Swansea - Kurzgeschichten

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    • Quartier von Tanabahi Rinou

      Saya blickte auf das kleine Mädchen herab, welches vor ihr im Bettchen lag. Aleeka, die Tochter der Kommandantin, war endlich eingeschlafen. Saya war eher zufällig im Quartier von Tanabahi, sie hatte sich mit Nela zum Mittagessen verabredet. Die Kleine hatte offenbar schlecht geschlafen die letzte Nacht und so war es ganz sinnvoll für sie, ein wenig davon nachzuholen. Saya nahm den schwarzen Anhänger auf, welcher neben ihr lag, und betrachtete diesen misstrauisch. Einer der Cardassianer hatte ihn dem Mädchen gegeben, nachdem er von seinem Kollegen angeschossen worden war. Sie hatte ihn ihr zunächst wieder abgenommen, damit er, wie alle anderen Dinge, die an Bord gebracht worden waren, überprüft werden konnte. Wenn es einem der Cardassianer gelungen war eine Schusswaffe an Bord zu schmuggeln, wer wusste was sie sonst noch an Bord gebracht hatten. Wo sie das Spielzeug nun hier sah, hatte die Sicherheit ihn wohl überprüft und nichts beanstandet, ebenso wenig Bahi. Sie legte ihn wieder zurück, die Kleine hing wohl daran.
      Cardassianern darf man nicht trauen, stellte sie für sich wieder fest. Was vor Kurzem passiert war bestätigte dies nur wieder. Sie hatte sofort ein unwohles Gefühl gehabt, als sie die Arbeiter an Bord gesehen hatte. Sie hatte in ihrem Leben soweit nur einen einzigen Cardassianer getroffen, dem sie Vertrauen entgegen gebracht hatte. Er war in ihrer Einheit auf der Akademie gewesen und es hatte mehrere Jahre gebraucht, dass die beiden sich ein wenig angefreundet hatten. Das sie sich nun in den cardassianischen Raum begeben hatten bereitete ihr Unbehagen, doch sie schob die Gedanken wieder zur Seite. Unbehagen würde ihr nicht helfen.
      Saya schritt vom Bett und ging ins Wohnzimmer, wo Nela bereits dabei war das Essen zu bereiten. Nachdem sie zwar im Bajor-System gewesen waren, aber keine Zeit gehabt hatten, würden sie nun wenigstens ein traditionelles bajoranisches Essen kochen - natürlich unter ein wenig Mithilfe des Replikators, denn auch Nelas Kochkünste waren denen von Saya nicht wirklich überlegen.
      Beide setzten sich schließlich und begannen zu essen.
      Du bist mir immer noch böse, dass du Deep Space Nine nicht besuchen durftest, stelle Saya nach einem Moment fest.
      Wärst du das nicht?
      Nela aß weiter ohne aufzublicken.
      Doch ... aber ich kann auch nur an deine Vernunft appellieren, warum das nicht ging.
      Saya blickte kurz auf, ehe sie hinzufügte: Die Ereignisse geben mir denke ich recht, warum ich so entschieden habe.
      Auf der Station wäre ich wohl sicherer gewesen als hier, entgegnete Nela ein wenig trotzig, wenngleich sie durchaus Verständnis zeigte.
      Wir holen das auf der Rückreise nach, versprach Saya als kleines Friedensangebot.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Deck 5, Hauptcomputerkern

      Saya hielt immer noch das letzte Datenkabel des Hauptcomputers in der Hand. Der Raum war düster geworden, nachdem kurz dramatisch alle Systeme auf Notversorgung umgeschaltet hatten. Nun saßen sie erstmal hier fest, vermutlich mal wieder für Tage. Denn das Computersystem von einer Infektion zu befreien konnte ein unglaublich aufwendiger Prozess sein. Sie ließ das Kabel fallen, ihr war mulmig zumute und sie ging einige Schritte zurück.
      Sie hatte gerade im Wahrsten Sinne des Wortes eigenhändig den Hauptcomputer abgedreht. Ohne einen Befehl durch die Schiffsführung. Aber was wäre die Alternative gewesen? Zulassen, dass sich ein unbekannter Wurm weiter im System ausbreitet?
      Der Sicherheitsoffizier war nur eine mäßige Hilfe gewesen die Ausbreitung einzudämmen. Saya schwante, dass es der Sicherheitsabteilung gegenüber wohl einige Fragen geben würde, wie sich ein unbekanntes Virus im Schiffscomputer unbemerkt einnisten und diesen dann übernehmen konnte. Aber das hatte hoffentlich Zeit, bis sie sich wieder aus dem Schlamassel herausgezogen hatten.
      Sie wandte sich ab und verließ den Raum, in welchem der Computerkern nun zwar weiter lief, aber vom rest des Schiffes abgeschnitten war. Jemand anderes würde sich darum kümmern müssen die Speicher wieder sauber zu bekommen. Linus Grandes war doch der Computerexperte unter den Offizieren der Technik, sollte er sich darum kümmern... wo war er eigentlich schon wieder?
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Deck 1, Taktikraum

      Nela zog die beiden Kinder mit sich her und aus dem Taktikraum heraus.
      "Los, los", trieb sie Aleeka und Mike etwas an. "Sonst ist er schon wieder weiter!"
      Sie machte einen Schlenker, denn offenbar war ein Sicherheitsteam im Anmarsch, ihnen den Weg abzuschneiden. Das war allerdings das letzte, was sie brauchen konnten: ein Trupp aus Holzköpfen, der ihr dumme Fragen stelle und den kleinen Angst machte.
      "Lieber den anderen Lift, der ist schneller."
      Nela konnte spüren, dass das Schiff in heller Aufruhr war, offensichtlich war gerade irgend etwas wichtiges ausgefallen. Das es kurz dunkel geworden war, war ein sehr, sehr schlechtes Zeichen. Aber ein vielleicht noch schlechteres Omen waren kryptische Symbole auf den Displays im Taktikraum. Und die beiden Kinder hatten wohl etwas damit zu tun.
      Nela betrat mit den beiden den Lift und sah sie aufmunternd an. Sie würden sich ins Tenby begeben. Dort waren sie sicher, zumal es auch die vorgesehene Sicherheitsprozedur für solche Vorfälle war, eine der Sicherheitszonen im Schiff aufzusuchen, wenn sie sich nicht in ihrem Quartier befanden. Die Lifttüre schloss sich gerade noch rechtzeitig, bevor das Security-Team um die Ecke in Sichtweite gelangt war, und brachte die drei zwei Decks nach unten.
      Aleekas und Mikes Gedanken und Emotionen waren wild und flüchtig. Die beiden hatte Angst etwas sehr verbotenes gemacht zu haben. Doch je mehr Nela erfuhr, desto mehr blühte ihr, dass Aleeka absoluten Grund dazu hatte. Es war geradezu perfide gewesen und ihr fiel es immer schwerer die beiden Kinder aufmunternd anzublicken.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Nelas Zimmer im Quartier von Tanabahi Rinou

      Nela blickte an die Decke und dachte darüber nach, was Saya ihr vor einer Stunde erzählt hatte. Das cardassianische "Spiel", dessen Namen sie schon wieder vergessen hatte, hörte sich wohlwollend gesagt befremdlich, am Ende aber wohl eher einfach grausam an. Nicht, dass sie große Erwartungen gehabt hatte. Es war vielmehr eine Bestätigung, dass es so schlimm gekommen war, wie sie sich das bei einem cardassianischen Spiel vorgestellt hatte. Auch das ganze Etablissement drum herum wirkte sonderbar. Hatten Cardassianer wirklich so Spaß? Wenn die Herren ihre Untergebene auf die Stühle setzten und dann auf ihren Erfolg und Misserfolg Wetten abschlossen? Aufgaben, bei denen es um Leben und Tod ging und sonst nichts? Im Nachhinein wunderte es sie fast, dass Saya sich überhaupt darauf eingelassen hatte. Aber so wie sie es erzählte, war dies wohl eine Art diplomatische Mission gewesen.
      Da war sie schon ein klein wenig froher, dass sie nicht hatte mitspielen müssen, sondern an Bord mit Aleeka Chijuras gemalt hatte. Zwar war dies nicht gerade so, wie sie sich den Abend vorgestellt hatte, aber Saya hatte ihr zwei Argumente genannt, die sie nicht hatte loswerden können. Tanabahi brauchte im Moment ein wenig Ruhe um sich zu sammeln. Und Aleeka braucht einen vertrauten betazoidischen Einfluss auf ihre Erziehung, nachdem ihr Vater sich aus dem Staub gemacht hatte. Es mochte unfair erscheinen, aber Tanabahi würde es wohl kaum gelingen können ihre Tochter auf etwas vorzubereiten, nämlich deren mit der Pubertät erwachenden 6. Sinn, wenn sie diesen selbst schlicht nicht besaß.
      Nela seufzte leicht, als sie darüber nachdachte. So war es doch viel angenehmer, erstmal seine Ruhe zu haben vor den Gedanken und Gefühlen der anderen um sich herum, bis man ein wenig älter war. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf die vielen Lebewesen dicht um sie herum auf dem Schiff, welche die junge Halbbetazoidin mit ihrer Aura berührten, selbst, wenn ihnen dies gar nicht bewusst war. Ihr fiel ein Streit auf, welcher sich etwas entfernt, wohl eine Deck weiter unten zutragen musste. An einer anderen Stelle hatte ein Pärchen positivere, aber nicht weniger intensive Gefühle. Und dazwischen gab es ein Meer aus vielen anderen Gefühlen und Regungen, Gedanken, Eindrücken, Launen und Stimmungen.
      Nela atmete tief ein und verbannte den Strudel wieder nach hinten. Eigentlich sollte sie jetzt schlafen, aber darauf hatte sie keine Lust, sie fühlte sich auch noch nicht müde. Und den Ärger, dass Saya sie wieder auf das Schiff verbannt hatte, kam nun wieder hoch und machte sie unruhig. Eine hässliche cardassianische Raumstation war nicht gerade ihr Traumziel. Aber es war immerhin mal wieder etwas anderes. Sie vermisste die Freiheit, die sie gehabt hatte auf Irwin. Sie spürte, wie ihre Augen wässrig wurden und ihr eine Träne herab ins Haar lief. Sie strich sich über den Körper. Nein, melancholisch wollte sie jetzt nicht werden. Das würde zu nichts gutem führen.
      Nach einem Moment richtete die Halbbajoranerin sich auf und stieg dann aus dem Bett in ihre Hausschuhe. Sie schlüpfte in ihren Kimono, stellte kurz sicher, dass Tanabahi schon einigermaßen schlief, und stahl sich dann aus dem Zimmer durch den Wohnbereich hinaus auf den Gang. Sie würde sich noch etwas ablenken gehen.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Kurz vor der Mission "Cardassia für DICH!" der USS Swansea am 25.11.2018

      Regierungsviertel aus Cardassia Prime

      „Cardassia für mich! Cardassia für dich!“, hallte es durch die Straßen.

      Ein Demonstrantenzug gegen Donrak und seine noch amtierende Regierung zog an dem Außenteam der USS Swansea vorbei. Die Diplomatin Hannah von Salis wurde, begleitet durch Commander Seneca, Lieutenant Jinn und Lieutenant Junior Grade Adams, von einem cardassianischen Sicherheitsteam des Regierungspalastes zu eben diesem geführt. Unweit entfernt thronte bereits die gewaltige Kuppel des Herrschaftszentrums der Cardassianischen Union.
      „Warum konnten wir nicht direkt in das Regierungsviertel transportieren? Wäre das nicht sicherer gewesen als so weit abseits mit einem Shuttle zu landen?“, fragte Julien Adams, der nicht der einzige ist, dem auf Cardassia Prime im Moment mulmig war. Man konnte Rauchsäulen in den Himmel aufsteigen sehen, in der Ferne waren Schüsse zu hören und sowohl wilde Mobs als auch koordinierte Demos gingen durch die Straßen. Es wurde immer turbulenter, um so näher die Offiziere ihrem Ziel kamen.
      Hannah von Salis nickte Julien zustimmen zu und hätte vermutlich die selbe Frage in Kürze gestellt. Einer der Cardassianer des Gefolges schmunzelte jedoch nur leicht und deutete auf eine Gruppe Cardassianer, die in einen Laden einbrachen und zu plündern begannen.
      „Ich glaube nicht, dass es der Sicherheit der Regierung dient, wenn Transporte direkt in und um den Regierungspalast durchgeführt werden können. Wir werden Sie schon sicher an ihr Ziel bringen.", antwortete der Cardassianer und kantete einem wild gewordenen Jugendlichen, der auf die Gruppe zu gerannt kam, eine mit der vollen Breitseite seines Gewehres. Der Junge blieb bewusstlos am Boden liegen.
      Die Stimme des Mannes war schon eher gelangweilt und zwei weitere Cardassianer konnten Glucksen nicht unterdrücken, als um den Kopf des jungen Cardassianers sich eine Blutlache bildete.

      „Cardassia für mich! Cardassia für dich!“, hallte es um sie herum.

      Gerade dass man Barrikaden und bewaffnete Sicherungsposten vor dem Regierungspalast hinter sich gelassen hat und mit diesen die Masse an Demonstranten, die frenetisch Sprechchöre für Javi Traime feierten, der sich in diesem Gebäude zu befinden schien, wurde das Außenteam von einem sehr offiziell aussehenden Sicherheitsteams im gewaltigen Foyer des Gebäudes kontrolliert. Nickend wurde der Einlass gewährt, nachdem sämtliche mitgeführten Waffen abgegeben worden waren. Der Weg führte weiter in die Eingeweide des prunkvollen Regierungsgebäudes hinein, eindeutig ein Meisterwerk der früheren, cardassianischen Jahre. Die Bildnisse großer, alter Militärs und Herrscher säumten Gänge an deren Abzweigungen und Biegungen immer wieder Sicherheitspersonal positioniert war. Der Weg führte einige Etagen hinauf, bis das Geleitpersonal sich vor einer prächtigen, großen Doppelschwingtür aufstellte. Zur Linken und zur Rechten folgte ein runder Gang, der ganz eindeutig die verschiedenen Zugänge und Eintrittswege des Detapa-Ratssaales säumte.
      „Sie werden bereits erwartet.“, grunzte der anführende Cardassianer dem Außenteam und deutlich auch Hannah von Salis zu.

      „Cardassia für mich! Cardassia für dich!“, hallte es draußen und drang durch die Fenster herein.

      „Es ist an der Zeit für Sie zu gehen, Premier Donrak. Ganz zu schweigen von diesem kleinen Egel, diesem Parasit, diesem rückgratlosen Wurm!“
      Javi Traime betrat in dem schwarzen Gewand – edel designed aus teuersten Stoffen mit Anleihen aus der cardassianischen Militäruniform – , dass sein Markenzeichen geworden war, den Detapa-Ratssaal und schritt die Treppen hinab in das Zentrum des Plenums wo sich Nadu Donrak und Lemec, sowie mehrere Sicherheitsoffiziere befanden, zu denen sich soeben die Abgesandten der Sternenflotte gesellt hatten.
      „Ein wundervoller Anblick. Volksverräter und die Sternenflotte. Wie habe ich kürzlich gehört? P’Murt stellt die Triple Entente in Frage? Er stellt die Cardassianische Union in Frage? Pah! Jetzt mehr als je zuvor ist hier jemand gefragt, der eindeutig zeigt, wo es lang geht!“
      Lemec konnte sich gerade noch so halten, nachdem er einen eindringlichen Blick von Donrak gefangen hatte und man begrüßte Javi Traime in der nun vollständigen Runde. Kurz sah man sich nochmals um, als privates Sicherheitspersonal von Javi Traime ebenfalls den Saal betrat, vermutlich durch die rigorosen Kontrollen aufgehalten.
      Die Runde hat begonnen und Javi Traime spürte es bereits von seinen Zehen bis in die Fingerspitzen durch ihn hindurchfluten. Es war die letzte Stunde Cardassias, wie es im Moment existierte.
    • Deck 9

      Zuckersüß sah Nela den Crewman von der Sicherheit an. So ein Blick konnte nichts böses im Schilde führen, selbst, wenn sie sich ganz offensichtlich in einem Sperrbereich des Schiffes aufhielt, in dem sie eigentlich nichts zu Suchen hatte. Ja, sie musste sich verlaufen haben. Mal wieder. Denn das Schiff konnte ganz schön unübersichtlich sein, vor allem, wenn man durch die Jefferiesröhren kroch. Ihre Arme hatte Nela hinter ihren Rücken gelegt und dort hielt sie auch das Pad, mit dem sie bis eben noch Aufnahmen von sich gemacht hatte. Sie war so abgelenkt und dann überrascht worden, dass dieses just auch immer noch aufzeichnete.
      "Na was haben wir denn hier?", kommentierte der Crewman seinen Fund und musterte Nela von oben bis unten. Bei der betazoidischen Mode war dies nicht immer ganz so einfach zu entscheiden, da diese auch mal schnell extravagant ausfallen konnte, aber die junge Halbbetazoidin trug offenbar ein knappes Kostüm, welches wohl eine Mechanikerin andeuten sollte. Es war zwar ziemlich ungeeignet für den Job, aber sehr hübsch anzusehen.
      "Mich", antwortete Nela, die den Crewman immer noch unschuldig anblickte.
      "Muss ich dich fragen, was du hier wieder zu suchen hast?"
      Nela lachte breit und schüttelte mit dem Kopf.
      "Nein, musst du nicht."
      Der Sicherheitsoffizier trat näher heran.
      "Du hast dich verlaufen - mal wieder - richtig?"
      Nela schmunzelte ihn an.
      "Das Schiff ist manchmal echt ein Irrgarten", erklärte sie nach einem Moment.
      "Und als Betazoidin würdest du mich ja auch nicht anlügen, dass du dich vielleicht absichtlich verlaufen hast, richtig?", hakte der Crewman nach.
      Nela nickte als Antwort.
      Der Crewman musterte sie nochmals eindringlich.
      "Ich weiß nicht, ob ich dir das so abnehmen will..."
      Nela sah ihn plötzlich überrascht an. Der SO hingegen trat nun vor sie und griff die Halbbetazoidin am rechten Arm. Das Padd kam hinter ihrem Rücken hervor und der SO nahm es ihr umgehend aus der Hand.
      "Hey!", beschwerte Nela sich prompt, doch der SO ignorierte sie und widmete sich dem Inhalt des Padds.
      "Das ist privat!", setzte sie nach einem Moment nach, aber der SO ließ sich nicht beirren.
      "Man könnte es auch Spionage nennen was du hier betreibst", erklärte er eher beiläufig.
      "Ja! Von dir!"
      Der Crewman ignorierte ihren Protest. Er wandte sich ihr nach einer Weile wieder zu, als er genug gesehen hatte.
      "Ich glaub du hast keine Ahnung in was für Ärger du dich vielleicht befindest... aber ich denke, unter Umständen, können wir darüber noch einmal hinweg sehen."
      Nela unterdrückte ein Augenrollen und setzte stattdessen eine besorgte Miene auf.
      "Du sagst es nicht weiter?"
      Der Crewman nickte leicht.
      "Wenn du jetzt brav mitkommst und dich nicht anstellst."
      Nela atmete tiefer ein und nickte dann leicht. Der SO deutete den Gang entlang und die Halbbajoranerin schritt voran. Das hatte sie nun davon, wenn sie so unvorsichtig war und sich erwischen ließ. Raus war sie aus der Sache wohl noch nicht. Aber alles würde wohl immerhin unter ihnen beiden bleiben.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Deck 4, Krankenstation

      Nela stand neben dem Biobett und drückte Sayas Hand. Sie sah besorgt herab auf ihre große Schwester, welche schlafend vor ihr auf dem Biobed lag. Saya hatte ein kleines Gerät auf der Stirn, welches ihre Gehirnfunktionen überwachte und in regelmäßigen Abständen blinkte. Das Blut, welche nach dem Sturz ihre Haare durchtränkt hatte, war von der Krankenschwester schon heraus gewaschen worden. Sie hatte Nela auch nochmals beruhigt, dass Saya sich nicht in einem gefährlichen Zustand befand. Sie war nicht im Koma, ihr Zustand war stabil und ihre Verletzungen waren versorgt. Die Verbrennungen im Gesicht waren nach der Dermalbehandlung kaum noch sichtbar.
      Nela war sichtlich unruhig. Sie mochte die Krankenstation nicht. Sie mochte auch nicht, dass Saya hier war. Lediglich das Wissen, dass Saya nur hier die notwendige Versorgung bekam, hielt sie vom Protest ab. Sie klammerte sich an Sayas Hand fest. Dies sollte in gleicher Weise sie selbst beruhigen, wie es Saya ihre Nähe spüren lies.
      Alles wird gut. Bestimmt. Wir sind auf dem Weg zurück in die Föderation, hat man mir gesagt.
      Das Leben auf einem Raumschiff der Sternenflotte war gefährlich. Daran wurden sie nun wieder einmal erinnert. Sie hatten sich naiv in die Höhle des Löwen begeben und nun hatte der Löwe seine Zähne gezeigt. Aber warum hatte es Saya treffen müssen? Sie wäre wohl die Letzte gewesen diesem ganzen Plan zuzustimmen. Es machte keinen Sinn mit Cardassianern zu verhandeln. Es war völlig irrsinnig, ja. Es war ein Umstand, denn sie auch als friedliebende Spezies zu akzeptieren hatten. Es war nun so gekommen, wie es hatte kommen musste. Nela wusste nicht, was genau vorgefallen war, aber die Ereignisse sprachen ihre eigene Sprache.
      Die junge Halbbajoranerin ließ eine ihrer Hände los und strich Saya über die Stirn, vorsichtig, das blinkende Gerät nicht zu berühren. Sie würde so lange hier bleiben bis Saya wieder gesund war.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Deck vier - Krankenstation​​

      Sein Kopf dröhnte noch immer, doch Calum war sich nicht ganz sicher, von was die Schmerzen in seinem Schädel herrührten. Seine während der Gefechte mit den Jem'Hadar erlittene Platzwunde an seinem Kopf hatte man bereits ausreichend behandelt und auch das Triacardin, welches ihn während der Schlacht auf seinen Beinen gehalten hatte, hatte er bereits wieder abgesetzt. Möglicherweise hatte das Brummen in seiner Birne auch gar keine physische Auslöser, sondern konnten als Nachwehen der Ereignisse während des Versuchs der Enterung und der damit in Zusammenhang stehenden psychologischen Auswirkungen gesehen werden.
      Der Schotte zuckte mit seinen Schultern und versuchte, sich auf die vor ihm liegende Arbeit zu konzentrieren. Die Auseinandersetzung mit den Jem'Hadar hatte nicht nur die Swansea in einen bedauernswerten Zustand zurückgelassen, sondern hatte ebenso dafür gesorgt, dass man seine medizinischen Kenntnisse nun verstärkt nachfragte. So erhob er sich von seinem Schreibtisch im Ärztezimmer und trat hinaus in den Behandlungsbereich, welcher freilich immer noch als das Schlachtfeld gekennzeichnet war, in welchen ihn das Blutvergießen Stunden vorher verwandelt hatte.
      Die Erinnerungen an seine Feuerprobe in der Uniform eines Offiziers der Sternenflotte kehrten ob der Umgebung ungebeten zurück und dieses Mal versuchte Calum erst gar nicht, an etwas anderes zu denken. Solche Scharmützel gehörten wohl von nun an zu seinem Leben und so war es besser, sich von Anfang damit vertraut zu machen. Zumindest hatte sich in dem Chaos die Gelegenheit geboten, verschiedene Mitglieder der Crew näher kennenzulernen und dabei ihre Reaktionen auf unmittelbaren Stress zu beobachten.
      Eines dieser Mitglieder, welches dabei einen besonders bleibenden Eindruck bei ihm hinterlassen hatte, war der Erste Medizinische Offizier. Nach den Eindrücken, welche der Schotte in der knappen Zeit, welche sie sich gemeinsam in der Krankenstation befanden hatte, von ihm gewinnen konnte, kam er nicht umhin, diesen als Hasardeur einzuschätzen. Calum selbst hatte es auf Höhepunkt der Enterung aufgrund einer mit Verwundeten gefüllten Krankenstation und dem taktischen Nachteil, welcher sich seiner Meinung nach ergab, wenn lediglich medizinisches Personal Jem'Hadar bekämpfen sollte, unterlassen, von seinem Phaser Gebrauch zu machen. Als dann jedoch sein Vorgesetzter das Feuer eröffnete, war auch dem Schotten nichts anders übrig geblieben, als den Feind selbst auf kurze Entfernung zu bekämpfen.
      Als ein kaputtes Biobett sich in sein Gesichtsfeld schob, riss sich Calum erneut aus seinen Gedanken und zuckte noch einmal mit seinen Schultern. Womöglich war das der Unterschied zwischen einer holografischen Simulation an der Akademie und der Realität im Dienste der Sternenflotte. Wenn er lange genug überlebte, würde er es wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch herausfinden.
      Calum Pádruig McClymont (LL)
      Bordheiler

      USS Rhea NCC-80107
      Scott me up, Beamie
    • Deep Space 9, Übergangsquartier von Saya und Nela Levi

      Saya lag nun schon eine Weile im Bett und versuchte Schlaf zu bekommen. Aber ihre Gedanken wollten einfach nicht aufhören zu rotieren. Große Veränderung stand an. Für den Alpha-Quadranten, für die Crew der Swansea, für sie und für Nela. Das Mädchen war noch unterwegs auf der Station. Saya hatte es nicht übers Herz gebracht ihr die Ausflüge wieder zu verbieten. Lieber ließ sie es auf eine Auseinandersetzung mit der Stationssicherheit ankommen als sich abermals mit dem Mädchen streiten zu müssen warum sie nie etwas durfte was Spaß machte ud warum Saya ihr nichts zutraute.
      Es war nichtmal ein Jahr her, da war Saya, notgedrungen, auf die Swansea versetzt worden. So wirklich angekommen war sie nicht. Daran änderte auch nichts, dass ihre alte Freundin Tanabahi das Kommando trug. Alles mögliche hatte sie dauern unter Spannung gehalten: die Ereignisse auf Irwin ließen sie immer noch nicht ganz los, auch wenn es schon deutlich besser geworden war. Die Ingenieurscrew der Swansea war chronisch unterbesetzt, weswegen das Sternenflottenkommando sie wohl auch an Bord belassen hatte. Das Schiff machte zudem dauernd Probleme, was nicht zuletzt auch daran lag, dass die Technik ständig überlastet wurde. Von einer Prometheus-Klasse - selbst wenn diese etwas abgespeckt gewesen war - war es ein deutlicher Abstieg zur zwar neueren, aber beileibe nicht so aufgemotzten Tempes-Klasse gewesen. So wirklich waren Saya und die Swansea am Ende nicht warm geworden; das Schiff war ein dauerndes Problemkind.
      Apropos: wenn der Dienst Saya nicht auf trapp gehalten hatte, dann hatte Nela schon dafür gesorgt. Saya konnte absolut nachvollziehen, dass es für einen Teenager spannendere Dinge gab, als auf einem kleinen Schiff voller Erwasener festzusitzen. Dementsprechend hatte sie Nela viele Dinge durchgehen lassen. Im Nachhinein hätte sie wohl bei einigem strenger sein müssen. Nela hatte sich zwar einigermaßen arrangiert mit der Situation, doch die Streits hatten sich in letzter Zeit deutlich gemehrt und ihr Verhalten war bedenklich geworden. Es war irgendwie erschreckend, wie das Mädchen Saya den Spiegel vor's Gesicht hielt. Lange konnte es jedenfalls nicht mehr so weitergehen.
      Nun, wo sie wieder im Alpha-Quadranten waren, waren auch die Schatten wieder da, welche sie seit dem ersten Tag begleiteten. Nela hatte keine zwei Wochen gebraucht den Geheimdienstagenten an Bord der Swansea zu enttarnen. Für Saya hatte mehr als einen Monat gedauert, bevor Nela ihren Verdacht bestätigte. Sie hatte mit ihr geschimpft über den Leichtsinn sich anzumaßen alleine mit einem Agenten fertig werden zu können und dann hatten sie beide entschieden niemand anderem von der Crew einzuweihen. Es war widersprüchlich, wenn sie so darüber nachdachte, aber eigentlich tat sie ja auch nur genau das gleiche wie es Nela vorher schon getan hatte: lieber niemanden damit beunruhigen und davon ausgehen, dass man schon selber damit fertig wurde. Sie war nicht gerade begeistert wie Nela den Agenten unter Kontrolle behielt, aber auch hier musste sie sich wieder den Spiegel vorhalten lassen. Es war schon erstaunlich, wie einfach es denn war andere für etwas zu kritisieren, was man selbst genauso tun würde und bei sich dann überhaupt kein Problem zu sehen.
      Und dann war da dieses Gespräch, welches sie in zwei Tagen führen würde. Ihre Cousine reiste eigens von Betazed an um die Angelegenheit persönlich zu besprechen. Sie wusste nicht viel über sie. Überhaupt musste Saya wieder feststellen, dass sie wenig über ihren weiteren Familienkreis wusste. Warum eigentlich? Sie kannte kaum Onkel, Tanten... sie musste morgen mit ihrer Mutter sprechen. Und dann musste sie sich überlegen, wie es mit Nela weitergehen sollte. Und dann musste sie davor noch erstmal in Erfahrung bringen wie es mit ihr überhaupt weitergehen sollte. Sollte sie sich vielleicht auf irgend einen ruhigen Posten bewerben? Wo Nela wieder ordentlich zur Schule gehen konnte und ein ordentliches soziales Umfeld für eine Teenagerin hatte. Wo es nicht so gefährlich war wie auf einem Raumschiff... aber konnte sie die Kleine wirklich alleine lassen? Wer würde auf sie aufpassen?
      Saya drehte sich auf die andere Seite. Sie durfte das alles nicht mehr aufschieben. Sie spürte, dass in den nächsten Wochen große Entscheidungen anstanden und das Verängstige sie zunehmens. Es stand so viel auf dem Spiel...
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Deep Space 9 - Lazarett -> Turbolift

      Müde verließ Calum den Lagerraum, welchen man nach der Schlacht gegen die Truppen der Jem'Hadar zum behelfsmäßigen Lazarett umfunktioniert hatte und lenkte seine Schritte danach Richtung Turbolift, welcher ihn zum Habitatring und damit zu seinem Quartier bringen sollte. Nach einer weiteren achtstündigen, jedoch freiwilligen Schicht im Dienste der sich noch auf der Station befindlichen Verwundeten, sehnte sich der Mensch nach einem warmen Essen und danach nach etwas Schlaf.
      Als er schließlich den Lift cardassianischer Bauart betrat, streifte sein Blick noch einmal den Eingangsbereich des Lagerraums, in welchem er medizinisches Personal und Patienten gleichermaßen ausmachen konnte. Auch wenn die Anzahl der zu Versorgenden in den letzten Tagen drastisch abgenommen hatte, hatte es Calum dennoch vorgezogen seine offizielle Freizeit hier anstatt bei den Feierlichkeiten auf der Promenade zu zubringen. Nicht nur, dass er sich bei seiner Arbeit sehr viel nützlicher fühlte, so hatte es bei ihm auch einen durchaus bizarren Eindruck hinterlassen, dass auf einer bajoranischen Station ein irdisches Fest gefeiert wurde, welches für sich selbst jedoch nur einen Teil der Bevölkerung der Erde repräsentierte. Dass er das Weihnachtsfest zudem noch aus persönlichen Erfahrungen und Kränkungen, welche aus seiner Kindheit herrührten, ablehnte, rundete die Sache für ihn nur noch ab.
      Seufzend nahm der Mensch seinen Blick wieder von dem Lager. Er hatte alles getan, was in seiner Macht stand und nun war die Zeit gekommen, sich um sich selbst zu kümmern. So befahl er dem Computer schließlich ihn zu seinem Ziel zu bringen. Während sich der Lift gehorsam in Bewegung setzte, ließ er die letzten Tage in seinem Geiste noch einmal Revue passieren. Die Schlacht mit den Jem'Hadar, die Ereignisse danach, das neue Bündnis mit den Klingonen und schließlich die Nachricht, dass die Swansea bei dem letzten Gefecht zu schweren Schaden erlitten hatte, als dass das Schiff noch einmal in den aktiven Dienst würde zurückkehren können. In der Summe bedeutenden all diese Mosaiksteine somit, dass sich größere und kleinere Veränderungen anbahnten und auch wenn Calum es bis zu einem gewissen Grad tatsächlich bedauerte, dass er die Swansea nicht hatte näher kennenlernen können, so hatte er auch gegen einen Szenenwechsel nichts einzuwenden.
      Calum Pádruig McClymont (LL)
      Bordheiler

      USS Rhea NCC-80107
      Scott me up, Beamie
    • Wagen 12, Kashim-Schnellexpress, Sila-Provinz

      Nelas Blick ging aus dem Fenster, wo die Landschaft schnell am Zug vorbei zog. Doch diese nahm sie kaum noch war. Sie war irgendwo zwischen 'in Gedanken verloren' und 'völlig fertig'. Es war jetzt die dritte Sitzung gewesen, die Saya ihr aufgebrummt hatte und nichts war besser geworden. Wenn überhaupt, dann waren es diese Sitzungen, die am schlimmsten waren. Immer wieder hatte Saya ihr schon angekündigt, dass notfalls Julien Adams ihre Therapie erstmal übernehmen musste, aber dagegen hatte sie sich gesträubt. Nicht weil sie ihn für inkompetent hielt, aber er war nun mal kein Telepath und außerdem mochte sie ihn irgendwie ein wenig. Dafür hatte sie nun mit Mrs. Shending zu tun. Nein, Professor Shending.
      Nela stieß die Gedanken beiseite. Sie wollte jetzt erstmal nichts mehr von Professor Shending wissen. Sie Schlüpfte aus ihren Schuhen und zog die Beine an. Gerade wünschte sie sich einfach etwas Geborgenheit. Aber der Zug war ein fremder Ort und es waren viele andere Personen anwesend. Und sie alle hatten ihre eigenen Gedanken und Wünsche mit dabei. Selten versuchte sie es zu benutzen, aber nun war es wohl mal wieder soweit. Nela griff in ihre Tasche und holte nach kurzem Kramen ein kleines Hypospray heraus. Sie kontrollierte, ob dies geladen war und gab sich dann selbst eine Injektion in den Arm. Damit würde sie sich zwar gleich noch mehr wie ein Gemüse fühlen, aber wenigstens ließen sie die anderen Fahrgäste dann erstmal in Ruhe. Ihr Padd würde sie schon wecken, wenn sie einschlafen würde. Und selbst wenn nicht; machte sie halt einen Ausflug. Saya hatte wegen dieser dämlichen Kommission eh keine Zeit mehr...
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
    • Bajor - Lonar-Provinz - Außerhalb der Stadt Jo'kala

      Entspannt lies sich Pádruig die Mittagssonne ins Gesicht scheinen. Hier in der Lonar-Provinz auf Bajor hatte der Frühling das Kommando übernommen und so waren die Tagestemperaturen durchaus für ein solches Verhalten geeignet. Die Geräusche der Umgebung, welche von diversen Tieren und dem Wasserfall, unter welchem sich das Kista-Kloster befand, herrührten, sog er dabei in sich auf. Einen Moment lang dachte der Mensch daran, wie es wäre, für immer in dieser Pose zu verharren, das Leben einfach an sich vorbei rauschen zu lassen und dabei nie wieder diesen wunderschönen Ort verlassen zu müssen. Dieser Gedanke amüsierte ihn und da sich dieses Gefühl ebenso auf seinem Gesicht abzeichnete, brach dieser Moment und kurz darauf öffnete er seine Augen, um ganz und gar wieder in die Realität zurückzukehren.
      Sechs Wochen waren bereits seit den Ereignissen bei DS9 vergangen und Pádruig hatte immer noch keinen blassen Schimmer, welcher sein neuer Posten sein würde. Sicher würde man ihn wieder als Arzt einsetzen, aber welche Einheit es sein würde, das hatte ihm noch keiner mitteilen können. Sicherlich hatte er seine Hoffnungen und Wünsche, was seine neue Stelle anbelangte. Ein Schiff sollte es nach Möglichkeit schon sein, immerhin war dass einer der Gründe gewesen, der Sternenflotte überhaupt beizutreten. Um mutig dorthin zu gehen, wo bislang noch nie ein McClymont gewesen war.
      Grinsend blickte er auf dass vor ihm liegende Padd, welches die Rohfassung eines der Gedichte enthielt, welches er geschrieben hatte, um damit seine erste Zeit im Einsatz für die Sternenflotte zu verarbeiten. Weit war er noch nicht gekommen und so richtig gefiel ihm auch nicht, was er sich bereits hatte erarbeiten können. Möglicherweise sollte er es einfach noch einmal versuchen.
      Calum Pádruig McClymont (LL)
      Bordheiler

      USS Rhea NCC-80107
      Scott me up, Beamie
    • Shuttleflug AYS-23908

      Saya blickte auf das Display am Rücken der Sitzreihe vor ihr. Dort war der grün-blaue Anblick Bajors zu erkennen, der sich noch füllend langsam durch den Bildschirm bewegte. Nela saß neben ihr und hatte ihre Augen geschlossen. Saya legte ihre Hand auf den Unterarm ihrer kleinen Schwester. Sie merkte wie melancholisch Nela immer noch war und das galt auch für sie selbst. Für Saya war Bajor die lange ausstehende Heimkunft in ihre alte Heimat gewesen. Sie hatte hier gelebt, war dort zuletzt zur Schule gegangen, bevor sie zur Sternenflotte gekommen und auf die Akademie im fernen Sol-System gewechselt hatte. Es war damals ein großer Schritt gewesen für sie. Sie war das erste mal alleine im weiten Universum unterwegs, fern von Zuhause, ihrer Mutter, ihren Freunden und bekannten.
      Für Nela war der Besuch auch etwas besonderes gewesen. Die Heimkunft in ein Zuhause, dass sie eigentlich nie gehabt hatte. Doch sehr wohl trug sie die Fetzen und Schatten der Erinnerungen und Erzählungen in sich. Nun hatte sie endlich eigene Erinnerungen an die Orte und an die Personen. Sie hatte Leute kennen gelernt, die eine wichtige Rolle in Sayas Aufwachsen gespielt hatten. Etwa ihren Sensei. Mit ihm hatte sie mehrere Tage verbracht und die deja-vu waren auf beiden Seiten häufig gewesen. Sie beide hatten zwei von Sayas alten Lehrern getroffen, welche sich Stolz gezeigt hatten über den Weg, denn die Halbbajoranerin gegangen ware. Und sie hatten wichtige Orte besucht, Orte die persönlich für Saya wichtig waren; nicht nur sight-seeing auf Bajor.
      Nun würde für sie beide ein neues Kapitel in ihrem Leben anbrechen. Das Shuttle brachte sie beide auf den Luxuskreuzer Aquarian, welcher daraufhin Kurs auf Betazed nehmen würde. Ihre Cousine Cardicina hatte darauf bestanden, dass die beiden in angemessener Form anreisen sollten. Diese Form war das erste Anzeichen der Politik, welcher sie in Zukunft nun ausgesetzt sein würden. Sie beide hatten sich lange beraten, welcher Schritt der Richtige war. Und beide waren überein gekommen, dass sie nach Betazed reisen würden um den Rest ihrer Familie kennen zu lernen und ihren familiären Aufgaben nachzukommen. Mia hatte damals das Richtige getan und sie würden nun auch das Richtige tun.
      Ihre Zukunft würde sich nun in einer Woche auf Betazed entscheiden. Vieles würde sich ändern, aber vieles würde wohl auch überraschend gleich bleiben. Cardicina war schon vor einigen Tagen aufgebrochen um die Vorbereitungen treffen zu können.
      "Every girl wants a bad boy who will be good just for her, every boy wants a good girl who will be bad just for him."
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