joral konnte es immer noch nicht fassen, dass er so weit gekommen war.
    Doch nun hatte sein Enthusiasmus zwei Dämpfer bekommen. Die Namen der Dämpfer: Ensign Lang und Sophie Davion. Ensign Lang schien die Betreuung der Anwärter eher als Strafe anzusehen, wie die heutige Einführung gezeigt hatte. Er konnte Tobin mit seiner Ansicht nur Recht geben: „Und wo bleibt dann noch Zeit zum Lernen?“ Und Sophie Davion? Nun, Joral sah ein, dass er sich einen faux-pas geleistet hatte. Aber trotz seiner Versuche sich zu entschuldigen, schien diese Admiralstochter viel zu arrogant, als dass sie Joral auch nur verstehen wollte. Karsten Fischer hingegen schien sich daran zu gewöhnen, mit zwei Empathen in einem Team zu sein. Er hatte sich kein einziges Mal über Tobins und Jorals Fähigkeiten beschwert. Und vielleicht hatte es Joral ja auch Bonuspunkte eingebracht, als er dabei geholfen hatte, Ensign Lang zum „Warpkernbruch“ zu führen, wie Tobin es ausgedrückt hatte. Es war schon lustig gewesen zu spüren und zu sehen, wie Lang immer und immer ungeduldiger und genervter wurde.
    Langsam und etwas erschöpft ging Joral die Treppen hinauf. Den Fahrstuhl hatten die Ausbilder mit Sicherheit absichtlich gerade heute Wartungsarbeiten unterzogen. Während er so die Treppen hinaufschlenderte überlegte er, wie er den beiden Mädchen, oder zumindest Nicole, sie schien anders zu sein als Sophie, erklären konnte, dass er nicht mit Absicht ihre Gefühle gelesen hatte und dass er erst Recht kein „Gedankenspanner“ war. Sophies betazoider Freund mochte seine Fähigkeiten vielleicht kontrollieren können, aber ihm war sicherlich auch dabei geholfen worden es zu erlernen. Joral hatte nicht dieses Glück gehabt. Weder hatte er empathische Freunde gehabt, noch hatte er Hilfe von seinem Vater erwarten können, da dieser praktisch ununterbrochen unterwegs war.
    Vielleicht sollte er einfach Tobin fragen, ob dieser ihm helfen könne. Joral schuldete ihm zwar schon einen Gefallen, aber Tobin schien bei dem ganzen Problem ein gewisses Verständnis aufzubringen. Natürlich, er war ja selbst Telepath.
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    Nicole war vor erst erledigt. Sie hatte zwar den Hinternislauf besser überstanden als manch anderer, aber dennoch. Sie musste echt mehr trainieren, wenn sie das ganze schaffen wollte.
    Sie sah lächelnd zu Sophie." Klingt nach einem Plan." Schnell erledigte sich ihrer Trainingssachen und stopfte diese eher weniger sorgfälltig in den Wäschesack. Danach zupfte sich sich noch kurz ihre Unterwäsche etwas zurecht und hielt dann den Wäschesack für Sophie offen. Sie wollte sich der Unterwäsche erst im Duschraum erledigen, denn so nackt im Korridor rumzulaufen, machte sich vielleicht nicht so gut als Anwärterin.
    " Ich weiss nicht was mit den Jungs is. Klar also ich hatte auch den kurzen Meckerer wegen dem Mülleimer und dem Recycler, und klar is es doof hier alles putzen zu müssen. Aber es gehört nun mal zum Job dazu und pasta. Ich meine jedes Haus hat seine Regeln."
    Nachdem Sophie fertig war, stemmte Nicole ihre Hände in die Hüften." Da du die Wäschesäcke geholt hast, räume ich die jetzt weg. Brauchst du noch etwas aus dem Zimmer für unter die Dusche?"
    "Lass uns “Halt dein Maul!” spielen, du darfst anfangen."

    unbekannter Verfasser
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    Da Joral den Parcours relativ „sauber“ überstanden hatte, begab er sich zuerst zum Aufenthaltsraum. Außer ihm befanden sich keine anderen Personen im Raum. Er ging hinüber zum Replikator und bestellte: „Minztee.“ Er sah zu, wie sich sein Getränk materialisierte, nahm sich dann die Tasse und ging zum nächstgelegenen Tisch, nahm sich einen Stuhl und setzte sich. Er trank einen Schluck seines Tees und stellte überrascht fest, dass er gut schmeckte. Offenbar gab es immerhin genug Personal, dass die Kadetten nicht auch noch die Replikatoren programmieren mussten. Er nahm einen weiteren Schluck und stellte die Tasse auf den Tisch. Dann setzte er sich im Schneidersitz, schloss die Augen, entspannte sich und begann zu meditieren. Nach diesem ersten Tag hatte Joral das Gefühl, dass er hier die auf der Akademie die Meditation häufiger benötigen würde als je zuvor.
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    Sophie nickte und tat es Nicole gleich. Normalerweise hätte sie kein Problem gehabt in ihrem Handtuch über den Flur zu huschen, angesichts des Drecks auf der Haut, wäre es danach nicht mehr zum Abtrocken zu gebrauchen gewesen. Auch Davion war bräunlich gefärbt, nicht der Adan-bräunliche Teint, den sie sich in unzähligen Sonnenstunden zugelegt hatte, sondern einfach nur drecksbraun. Sie schloss ihren Wäschesack und nickte Nic wieder zu, damit sie diese in den Schrank zurückräumen konnte. "Ich brauche nur mein Shampoo und Duschgel, das steht am Waschbecken." Auf dem Weg dorthin schlüpfte sie in ihre Badelatschen, die in den Vereinsfarben des Little Eden FC rot und weiß gehalten waren und den Schriftzug LE FC trugen.

    Mit den beiden Fläschchen in der rechten Hand und dem seitens der Akademie großen Handtuch in der linken drehte sie sich zur Kanadierin um: "Soll ich Musik mitnehmen? Wir haben zwar nicht gewonnen, aber Musik kann im Leben nie schaden." Armstrong schien darauf nichts sagen zu können und nickte bloß, weswegen Sophie auch noch nach ihrem kleinen MP9-Spieler griff, der gerade noch in ihre linke Hand passte, ging sie dann zur Tür. "Wir sehen wirklich aus, wie die Agura auf Rentam III." Mit großen Schritten ihrer langen Beine durchquerte sie den Korridor. Immerhin hatten sie kein Zimmer ganz am Rand abbekommen. Auch waren sie noch die einzigen auf dem Weg zur Dusche. Aus den Augenwinkeln meinte Sophie sogar mitzubekommen, wie jemand noch voller Dreck in den Aufenthaltsraum ging. Wahrscheinlich jemand von der "Meine Eltern putzen alles"-Fraktion.
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    Sie hatte sich ihr Shampoo zwischen die Zähne geklemmt, da sie auf der such nach der Ersatzwäsche war. Also nickte sie nur zur Frage bezüglich der Musik. Langsam hatte sie nun auch alles beisammen und so folgte Nicole Sophie flinken Fusses über den Korridor." Wofür steht denn LE FC?" fragte sie als sie sich der Restkleidung entledigte und sich unter eine der Duschen stellte." Hm, den Künslter kenn ich nicht. Was is das für eine Stilrichtung?"
    Sie kümmerte sich zu nächst um ihr Haar. Offensichtlich hatten ihre Strähnen ordendlich was abgekriegt. Leise Fluchte sie als sie einen Knoten mit hartneckigem Dreck entdeckte. Gefühlte zwei Stunden fummelte sie am Haar rum bis sie es vor erst aufgab und sich um den Rest kümmerte.
    "Was sind eigentlich Aguras von Ren...irgendwas II?" fragte sie unter der Brause hervor. Nach dem Waschen genoss sie nun einfach das Wasser und schloss die Augen.
    "Lass uns “Halt dein Maul!” spielen, du darfst anfangen."

    unbekannter Verfasser
  • Entspanne dich. Entledige dich all deiner Gedanken und Gefühle. Wenn es nur so einfach gewesen wäre. Wenn er meditierte konnte es zeitweise vorkommen, dass seine Empathie noch unkontrollierter wurde als sonst, da er sich nicht mehr anstrengte, sie irgendwie im Zaum zu halten. Er spürte die Erschöpfung, die Wut auf Ensign Lang, die offenbar einige seiner Mitanwärter verspürten. Zurecht, dachte er.
    Nach mehreren erfolglosen Versuchen zu meditieren gab er es schließlich auf. Er wusste, dass man so etwas eigentlich nicht tat, doch nun konzentrierte er sich auf die Personen, von denen er die stärksten Emotionen wahrnahm. Er konnte nicht genau ausmachen, wer diese verspürte, doch er war sich sicher, dass es ein paar seiner Mitanwärter waren, denn besagte Personen schienen ziemlich nah zu sein. Alle empfanden wenigstens eine der beiden Emotionen Belustigung und Wut. Beides schien auf eine Person bezogen zu sein. Nein... Zwei Personen. Er drang noch etwas tiefer ein, soweit es seine begrenzten Fähigkeiten zuließen... Und zog sich abrupt wieder zurück, als er erkannte, auf wen diese Emotionen bezogen waren. Ensign Lang... und ich. Joral nahm daher an, dass wenigstens eine der "bespitzelten" Personen eines der Mädchen aus seiner Einheit war. Ich sollte wohl lieber mit niemandem darüber sprechen. Dann rief er Tobin gedanklich zu sich.
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    Ziemlich methodisch hängte Sophie zunächst ihr Handtuch an einen Haken. Danach legte sie den MP9-Player ab und schaltete ihn an. Sie hatte ihn extra etwas leiser gestellt, doch konnte man die harten Riffs - es klang ähnlich wie mehrere E-Gitarren - auch über die Geräusche des Wassers hören. Danach pfefferte sie ihre Unterwäsche auf den Boden. Ersatz hatte sie keine mit, dafür war das Handtuch ja riesengroß. Sie nahm die beiden Fläschchen in die Hand und strich mit der anderen durch ihr verkrustetes, aber immer noch offenes Tag. Im Eifer des "Alarms" hatte sie es völlig vergessen ihren blonden Schopf zu einem Zopf zu binden.

    Sie stellte sich neben der Kanadierin unter einen Duschkopf und schaltete das Wasser an, das sie auf eine lauwarme Temperatur herunterregelte. Dann drehte sie sich leicht in Richtung Nic, um sich besser mit ihr unterhalten zu können. "Oh, LE FC, das ist mein Fußballverein von Adan. Der Little Eden FC. Little Eden war praktisch der Nachbarort des Sternenflottenstützpunktes. Vielleicht kriegen wir ja auch noch Akademiebadelatschen." Sie grinste breit und wischte sich erst einmal durch's Gesicht, wobei sich dort eine klebrige Mischung aus Dreck und Schweiß löste, die sich zu ihren Füßen zu einer Brühe ergoss, die in Richtung des Abflusses floss. Erst danach widmete sie sich den Haaren, die langsam wieder die von Annika geebrte recht helle, naturblonde Farbe annahmen. "Oh, das ist Grinori-Speed Metal. Deswegen auch die komische Sprache. Eine Freundin hat es mir dort mal näher gebracht.

    Erst als sie den gröbsten Dreck von sich gewaschen hatte, shampoonierte sie ihre Haare ein. Mittlerweile konnte man ihrem schlanken und durch ihr fußballspezifisches Training wenig weiblichen Körper - Ihre Vorderseite war fast völlig flach frei von Rundungen, während ihre Beine förmlich "Fußballerin" zu schreien schienen - noch die letzten Spuren ihres Aufenthalts bei den Agura ansehen. Zahlreiche frisch verheilte Kratzer säumten ihren gesamten Körper, der ansonsten seit Jahren das "Dunkel-Weiß" angenommen hatte, das den höchsten Bräunegrad darstellte, welchen die Davions bei mehreren Stunden Sonne am Tag zu erreichen vermochten. Immerhin war es gleichmäßig. Sie wusch sich das Shampoo aus den Haaren und blinzelte. Dabei bemerkte sie auch nicht, wie einige weitere Anwärter den Raum betraten. Sie lauschte kurz dem Solo der Tesla-Spule, die kurz darauf vom E-Bläser ersetzt wurde, der für Grinori-Speed Metal-Bands charakteristisch war.

    Grinsend sah sie Nicole mit dem Haar kämpfen. "Wenn du Hilfe brauchst, sag Bescheid. Meine kleine Schwester braucht die bis heute manchmal noch Hilfe, weil sie ihre Haare komisch locken. Ich bin mit dem pflegeleichten Haar meiner Eltern gesegnet und auch ganz froh drum." Die Aufmerksamkeit, die sie ihren Haaren widmete ließen auch darauf schließen, dass sie einen nicht geringen Wert auf dessen Pflege legte, um zumindest ein Mindestmaß an Weiblichkeit zu erhalten. Dann erinnerte sie sich doch noch daran, dass Nicole ihr zuvor eine Frage gestellt hatte. "Oh, die Agura sind ein Stamm Ureinwohner auf Rentam III, einem Föderationsplaneten. Meine Mutter hat ein paar Jahre dort gelebt, als ihre Eltern eine Expedition dorthin unternommen hatten und ich war auf dem Hinflug auch dort zu Gast ... wirklich eine interessante Erfahrung. Da erscheint einem das Rumgeheule mancher Jungs hier umso ... verwöhnter."
    ἢ τὰν ἢ ἐπὶ τᾶς
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