Vergangene Tage

    • 22. Jhd.

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    • Vergangene Tage

      2146-12-27 - Universitätsklinik Montreal


      Auf dem Gang standen vier Personen im Gespräch vertieft. "Was sie erwarten ist, dass ich eine Vermutung äußere, dies ist in höchstem Maße unlogisch." sagte die sonore Stimme des Arztes. "Dr. Weisskind und ich haben gemeinsam alle Maßnahmen während der OP eingeleitet, damit es nicht zu Spätfolgen kommt. Nehmen sie meine Versicherung dafür." Der Mann hatte seinen rechten Arm um die Schultern seiner Frau gelegt. "Das ist sischer?" "Mein Volk lügt nicht." Fast hätte der Mann angesetzt eine Nachfrage zu stellen, doch die sanfte Berührung seiner Hand durch seine Frau hielt ihn davon ab. Ihre Stimme klang wie ein frischer Wind. "Bon,vielen Dank Docteur. Dürfen wir zu unsere Tochter?" "Es wäre sicherlich besser, sie ruhen zu lassen, aber es scheint ein terranischer Brauch zu sein. Gut, gehen sie hinein, aber sind sie bitte leise und lassen die Patientin schlafen." "Bien sur." Sagte die Frau, nickte dem Arzt mit den spitzen Ohren zu.

      Das Licht im Raum war gedimmt, das Aufleuchten von grünen und roten Diagnoseleuchten brachte ab und an ein wenig mehr Licht. Das fahle Licht ließ die Gestalt im Bett noch bleicher, zerbrechlicher erscheinen. Man hörte den rasselnden Atem, der durch eine Atemmaske unterstützt wurde. Die Frau lief aufdas Bett zu. "Namid!!!" Der Mann machte nun seinerseits einen schnellen Schritt auf die Frau und damit auch auf das Bett zu, hielt sie zurück. Zu spät, die Gestalt im Bett schlug langsam die Augen auf. Alles um sie bewegte sich, ließ Übelkeit in ihr aufsteigen. Es brauchte Zeit, bis die Augen fokussierten, sie die Umgebung wahrnehmen konnte. Es klang hohl, als sie sich mit nicht mehr ein Flüstern zu Wort meldete. "Wo... wo... bin isch? Was ist passiert?"
      Der Mensch hat das Netz des Lebens nicht gewebt, er ist nur ein Strang dieses Netzes.

      Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an

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    • 2146-12-27 - Nachmittag - Montreal Laurentions


      Der Wind fegte durch die Bäume, 'schnitt' förmlich in die nicht bedeckten Gesichtspartien. Die beiden Gestalten, die sich kaum von der Schneewand abhoben, wirkten wie aus einer anderen, fernen Zeit. Wer trug Heute noch einen Bogen oder Speer?


      Namid*1 stapfte mit ihren Schneeschuhen neben Genesee*2 durch den tiefen Schnee, den Kopf gesenkt. Die beiden sprachen kein Wort. Es war einfach zu kalt, zu anstrengend. Schnee lag auf ihren Kapuzen. Namid blieb stehen, drehte den Kopf zu ihrer Freundin. Eine Wolke ihres Atems bildete sich und verschwand wieder. "Genesee, wir müssen einen Unterschlupf finden, das Schneetreiben ist viel zu stark, wir können kaum noch die Hand vor Augen sehen, das ist viel zu gefährlich wenn wir weitergehen." Sie sagte nicht, dass es auch eine Frage der Kraft war. Genesee nickte, sie war fast ein Jahr älter und einen guten halben Kopf länger als Namid. Das Mädchen brüllte regelrecht gegen den Wind an. "Gut, dann lass uns einen Unterschlupf suchen. Ich freu mich schon auf ein wärmendes Feuer. Gut dass wir trockenes Holz dabei haben." Wenn man sie hätte sehen können, wäre ein strahlendes Lächlen auf ihrem Gesicht sichtbar gewesen. Es klang auch ein wenig Stolz mit, immerhin hatten die beiden keine modernen Dinge mitgenommen um sich das Leben leichter zu machen, sondern hatten alles traditionsbewusst vorbereitet. Die Jugendliche nickte. "Genesee, nicht nur Du. Ein Kräutersud und etwas Gebäck und wir fühlen uns wieder wie Menschen." Unter dem Schal der Nase und Mund bedeckte, nur einen kleinen Spalt für ihre mandelförmigen Augen frei ließ, grinste sie. Das hier war ein echtes Abenteuer und sie genoss es ebenso, wie ihre Freundin. "Also dann. Laß uns da vorne den kleinen Wald ansteuern, unterhalb der Anhöhe. Vielleicht finden wir dort was."


      Die Zwei stapften in Richtung des Waldes unterhalb der Anhöhe, während der Schneefall noch dichter zu werden schien.

      *1Sternentänzerin *2Schönes Tal
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      Was immer er dem Netz antut, tut er sich selbst an
    • 2146-12-27 - Nachmittag - Montreal Laurentions


      Endlich hatten sie den Wald unterhalb der Anhöhe erreicht, der ihnen ein wenig Schutz bot. Trotzdem konnte man kaum noch die Hand vor Augen sehen. "Namid*1 wir brauchen einen Unterschlupf für die Nacht."Ein guter Vorschlag, Genesee*2" Sie lachte. Bei allem Ernst der Situation, ein Lachen ging immer. "Da vorne." Sie deute Genese in welche Richtung sie schauen musste. Sie nickte kurz ihrer Freundin zu, dann stapfte die zwei mit ihren Schneeschuhen in Richtung Unterschlupf.

      Sie traten ein in den Hohlraum. Der Eingang schien von einem Baum oberhalb gehalten zu werden, erinnerte an eine Szene aus einem alten Film aus dem 20. Jahrhundert. Der Raum dahinter war größer als erwartet. "Igendwie unheimlich, Namid." "Ach komm wenn Du jetzt schon so drauf bist, dann gibt es keine Geistergeschichte am abendlichen Lagerfeuer." Genesee ließ die schulter hängen. "Gut, ich sag kein Wort mehr..." In der selben Sekunde verschwand sie aus dem Blickfeld ihrer Freundin. "Genesee!!!"

      Namid tat einen Schritt rückwärts. Schaute entsetzt auf die Stelle, wo ihre Freundin noch vor einem Bruchteil einer Sekunden gestanden hatte. Sie ging in die Knie und starrte in die Leere mit ihrer Taschenlampe. Wohin war Genesee gestürzt? Wo war sie gelandet? "Genesee!!!" rief sie in den Schacht hinein und hoffte auf Antwort. Ihr Herz pochte bis zum Hals.


      *1Sternentänzerin *2Schönes Tal
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    • 2146-12-27 - Nachmittag - Montreal Laurentions


      "Genesee!!!" Wie offte hatte sie den Namen ihrer Freundin schon gerufen? Namid wusste es nicht, was sie wusste war, dass sie keine Antwort erhalten hatte. Ihre linke Hand ballte sich zur Faust. Alles aber aufgeben kam nicht in Frage! Für einen kurzen Moment überlegte sie, ob sie einfach hinterher springen sollte, entschied sich dagegen.

      Die Jugendliche erhob sich, wandte sich ab und ging nach draußen. Irgendwo musste der Schacht hinführen. Vielleich konnte sie herausfinden wo das war. Die Schneeschuhe wieder angelegt, beeilte sie sich durch den Wald zu kommen. Flinken Fußes eilte sie zurück zum Rand des Plateaus, schaute ob sie dort etwas ausmachen konnte. Doch die Sichtverhältnisse ließen es nicht zu. Behände kletterte sie nach unten, trotz der widrigen Witterungsbedingungen, erreichte endlich wieder den Boden.

      Die Schneeschuhe wiederangeschnallt lief sie die Kante entlang, suchte nach einem Höhleneingang. Wenn musste sie hier etwas finden, ansonsten müsste sie wieder nach oben klettern und dann ihrerseits den Sprung ins Ungewisse wagen.
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    • 2146-12-27 - Nachmittag - Montreal Laurentions


      Die kleine Wolke, die durch den Atem entstand, schien sobald sie in der Luft war zu gefrieren. Namid bewegte sich weiter, kämpfte an gegen die Witterung, den Schnee. Schon bald würde der Schnee versiegen, weil es zu kalt wurde. Die Mandelaugen des Teenagers suchten nach etwas das hinter den Bäumen lag, etwas wie eine richtige Höhle.

      Ihre Schneeschuhe wurden schwer an den Füßen, sie hätte schon lange Rast machen müssen, doch sie kämpfte weiter, wollte nicht aufgeben, wollte Genesee finden. Noch ein Schritt. Abrupt blieb sie stehen, setzte sich dann in Bewegung, rückwärts. Hatte sie das gerade richtig gesehen? Ihre Miene hinter der Schal der fast ihr ganze Gesicht bedeckte hellte sich auf. Dort hinter den Bäumen war Fels zu sehen.

      Schnellen Schrittes steuerte sie auf den Ort zu. Als sie diesen erreicht hatte, nahm sie das Gestell von ihrem Rücken, holte eine Fackel hervor, die sie mir Feuerstein und Zunder entzündete. Im Moment wäre es ihr lieber gewesen Taschenlampe und modernes Gerät bei sich zu haben, doch sie hatten ihre Entscheidung zu Beginn ihres Abenteuers getroffen.

      Am Eingang waren keine Spuren zu sehen, was nur natürlich war, denn wenn es welche gegeben hätte, hätte sich der Schnee wie ein Mantel darüber ausgebreitet. Ohne Gepäck, die Fackel in der Linken, betrat Namid die Höhle. Stille schien sie zu umfangen und nur das laute Pochen ihres Herzes durchbrach selbige.
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    • 2146-12-27 - später Nachmittag - Montreal Laurentions

      Namid wagte ob der Stille nicht nach Genesee zu rufen. Das wenige Licht, das die Fackel abgibt, trägt mit zu der düsteren Atmosphäre bei. Der Boden ist uneben, macht es schwieriger sich schnell fortzubewegen. Nach einigen zehn Metern in der Höhle hat sie den Schnee, der hineingeweht war hinter sich gelassen. Der Gang macht eine Biegung nach links. Als sie um die Ecke schaut, kann sie ihr Glück nicht fassen. "Genesee!!!"

      Ihre Freundin lag keine zwanzig Meter vor ihr auf Steinen. Scheinbar war sie auf einer natürlichen Rutsche bis hier hinuntergerutscht. Es gab kein halten, sie stürmte auf ihre Freundin zu, kniete sich neben ihr nieder. Da Genesee sich nicht regte, gab sie ihr mehrere leichte Ohrfeigen damit sie wieder zur Besinnung kam, nachdem sie zuvor Herzschlag und Puls überprüft hatte.

      Sie, Namid, richtete sich plötzlich auf. Ihre Nasenflügel bebten. Langsam drehte sie sich um, blickte über ihre Schulter. "Wooahhh!" Entfuhr es ihr.
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    • 2146-12-27 - später Nachmittag - Montreal Laurentions


      Langsam bewegte sich die große, massige Gestalt auf Namid zu. Die Augen schienen böse zu funkeln. Ein dumpfes, böses Brummen war zu hören. Sie stand da, wie angewurzelt, konnte kaum glauben was sie sah. Ihr Bogen und ihre Ausrüstung langen vor der Höhle. Sie blickte zu ihrer Freundin, wie sollte sie sie schützen?

      Das Brummen wurde lauter, aggressiver. Namid handelte, sprintete zu Genesee, hob ihren Speer auf, rannte auf den Bären zu, brüllte so laut wie es ihre Lungen zu ließen. Der Bär nahm die Herausforderung an, richtete sich auf den Hinterbeinen auf, brüllte seinerseits. Das Gebrüll, das entblößen der Zähnen waren sehr beeindruckend, das Blut schien in Namids Adern zu gefrieren.

      Nur noch wenige Meter und sie stehen sich gegenüber, doch ihr Plan war ein anderer. Blitzschnell änderte sie die Richtung und brach zur Linken aus, sprintete in Richtung Ausgang in Hoffnung, in der Angst, dass der Bär ihr folgen würde, so dass Genesee von dem Tier unbehelligt bliebe. Ein guter Plan... eigentlich, doch der Bär ging vornüber wieder auf alle Viere und lief dem Eindringling nach. Jeder Schritt ließ den Kreislauf schneller sich bewegen, die Trägheit des Winterschlafes abschütteln.
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    • 2146-12-27 - später Nachmittag - Montreal Laurentions


      Der Bär war alles andere als belustigt. Der Eindringling war für ihn eine Bedrohung. So sehr war er drauf fixiert, dass er die Gestald am Boden seiner Höhle für den Moment übersah.

      Sie gönnte sich einen Blick über die Schulter. Genau zur rechten Zeit, der Bär hatte sie beinahe eingeholt. Es gab kein Entkommen, er war zu schnell. Mit dem Mut der Verzweiflung wandte sie sich um, umfasste den Speer von Genesee fester. Der Bär richtete sich auf, brüllte lautstark und ging dann zum Angriff über. Namid wich zurück, versuchte sich etwas Luft zu verschaffen, in dem sieSpeer zustieß. Noch ehe sie sich versah, schlug der Bär mit seiner Pranke, den Speer entzwei.

      Namid schrie erschrocken auf, ließ die Reste des Speeres fallen. Ihre Hand zuckte zu ihrem Dolch. Zu spät zu langsam. Gerade schafte sie es noch ihren Kopf nach hinten zu nehmen, so dass sie nicht die volle Wucht des Schlages traf. Die andere Pranke traf mit voller Wucht den Rippenkorb, ließ Namid wie ein Puppe durch die Luft fliegen. Sie bekam nicht mehr mit, wie der Flug ihres Körpers unsanft durch einen Baum gebremst wurde, sie zu Boden fiel. Der Schlag hatte die Luft aus ihren Lungenflügeln gepresst und sie die Besinnung verlieren lassen.
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    • 2146-12-27 - später Nachmittag - Montreal Laurentions


      Bären sind pragmatisch aber auch territorial. Immer noch aufgerichtet brüllte er seine Freude über seinen Sieg hinaus, ja, auch als Warnung, das niemand es wagen sollte in sein Heim einzudringen. Als er sich wieder auf alle Viere runterließ und sich zu seiner Beute bewegte, wurde er überrascht.

      Der Gleiter, kam geräuschlos heran geglitten, hielt seine Position und schaltete das Fernlicht ein. Der Kegel aus Licht, der sich gebildet hatte, verhieß ihm nichts Gutes. Im gleichen Moment traf ihn ein Pfeil. Er brüllte auf, kam in wanken, verlor das Gleichgewicht und ging zu Boden, driftete augenblicklich ab in einen tiefen Schlaf.

      Zwei Ranger seilten sich vom Gleiter ab. Einer eilte zu dem Mädchen, der andere rannte zum Bären um zu prüfen, dass dieser auch wirklich schlief.

      Wenige Minuten später traf ein Krankengleiter ein, der Namid aufnahm und zum Krankenhaus brachte. Genesee erging es ebenso nur circa eine halbe Stunde später.
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    • 2146-12-27 - Nachmittag - Universitätsklinik Montreal


      "Oh..." Entfuhr es Oanez. "... und die Bär..." Ihre Erinnerungen waren nach und nach zurückgekehrt. Ihr Vater wuschelte ihr mit leichter Hand liebevoll durch die Haare. "Dem Bär geht es gut und da es Dir gut geht werde ich auch nichts dran ändern." Ihre Mutter hielt noch immer ihre Hand und saß direkt an ihrem Bett. Sie schloss die Augen, fühlte sich geborgen im Schoss der Familie. Etwas ging ihr nciht aus dem Kopf. "Mama, Papa wieso waren die Ranger da?"

      Die beiden Eltern schauten sich an, blickten zu Ihrer Tochter, beiden stand ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Keinen Moment zu früh schwang die Tür auf eine alte Frau betrat das Zimmer. "Das war ich..." Sie blickte zu ihrer Enkelin. "...weißt Du, manchmal muß man den Geistern die Möglichkeit geben zu helfen..." Sie räusperte sich. "ich habe in Eure Kleidung ein Signalgeber eingenäht, der Alarm gibt wenn jemand z.B. stürzt." Oanez hätte sich fast aufgerichtet, hätte nicht die Hand ihres Vaters ihre Schulter schwer gemacht. "Gand mére Du sagtest Doch immer Technik..." Die Alte Frau kicherte, winkte ab. "Ach, Kind, man muß nicht immer alles so genau nehmen und überhaupt, wer hört schon auf eine alte Frau, Namid? Wichtig ist doch, dass es gut ausgegangen ist."
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    • 2146-12-27 - später Nachmittag - Universitätsklinik Montreal


      Gerade wollte Oanez protestieren, als die Türe des Krankenzimmers geöffnet wurde und ein weiteres Bett in den Raum geschoben wurden. Die junge Indianerin bekam große Augen und ein wenig feucht wurden sie auch. "Genesee!!!" Sie schluchzte, es war irgendwie als wenn dadurch alle Last von ihren Schultern fiel.


      "Huhu Namid!" Genesee winkte mit dem linken Arm, der rechte Arm und Fuß waren fixiert, sie hatte multiple Frakturen dort erlitten, aber nicht mehr. "Was für ein Abenteuer..." Oanez wollte sich aufrichten, wurde, wie zuvor schon von ihrem Vater daran gehindert. "Du bleibst noch etwas lieben mon petit." Er reichte ihr sein Taschentuch.


      Die Krankenschwester arretierte die Räder des anderen Bettes, als sich durch die Hereinströmenden, die lauthals von Oanezs Familie begrüßt wurden der vulkanische Arzt einen Weg bahnte. "Schwester, das is unlogisch und sicherlich ein Missverständnis. Die Patientin benötigt Ruhe, keinen Aufruhr wie das hier." "Verzeihung Dr.N'Keth, Dr Weissking gab die Anweisung die beiden Zusammenzulegen." "Ist das eine übliche Prozedur bei Terranern?" "Ja, wenn auch nicht immer und bei allen." "Interessant, ich werde diesen Punkt mit ihm besprechen." Bevor er sich umdrehte, um das Zimmer zu verlassen, hielt er kurz inne. "Sorgen Sie doch bitte dafür, dass die Besucher nun gehen, Schwester Gladdys." "Natürlich, Dr. N'Keth."
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    • 2147-01-03 - Nacht - Montreal Laurentions


      Draußen war es eiskalt, stockfinster und nur das Mondlicht, das sich im Schnee brach erhellte die Umgebung in einem diffusen, bläulich schimmernden Licht. Drinnen im Langhaus war es muckelig warm. Die drei traditionellen bunten Mäntel lagen auf einem Gestell. Um die Feuerstelle saßen die drei, Großmutter, Genesee und Namid. Lachen füllte den Raum. "Ja, ja Großmutter ausgerechnet Du hast bei Genesee einen Notfallsender eingenäht, wo Du doch immer gegen diese 'neuen' Dinge bist." Die Alte nickte. "Da hast Du Recht, Namid, aber es zeigt auch, dass die Geister meine Hand geführt haben, dass ich über meinen Schatten sprang." Großmutter griff neben sich, holte das Calumet hervor. Mit der anderen Hand warf sie getrocknetes Süßgras und Salbei ins Feuer. Der Raum sollte dadurch mit positiver und negativer Energie gefüllt werden und gleichzeitig böse Geister vertrieben werden.

      Die Alte vollführte das Ritual und zog die Heilige Pfeife durch den Rauch in alle Sechs Himmelsrichtungen. Von Norden nach Süden und von Osten nach Westen, dann nach oben gen Himmel und zum Schluss nach unten zur Erde. Erst dann nahm sie den Pfeifenbeutel, öffnete ihn, entnahm etwas des Tabaks und stopfte damit das Calumet.

      Aufmerksam verfolgten die beiden Freundinnen, was Namids Großmutter tat. Die Atmosphäre im Haus war dicht, so dicht, das es wirklich mystischer Augenblick war.
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    • 2147-01-03 - Nacht - Montreal Laurentions



      Der Raum war mit dem schweren Rauch geschwängert. Genesee und Namid schauten zu, was die Großmutter 'Kleine Hirschkuh' da tat. Die Alte hatte die in einer Schale Asche von Eschenholz geschüttet und etwas Wasser zugegeben, bis das ein dunkler, zähfließender Brei wurde. Sie schaute zu den beiden. "Ihr seid sicher, dass ihr das wollt?" Die beiden schauten sich an, nickten dann. "Ja, Großmutter, nachdem, was passiert ist wollen wir uns verbinden und die Blutsbruderschaft eingehen." Genesee sprach nun auch. "So sehe ich das auch, Namid hat für mich ihr Leben riskiert." "Das hättest Du doch für mich auch getan." Die Freundin nickte. "Ja, das hätte ich." Die Alte nickte, "Dann soll es so sein." reichte den beiden einen Dolch.

      Ohne zu zögern ergriff Namid den Dolch und ritzte ihre Haut an der Innenseite des linken Armes am Handgelenk an, übergab dann den Dolch Genesee, die es ihr gleich tat. Die beiden legten ihre Unterarme an einander, während die Großmutter die beiden aneinanderfesselte. Sie erhob ihre Stimme, flehte die Geister um Beistand an.

      Nach einiger Zeit löste Namids Großmutter wieder das Band, setzte sich wieder hin. Sie warf einen Blick auf die Schnittwunden, nickte dann. Sie nahm das angespitzte Holz auf, tauchte es in den Brei aus Eschenasche. Akribisch ritzte sie auf der Innenseite des Handgelenkes von Genesee das Zeichen für Freundschaft und die Namenszeichen der beiden ein. Sie wiederholte die Prozedur bei Namid.

      Kleine Hirschkuh lächelte als sie die beiden so sah mit ihren vor Aufregung roten Wangen. "Mögen die Geister stets Eure Taten leiten und Euch in der Not helfen. Steht zusammen und seid für einander da, immer."
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