San Francisco

    • 22. Jhd.

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    • 30. März 2153

      Admiral Kamui Yamamoto
      Rückflug von London nach San Francisco

      Admiral Yamamoto machte es sich in dem Shuttle bequem, welches ihn vom UESPA-Hauptquartier in London zurück zum Sternenflottenhauptquartier in San Francisco brachte. Er hatte das Shuttle, mit Ausnahme des Piloten, für sich allein. Einer der Vorzüge, wenn man zur Führungsriege der Sternenflotte gehört.

      Das Treffen des Kommandorates heute war schnell und reibungslos verlaufen, dank einiger Vorabsprachen gab es keinen nennenswerten Widerstand gegen den Vorschlag, die Ressourcen zugunsten des Ausbaus der NX-Klasse umzuverteilen.

      Der Japaner dachte kurz an seine Landsfrau Ayumi Takahashi, mit der er vor der Sitzung noch darüber gesprochen hatte. Sie hatte sich gegen das Vorhaben verwehrt. Das war nicht ganz unerwartet, da sie sich große Hoffnungen auf das Kommando über die Pioneer NV-10 machte.

      Yamamoto war stets ihr größter Fürsprecher. Und so sehr er ihr wünschte, dieses Kommando übernehmen zu können, musste er dennoch zuerst an die Sternenflotte als Ganzes denken. Zwar würde es kurzfristig dazu kommen, dass durch die Ressourcenumverteilung weniger Schiffe gebaut werden - und damit weniger Sternenflottenoffiziere ins All reisen - aber langfristig, davon war er fest überzeugt, wäre die Menschheit mit einer Flotte von schnellen NX-Schiffen besser aufgestellt. Auch wenn diese Flotte kleiner ist, als sie es nach den ursprünglichen Plänen gewesen wäre.

      Er holte ein Tablet aus seiner Tasche und rief darauf die Baufortschritte der einzelnen Schiffe auf, die sich derzeit in den Werften im Orbit der Erde befanden. Den Bau der Cosmos NY-16, Vega NY-17 und Opportunity NV-11 stoppte er aufgrund ihres geringen Baufortschritts sofort und übermittelte die entsprechenden Befehle an das UESPA-Konstruktionsbüro. Bezüglich der Venera NY-15 war er noch unentschlossen nahm er sich vor, sich nach seiner Ankunft in San Francisco direkt mit dem Bauleiter in Verbindung zu setzen, um sich ein Bild vom Bau des Schiffs zu machen.

      Dann scrollte er auf seinem Tablet weiter, bis das nächste Schiff angezeigt wurde. Die Pioneer NV-10. Yamamoto seufzte. Er war sich sicher, dass Commander Takahashi bald einsehen würde, dass die Entscheidung langfristig die richtige ist. Er schätzte es an ihr, dass sie ein sehr reflektierer Mensch war. Auch wenn sie im ersten Moment gelegentlich emotional reagierte.

      Zwar war der Bau der Pioneer zu 70% abgeschlossen, doch die meisten Systeme - allen voran der Computerkern - konnten problemlos ausgebaut und in einem Raumschiff der NX-Klasse verbaut werden. Und Ressourcen waren knapp, teils war die Sternenflotte auf das Vulkanische Oberkommando als Zulieferer für Rohmaterialien angewiesen.

      Yamamoto zögerte noch einmal kurz. Dann cancelte er den Bau der Pioneer.
    • San Francisco: Botschaft von Vulkan - Blue Bottle Cafe

      T'Mari schaute aus dem Fenster und beobachtete die Menschen auf der Straße. Bislang schien hier alles ruhig. Sie beschloss, ihrer Planung zu folgen und sich, möglichst unerkannt, unter die Menschen zu mischen und zuzuhören, was auf der Straße gesprochen wurde.

      Sie wandte sich vom Fenster ab und trat an den Schrank. Sie wählte aus, wie ihr gesagt wurde, Kleidung, die unter Menschen üblich war, einen Mantel mit Kapuze aus, außerdem schwarze Hosen und eine graue Bluse. Schnell hatte sie sich umgezogen und wählte bei den Schuhen flache sportliche Turnschuhe. Mit einem Tablet bewaffnet, das sie in ihrem Mantel einstecken konnte, machte sie sich auf den Weg.

      Sie trat durch das gußeisernen Tor der Botschaft und nickte dem Sicherheitsoffiziere grüßend zu, bevor sie die Kapuze über den Kopf zog. Der Wind war stark und immer wieder kamen feine Regentropfen bis auf den Boden. Zügig begab sie sich ins Zentrum der Stadt. Schnell war sie auf der Market Street und ging an den verschiedenen Gebäuden entlang, immer wieder Straßen kreuzend, die numerisch abwärts gingen. Schilder wiesen auf auf das Orpheum Theater hin oder die City Hall von San Francisco. Es überraschte sie, daß es in einem kleinen Bereich so viele Theater gab. Sie konnte von der Market Street aus das Golden Gate Theater und das Warfield Theater sehen und wußte, sie war nicht mehr weit von dem ihr empfohlenen Restaurant war. Sie bog in die 6. Straße rechts ein und nahm die zweite Straße links, die Jessie Street. Am Ende der Strasse kam sie auf das Blue Bottle Cafe zu. Ein kleines Schild und eine Warteschlange auf der Straße identifizierte das Cafe.

      Sie betrat die Räumlichkeiten und sah sich nach einem Tisch um. Sie fand einen freien Tisch am Fenster und setzte sich. Sie griff nach der Karte und nach einem kurzen Studium hatte sie sich für ein Avocado Sandwich entschieden und dazu einen Kaffee. Ihr war gesagt worden, auch wenn das Getränk stärker koffeinhaltig als ein Schwarzer Tee sei, sei er hier gut. Sie würde es testen. Als die Bedienung kam, gab sie ihre Bestellung ab und zog dann ihren Mantel aus, um ihn über die Armlehne ihres Stuhles zu hängen. Ihre typisch vulkanischen Ohren waren unter ihren langen Haaren gut versteckt. An den Wänden hingen Bilder, ihr gegenüber an der Wand, wo sich auch die Theke befand, hing ein Bildschirm und zeigte die Nachrichten.

      Bilder von dem Angriff, von der verwüsteten Landschaft und Städte, schien immer wieder wiederholt zu werden. Ab und zu waren Menschen in einem Studio zu sehen, die miteinander sprachen und im Ticker unter ihnen wurden die verschiedensten Theorien in Kurzform angezeigt. Aber bislang gab es noch nicht viel Neues, weder von den Angreifern, noch wieso ein Angriff erfolgt war.

      Als der Kaffee und das Sandwich serviert wurde, bedankte sie sich höflich bei der Bedienung, eine menschliche Frau mit blonden Haaren und sehr roten Lippen. Sie wußte, daß Menschen Lippenstift verwendeten, aber dieser Frau stand diese Farbe überhaupt nicht.

      T'Mari spürte durch die Tassenwand die Wärme und hob sie an, um darüber zu pusten. Sie erinnerte sich, wie Botschafter Soval die Gruppe am Morgen darüber informiert hatte, daß ein vulkanische Transportschiff in Zentralasien etwas entdeckt hatte. Sie hoffte, daß sie den Menschen damit helfen konnten, die Angreifer zu identifizieren.

      Vorsichtig sippte sie von dem Kaffee. Erst spürte sie nur die heiße Flüssigkeit, bevor sie den Geschmack wahrnahm. 'Interessant.' dachte sie und nahm noch einen Schluck. Um sie herum wurden die Gespräche etwas lauter und sie hörte zu.
      <TaValsh> *murmelt* vulkanischer sturkopf
      AT2_SubCmdr_T`Mari[LWO] hat sich den Sturkopf hart erarbeitet
    • Blue Bottle Cafe

      Unweit der Vulkanierin saß eine kleine Gruppe an einem Tisch und verfolgte die Nachrichten, sowohl auf den Bildschirmen an der Wand als auch auf kleinen, portablen Geräten. Die Gespräche dieser Gruppe - zwei Männer und eine Frau, allesamt vermutlich in ihren frühen 30ern - konnte man von den umliegenden Tischen aus bruchstückhaft verstehen.

      "Das kommt davon, wenn die Sternenflotte draußen herumfliegt und allen erzählt, wo ...."

      "Ha, ja genau!"

      "....sollten uns erst einmal um unsere Probleme hier auf der Erde kümmern bevor wir ...."

      "...mich aber auch nicht wundern, wenn die verdammten Spitzohren das nur inszeniert haben, um uns weiter zurückzuha......"

      "....soweit würde ich nicht...."

      "Ach komm schon, die haben doch seit ....... nichts besseres zu tun als ........... "

      "Ist ja auch egal. Millionen Menschen haben ins Gras gebissen. Und das alles nur wegen diesen verdammten ........."
    • Blue Bottle Cafe

      T'Mari stellte die Tasse lautlos in den Unterteller zurück. Ihr Blick ging durch die anwesenden Menschen und sie konnte schnell die verschiedenen Satzfetzen den Personen zuordnen. Die menschliche Frau schien nicht ganz so viele Vorurteile zu haben wie die beiden Männer bei ihr. Sie nahm das Avocado-Sandwich und biss hinein. Sie war über den Geschmack überrascht, der sehr angenehm war. Ihr waren die Bestandteile des Sandwiches bewußt und aus dem Grund hatte sie es gewählt.

      Die Nachrichten auf dem Bildschirm zeigten die Crew von Captain Archer und die Enterprise, dazu eine Zusammenfassung der Missionen und auf welche Außerirdischen sie getroffen waren. Einer der Nachrichtensprecher analysierte deren Potential, die Erde so anzugreifen, wie es geschehen war. Er bezog sich dabei auf die Informationen, die von der Enterprise gesammelt worden waren und das war nicht viel.

      Die Debatte an dem Tisch mit den drei Menschen, die sie vorhin gehört hatte, wurde wieder lauter. T'Mari wollte nicht lauschen, aber es war schwer, die Worte zu ignorieren, da sie nun direkt den Vulkaniern die Schuld gaben, daß die Erde angegriffen worden war. Langsam atmete sie ein und aus, denn sie spürte den Ärger in sich über die unberechtigten Anschuldigungen. Sie trank ihre Tasse Kaffee schneller als geplant leer und biss nochmal von dem Sandwich ab, bevor sie es in die Serviette einpackte und in die Tasche steckte. Sie erhob sich und auf dem Weg nach draußen, konnte sie beimVorbeigehen and dem Tisch nicht widerstehen: "Die Vulkanier wollen den Menschen helfen, nicht ihnen schaden." Ihre Reaktion war nicht logisch begründbar. Sie wußte das, aber manchmal folgte ihr Verhalten nicht immer der Logik. Sie schob das auf die Zeit hier auf der Erde. Umgeben von soviel unlogisch handelnden Menschen war die Logik schwer zu greifen.

      Sie trat aus dem Cafe hinaus und machte sich auf den Rückweg in die Botschaft. Das Wetter hatte sich verändert, mehr Wolken waren aufgezogen. Als sie gerade eine Querstraße überquert hatte, hörte sie die Schritte von drei Personen hinter ihr, die sich ihr rasch näherten.
      <TaValsh> *murmelt* vulkanischer sturkopf
      AT2_SubCmdr_T`Mari[LWO] hat sich den Sturkopf hart erarbeitet
    • San Francisco, unweit des Blue Bottle Cafes

      Die aufziehenden Wolken waren eine Begleiterscheinung des zunehmenden Windes, der durch San Francisco fegte. Genauso "fegten" drei Menschen durch eine Seitenstraße nahe des Blue Bottle Cafes: ein Zivilist, der von einer Polizistin und einem Polizisten verfolgt wurde. Der Zivilist, der eine Gerätschaft von der Größe eines größeren Buches unter dem Arm trug, rempelte T'Mari an, sodass ihre Tasche herunterfiel. Dann ging alles ganz schnell; die beiden Polizisten schlossen zu dem Zivilisten auf und warfen ihn zu Boden, die Gerätschaft schlitterte noch ein paar Meter weiter. Während die Polizistin ihm Handschellen anlegte, drehte der Polizist um und schaute nach der Frau, die gerade angerempelt wurde.

      "Sind Sie verletzt, Ma'am?" fragte er, während er sich nach ihrer Tasche bückte und mit dieser auf sie zuging, um sie ihr zu geben.

      "Es steht Ihnen natürlich frei, eine Anzeige zu ..." ergänzte er, bevor der Wind T'Maris Kapuze und Haare nach hinten wehte und ihre spitzen Ohren offenlegte. Seine Mine wurde etwas ernster.

      "Es wäre besser, wenn Sie nicht hier wären." sagte der Polizist, während er T'Mari die Tasche überreichte.
    • San Francisco

      T'Mari war wie erstarrt als sie unerwartet angerempelt worden war. Wie in Zeitlupe beobachtete sie die Polizisten, die den Mann, der sie fast zu Fall gebracht hatte, festnahmen.

      Der Wind trieb ihre Kapuze herunter und ihre Haare folgten dem Wind, der sie nach hinten wehte. Sie nahm die Tasche entgegen und zog mit der anderen Hand die Kapuze wieder über den Kopf, mit derselben Hand festhaltend.

      "Danke. Es geht mir gut. Und ja, ich bin bereits auf dem Rückweg, Sir." antwortete sie in der Sprache der Menschen. Auf vulkanisch wären die Sätze länger, ausführlicher gewesen, da sie ihre Hochachtung zum Ausdruck gebracht hätte über seine Tätigkeit und Freundlichkeit. Wie sie Höflichkeit, Hochachtung und Freundlichkeit in dieser ihr immer noch fremden Sprache ausdrücken sollte, war ihr noch nicht klar.

      Im respektvollen Abstand plante sie, an der Polizistin und dem Festgenommenen vorbei zu gehen und zügig in die Botschaft zurück zu kehren.
      <TaValsh> *murmelt* vulkanischer sturkopf
      AT2_SubCmdr_T`Mari[LWO] hat sich den Sturkopf hart erarbeitet
    • San Francisco, unweit des Blue Bottle Cafes

      Der Polizist nickte mit ernster Mine.

      Die Polizistin hielt den Dieb unterdessen auf den Boden gedrückt, während sie ihm Handschellen anlegte. "So, Freundchen. Polizeieigentum zu stehlen, war nicht die beste Idee, die du heute hattest. Du hast aber das Recht zu schweigen. Alles was du sagst, kann ...." begann sie, ihm seine Rechte aufzulisten.

      Unterdessen ging der Polizist an den beiden vorbei und hob den Gegenstand auf, den der Dieb entwendet hatte. Es war ein Kommunikationsgerät, welches in jedem Patrouillenshuttle eingebaut war und mit dem man alle Frequenzen von Polizei, Feuerwehr, Rettungskräften und auch den Sicherheitskräften vor den Eingängen der Botschaften in der Stadt abhören konnte. Er hob es auf und schaute sich an, ob alles in Ordnung war, dann ging er zu seiner Kollegin und dem Festgenommenen, sodass er mit dem Rücken zu T'Mari stand.

      "Ist die Frau in Ordnung?" fragte seine Kollegin.

      "Ja. Ist ein Spitzohr. Das hätte uns gerade noch gefehlt." antwortete der Polizist genervt.

      Seine Kollegin verzog das Gesicht. Auch sie war nicht begeistert.

      "Was ist mit dem da?" fragte der Polizist.

      "Redet nicht." antwortete seine Kollegin, während sie den Dieb nach oben zog. "Wahrscheinlich nur ein Trittbrettfahrer. Es wurden schon ein paar Kommunikationsgeräte diesen Monat gestohlen. Die haben sich aber alle cleverer angestellt als der Bursche hier."

      Dann führten die beiden Polizisten ihn ab. Die Polizistin schaute mit einem kritischen Blick in T'Maris Richtung, um mit eigenen Augen zu sehen, ob es sich um eine Außerirdische handelt. Dann schaute sie wieder in die Richtung des Patrouillenshuttles, aus der sie ursprünglich gekommen waren.
    • 23. Juni 2153, abends

      Die Abendsonne flutete das Büro des Admirals. Die Sonnenstrahlen wurden von dem schwarz-goldenen Samurai-Helm reflektiert, der auf einem antiken Mahagoni-Sideboard stand. Eigentlich fand er ihn nicht besonders schön und wollte es auch vermeiden, seinem Büro einen zu klischeehaften japanischen Einschlag zu geben. Aber der Helm war das Geschenk eines engen Freundes, sodass er sich verpflichtet fühlte, ihn in seinem Büro zu präsentieren. Zudem half der Helm Yamamoto dabei, einzuschätzen, inwiefern seine Besucher ihn nur auf seine Herkunft reduzierten.

      Das Büro hatte die beste Lage im Gebäude des Sternenflottenhauptquartiers. Das war einer der Vorzüge des Jobs. In der Hierarchie über Yamamoto stand nur noch der Oberkommandierende der Sternenflotte und, so behaupteten böse Zungen jedenfalls, das Vulkanische Oberkommando.

      Unzählige Abende hat er hier schon den Sonnenuntergang beobachtet, meist nur aus den Augenwinkeln, wenn er wieder einmal zu tief in der Arbeit steckte. Meist waren es Projekte, die eh zum Scheitern verurteilt waren. Die Arbeit mit den Vulkaniern - und gelegentlich gegen die Vulkanier - war müßig, nicht zuletzt weil die Menschheit immer noch von Ressourcenlieferungen der Vulkanier abhängig war.

      Angesichts der Xindi-Krise mussten diese knappen Ressourcen auch intelligent eingesetzt werden. Die Aufhebung des Beschlusses des Kommandorates zur Aufstockung des NX-Programms traf ihn schwer, hatte er sich doch persönlich dafür stark gemacht. Doch die Entscheidung war richtig. Die Erde brauchte jetzt vor allem viele mobile Einheiten zur Verteidigung, auch wenn sie nicht besonders schnell waren.

      Allerdings hatte dieser Rückzieher auch etwas Gutes. Er hatte nun die Gelegenheit, einem weiteren fähigen Sternenflottenoffizier das Kommando über ein Raumschiff zu übertragen.

      Es klopfte an der Tür. Kurz darauf stand Yamamotos Adjutant mit einer Frau im Raum. "Ihr 20 Uhr Termin, Sir." sagte der Adjutant knapp und verließ dann den Raum.

      "高橋くん¹, kommen Sie rein. Sie können sich sicherlich denken, um was es geht."

      Die Frau trat näher und hatte ein Lächeln auf den Lippen. Ja, sie konnte sich denken, um was es geht.

      "Ich mache es kurz. Nicht nur, weil die momentane Lage es nicht zulässt, eine pompöse Feier zu veranstalten, sondern auch, weil ich weiß, dass Sie so etwas sowieso nicht leiden können, 高橋くん¹." sagte der Admiral, und fügte an: "Es hat etwas Überzeugungsarbeit bei Admiral Gardner gebraucht, aber ich konnte ihn davon abhalten, diesen Akt in einem offiziellen Rahmen durchzuführen."
      Nach einer weiteren kurzen Pause verkündete er: "Ayumi Takahashi, ich befördere Sie hiermit in den Rang eines Captains und übertrage Ihnen das Kommando über die Pioneer NV-10. Das ist unverzüglich wirksam. Die offizielle Bestätigung erfolgt morgen."

      "Danke, Admiral. Ich weiß Ihr Vertrauen zu schätzen." erwiderte Ayumi.

      "Ihre erste Einsatzorder erhalten Sie in den nächsten Tagen. Ihre Crew ist ohnehin noch nicht vollständig." kommentierte der Admiral knapp.

      "Wurde der Pioneer bereits ein Chefingenieur zugeteilt? Wie ich vorhin erfahren habe, gibt es wohl ein Problem mit dem Warpantrieb." fragte Ayumi.

      "Nicht, dass ich wüsste. Bei der Personalauswahl haben Sie freie Hand, mehr oder weniger." antwortete Admiral Yamamoto.

      Ayumi war etwas verdutzt über den Zusatz 'mehr oder weniger', aber nahm an, dass er damit auf die allgemeinen Auswahlkriterien der Sternenflotte abspielte, und antworte nur knapp "Dann werde ich das am besten gleich in Angriff nehmen."

      Admiral Yamamoto nickte. Er wollte sie nicht von der Arbeit abhalten. Und - mit Blick auf seinen vollen Schreibtisch - sich selbst auch nicht.

      Die frisch gebackene Raumschiffkommandantin war schon unterwegs zur Tür

      "高橋大佐"² rief Yamamoto, mit Betonung auf dem Rang. Ayumi drehte sich um. Den eigenen Namen mit dem Zusatz Captain zu hören, fühlte sich seltsam an.

      "頑張ってください"³ sagte Admiral Yamamoto in einem väterlichen Tonfall.

      "はい、頑張ります"⁴ antwortete Captain Takahashi und verließ anschließend das Büro des Admirals.




      ¹ Takahashi-kun, sinngemäß "Frau Takahashi". -kun ist die Anrede für Untergebene.
      ² Captain Takahashi
      ³ Wird oft mit "Viel Glück" ins Deutsche übersetzt, hat aber eher die Bedeutung von "Geben Sie Ihr Bestes".
      ⁴ "Ja, ich werde mein Bestes geben".
    • San Francisco, unweit des Blue Bottle Cafes

      T'Mari hörte die Worte der beiden Polizisten. Sie wußte zwar, daß es Menschen gab, die die Vulkanier ablehnten und sie mit Mißtrauen ansahen, aber sie hatte es bisher nicht so direkt erlebt. Ihr war nach außen hin nichts anzumerken und sie nickte den beiden nur knapp zu, bevor sie die Straße in Richtung der Botschaft folgte.

      Sie ging schneller als gewöhnlich, da sie den Eindruck hatte, daß die Gemüter der Menschen aufgebracht und zu unlogischem und aggresiven Verhalten führen würde. Es war besser, einer direkten Konfrontation aus dem Weg zu gehen, auch wenn sie die Grundlagen der Selbstverteidigung beherrschte. Es war besser, den Menschen nicht zu viel Informationen darüber, wie stark ein Vulkanier im Vergleich zu einem war und wie gut das Gehör war, zu geben.

      Botschaft von Vulkan

      Sie betrat das Gelände durch den Seiteneingang, der nicht so einsehbar war wie der Haupteingang. T'Mari schlüpfte durch die Türe und ging rasch den Gang entlang zur Treppe, um schnell in ihr Zimmer zu gelangen. Sie wollte möglichst keine Fragen dazu beantworten, wo sie gewesen war und was passiert ist.

      Sie nahm zwei Stufen und erreichte kurz danach ihren Raum und schloss leise die Türe. An die Tür lehnend, öffnete T'Mari den Mantel und streifte ihn ab als sie weiter in das Zimmer trat. Ihre Tasche legte sie auf den Stuhl und trat an das Fenster, während sie mit der anderen Hand ihren Mantel über die Stuhllehne legte.
      <TaValsh> *murmelt* vulkanischer sturkopf
      AT2_SubCmdr_T`Mari[LWO] hat sich den Sturkopf hart erarbeitet
    • San Francisco
      mehrere Monate später -- 14. Februar 2154
      kurz nach der Mission "V-Day" (30.01.2019)

      Die Nachricht über die Zerstörung der Xindi-Waffe, der Rückkehr der Enterprise NX-01 und damit verbunden dem Ende des Xindi-Konflikts verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

      Menschen - und auch ein paar Außerirdische, die in der Stadt lebten - strömten auf die Straßen und die großen Plätze. Sie feierten ausgelassen, lagen sich in den Armen und leerten die ein oder andere Flasche Alkohol. Bei Einbruch der Dämmerung wurden spontan Feuerwerke gezündet. Am Union Square, in Chinatown, und natürlich auch an der Golden Gate Bridge.

      Es war, als würde von einem Moment zum nächsten der schwarze Schleier der Sorge über die Zukunft vom kollektiven Bewusstsein entfernt. Ab jetzt war wieder alles möglich.
    • 4. Juni 2155

      San Francisco | Erde | Sol-System
      Strandpromenade unterhalb des Sternenflotten-HQ

      Es war ein denkwürdiger Abend für Alec. Erst vor wenigen Stunden hatte er die offizielle Bestätigung erhalten. Er hatte seine Abschlussarbeit bestanden und die Akademie der Sternenflotte der Vereinigten Erde erfolgreich abgeschlossen. Mit Stolz geschwellter Brust hatte er das recht schnörkellose, wenngleich aber nicht weniger wichtige Schreiben des Sternenflottenkommandos auf seinem Padd gelesen. Alec war erleichtert. Er hatte auf die Uhr geblickt und entschieden, dass es bereits zu spät war, um seinen Eltern Bescheid zu geben. Auf Luna würde es bereits mitten in der Nacht sein. Er würde ihnen morgen die freudigen Neuigkeiten mitteilen.

      Stattdessen hatte er sich für den späteren Verlauf des Abends mit einigen Mitkadetten im EdgeQ, einer Bar in der Innenstadt verabredet. Vorher wollte er aber noch ein wenig den Kopf freibekommen. Frei vom Druck und Stress der letzten Monate. Die Abschlussarbeit, die letzten Kurse, der ganzen Bürokratie des akademischen Betriebes. So hatte er sich seine Laufschuhe angezogen, zog seinen Starfleet Academy Hoodie an und lief los. Seit frühester Kindheit gehörte Sport wie selbstverständlich zu seinem Alltag dazu. Er war auf Luna geboren, ein Lunar Schooner, wie ihn die Erdlinge gerne aufzogen. Trotz künstlicher Schwerkraft konnte in der New Berlin-Kolonie nie ganz die Schwerkraft der Erde erzeugt werden. Der Mensch war jedoch von Natur aus auf diese Schwerkraft getrimmt. So war viel Kraft- und Ausdauersport von Nöten, um dem umvermeindlichen Muskelschwund entgegenzuwirken.

      So lief er bereits seit einer Dreiviertelstunde an der Nordküste von San Francisco entlang. Gerade war er unterhalb des Sternenflottencampus. Er sah die Gebäude der Akademie, aber auch den gedrungen, fast bunkerähnlichen Bau des Sternenflottenkommandos. Der Schweiß lief ihm den Rücken runter, während er einer Gruppe von Spaziergängern überholte. Wahrscheinlich genossen auch sie den milden Sommerabend. Der Mond schien hell in dieser Nacht. Er blickte hinauf auf seine Heimat. Er dachte an die vergangenen Jahre. Sein Blick schweifte weiter gen Sternenhimmel. In einigen Wochen würde er auf einem Sternenflottenschiff, der Pioneer, seinen Dienst antreten. Dann würde vieles anders werden.

      To seek out new life and new civilizations
    • Neu

      4. August 2155

      San Francisco | Erde | Sol-System
      Sternenflottenakademie - Crew Training Center

      Alec starte gebannt auf die Bildschirme und Anzeigen vor ihm. Die Darstellung des Deuterium- und Antideuteriumflusses im Warpreaktor erforderte seine volle Konzentration. Mit der rechten Hand regulierte er den Antideuteriumfluss, mit seiner linken den des Deuteriums. Seine Aufgabe war es, den Intermix am Optimum zu halten. Um die empfindliche Materiereaktion zur Gewinnung des Warpplasmas zu steuern, bedarf es strenger und engmaschiger Kontrolle. Heute war es nur eine Simulation im Crew Training Center der Sternenflottenakademie, aber auf einem Raumschiff der Sternenflotte konnten bereits kleinste Fehler in der Handhabung katastrophale Folgen haben. Den optimalen Reaktionspunkt zu finden war gar nicht so leicht.

      Die Reaktionsmatrix konnte leicht kollabieren. Auf der anderen Seite, musste eine Mindestreaktionsrate gefunden werden, um das Plasma heiß genug werden zu lassen. Die Dilithiumsteuerkristalle durften also nicht so tief, aber auch nicht zu weit außerhalb des Reaktorkerns liegen. Vor sich sah Alec eine schematische Darstellung der Reaktion. Der fiktive Simulationsreaktor erzeugte genug Energie, um Warpfaktor 1,8 zu erreichen. Nun kam der simulierte Befehl, auf Warp 2,45 zu gehen. Alec schob die Materieregler behutsam nach oben. Der Materiefluss erhöhte sich, die Reaktionsrate stieg an und der Energieoutput verstärkte sich.

      Bald schon würde er vor einem echten Warpreaktor stehen und neben dem Materieintermix noch viele weitere Systeme kontrollieren. Das hier waren nur letzte Simulationen vor der endgültigen Versetzung auf die Pioneer. Er dachte an seine weiteren Trainingseinheiten. Am Nachmittag würde noch ein Dauerlauf anstehen, nächste Woche ein Taktiktraining. Er fühlte sich bereit. Mehr als bereit.

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