OSIRIS - Bordgeschichten

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    • Deck 2 - Brücke der OSIRIS

      Tabun überflog die Liste, welche sich ihm auf dem Padd da bot.

      Manöverantrieb,
      Impulsantrieb,
      Warpantrieb
      ... er blätterte weiter ...
      Schutzschilde,
      Kurzstreckensensoren,
      Langstreckensensoren,
      Interen Sensoren ...

      Er blickte hinab zu Philine, die ihn etwas besorgt ansah. Den Blick kannte er mittlerweile, denn es war immer der selbe, wenn er ihr das Padd abnahm. Offensichtlich war ihr unwohl. Dass er etwas kaputt machen könnte. Oder, dass er es vielleicht nicht zurück geben würde. Er blätterte weiter.

      Umweltsysteme.
      Replikatorsystem,
      Künstliche Schwerkraft,
      Hauptcomputer,
      Transporter,
      Hilfsenergie...

      Ein Seufzen entfuhr ihm und er ließ das Padd wieder sinken. Es handelte sich um die Liste der wichtigsten Dinge, die, soweit man wusste, alle nicht funktionierten. Eigentlich hätte auch nur der Titel "Alles Kaputt" gereicht. Die junge Terranerin hatte diese mit Hilfe des Reparaturroboters und der Sternenflottenoffizierin auf dem Padd zusammen gestellt. Er sah wieder zu Philine, welche vorsichtig ihre Hand ausgestreckt hatte, und gab ihr das Padd wieder zurück. Die Erleichtung war ihr anzusehen. Er lächelte ihr schwach zu.
    • Deck 2 - Brücke der OSIRIS

      Weißer Nebel waberte vor Philines Augen. Oder war es dunkles Schwarz? Sie war sich nicht sicher. Sie erinnerte sich, dass sie durch die Luft schwebte, geschwebt war. Sie fühlte sich leicht...
      Sie schlug ihre Augen auf und blickte in ein Gesicht. Ein bekanntes Gesicht. Sie braucht einen Moment. Adrian Devine sah sie an. Hinter hier war mit einigem Abstand eine Wand zu sehen. Nein, es war keine Wand, es war die Decke. Und sie, sie lag auf dem Boden. Ja, so musste es sein, denn der Untergrund fühlte sich kalt an. Adrian blickte auf sie herab. Philine versuchte sich aufzurichten, aber sie fühlte sich kraftlos und schaffte es nur ein wenig ihren Oberkörper zu heben. Es waren noch andere im Raum. Sie erblickte eine weitere Person ... Tabun. Und plötzlich kam ihr das Surren der Reparatureinheit in den Sinn. Sie musste auch ganz in der Nähe sein. Und noch eine weitere Person war dort. Sie konnte ihre Laute hören, unverständlich, aber schmerzerfüllt.
      Nein, Philine war nicht aus diesem Alptraum aufgewacht, sondern gerade wieder in ihm gelandet. Doch was war passiert? Warum lag sie auf dem Boden? Ihr Blick wurde langsam wieder klarer und auch wenn die letzten Momente wohl verschwunden waren, so dämmerte es ihr, dass es etwas mit dieser neuen Person auf sich hatte.
      Sie war auf der Brücke gewesen. Jemand hatte die Schwerkraft abgeschaltet und sie war einfach angehoben und dann mitten im Raum schweben geblieben. Keine Möglichkeit sich festzuhalten. Und dann war diese Person im Raumanzug aufgetaucht... Die Erinnerung traf sie mit einem Schlag und sie richtete sich nun voll auf. Panik stieg ihr wieder in die Augen. Für einen Moment realisierte sie, dass Adrian wohl mit ihr sprach, aber ihre Worte hörten sich noch fern an...
    • Deck 02 - Küche

      Adrian hatte sich abgesetzt. Obwohl es derzeit wohl gefährlicher als ohnehin war und gegen den ausdrücklichen Befehl Tabuns. Sie saß auf dem Boden in der Küche der Luxusklasse und starrte abwesend auf den blanken Boden vor sich. Dass sie fror, bekam sie kaum mit, denn die Melancholie hatte sie völlig eingenommen. Sie hatte sich wie immer rührend um Philine gekümmert, nachdem dieser Wahnsinnige im Raumanzug, sie fast ermordet hätte. Er hatte Jayvin und vermutlich auch Sannah auf dem Gewissen. Jetzt hatten Tabun und Oci, sie nannte die Servicedrohne liebevoll so, in der Mangel.

      Adrian hatte dafür gesorgt, dass die kleine zur Ruhe kam und sich ausschlafen konnte. Philine war ihr ans Herz gewachsen und später würde sie sicherlich nach ihr sehen, das hatte sie ihr versprochen. Jetzt wo sie sich allein wusste, fiel alles von ihr ab. Adrian schnappte nach Luft und begann leicht zu zittern. Eine Gänsehaut überkam sie und dann bis in die letzte Faser schaudern. Dann gab sie dem Gefühl der Traurigkeit einfach nach und begann zu weinen. Schluchzend zog sie die Beine an ihren Körper, schlang die Arme darum und vergrub ihr Gesicht in der entstehenden Kuhle. Diese verdammte Sch … in die sie hier reingeraten war.

      Es verging eine ganze Weile, in der sie so dasaß und einfach alles hinausweinte, dass sie so sehr bedrückte. Wenn sie jemand gefragt hätte, was das denn sein würde, hätte sie keine Antwort geben können. Da war so viel und wieder nichts. Sie fühlte sich oft so machtlos, seit sie in diesen Schlamassel geraten war.Irgendwann erhob sie sich und sah sich um, nur um festzustellen, dass sie zum Glück noch immer allein war. sie atmete mehrmals durch, brachte ihre Atmung unter Kontrolle und schloss die Augen noch einen Moment. Sie musste nach Philine sehen, unbedingt …
    • Fremdes Schiff

      Unheimlich und kalt. Das waren die zwei Gefühle, die Philine jetzt schon eine Weile plagten. Sie versuchte sich zu konzentrieren, aber immer wieder verfing sie sich in diesen Emotionen. Sie saß jetzt schon wie lange alleine im Cockpit des fremden Schiffs und versuchte irgendwie Zugriff auf den Computer zu bekommen? Vermutlich nur eine Stunde. Doch immer wieder überkam sie diese Vorstellung, dass dieser fremde Eindringling - oder ein anderer wie er - sie von hinten am Hals packte und ihr die Luft abdrückte. Wieder blickte sie sich um, ob nicht doch jemand hinter ihr Stand und ihr auflauerte. Doch dort war niemand. Die Person, die hier auf diesem Schiff gelebt hatte, lag nun tot auf der Osiris.
      Sie hatte noch nie erlebt, dass jemand vor ihren Augen gestorben war. Noch viel mehr, dass sie die Person dabei berührt hatte. Philine hatte spüren können, wie das Lebenslicht in dem Fremden verlosch. Wie eine Flamme, die immer kleiner wurde, immer weniger Licht spendete, und vom einen auf den anderen Moment verschwand. Das Gefühl selber war überraschend nüchtern gewesen. Aber die Erkenntnis, dass diese Person gerade ihren letzten Atemzug getan hatte, war es nicht. Immerhin war er von ihrer Tortur erlöst worden. Tabun hätte ihn bestimmt irgendwann umgebracht. Und Adrian hätte ihn vielleicht angefeuert.
      Es wirkte irgendwie absurd auf Philine, dass Adrian nun von Tabun so schockiert war, dass er bereit war physische Gewalt zu zeigen. Was hatte sie denn gedacht wer er war? War sie die letzten Stunden, Tage nicht an Bord gewesen? Aber vielleicht hatte Philine hier auch einfach nur einen Vorsprung. Tabun war Orioner. Kein Terraner. Kein Betazoid. Nicht mit der Föderation verbunden. Er redete nicht, sondern schaffte Ergebnisse - mit den Mitteln, die er hatte. Kein Ritter in strahlender Rüstung. Aber er passte auf sie auf. Auf sie beide. Zumindest bis jetzt.
      Ein Blinken auf ihrem Padd riss Philine aus ihren treibenden Gedanken. Eine Nachricht war von der Brücke auf ihr Padd gekommen. Sie lautete "Testnachricht". Nachdem Tabun sie geweckt hatte, hatte er sie angewiesen für eine Möglichkeit zu sorgen sich auf dem Schiff zu benachrichtigen. Undzwar in der nächsten halben Stunde. Daher hatte sie kurzerhand einen zentralen Kanal eingerichtet, in welchen man von allen bereits an das Netzwerk angeschlossenen Stationen Texte schicken konnte.
      Philine schmunzelte und tippte zurück: 'Philine: Test Erfolgreich.'
      Es fühlte sich irgendwie retro an. Wie die Anfänge der Computertechnik vor hunderten von Jahren. Ihr gefiel es.
    • Tabuns Quartier > Krankenstation

      Adrian hatte abgewartet, bis Philine schlief. Sie hatte den Kopf des blonden Mädchens gestreichelt, so zart, als könnte es dabei zerbrechen. Vermutlich war es so, oder so ähnlich. Sie war zerbrechlich und auf diesem Schiff passierte zu viel für das noch oft so kindlich erscheinende Gemüt. Mit dem was sie jetzt wusste, bestätigte sich das auch. Adrian selbst ertrug kaum was hier passierte, wie zur Hölle sollte … dann erst Philine mit alledem zurechtkommen?

      Sie erhob sich leise, als sie sich sicher war, das Philine schlief und schlich aus dem Quartier. Sie hatte kein großes Interesse daran Tabun zu begegnen. Nicht, nachdem er sie… Adrian atmete den Gedanken weg und beeilte sich über die Korridore zur Krankenstation zu gelangen. Dort griff sie nach ihrem Block, um ein paar private Notizen zu machen. Ihr Blick fiel dabei auf die Stichworte, die sie zur Trauerfeier / Beerdigung Jayvins niedergeschrieben hatte. Allein der Gedanke daran, trieb ihr erneut die Tränen in die Augenwinkel. Das alles war auch zu viel für sie gewesen. Jetzt noch dieser Fremde … Wletv. In ihren Augen hatte auch er, eine würdige Bestattung verdient, auch wenn Tabun das mit Sicherheit anders sehen würde. Immerhin war er nur ein Sammler gewesen. Auf der anderen Seite war er immer noch ein Mörder. Trotzdem empfand Adrian keine Wut mehr auf den Mann.

      Diese hatte sich auf Tabun kanalisiert und auch noch nicht gelegt. „Kommunikationsproblem“, murmelte sie leise vor sich hin und beinahe wäre dabei der Stift zerbrochen, den sie zwischen den Fingern hielt. Wütend klatschte sie diesen auf das Biobett, dass ihr als Schreibtisch diente. „Du kannst mich mal, mit deinem Kommunikationsproblem!“

      Etwas lauter schrie sie nun die Wand an, denn diese war die einzige die ihr zuhörte, ihre Tränen sah. Immer wieder schüttelte Adrian den Kopf. Sie musste blind gewesen sein. Was zur Hölle hatte sie in diesem Mann gesehen? Dabei hätte sie es ahnen können, immerhin hatte sie Wletvs Wunden versorgt. Aber das war etwas anderes, oder? Er hatte sich verteidigt, sein Leben und das der anderen beschützen wollten. Ihres zuvor gerettet. Die Methode die Tabun dabei gewählt hatte, war ihr nahezu bekannt und sie wollte sich nicht ausmalen, wie viel der Raumfahrer hatte einstecken müssen.

      Adrian keuchte auf und ging in die Knie. Im Gegensatz zu ihr, war Tabun vielleicht kaum in einer liebevollen Familie aufgewachsen. Als Orioner, war sein Umfeld sicher anders, sehr viel härter gewesen. Wirklich Adrian, bringst Du jetzt noch Mitgefühl für diesen Mann auf? Sie hatte so viel einstecken müssen und letztlich war ein gewaltbereiter Mann wie Tabun der Grund gewesen, wieso sie einfach nur wegwollte. Mitnichten hatte sie diesen Traum von einem Ritter, mit strahlender Rüstung. Aber sie hatte doch tatsächlich in Tabun etwas gesehen, dass… sie geblendet? …hatte. Sie war ihm so nahe gewesen und das mehr als einmal. Irgendwas an ihm zog Adrian noch immer gefährlich an.

      Aber seit dieser Geiselnahme war einfach alles anders geworden. Hatte sie erneut versagt, verurteilte sie hier ungerecht? Nein. Tabun hatte sie geschlagen. In keinem Moment hatte sie sich oder Philine in Lebensgefahr gesehen. Er hatte aufgrund ihrer Widerworte ausgeteilt, wie Jegrev. Jegrev… seit dem Erlebnis damals, hatte sie diesen Namen nicht aussprechen können und es hatte Monate gedauert, bis sie ihren Posten bei 'Emerson & Flint Medics' wieder antreten konnte. Letztlich hatte sie dieser Reise zugestimmt, um Abstand von allem zu finden, vielleicht neu anzufangen.

      Sie hatte versagt, mal wieder. Ja, wahrscheinlich war es das. Denn ihr Leben zeichnete ein Diagramm des Versagens. Vermutlich versagte sie gerade deshalb auch menschlich, wobei gerade Philine ihr in dieser Hinsicht ein anderes Zeichen setzte.
      Adrian legte die Arme um sich herum, atmete und meditierte, so wies sie es mal gelernt hatte. Sie schaukelte sich dabei in eine Art Trance, die sie irgendwann auf eine Ebene holte, in der sie befreit durchatmet nun sich erheben konnte. Sie ließ alles so liegen, wie es war und verließ die Krankenstation um ein wenig spazieren zu gehen …
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