Bordleben 01 - ECS Vostok

    • Bordleben

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    • Frachter ECS Vostok
      März 2153, Orbitalstation Draylax

      kurz nach der Mission "Whatever It Takes" (29.08.2018)


      Es kehrte langsam wieder in und um die ECS Vostok Ruhe ein. Die Eintrittsluke des Schiffes sah dank der Schläger, die der Waffenhändler Hajej losgeschickt hatte, reichlich mitgenommen aus und bedurfte einiger Reparaturen, während der Captain auf der Krankenstation wieder zu sich gekommen war und sich auf den aktuellen Stand hat bringen lassen. Für Aaron kam es gelegen, dass James anordnete, die Tür reparieren zu lassen und ansonsten etwas Freizeit, Landgang oder ähnliches anwies. Die ECS Vostok würde nun zeitnah zur Erde starten und man wusste nicht, was einen erwarten würde.
      Aaron legte sich auf eine Pritsche und ruhte sich aus, während James durch die Gänge des Schiffs wanderte. Der Duft von Ellens Zimtschnecken lag wieder in der Luft und von der Einstiegsluke ertönte das Zischen eines Schweißgerätes und der Ruf nach jemanden, der hier mit anpacken könnte. Vor dem Schiff das übliche geschäftige Treiben und Getuschel - 'Das mit der Erde, ich hab gehört, das waren Oktopoden oder sowas.' - 'Ich hab gehört es waren körperlose Aliens...' - 'Schwachsinn. Das waren Klingonen. Mit denen hat man sich ja eh schon angelegt. Was bekommen Sie 34 Krack? Alles klar.'
    • Ellen Falk
      ECS Vostok | Küche


      Ellen nahm gerade das Backblech aus dem Ofen und ließ nun die Zimtschnecken abkühlen. Daneben lagen, schön in einem Korb verpackt, die Brioche. Außerdem stand ein Marmorkuchen nach Großmutters Art daneben. Sie würde diese Leckereien schnell verstecken müssen, wenn sie etwas besonderes bleiben sollten.

      Auf dem Herd stand ein Topf mit Brokkoli-Suppe, schön dick und mit Stücken drin. In der Pfanne angeröstete Kürbiskerne stand in einer Schale daneben. Sie lehnte sich an die Kante und sah zu dem Tisch.
      Ihre Erinnerung an die Verteidigung des Schiffes war noch frisch. Mit einer Pfanne und einem improvisierten Molotow-Coktail hatte sie sich bereit gemacht gehabt, ihren Gang und ihre Küche zu verteidigen, falls jemand gewagt hätte, das Schiff zu betreten. Langsam war sie den Gang vorwärts gegangen. Angst hatte sie verspürt, aber auch den Willen, ihre Crew und das Schiff zu verteidigen, komme was wolle. Währenddessen war Oanez mit dem verletzten Aaron auf dem Weg in die Krankenstation gewesen.

      Als der Angriff vorbei gewesen war und wieder Ruhe eingekehrt gewesen war, hatte sie sich in ihre Koje verkrochen. In der Dunkelheit hatte sie den Stress unter Tränen losgelassen, war alles nochmal in Gedanken durchgegangen und ihre Ängste zugelassen. Die Angst vor Verletzung, vor dem Tod, aber auch vor Verschleppung oder was sonst diese Außerirdischen mit einem Menschen so alles anstellen konnten. Es dauerte einige Zeit, bevor sie in einen leichten Schlaf gefallen war.

      Jetzt spürte sie die Müdigkeit, aber sie fühlte sich auch wieder etwas sicherer. Die gewohnten und vertrauten Stimmen erzeugten das Gefühl der Geborgenheit und sie fühlte sich nicht mehr so verwundbar. Es würde noch etwas dauern, bevor sie alles verarbeitet hatte, aber sie war zuversichtlich. Aus ihrem privaten Vorrat hatte sie sich eine große Portion Schokolade gegönnt und auch jetzt griff sie zu ihrem heißen Kakao. Auch wenn die Inhaltsstoffe laut der Wissenschaft zu gering waren, um tatsächlich stimmungsaufhellend zu, glaubte sie fest an die Wirkung. Sie verband damit die Fürsorge ihrer Großmutter daheim, in Schweden, in dem Holzhaus, mitten im tiefen Schnee. Allein diese positive Erinnerung tröstete sie ungemein.

      Nach einem Schluck aus ihrer Tasse, machte sie sich wieder an die Arbeit und beförderte das getrocknete Frühstücksgeschirr an seinen Platz.
    • Oanez Kerfadec
      ECS Vostok | Doc's 'Kabuff' - Lagerraum

      Aaron hatte sie in Doc' Kabuff abgliefert und ihn nochmals untersucht. Es bestand nur ein Verdacht auf leichter Gehirn. Als verordnete sie ihm Ruhe, danach keine schnellen, ruckartigen Bewegungen und das Zauberwort war: 'schonen'. Ihre Hoffnung war, dass Aarom ihr vertraue und entsprechend handeln würde.

      Der zweite Fall war Mon. le Capitaine. Da war die lage schon wesentlich schwieriger. Was sie tun konnte tat sie, aber ans Bett fesseln knnte sie ihn nicht, auch wenn sie es gerne getan hätte. So konnte Le Capitaine dann das Kabuff verlassen.

      Einen Moment noch nahm sie sich um selbst zur Ruhe zu kommen. Zu schnell verstrich die Zeit, als gab es nur eins: aufstehen und ran an die Arbeit. Die indianerin ging durch die Gänge und das machte es ihr noch schwerer zum Lagerraum zu gelangen, waren diese doch alle mit dem Duft frischer Zimtschnecken geschwängert. Das war schon ein harter Kampf, doch schussendlich siegte die Vernunft über das Wollen. Im Geiste hatte sie sich versprochen, dass sie sich nach der Arbeit etwas holen würde und sie war sich sicher Ellen würde bestimmt eine zurücklegen und gegen wen auch immer wie eine Löwenmutti verteidigen.

      Das Aufräumenund verräumen hier ging nur langsam voran. Die Bedienung der Geräte war für sie noch ungewohnt. Trotz allem kriegte sie es hin, der Raum war leer und blitzblank gefegt.
      Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Strang dieses Netzes.

      Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an
    • Frachter ECS Vostok
      Mai 2153, Erd-Orbit

      kurz nach der Mission "Reptiles and Predators" (12.09.2018)

      Die Vostok hat die Erde erreicht und musste dafür einen Preis zahlen. Besatzungsmitglied Keneth Castillon starb bei der Verteidung des Schiffs, als Reptilien den Frachter geentert haben. In der Hoffnung, dass es sich bei den Reptilien um einen Xindi handelte, wurde die Leiche eines Reptils den Behörden übergeben... doch es stellte sich heraus, dass es eine andere unbekannte Reptilienspezies war.

      Nun, da die Vostok im Erd-Orbit angekommen ist, werden wohl einige Besatzungsmitglieder und Passagiere Abschied nehmen...

    • Oanez Kerfadec
      ECS Vostok | Doc's 'Kabuff'



      Oanez hatte den kleinen Computer vor sich stehen und las zum x-ten Mal ihren Obduktionsbericht. Der Bericht war von ihr an 'mon Capitaine' gegeben worden. Er würde den Bericht mit einem Bericht über die Reise an die offiziellen Stellen weitergeben, 'War das auf ihrem Seziertisch wirklich ein Xindi? Die Vermutung lag nahe, auf der anderen Seite, sie wussten so wenig über andere Lebensformen. Ehrlicherweise musste man zugeben, dass sie nicht einmal richtig etwas über die Vulkanier wussten.

      Die junge Frau warf noch einen Blick über die Kurzzusammenfassung.


      Rasse: unbekannt (eventl. Xindi?)

      Art: Bidped, reptilioid
      Größe: 2,01m
      Geschlecht: wahrscheinlich maskulin
      Augen: zwei
      Iris: golden
      Augenart: Facettenaugen
      Augenlid vorhanden: ja, eines je Auge
      Ohren: nein, nur Ohröffnungen links und rechts im Schädel
      Muskelration in Relation zum Menschen 2:1 oder mehr
      Extremitäten: vier; zwei Arme, zwei Beine
      Gewicht: ...
      Haut: Schuppen

      Auffälligkeiten: Hände und Füße sind klauenbewehrt; langsame, behäbige Bewegungen; im Kampf schnell und agil

      Der eigentliche Bericht enthielt alle Daten zu den inneren Organen so zu ordnenbar inkl. der Gewichtsangaben. Natürlich hatte sie alles auch mit Aufnahmen dokumentiert.

      Namid klappte den Computer zu, erhob sich langsam. Das war eine mehr als eine ungewöhnliche Reise gewesen. Sie hatten mehr als einmal Prügel einstecken müssen und sie hatten Kenneth verloren. Ein unsinniger Tod. Konnte ein Tod sinnvoll sein? Als Medizinerin war die Antwort klar, nicht einfach, ja. Doch Kenneth hatte den Tod gefunden bei der Verteidigung des Schiffes, beim Versuch einen der Angreifer zu bergen. Erfolglos. Schlimmer noch sie selbst hatten einen Teil der Cargo Segmente absprengen müssen, um das Schiff der Angreifer zu zerstören und sich der Entermannschaft zu entledigen. Verdammt, warum hatte Kenneth das getan? Ihr tat es leid, nein, sie schämte sich, dass sie sich nicht getraut hatte einzugreifen. Ein Arztkoffer war keine Waffe und die Alien schienen auch keine Regeln zu kennen einen Sanitäter arbeiten zu lassen. Doch auch das änderte nichts an ihren Schuldgefühlen.

      Den Blick gesenkt, verließ sie ihre Station. Als sie an einem der Bullaugen vorbei kam blieb sie stehen, blickte hinaus in die Schwärze des Alls. Es gab so viel zu entdecken... doch die Risiken erschienen ihr sehr hoch. Würde sie wiederkommen? Oanez war unentschlossen, das einzige was klar war für den Moment, war, dass sie nach Hause wollte, in den Schoss der Familie und mit grand-mére reden wollte.
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      Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an

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    • Aaron Grímsson
      ECS Vostok | Gang

      "Hey Oanez."
      Aaron stand an die Wand im Gang gelehnt und sah langsam zu Oanez auf.
      "War ein ziemlich heftiger Ritt, was?"
      Auch ihm waren die Beine noch ziemlich weich und einen Gedanken an Kenneth brachte die Bilder wieder hoch.
      "Würde es dir nicht mal verübeln, wenn du jetzt sagst, dass das Ganze hier doch nix für dich ist. Hey, ich muss sogar schlucken. Sowas habe ich bis jetzt noch nicht erlebt. Piraten vielleicht, aber das ist was anderes. Das ist eher ein gesunder Wettstreit unter Freibeutern und Freigeistern."
      Er stieß sich von der Wand ab und sreckte die Hände in die Overallhosen, der er mit den Ärmeln um seine Hüften festgeknotet nur halb trägt.
      "Was hast du vor?
    • Oanez Kerfadec
      ECS Vostok |Gang


      "'allo Aaron" Ihr freundliches Gesicht mit dem hübschen Lächeln wandte sich im zu. "Oui, das war eine Parforceritt... diese Fremdwesen 'aben mir Angst gemacht. Mon Dieu." Wieder holte sie tief Luft. "Die Tod von Kenneth..." Oanez schüttelte den Kopf. "Isch weiß nischt ob isch zurück komme, obwohl ihr für misch seit wie eine famille. Corsaire, pirates... Du 'örst Disch an wie meine große Bruder. Garçons..." Die Quebecois hielt inne. "Isch bin dankbar für alle Ding' , die isch gelernt 'ab 'ier an Bord, besonders von Dir. Für die Moment, isch werde zu meine Famille fa'ren nach Montreal." Sie tippe an ihren Kopf. "Isch muss wieder eine freie tête bekommen nach dem was ist alles passiert sein. Bitte nischt böse sein. Was will Du machen, Aaron?
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      Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an
    • Aaron Grímsson
      ECS Vostok |Gang



      "Keine Ahnung. Erstmal auch meine Familie besuchen. Nach dem Rechten sehen."
      Aaron sah den langen Gang des Schiffes entlang und ging mit seinen Augen Stück für Stück die einzelnen Compartments ab.
      "Vermutlich lege ich mit der Vostok wieder ab, wenn James VOLLGAS durch die Hülle brüllt. Eine muss ja die Landung jonglieren."
      Er zwinkerte Oanez zu.
      "Aber mach dir keinen Kopf. Du bist taff, du hat mit geholfen und ich bin froh, dich unter meinen Fittichen gehabt zu haben. Dein Ersatz muss, wenn ich dich hier nicht mehr sehen sollte in große Fußstapfen treten. In diesem Fall wünsch ich dir alles erdenklich Gute."
      Aaron tanzte um Oanez herum wie er es immer auch im seine Cargokisten.
      "Naja, vielleicht bis später, O. Wenn du mich suchst, ab übermorgen bin ich wieder in Segment 3 zu finden."
    • Oanez Kerfadec
      ECS Vostok |Gang



      "Ja, die Famille ist wichtig, das ist o'ne Frag'. Isch wünsch Dir, dass du Disch gut er'olst, e'e Du wieder an Bord ge'st, Aaron. Mon Capitaine ist eine gute Capitaine, isch 'abe Euch alle gemocht und i'r wart fr misch wie eine famille." Leicht schüttelte sie den Kopf, ihre Wangen waren gerötet ob des großen Lobes. So viel hatte sie doch gar nciht getan. "Meine Füß' sind nischt so gross und wenn kommt eine Nachfolger, isch bin sischer, dass ihr ne'mt auf genau so freundlisch wie misch."

      Ein kurzes Durchatmen, Verabschiedungen waren nicht ihr Ding.

      "Vielleischt bis später und oui isch werde misch daran erinnern, das Du in die Segment 3 bist. "Tout le meilleur et bon chance." Oanez gab ihm, so wie man es innerhalb der Familie und bei guten Freunden tat drei faire de bise. "Au revoir."

      Sie blickte nicht über die Schulter zurück, ging ohne sich noch einmal umzublicken die Gangway hinuter und verließ die Station. Es war für sie wie 'so ein bisschen sterben'. Irgendwie hatte sie Angst, dass sie nicht zurückkehren würde.
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